Dekanatskirche St. Georg: Unterschied zwischen den Versionen
(Die Seite wurde neu angelegt) |
K (Textersetzung - „Rupert von Worms“ durch „Rupert von Salzburg“) |
||
| (38 dazwischenliegende Versionen von 5 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | Die '''Dekanatskirche St. Georg''' in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[St. Georgen bei Salzburg]] ist | + | [[Datei:2007-03-25, Dekanatskirche St. Georgen 024 m.jpg|thumb| Dekanatskirche St. Georg]] |
| + | [[Datei:2007-03-25, Dekanatskirche St. Georgen 028 m.jpg|thumb|Dekanatskirche St. Georgen, Innenansicht von der Empore]] | ||
| + | [[Datei:St. Georgen, Südwestansicht.jpg|thumb|Dekanatskirche St. Georg, Südwestansicht]] | ||
| + | Die '''Dekanatskirche St. Georg''' in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[St. Georgen bei Salzburg]] ist die Pfarrkirche der [[Katholische Kirche|römisch-katholischen]] [[Pfarre St. Georgen bei Salzburg]] und Hauptkirche des [[Dekanat St. Georgen|Dekanats St. Georgen]] der [[Erzdiözese Salzburg]]. Sie liegt in einem [[Europaschutzgebiet]] − dem [[Europaschutzgebiet Pfarrkirche St. Georgen]] − und steht unter [[Denkmalgeschützte Objekte in St. Georgen bei Salzburg|Denkmalschutz]]. | ||
| + | |||
| + | == Patrozinium == | ||
| + | Das [[Patrozinium]] wird am [[23. April]] (''[[Georgitag]]'') begangen.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 181.</ref> | ||
| + | |||
| + | ==Geschichte== | ||
| + | Die Kirche wurde vermutlich [[1211]] von den [[Haunsperger|Edelfreien von Haunsperg]] und deren Schwester Mechtild gestiftet. Bis [[1620]] war die Kirche eine Hofmark, das bedeutete, sie verfügte (bis 1803) über die Niedere Gerichtsbarkeit sowie andere Rechte. Dazu gehörte auch das Recht, eine Gastwirtschaft zu betreiben (Taverngerechtsame). Dieses Recht für den [[Dechanthof St. Georgen bei Salzburg|Pfarrhof]] wurde erst [[1938]] aufgehoben. | ||
| + | |||
| + | Bei der Restaurierung der Kirche im Jahre [[1976]] wurden Reste dreier Vorgängerkirchen ergraben, ein Steinbau von [[788]], ein romanischer Saalbau von [[1297]] und ein einschiffiger [[Gotik|gotischer]] Bau von [[1499]]. Der heutige Kirchenbau wurde von [[1749]] bis [[1754]] nach den Plänen des Architekten [[Johann Kleber]] mit dem Baumeister [[Tobias Kendler]] erbaut. | ||
| + | |||
| + | ==Ausstattung== | ||
| + | Der Hochaltar aus dem Jahr [[1843]] zeigt das Altarblatt Hl. Georg und trägt seitlich die Konsolfiguren der Heiligen [[Rupert von Salzburg]] und [[Virgil]] vom Bildhauer [[Johann Georg Itzlfeldner]] (1755). Die Seitenaltäre aus [[1763]] zeigen Bilder des Malers [[Pietro Antonio Lorenzoni]], links die Hll. Leonhard und Florian vor Maria Immaculata, das Oberbild den Erzengel [[Michael]], rechts den hl. Josef (von [[Peter Paul Perwanger]]). Die Seitenaltäre tragen seitlich die Konsolfiguren, links hll. Katharina und [[Barbara von Nikomedien|Barbara]], und die seitlichen Aufsatzfiguren die Hll. Nikolaus und Stephanus, rechts die seitlichen Konsolfiguren die Hll. Joachim und Anna. Es gibt einen kleinen Tragaltar mit der Figur Maria mit Kind aus [[1755]]. | ||
| + | |||
| + | Die Kanzel stammt aus dem Jahr [[1755]]. Es gibt eine Kreuzigungsgruppe mit den Konsolfiguren Immaculata und Joseph, die aus der Bauzeit der Kirche stammen. Das Bild "Geißelung Christi" aus [[1650]] hängt in einem bemerkenswerten Rahmen mit Knorpelwerkornament aus [[1670]]. Ein ehemaliges Seitenaltarbild der Hll. [[Leonhard von Limoges|Leonhard]] und Florian vor Maria mit Kind malte [[Franz Anton Ebner]]. Ein ehemaliges Seitenaltarbild des hl. Joseph malte der Maler [[Peter Paul Perwanger]]. | ||
| + | |||
| + | Der spätgotische oktogonale Taufstein aus dem [[15. Jahrhundert]] mit einem Deckel aus der Mitte des [[18. Jahrhundert]]s hatte eine Figurengruppe "Taufe Christi", die jedoch gestohlen wurde. Ein [[barock]]es Abschlussgitter schließt die Kirche ab. | ||
== Kirche als Europaschutzgebiet == | == Kirche als Europaschutzgebiet == | ||
| − | Die Pfarrkirche | + | Die Pfarrkirche ist Österreichs erste "Europa-Kirche". In ihrem Dachgebälk befinden sich alljährlich große Wochenstuben zweier [[Fledermaus]]arten, des Großen Mausohrs und der Kleinen Hufeisennase. Der Standort in St. Georgen ist deren nördlichste Wochenstube im [[Alpenvorland]]. Nahrungsquellen der Fledermäuse liegen im benachbarten [[Europaschutzgebiet Salzach-Auen]]. |
| − | + | <div style="clear:both;"></div> | |
| − | == | + | ==Bildergalerie== |
| − | * [https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=LgblAuth&Dokumentnummer=LGBLA_SA_20160216_12 | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| + | Datei:Hl Grab in der Kiche v. St. Georgen bei Salzburg.jpg|Hl. Grab in der Kirche v. St. Georgen bei Salzburg | ||
| + | Datei:Taufbecken in der Dekanatspfarrkirche St. Georgen.JPG|Taufbecken in der Pfarrkirche St. Georgen | ||
| + | Datei:Inschrift auf der Pfarrkirche St. Georgen.jpg|Inschrift betreffend Fledermäuse auf der Pfarrkirche St. Georgen | ||
| + | Datei:Sonnenuhr am Kirchturm von St. Georgen bei Salzburg.jpg|[[Sonnenuhr]] am Kirchturm von St. Georgen bei Salzburg | ||
| + | </gallery> | ||
| + | === weitere Bilder === | ||
| + | {{Bildkat}} | ||
| + | * {{commonscat|Pfarrkirche St. Georgen bei Salzburg}} | ||
| + | == Quellen == | ||
| + | * [[Salzburger Landesgesetzblatt|Landesgesetzblatt]] [https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=LgblAuth&Dokumentnummer=LGBLA_SA_20160216_12 Nummer 12/2016: Pfarrkirche St Georgen – Europaschutzgebietsverordnung ] | ||
| + | * [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom 16. Februar 2016: [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=56063 ''Vier neue Europaschutzgebiete für Salzburg] | ||
{{SORTIERUNG: Georg, Dekanatskirche St.}} | {{SORTIERUNG: Georg, Dekanatskirche St.}} | ||
[[Kategorie:Flachgau]] | [[Kategorie:Flachgau]] | ||
[[Kategorie:St. Georgen bei Salzburg]] | [[Kategorie:St. Georgen bei Salzburg]] | ||
| + | [[Kategorie:Religion]] | ||
[[Kategorie:Erzdiözese]] | [[Kategorie:Erzdiözese]] | ||
| + | [[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]] | ||
| + | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] | ||
[[Kategorie:Architektur]] | [[Kategorie:Architektur]] | ||
| − | [[Kategorie: | + | [[Kategorie:Denkmalschutz]] |
| − | [[Kategorie: | + | [[Kategorie:Denkmalschutz (St. Georgen bei Salzburg)]] |
| − | [[Kategorie:Kirche]] | + | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] |
[[Kategorie:Katholische Kirche]] | [[Kategorie:Katholische Kirche]] | ||
| − | |||
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]] | [[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]] | ||
| − | |||
[[Kategorie:Landschaft]] | [[Kategorie:Landschaft]] | ||
[[Kategorie:Naturschutz]] | [[Kategorie:Naturschutz]] | ||
[[Kategorie:Naturschutzgebiet]] | [[Kategorie:Naturschutzgebiet]] | ||
[[Kategorie:Europaschutzgebiet]] | [[Kategorie:Europaschutzgebiet]] | ||
Aktuelle Version vom 26. März 2025, 20:33 Uhr
Die Dekanatskirche St. Georg in der Flachgauer Gemeinde St. Georgen bei Salzburg ist die Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarre St. Georgen bei Salzburg und Hauptkirche des Dekanats St. Georgen der Erzdiözese Salzburg. Sie liegt in einem Europaschutzgebiet − dem Europaschutzgebiet Pfarrkirche St. Georgen − und steht unter Denkmalschutz.
Patrozinium
Das Patrozinium wird am 23. April (Georgitag) begangen.[1]
Geschichte
Die Kirche wurde vermutlich 1211 von den Edelfreien von Haunsperg und deren Schwester Mechtild gestiftet. Bis 1620 war die Kirche eine Hofmark, das bedeutete, sie verfügte (bis 1803) über die Niedere Gerichtsbarkeit sowie andere Rechte. Dazu gehörte auch das Recht, eine Gastwirtschaft zu betreiben (Taverngerechtsame). Dieses Recht für den Pfarrhof wurde erst 1938 aufgehoben.
Bei der Restaurierung der Kirche im Jahre 1976 wurden Reste dreier Vorgängerkirchen ergraben, ein Steinbau von 788, ein romanischer Saalbau von 1297 und ein einschiffiger gotischer Bau von 1499. Der heutige Kirchenbau wurde von 1749 bis 1754 nach den Plänen des Architekten Johann Kleber mit dem Baumeister Tobias Kendler erbaut.
Ausstattung
Der Hochaltar aus dem Jahr 1843 zeigt das Altarblatt Hl. Georg und trägt seitlich die Konsolfiguren der Heiligen Rupert von Salzburg und Virgil vom Bildhauer Johann Georg Itzlfeldner (1755). Die Seitenaltäre aus 1763 zeigen Bilder des Malers Pietro Antonio Lorenzoni, links die Hll. Leonhard und Florian vor Maria Immaculata, das Oberbild den Erzengel Michael, rechts den hl. Josef (von Peter Paul Perwanger). Die Seitenaltäre tragen seitlich die Konsolfiguren, links hll. Katharina und Barbara, und die seitlichen Aufsatzfiguren die Hll. Nikolaus und Stephanus, rechts die seitlichen Konsolfiguren die Hll. Joachim und Anna. Es gibt einen kleinen Tragaltar mit der Figur Maria mit Kind aus 1755.
Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1755. Es gibt eine Kreuzigungsgruppe mit den Konsolfiguren Immaculata und Joseph, die aus der Bauzeit der Kirche stammen. Das Bild "Geißelung Christi" aus 1650 hängt in einem bemerkenswerten Rahmen mit Knorpelwerkornament aus 1670. Ein ehemaliges Seitenaltarbild der Hll. Leonhard und Florian vor Maria mit Kind malte Franz Anton Ebner. Ein ehemaliges Seitenaltarbild des hl. Joseph malte der Maler Peter Paul Perwanger.
Der spätgotische oktogonale Taufstein aus dem 15. Jahrhundert mit einem Deckel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte eine Figurengruppe "Taufe Christi", die jedoch gestohlen wurde. Ein barockes Abschlussgitter schließt die Kirche ab.
Kirche als Europaschutzgebiet
Die Pfarrkirche ist Österreichs erste "Europa-Kirche". In ihrem Dachgebälk befinden sich alljährlich große Wochenstuben zweier Fledermausarten, des Großen Mausohrs und der Kleinen Hufeisennase. Der Standort in St. Georgen ist deren nördlichste Wochenstube im Alpenvorland. Nahrungsquellen der Fledermäuse liegen im benachbarten Europaschutzgebiet Salzach-Auen.
Bildergalerie
Sonnenuhr am Kirchturm von St. Georgen bei Salzburg
weitere Bilder
Dekanatskirche St. Georg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Dekanatskirche St. Georg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Landesgesetzblatt Nummer 12/2016: Pfarrkirche St Georgen – Europaschutzgebietsverordnung
- Salzburger Landeskorrespondenz vom 16. Februar 2016: Vier neue Europaschutzgebiete für Salzburg
- ↑ Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 181.