Paul-Ausserleitner-Schanze: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Neuanlage)
 
K (ergänzt)
 
(37 dazwischenliegende Versionen von 6 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Die '''Paul-Ausserleitner-Schanze''' ist eine Skisprung-Schanze am Laideregg in [[Bischofshofen]] und seit [[1953]] traditioneller Abschlussbewerb der [[Vierschanzentournee]].
+
[[Bild:Bischofshofen_schanze_1.jpg|thumb|Österreichischer Jubel an der Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen nach dem Sieg von Gregor Schlierenzauer bei dem Springen der [[Vierschanzentournee]] 2006/2007]]
 +
Die '''Paul-Ausserleitner-Schanze''' ist eine [[Skisprunganlagen im Land Salzburg|Skisprunganlage]] im [[Sepp-Bradl-Stadion]] in [[Laideregg (Bischofshofen)|Laideregg]] in [[Bischofshofen]], auf der seit [[1953]] der Abschlussbewerb der [[Vierschanzentournee]] stattfindet.
 +
 
 +
[[Datei:Bischofshofen Sprungschanze.jpg|thumb|Die Schanze vom Anlaufturm aus gesehen]]
  
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
Die im Jahr [[1947]] errichtete Anlage erhielt dank ihres Panoramas am Fuße der [[Mandelwände]] den Namen ''Hochkönigschanze''. Weltmeister [[Sepp Bradl]] durfte sie einweihen und sprang [[1951]] mit 107m den ersten Schanzenrekord über der 100m Marke.
+
Die im Jahr [[1947]] errichtete Anlage erhielt dank ihres Panoramas am Fuße des [[Hochkönigstock]]s den Namen "Hochkönigschanze". Am [[26. Dezember]] 1947 wurde die Schanze mit einem Skispringen eingeweiht, das rund 4&nbsp;000 Zuschauer verfolgten. Sieger wurde Weltmeister [[Sepp Bradl]] mit Weiten von 83,5 und 82 Metern. Der Schanzenrekord lag bei 86 Metern.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19471227&query=%22Hochk%c3%b6nigschanze%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "[[Salzburger Volkszeitung]]", Ausgabe vom 27. Dezember 1947, Seite 3</ref>
 +
 
 +
[[Datei:Dreikönigsspringen 1954 auf der Paul-Ausserleitner-Schanze.jpg|thumb|[[Dreikönigsspringen]] am [[6. Jänner]] [[1954]]. Arne Ellingsen ([[NOR]]) im Flug auf der "großen" (100 m) Schanze.]]
 +
 
 +
Für das Springen am [[26. Dezember]] [[1948]] musste "in unermüdlicher Tag- und oft auch Nachtarbeit die ganze Woche hindurch in auf­ opferungsvollster Weise in vielen Hunderten von Körben Schnee herbeigeschafft, um die Aufsprungbahn gebrauchsfähig machen zu können." Sepp Brandl sprang mit 94 und 89 Meter neuen Schanzenrekord und zum Sieg.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19481227&query=%22Hochk%c3%b6nigschanze%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "Salzburger Volkszeitung", Ausgabe vom 27. Dezember 1948, Seite 4</ref>
 +
 
 +
Am [[27. Februar]] [[1949]] kam Sepp Weiler aus [[Bayern]] erstmals mit 102 Metern über die 100-Meter-Marke vor 15&nbsp;000 Zuschauern. Bradl kam bei 98&nbsp;m zu Sturz.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wku&datum=19490228&query=%22Hochk%c3%b6nigschanze%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "Wiener Kurier", Ausgabe vom 28. Februar 1949, Seite 5</ref>
 +
 
 +
[[Datei:Paul-Ausserleitner-Schanze Schäden im Aufsprungbereich durch Nassschnee.jpg|thumb|Blick auf die Schanze am 16. Dezember 2023 nach dem Abgang von Nassschnee.]]
 +
 
 +
Am [[26. Februar]] [[1950]] sprang dann Bradl im Finale beim Weitensprungdurchgang 100&nbsp;m. Bereits im Training gelang dem Oberstdorfer Toni Brutscher ein Sprung von 107 m.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19500227&query=%22Hochk%c3%b6nigschanze%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "[[Salzburger Nachrichten]]", 27. Februar 1950, Seite 5</ref>
 +
 
 +
Am [[27. Dezember]] 1950 wurde Bradl mit 107,5&nbsp;m überlegener Tagessieger.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19501227&query=%22Hochk%c3%b6nigschanze%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 27. Dezember 1950, Seite 8</ref> Am [[6. Jänner]] [[1952]] erreichte Bradl 101&nbsp;m und siegte damit.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wku&datum=19520107&query=%22Hochk%c3%b6nigschanze%22&ref=anno-search&seite=9 ANNO], "Wiener Kurier", Ausgabe vom 7. Jänner 1952, Seite 9</ref>
 +
 +
Beim Training zum Springen 1952 stürzte der Bischofshofener [[Paul Ausserleitner]] so schwer, dass er vier Tage später am [[9. Jänner]] [[1952]] an den Folgen seiner Verletzungen starb. Ihm zu Ehren wurde der Bakken umbenannt.
  
Beim Training zum Springen [[1952]] stürzte der Bischofshofener [[Paul Ausserleitner]] so schwer, dass er vier Tage später am [[9. Jänner]] [[1952]] an den Folgen seiner Verletzungen starb. Ihm zu Ehren wurde der Bakken umbenannt.
+
Ab [[1953]] wurde das [[Dreikönigsspringen]] in Bischofshofen zum alljährlichen Abschlussbewerb der Vierschanzentournee. [[1970]] wurde das Springen vom ORF erstmals live übertragen. [[1972]] erhielt die Schanze einen neuen Sprungrichterturm, der aus einem schmalen Stahlbetonkern bestand.
  
Ab [[1953]] wurde das Dreikönigsspringen in Bischofshofen zum alljährlichen Abschlussbewerb der Vierschanzentournee. [[1970]] wurde das Springen vom ORF erstmals live übertragen. [[1972]] erhielt die Schanze einen neuen Sprungrichterturm, der aus einem schmalen Stahlbetonkern bestand.
+
[[Datei:Bischofshofen-Schanzenblick im Sommer.jpg|thumb|Bischofshofen-Schanzenblick im Sommer]]
  
[[1982]] wurden zwei Charakteristika der Schanze deutlich verändert: der lange, flache Naturanlauf wich einem Anlaufturm und der extrem lange Schanzentisch wurde um fünf Meter verkürzt. [[1991]] folgten nach der Zusage der Ski-WM 1999 erneut Umbauten am Sprunghügel: der Auslauf, bis dahin immer schräg nach rechts weghängend und ein eigenes Kriterium, wurde begradigt und neue Naturtribünen für die Zuschauer errichtet. Das Sepp-Bradl-Stadion war entstanden. [[1994]] eröffnete man dann das WM-Gebäude.
+
[[1982]] wurden zwei Charakteristika der Schanze deutlich verändert: der lange, flache Naturanlauf wich einem Anlaufturm und der extrem lange Schanzentisch wurde um fünf Meter verkürzt. [[1991]] folgten nach der Zusage der Ski-WM 1999 erneut Umbauten am Sprunghügel: der Auslauf, bis dahin immer schräg nach rechts hängend und ein eigenes Kriterium, wurde begradigt und neue Naturtribünen für die Zuschauer errichtet. Das "Sepp-Bradl-Stadion" war entstanden. [[1994]] eröffnete man dann das WM-Gebäude.
  
Bei der Nordischen Ski-WM 1999 fand in Bischofshofen das Springen von der Großschanze und der Mannschaftsbewerb statt.
+
Bei der [[Nordische Skiweltmeisterschaften 1999|Nordischen Ski-WM 1999]] fand in Bischofshofen das Springen von der Großschanze ([[21. Februar]]) und der Mannschaftsbewerb ([[20. Februar]]) statt. Beide Bewerbe waren fest in deutscher Hand, Gold und Silber im Einzel gingen an Martin Schmitt und Sven Hannawald, Gold im Team an Deutschland.
  
[[2000]] wird ein neuer Kampfrichterturm gebaut, [[2002]] gewinnt Sven Hannawald als erster und bisher einziger Springer mit dem Abschlussbewerb am Laideregg alle vier Springen der Vierschanzentournee in einem Jahr. [[2003]] beginnt ein neuerlicher Umbau der Schanze, der im Sommer [[2004]] abgeschlossen wird und die größte Mattenschanze der Welt entstehen lässt. Mit der nun installierten Flutlichtanlage kann das Dreikönigsspringen als Abendveranstaltung durchgeführt werden.
+
[[2000]] wurde ein neuer Kampfrichterturm gebaut. [[2002]] gewann Sven Hannawald ([[GER]]) als erster und bisher einziger Springer mit dem Abschlussbewerb am Laideregg alle vier Springen der Vierschanzentournee in einem Jahr. [[2003]] begann ein neuerlicher Umbau der Schanze, der im Sommer 2004 abgeschlossen wurde. Am [[3. Juli]] [[2004]] wurde die K-125 als vermutlich größte Mattenschanze der Welt mit einem Springen der österreichischen Nationalmannschaft eröffnet. Daneben gibt es noch die K-65 und K-20, die beide ebenfalls als Mattenschanzen verwendet werden können.<ref>{{Quelle SN|30. Juni 2004, Lokalteil Seite 9}}</ref> Mit der nun installierten Flutlichtanlage kann das Dreikönigsspringen als Abendveranstaltung durchgeführt werden.
  
Neben der HS140 Schanze existieren am Laideregg noch eine HS78 und eine HS20 Schanze, die beide ebenfalls als Mattenanlage ganzjährig benutzbar sind.
+
[[Datei:Paul-Außerleitner-Schanze im Sommer 2008 a.jpg|thumb|Paul-Außerleitner-Schanze im Sommer 2008]]
 +
 
 +
=== Ereignisse ===
 +
Unbekannte hatten in der Silvesternacht 2012/13 am Ende des Schanzenvorbaus Feuerwerkskörper gezündet. Trotz der 30 Zentimeter starken Kunstschneeauflage verbrannten das darunterliegende Schneerückhaltenetz und Gleitelemente. Der Schaden soll rund 10.000 Euro betragen haben.
 +
 
 +
Ein Abgang einer größeren Schneemenge ereignete sich in der Nacht von Freitag, [[15. Dezember]], auf Samstag, [[16. Dezember]] [[2023]] im steilen Aufsprungbereich der Sprungschanze. Der schwere Nassschnee dürfte dazu beigetragen haben, dass im Untergrund die Kunststoffnetze rissen. Diese Netze machen hier die Pistenpräparierung erst möglich.
 +
 
 +
Am Freitag, [[6. September|6.]], und Samstag, [[7. September]] [[2024]], fanden auf dem Gelände der Schanzenanlage zwei Konzert der Band "Böhse Onkelz" statt, zu denen jeweils rund 20&nbsp;000 Zuschauer kamen (insgesamt 46&nbsp;000).<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/fans-boehsen-onkelz-164731243 www.sn.at], 8. September 2024</ref>
 +
 
 +
== Kühlsystem ==
 +
Obwohl es sich bei dem Sport des Skispringens bekannterweise um einen Wintersport handelt, also um einen Sport, der in der kalten Jahreszeit ausgetragen wird, gibt es auf der Schanze zusätzlich ein Kühlsystem. Das kühlt den Schnee im Anlauf auf die Schanze auf minus elf Grad herunter, damit die Springer eine permanente Eisspur haben. Nach eigenen Angaben des Veranstalters, des [[Skiclub Bischofshofen|Skiclubs Bischofshofen]] wurden dafür rund 40.000 Euro investiert.
 +
 
 +
[[Datei:P1070617 Paul Außerleitner Schanze.jpg|thumb| Paul Außerleitner Schanze, Frühjahr 2016]]
  
 
==Schanzenrekord==
 
==Schanzenrekord==
;HS140 : 143m - Daiki Ito (JAP), 6. Jänner 2005
+
;HS140. 143&nbsp;m - Daiki Ito (JAP), 6. Jänner 2005 <ref>In der Qualifikation für den ersten Wettbewerb in Bischofshofen  (anstelle des abgesagten Springens in Innsbruck) am 5. Jänner 2008  erreichte der Tiroler Gregor Schlierenzauer die Höchstweite von 145  Meter auf der HS-140-Schanze. Da nach mit Thomas Morgenstern noch ein  Springer über den Bakken gehen musste, die Jury vor dessen Sprung jedoch  den Anlauf verkürzte, zählt die Weite Schlierenzauers nicht als neuer  Schanzenrekord, da für die Anerkennung als solchen alle Springer eines  Durchgangs bzw. eines Qualifikationsspringens die selbe Anlaufhöhe haben  müssen.</ref>
;HS78: 76,5m - Markus Machreich (AUT), 2006
+
;HS78: 76,5&nbsp;m - Markus Machreich (AUT), 2006
;HS20: 21m - Peter Wiesenbauer (AUT), 20. Juni 1999
+
;HS20: 21&nbsp;m - Peter Wiesenbauer (AUT), 20. Juni 1999
 +
 
 +
Auf keinem anderen der vier Skisprungbakken der Vierschanzentournee haben Österreichs Springer so viele Erfolge feiern können, wie in Bischofshofen: 17 österreichischen Siegen stehen zehn norwegische und acht finnische gegenüber, der Norweger Wirkola, der Tscheche Raska und der Deutsche Jens Weißflog konnten sich insgesamt je dreimal in die Siegerlisten eintragen.
  
 
==Technische Daten==
 
==Technische Daten==
Zeile 29: Zeile 60:
 
:HS (Hill-size): 140 m
 
:HS (Hill-size): 140 m
 
:Gesamtlänge bis Beginn Auslauf: 362 m
 
:Gesamtlänge bis Beginn Auslauf: 362 m
:Fassungsvermögen Stadion: 30.000 Zuschauer
+
:Fassungsvermögen Stadion: 30&nbsp;000 Zuschauer
 +
 
 +
== Weblink ==
 +
* Lage auf [https://www.openstreetmap.org/relation/405583#map=17/47.41481/13.20898 www.openstreetmap.org]
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
*Salzburger Nachrichten
+
* "[[Salzburger Nachrichten]]" unter anderem in der Ausgabe vom 3. Jänner 2013
*Skiclub Bischofshofen [http://skiclub.bischofshofen.com]
+
* [https://www.skiclub-bischofshofen.at/de/t Skiclub Bischofshofen]
 +
 
 +
==Einzelnachweise==
 +
<references/>
  
 +
{{SORTIERUNG:Ausserleitner-Schanze, Paul-}}
 +
[[Kategorie:Pongau]]
 +
[[Kategorie:Bischofshofen]]
 +
[[Kategorie:Sport im Pongau]]
 +
[[Kategorie:Skispringen]]
 +
[[Kategorie:Tourismus]]
 
[[Kategorie:Sport]]
 
[[Kategorie:Sport]]
 +
[[Kategorie:Sport (Geschichte)]]
 +
[[Kategorie:Wintersport]]
 +
[[Kategorie:Wintersport (Geschichte)]]
 +
[[Kategorie:Sportanlage]]
 +
[[Kategorie:Skisprungschanze]]

Aktuelle Version vom 7. Februar 2025, 10:44 Uhr

Österreichischer Jubel an der Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen nach dem Sieg von Gregor Schlierenzauer bei dem Springen der Vierschanzentournee 2006/2007

Die Paul-Ausserleitner-Schanze ist eine Skisprunganlage im Sepp-Bradl-Stadion in Laideregg in Bischofshofen, auf der seit 1953 der Abschlussbewerb der Vierschanzentournee stattfindet.

Die Schanze vom Anlaufturm aus gesehen

Geschichte

Die im Jahr 1947 errichtete Anlage erhielt dank ihres Panoramas am Fuße des Hochkönigstocks den Namen "Hochkönigschanze". Am 26. Dezember 1947 wurde die Schanze mit einem Skispringen eingeweiht, das rund 4 000 Zuschauer verfolgten. Sieger wurde Weltmeister Sepp Bradl mit Weiten von 83,5 und 82 Metern. Der Schanzenrekord lag bei 86 Metern.[1]

Dreikönigsspringen am 6. Jänner 1954. Arne Ellingsen (NOR) im Flug auf der "großen" (100 m) Schanze.

Für das Springen am 26. Dezember 1948 musste "in unermüdlicher Tag- und oft auch Nachtarbeit die ganze Woche hindurch in auf­ opferungsvollster Weise in vielen Hunderten von Körben Schnee herbeigeschafft, um die Aufsprungbahn gebrauchsfähig machen zu können." Sepp Brandl sprang mit 94 und 89 Meter neuen Schanzenrekord und zum Sieg.[2]

Am 27. Februar 1949 kam Sepp Weiler aus Bayern erstmals mit 102 Metern über die 100-Meter-Marke vor 15 000 Zuschauern. Bradl kam bei 98 m zu Sturz.[3]

Blick auf die Schanze am 16. Dezember 2023 nach dem Abgang von Nassschnee.

Am 26. Februar 1950 sprang dann Bradl im Finale beim Weitensprungdurchgang 100 m. Bereits im Training gelang dem Oberstdorfer Toni Brutscher ein Sprung von 107 m.[4]

Am 27. Dezember 1950 wurde Bradl mit 107,5 m überlegener Tagessieger.[5] Am 6. Jänner 1952 erreichte Bradl 101 m und siegte damit.[6]

Beim Training zum Springen 1952 stürzte der Bischofshofener Paul Ausserleitner so schwer, dass er vier Tage später am 9. Jänner 1952 an den Folgen seiner Verletzungen starb. Ihm zu Ehren wurde der Bakken umbenannt.

Ab 1953 wurde das Dreikönigsspringen in Bischofshofen zum alljährlichen Abschlussbewerb der Vierschanzentournee. 1970 wurde das Springen vom ORF erstmals live übertragen. 1972 erhielt die Schanze einen neuen Sprungrichterturm, der aus einem schmalen Stahlbetonkern bestand.

Bischofshofen-Schanzenblick im Sommer

1982 wurden zwei Charakteristika der Schanze deutlich verändert: der lange, flache Naturanlauf wich einem Anlaufturm und der extrem lange Schanzentisch wurde um fünf Meter verkürzt. 1991 folgten nach der Zusage der Ski-WM 1999 erneut Umbauten am Sprunghügel: der Auslauf, bis dahin immer schräg nach rechts hängend und ein eigenes Kriterium, wurde begradigt und neue Naturtribünen für die Zuschauer errichtet. Das "Sepp-Bradl-Stadion" war entstanden. 1994 eröffnete man dann das WM-Gebäude.

Bei der Nordischen Ski-WM 1999 fand in Bischofshofen das Springen von der Großschanze (21. Februar) und der Mannschaftsbewerb (20. Februar) statt. Beide Bewerbe waren fest in deutscher Hand, Gold und Silber im Einzel gingen an Martin Schmitt und Sven Hannawald, Gold im Team an Deutschland.

2000 wurde ein neuer Kampfrichterturm gebaut. 2002 gewann Sven Hannawald (GER) als erster und bisher einziger Springer mit dem Abschlussbewerb am Laideregg alle vier Springen der Vierschanzentournee in einem Jahr. 2003 begann ein neuerlicher Umbau der Schanze, der im Sommer 2004 abgeschlossen wurde. Am 3. Juli 2004 wurde die K-125 als vermutlich größte Mattenschanze der Welt mit einem Springen der österreichischen Nationalmannschaft eröffnet. Daneben gibt es noch die K-65 und K-20, die beide ebenfalls als Mattenschanzen verwendet werden können.[7] Mit der nun installierten Flutlichtanlage kann das Dreikönigsspringen als Abendveranstaltung durchgeführt werden.

Paul-Außerleitner-Schanze im Sommer 2008

Ereignisse

Unbekannte hatten in der Silvesternacht 2012/13 am Ende des Schanzenvorbaus Feuerwerkskörper gezündet. Trotz der 30 Zentimeter starken Kunstschneeauflage verbrannten das darunterliegende Schneerückhaltenetz und Gleitelemente. Der Schaden soll rund 10.000 Euro betragen haben.

Ein Abgang einer größeren Schneemenge ereignete sich in der Nacht von Freitag, 15. Dezember, auf Samstag, 16. Dezember 2023 im steilen Aufsprungbereich der Sprungschanze. Der schwere Nassschnee dürfte dazu beigetragen haben, dass im Untergrund die Kunststoffnetze rissen. Diese Netze machen hier die Pistenpräparierung erst möglich.

Am Freitag, 6., und Samstag, 7. September 2024, fanden auf dem Gelände der Schanzenanlage zwei Konzert der Band "Böhse Onkelz" statt, zu denen jeweils rund 20 000 Zuschauer kamen (insgesamt 46 000).[8]

Kühlsystem

Obwohl es sich bei dem Sport des Skispringens bekannterweise um einen Wintersport handelt, also um einen Sport, der in der kalten Jahreszeit ausgetragen wird, gibt es auf der Schanze zusätzlich ein Kühlsystem. Das kühlt den Schnee im Anlauf auf die Schanze auf minus elf Grad herunter, damit die Springer eine permanente Eisspur haben. Nach eigenen Angaben des Veranstalters, des Skiclubs Bischofshofen wurden dafür rund 40.000 Euro investiert.

Paul Außerleitner Schanze, Frühjahr 2016

Schanzenrekord

HS140. 143 m - Daiki Ito (JAP), 6. Jänner 2005 [9]
HS78
76,5 m - Markus Machreich (AUT), 2006
HS20
21 m - Peter Wiesenbauer (AUT), 20. Juni 1999

Auf keinem anderen der vier Skisprungbakken der Vierschanzentournee haben Österreichs Springer so viele Erfolge feiern können, wie in Bischofshofen: 17 österreichischen Siegen stehen zehn norwegische und acht finnische gegenüber, der Norweger Wirkola, der Tscheche Raska und der Deutsche Jens Weißflog konnten sich insgesamt je dreimal in die Siegerlisten eintragen.

Technische Daten

Gesamthöhe: 132,5 m
Turmhöhe: 52 m
Anlauflänge: 125 m
Absprunggeschwindigkeit: 93 km/h
Kalkulationspunkt (K-Punkt): 125 m
HS (Hill-size): 140 m
Gesamtlänge bis Beginn Auslauf: 362 m
Fassungsvermögen Stadion: 30 000 Zuschauer

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, "Salzburger Volkszeitung", Ausgabe vom 27. Dezember 1947, Seite 3
  2. ANNO, "Salzburger Volkszeitung", Ausgabe vom 27. Dezember 1948, Seite 4
  3. ANNO, "Wiener Kurier", Ausgabe vom 28. Februar 1949, Seite 5
  4. ANNO, "Salzburger Nachrichten", 27. Februar 1950, Seite 5
  5. ANNO, "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 27. Dezember 1950, Seite 8
  6. ANNO, "Wiener Kurier", Ausgabe vom 7. Jänner 1952, Seite 9
  7. "Salzburger Nachrichten", 30. Juni 2004, Lokalteil Seite 9
  8. www.sn.at, 8. September 2024
  9. In der Qualifikation für den ersten Wettbewerb in Bischofshofen (anstelle des abgesagten Springens in Innsbruck) am 5. Jänner 2008 erreichte der Tiroler Gregor Schlierenzauer die Höchstweite von 145 Meter auf der HS-140-Schanze. Da nach mit Thomas Morgenstern noch ein Springer über den Bakken gehen musste, die Jury vor dessen Sprung jedoch den Anlauf verkürzte, zählt die Weite Schlierenzauers nicht als neuer Schanzenrekord, da für die Anerkennung als solchen alle Springer eines Durchgangs bzw. eines Qualifikationsspringens die selbe Anlaufhöhe haben müssen.