Kapuzinerkloster Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 11. Mai 2019, 12:47 Uhr
Ansicht: West nach Ost
Das Kapuzinerkloster befindet sich in der rechtsufrigen Altstadt Salzburgs auf dem Kapuzinerberg.
Geschichte
Fürsterzbischof Wolf Dietrich holte als Antwort auf die Reformation Luthers als zweiten Bettelorden nach den Franziskanern 1596 die Kapuziner nach Salzburg und ließ das Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg errichten.
Die Klosterkirche wurde 1602 zu Ehren der heiligen Franziskus von Assisi und Johannes Bonaventura geweiht. 1620 erfolgte eine erste Vergrößerung des Klosters, 1690 musste es nochmals erweitert werden. Die Ordensleute blieben im Lauf der Jahrhunderte gegenüber dem Landesherren und Fürsterzbischof stets unabhängig, sie waren einzig dem Papst untergeben. Neben der Bereitstellung der Kost sorgte trotzdem der Fürsterzbischof für das Wohl der Klosterbrüder.
Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo war kein Freund der Bettelorden. Er teilte die Kapuzinerordenprovinz Tirol - Salzburg und verwies die Tiroler Ordensbrüder. 1810/11 wurde das Kloster von den Franzosen beschlagnahmt, der Klostergarten wurde demonstrativ als Pferdeweide verwendet.
1813 mussten hielten die Bayern das Kloster besetzt. 1939 wurde in der Zeit des Nationalsozialismus das Kloster samt Kirche enteignet. Es sollte abgerissen werden, um Platz für das geplante gigantische Gauforum zu schaffen. Nach der Rückkehr der Ordensbrüder im Jahr 1945 war die Kirche lange auch von Flüchtlingen bewohnt.
Am 2. Jänner 1950 kommt es zu einem Brand im Kloster: Kirchturm und Dachstuhl werden erheblich beschädigt; die Polizei kann nach einem weiteren Brand zwei Tage später einen Zögling des Klosters als Brandstifter ausforschen.
Die letzte umfangreiche Renovierung des Klosters erfolgte 1980 bis 1983. Damals wurden auch die alte Engelsbrunnen-Zisterne und alte Rundbogenportale entdeckt und als Schmuckstücke des Klosters restauriert[1]. Heute ist das Kloster als Noviziat eine wichtige Ausbildungsstätte der Kapuziner für den gesamten deutschsprachigen Raum.
Der Seelsorger des Gefangenenhauses Salzburg, Wolfgang Bildstein, verbringt seinen Lebensabend im Kapuzinerkloster.
Alte Ansichten von 1710 (nach der gleichen Vorlage ausgearbeitet)
- Salzburg Kupferstich 1740 Detail Nr 14 Kapuzinerkloster.jpg
- Salzburg Kupferstich 1750 Detail Nr 14 Kapuzinerkloster.jpg
Die Klosterkirche
- Hauptartikel: Kapuzinerkirche
Die Türflügel der Kirche, an denen man die Jahreszahl 1470 lesen kann, stammen angeblich von jenem Salzburger Dom, den Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau nach dem Brand im Jahr 1598 in der Nacht vom 11. auf 12. Dezember abreißen ließ.
Bibliothek
Die Bibliothek ist eine Hausbibliothek für pastorale Aufgaben und umfasst die Sammelgebiete Theologie, Geschichte und Salisburgensia. Sie ist eine Präsenzbibliothek und kann nur nach vorheriger Anmeldung benutzt werden. Im Zug der Klostergründung wurde das Kloster von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zusammen mit anderen Wohltätern mit Büchern ausgestattet.
Bestand
Bei einem Gesamtbestand von 9 400 Titeln gehören rund 6 600 Werke zum historischen Buchgut: 350 aus dem 16. Jahrhundert, 1 150 aus dem 17. Jahrhundert, 1 750 aus dem 18. Jahrhundert, 1 000 aus der ersten und 2 350 aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, 1 500 historische Titel befinden sich z. Z. im Salzburger Landesarchiv, darunter 320 Werke des 16. Jahrhunderts.
Prominente Gäste
- Papst Johannes Paul VI. wohnte in diesem Kloster anlässlich seines ersten Papstbesuches 1988 in Salzburg.
Erreichbarkeit
Man kann es auf dem Stefan-Zweig-Weg von der Linzer Gasse aus erreichen oder man nimmt die Imbergstiege, die von der Steingasse aus hinauf auf den Berg führt.
Bilder
Kapuzinerkloster Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Bilder-Weblink
Quellen
- Salzburgwiki-Beiträge
- Martin, Franz: Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst, Verlag "Das Bergland-Buch", 1952 (Neuauflage)
- Kapuzinerkloster zu Salzburg in der Reihe Christliche Kunststätten Österreich, Ausgabe Nr. 146, 1986, Verlag St. Peter