Residenzbrunnen: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Brunnenpferd.jpg|thumb|Der Residenzbrunnen bei Nacht: Brunnenpferd]] Der '''Residenzbrunnen''' ist das zentrale Bauwerk auf dem [[Residenzplatz]] in der [[Altstadt]] von [[Salzburg]]. Er steht unter [[Denkmalschutz]].
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[[Datei:Residenzplatz Residenzbrunnen vor 1923.jpg|thumb|Der Residenzbrunnen auf einer Ansichtskarte von [[Verlag und Druckerei Josef Huttegger]], mit Poststempel 26. Juli 1923.]]
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Der '''Residenzbrunnen''' ist der bedeutendste und größte [[Brunnen in der Stadt Salzburg]] und das zentrale [[barock]]e Gestaltungselement auf dem [[Residenzplatz]] in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]]. Er steht unter [[Denkmalschutz]].
  
==Der Brunnen==
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== Der Brunnen ==
: '' siehe auch: [[Meister des Residenzbrunnens]]''
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Der Residenzbrunnen ist ein monumentaler barocker Brunnen, der zwischen [[1656]] und [[1661]] im Auftrag von [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] geschaffen wurde und wohl von [[Tommaso di Garona]] ausgeführt wurde, dieser Name ist als [[Meister des Residenzbrunnens]] aber nicht unumstritten.  
Der Residenzbrunnen ist ein monumentaler Brunnen, der zwischen [[1656]] und [[1661]] im Auftrag von Erzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] geschaffen wurde und wohl von [[Tommaso di Garona]] ausgeführt wurde. Das untere Brunnenbecken auf allseitigen stufenartigen Sockeln ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. In dessen Mitte steht ein Felsen, der von vier Wasser speienden Meerrösser umgeben ist. Auf dem Felsen stehen vier nackte athletische Männer ineinander verschränkt, die zusammen eine große flache Wasserschale tragen, in der drei Delphine eine kleineres flaches Muschelbecken halten. Darin steht zu oberst ein [[Triton]](e), der aus einer Triton-Schnecke das Wasser senkrecht in die Luft speit.
 
  
Die Erzeugung des Wasserstrahls war die Meisterleistung des Baumeisters [[Giovanni Antonio Daria]]. Er erreichte dies durch Maschinen in der [[Brunnhausgasse]], Wasserleitungen und Speicherbecken am [[Festungsberg]]. Heute erledigt diese Aufgabe eine elektrische Pumpe.
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Der Brunnen besteht aus drei Brunnenbecken und vier Figurengruppen, alle aus [[Untersberger Marmor]]. Das untere Brunnenbecken steht auf einem allseitig stufenartigen Sockel, ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. In dessen Mitte steht ein Felsen, der von vier Wasser speienden Meerrössern (Hippocampen) umgeben ist. Auf dem Felsen stehen drei nackte athletische Männer ineinander verschränkt, die zusammen eine große flache Wasserschale tragen, in der drei Delphine ein weiteres, kleineres flaches Muschelbecken halten. Darin steht ganz oben ein [[Triton]], der das Wasser aus einer Triton-Schnecke senkrecht in die Luft speit. (Solche große Schneckengehäuse, Tritonshörner genannt waren seit Menschengedenken mythologisch bedeutsam und waren auch als Signalinstrumente in der Seefahrt wichtig). Zwischen den Hippocampen befinden sich unauffällig Frösche, Eidechsen, Schnecken, Schlangen und Schildkröten.
  
==Das Wasser==
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Der Durchmesser der unteren Brunnenschale beträgt sechs Meter, der oberen Muschel fünf Meter; die Gesamthöhe beträgt 15 Meter und der Brunnen hat ein Gewicht von 4.000 [[Alte Maße und Gewichte im Fürsterzbistum Salzburg|Zehntner]] (222 Tonnen?).
: ''Hauptartikel: [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg]]''
 
Bereits im [[15. Jahrhundert]] ließen sich die Erzbischöfe das Quellwasser des [[Untersberg]]es mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten ''Fürstenquellen'' unternahm [[1654]] [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Dafür wurde der Residenzbrunnen errichtet und man leitete mit 3237 lärchenen Röhren das Wasser in die Stadt.  
 
  
[[1661]] war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei der Einweihung. Es dauerte weitere 200 Jahre bis das Projekt wieder aufgegriffen und schließlich [[1875]] fertig gestellt wurde mit dem Bau der heutigen Quellfassung, einer 9,2 km langen Leitung und einem 1&nbsp;000 m³ fassenden Hochbehälter auf dem [[Mönchsberg]]. Die Stadt bekam vom damaligen Besitzer König [[Ludwig I. von Bayern]] das Servitutsrecht <ref>Ein Servitut ist ein beschränktes Nutzungsrecht an einer fremden Sache</ref>, 47,4 Liter/Sekunde zu nutzen. Erst [[1945]] wurde auf Anordnung der Militärregierung das gesamte Wasser der [[Fürstenbrunn]]er Quelle (maximal 265 l/s) für die Stadt genutzt.
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Die Erzeugung des Wasserstrahls war die Meisterleistung des Baumeisters [[Giovanni Antonio Daria]]. Er erreichte dies durch Pumpen im [[Erzbischöfliches Brunnhaus|Fürsterzbischöflichen Brunnhaus]] der [[Brunnhausgasse]], sowie weiterführenden Wasserleitungen und Speicherbecken auf dem [[Festungsberg]]. Heute erledigt diese Aufgabe eine elektrische Pumpe.
  
==Sonstiges==
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Anlässlich [[200 Jahre Salzburg bei Österreich]] im Jahr [[2016]] schenkte der Bund dem [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] den Brunnen, der mit einem Parlamentsbeschluss [[2017]] offiziell in das Landeseigentum überging.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/bund-schenkt-land-salzburg-historische-immobilien-54619243 6. Dezember 2016]</ref>
Der größte Brunnen Salzburgs und eines der bedeutendsten europäischen Barockdenkmäler, steht schief. Mit freiem Auge, hin zum [[Alter Markt|Alten Markt]] und  [[Kirche zu Ehren des Erzengels Michael|Michaelskirche]], kaum zu erkennen, doch mit Wasser im Becken ist diese geringe Schräge von ein bis zwei Millimeter am Wasserspiegel wahrzunehmen.
 
  
Von Juli 2008 bis Juni 2009 wird der Brunnen um mehr als eine Million Euro restauriert: Sprünge, Risse, Veralgungen, Versinterungen, falsche Plomben, korrodierende Eisenverklammerungen, falsche Fugenmassen und Verkittungen, Stellen mit falschen Steinen und andere Schäden sollen dabei beseitigt werden. Die unterste, später ergänzte achteckige Stufe wird entfernt. Mit einer Kette verbundene Poller sollen Schäden von Fahrzeugen verhindern und gleichzeitig einen Zugang offen lassen. Solche Poller waren bereits im [[19. Jahrhundert]] am Brunnen aufgestellt, wie aus einer Zeichnung von [[1889]] hervorgeht.  
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== Die Wasserversorgung ==
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Bereits im [[15. Jahrhundert]] ließen sich die Fürsterzbischöfe das Quellwasser des [[Untersbergstock]]s mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten ''Fürstenquellen'' unternahm [[1654]] Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Dafür wurde der Residenzbrunnen errichtet und man leitete in 3&nbsp;237 [[lärche]]nen Röhren das Wasser in die Stadt.  
  
==Bildergalerie==
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[[1661]] war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren von [[Fürstenbrunn]] in die Stadt bereits bei der Einweihung. Der Brunnen musste in der Folge mit Wasser aus der [[Hellbrunn]]er [[Sternweiher]]-Quelle versorgt werden. Es dauerte weitere 200 Jahre bis das Fürstenquellen-Projekt wieder aufgegriffen und schließlich [[1875]] fertig gestellt wurde mit dem Bau der heutigen Quellfassung, einer 9,2 km langen Leitung und einem 1&nbsp;000 m³ fassenden [[Hochbehälter Mönchsberg|Hochbehälter]] auf dem [[Mönchsberg]]. Die Stadt bekam vom damaligen Besitzer König [[Ludwig I. von Bayern]] das Servitutsrecht,<ref>Ein Servitut ist ein beschränktes Nutzungsrecht an einer fremden Sache</ref> 47,4 Liter/Sekunde zu nutzen. [[1945]] wurde auf Anordnung der Militärregierung das gesamte Wasser der [[Fürstenbrunner Quelle]] bis maximal 265 l/s für die Stadt genutzt. Heute wird Tiefenwasser im Umfeld der Fürstenbrunner Quelle für die [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Trinkwassernutzung]] der Stadt genutzt.
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Bild:Residenzbrunnen oben.jpg|Residenzbrunnen, Detail
 
Datei:Residenzplatz mit Brunnen von der Dombogenterrasse.jpg|Residenzplatz mit Brunnen von der Dombogenterrasse aus  
 
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==Quellen==
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== Bemerkenswert ==
* [http://www.untersberg.net/wirschaft_deutsch.htm# www.untersberg.net Die Fürstenquellen] von der [[Universität Salzburg]], Abt. für Regionale und Angewandte Geologie
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Der größte Brunnen in Salzburg und eines der bedeutendsten derartigen mitteleuropäischen Barockdenkmäler stand durch Setzungen bedingt unmerklich schief. Wer den Brunnen etwa in Richtung [[Alter Markt|Alten Markt]] oder [[Filialkirche zum hl. Michael]] betrachtete, konnte das in keiner Weise erkennen. Wer aber an den Brunnen herantrat und den Wasserspiegel im Becken ganz genau betrachtete, konnte die winzige Schräglage und den Unterschied von zwei Millimeter (!) auf etwa sechs Meter Länge am Beckenrand feststellen. Statisch und optisch war dies ohne Bedeutung.
* {{Quelle SN| 4. Juli 2008}}
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==Fußnote==
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== Restaurierung ==
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Von Juli [[2008]] bis Juni [[2009]] wurde der Brunnen um mehr als eine Million Euro restauriert. Sprünge, Risse, Veralgungen, Versinterungen, falsche Plomben, korrodierende Eisenverklammerungen, falsche Fugenmassen und Verkittungen, Stellen mit falschen Steinen und andere Schäden wurden dabei beseitigt. Die unterste, später ergänzte achteckige Stufe wurde entfernt, ebenso die mit einer Kette verbundenen [[Poller]], die Schäden durch Fahrzeuge verhindern sollte aber gleichzeitig einen Zugang offen ließ. [[Marmor]]ne Poller waren bereits im späten [[19. Jahrhundert]] um den Brunnen aufgestellt, wie aus einer Zeichnung von [[1889]] hervorgeht.
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== Bilder ==
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== Weblink ==
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* [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/G294III.jpg  www.ubs.sbg.ac.at] Weinmann, Beda: Residenzplatz in Salzburg, Lithographie, 1850, G 294 III
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== Quellen ==
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* [[Ulrich Nefzger]]: ''Salzburg und seine Brunnen - Spiegelbilder einer Stadt'' mit 80 Farbbildern von [[Josef Dapra]], [[Residenz Verlag]] Salzburg 1980, ISBN 3-7017-0271-3
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* Barbara Kutschera: ''Alte und neue Brunnen in Salzburg'', Verlag der Salzburger Druckerei, Salzburg 1980, ISBN 3-85338-0135-7
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* [[Adolph Bühler]]: ''[[Salzburg und seine Fürsten]]'', 1910
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* [https://www.salzburg.info/de/sehenswertes/plaetze-strassen/residenzplatz-residenzbrunnen www.salzburg.info]
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* {{Quelle SN|13. Mai und 4. Juli 2008}}
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== Einzelnachweise ==
 
<references/>
 
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[[Kategorie:Architektur]]
 
[[Kategorie:Brunnen]]
 
[[Kategorie:Wasser]]
 
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]
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[[Kategorie:Hydrogeografie]]
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[[Kategorie:Wasser]]
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[[Kategorie:Brunnen]]
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[[Kategorie:Architektur]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]

Aktuelle Version vom 26. August 2025, 09:44 Uhr

Der Residenzbrunnen im Mai 2025 im frühen Vormittagslicht.
Karte
Eines der Meerrösser des Residenzbrunnens
Der Residenzbrunnen auf einer Ansichtskarte von Verlag und Druckerei Josef Huttegger, mit Poststempel 26. Juli 1923.
Der obere Teil des Residenzbrunnens.
Der Residenzbrunnen bei Nacht: ein Meerross;

Der Residenzbrunnen ist der bedeutendste und größte Brunnen in der Stadt Salzburg und das zentrale barocke Gestaltungselement auf dem Residenzplatz in der Altstadt der Stadt Salzburg. Er steht unter Denkmalschutz.

Der Brunnen

Der Residenzbrunnen ist ein monumentaler barocker Brunnen, der zwischen 1656 und 1661 im Auftrag von Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein geschaffen wurde und wohl von Tommaso di Garona ausgeführt wurde, dieser Name ist als Meister des Residenzbrunnens aber nicht unumstritten.

Der Brunnen besteht aus drei Brunnenbecken und vier Figurengruppen, alle aus Untersberger Marmor. Das untere Brunnenbecken steht auf einem allseitig stufenartigen Sockel, ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. In dessen Mitte steht ein Felsen, der von vier Wasser speienden Meerrössern (Hippocampen) umgeben ist. Auf dem Felsen stehen drei nackte athletische Männer ineinander verschränkt, die zusammen eine große flache Wasserschale tragen, in der drei Delphine ein weiteres, kleineres flaches Muschelbecken halten. Darin steht ganz oben ein Triton, der das Wasser aus einer Triton-Schnecke senkrecht in die Luft speit. (Solche große Schneckengehäuse, Tritonshörner genannt waren seit Menschengedenken mythologisch bedeutsam und waren auch als Signalinstrumente in der Seefahrt wichtig). Zwischen den Hippocampen befinden sich unauffällig Frösche, Eidechsen, Schnecken, Schlangen und Schildkröten.

Der Durchmesser der unteren Brunnenschale beträgt sechs Meter, der oberen Muschel fünf Meter; die Gesamthöhe beträgt 15 Meter und der Brunnen hat ein Gewicht von 4.000 Zehntner (222 Tonnen?).

Die Erzeugung des Wasserstrahls war die Meisterleistung des Baumeisters Giovanni Antonio Daria. Er erreichte dies durch Pumpen im Fürsterzbischöflichen Brunnhaus der Brunnhausgasse, sowie weiterführenden Wasserleitungen und Speicherbecken auf dem Festungsberg. Heute erledigt diese Aufgabe eine elektrische Pumpe.

Anlässlich 200 Jahre Salzburg bei Österreich im Jahr 2016 schenkte der Bund dem Land Salzburg den Brunnen, der mit einem Parlamentsbeschluss 2017 offiziell in das Landeseigentum überging.[1]

Die Wasserversorgung

Bereits im 15. Jahrhundert ließen sich die Fürsterzbischöfe das Quellwasser des Untersbergstocks mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten Fürstenquellen unternahm 1654 Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Dafür wurde der Residenzbrunnen errichtet und man leitete in 3 237 lärchenen Röhren das Wasser in die Stadt.

1661 war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren von Fürstenbrunn in die Stadt bereits bei der Einweihung. Der Brunnen musste in der Folge mit Wasser aus der Hellbrunner Sternweiher-Quelle versorgt werden. Es dauerte weitere 200 Jahre bis das Fürstenquellen-Projekt wieder aufgegriffen und schließlich 1875 fertig gestellt wurde mit dem Bau der heutigen Quellfassung, einer 9,2 km langen Leitung und einem 1 000 m³ fassenden Hochbehälter auf dem Mönchsberg. Die Stadt bekam vom damaligen Besitzer König Ludwig I. von Bayern das Servitutsrecht,[2] 47,4 Liter/Sekunde zu nutzen. 1945 wurde auf Anordnung der Militärregierung das gesamte Wasser der Fürstenbrunner Quelle bis maximal 265 l/s für die Stadt genutzt. Heute wird Tiefenwasser im Umfeld der Fürstenbrunner Quelle für die Trinkwassernutzung der Stadt genutzt.

Bemerkenswert

Der größte Brunnen in Salzburg und eines der bedeutendsten derartigen mitteleuropäischen Barockdenkmäler stand durch Setzungen bedingt unmerklich schief. Wer den Brunnen etwa in Richtung Alten Markt oder Filialkirche zum hl. Michael betrachtete, konnte das in keiner Weise erkennen. Wer aber an den Brunnen herantrat und den Wasserspiegel im Becken ganz genau betrachtete, konnte die winzige Schräglage und den Unterschied von zwei Millimeter (!) auf etwa sechs Meter Länge am Beckenrand feststellen. Statisch und optisch war dies ohne Bedeutung.

Restaurierung

Von Juli 2008 bis Juni 2009 wurde der Brunnen um mehr als eine Million Euro restauriert. Sprünge, Risse, Veralgungen, Versinterungen, falsche Plomben, korrodierende Eisenverklammerungen, falsche Fugenmassen und Verkittungen, Stellen mit falschen Steinen und andere Schäden wurden dabei beseitigt. Die unterste, später ergänzte achteckige Stufe wurde entfernt, ebenso die mit einer Kette verbundenen Poller, die Schäden durch Fahrzeuge verhindern sollte aber gleichzeitig einen Zugang offen ließ. Marmorne Poller waren bereits im späten 19. Jahrhundert um den Brunnen aufgestellt, wie aus einer Zeichnung von 1889 hervorgeht.

Bilder

 Residenzbrunnen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblink

  • www.ubs.sbg.ac.at Weinmann, Beda: Residenzplatz in Salzburg, Lithographie, 1850, G 294 III

Quellen

Einzelnachweise

  1. SALZBURG24 vom 6. Dezember 2016
  2. Ein Servitut ist ein beschränktes Nutzungsrecht an einer fremden Sache