Pferdeschwemme (Hofmarstallschwemme): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Rossebändiger,_Pferdeschwemme.jpg|thumb|Der Rossbändiger bei der Pferdschwemme.]]
[[Datei:Pferdeschwemme Hofmarstallschwemme.JPG|thumb|Die Hofmarstallschwemme bei Tag.]]
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[[Datei:Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter 1740 Detail Nr 08 Hofstall Pferdeschwemme.jpg|thumb|[[Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter]], ca. [[1740]] <br/> Die Hofmarstallschwemme in ursprünglicher Form <br/> [[Hofmarstall]], im Bild: links ]]
[[Datei:Pferdeschwemme-Herbert-von-Karajanplatz.jpg|thumb|Die bekannte Hofmarstallschwemme.]]
[[Datei:Pferdeschwemme Marstallschwemme Sturz des Bellerophontes von Pegasos.jpg|thumb|Bellerophontes stürzt vom geflügelten Pferd '[[Pegasusbrunnen|Pegasos]]']]
Die '''Hofmarstallschwemme''', für viele Salzburger die ''Pferdeschwemme'', ist eine der beiden erhaltenen Salzburger [[Pferdeschwemme]]n und ein [[Brunnen in der Stadt Salzburg|Brunnen]] in der [[Salzburger Altstadt]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt Salzburg.
Die '''Hofmarstallschwemme''', für viele Salzburger die ''Pferdeschwemme'', ist eine der beiden erhaltenen Salzburger [[Pferdeschwemme]]n und ein [[Brunnen in der Stadt Salzburg|Brunnen]] in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt Salzburg.


== Lage ==
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* ''Hauptartikel: [[Pferdegemälde von Franz Anton Ebner (Hofmarstallschwemme)]]''
* ''Hauptartikel: [[Pferdegemälde von Franz Anton Ebner (Hofmarstallschwemme)]]''
Die plastische Gliederung der Schauwand und ihre heutige Secco-Malerei wurde im Jahr [[1732]] vom namhaften Salzburger [[Barock]]<nowiki>maler</nowiki> [[Franz Anton Ebner]] unter Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian|Firmian]] phantasievoll mit elf verschiedenen Pferden neu gestaltet.
Die plastische Gliederung der Schauwand und ihre heutige Secco-Malerei wurde im Jahr [[1732]] vom namhaften Salzburger [[Barock]]<nowiki>maler</nowiki> [[Franz Anton Ebner]] unter Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian|Firmian]] phantasievoll mit elf verschiedenen Pferden neu gestaltet.
=== Rechtes Seitentor ===
[[Datei:2022_09_04_Pferdeschwemme_Salzburg_historisches_Tor.jpg|thumb|Das historische Tor noch von einer Bretterattrappe verborgen (2022, vor Restaurierung im Oktober 2026).]]
Seit dem Jahr [[1806]] war das historische Portal in der rechten Ecke der Pferdeschwemme hinter einer Bretterattrappe verborgen. Tischlermeister Martin Scheichl, sein Sohn Lorenz und Geselle Oliver Ratzenbeck haben am [[12. Oktober]] [[2026]] die Bretterattrappe entfernt und ein neues, originalgetreues Tor eingesetzt. Seit Mai 2026 hat Bernhard Herzog das zweiflügelige Tor nach dem Vorbild des Originals aus dem Jahr [[1695]] in seiner Werkstatt in [[Maxglan]] im Auftrag der [[Salzburger Festspiele]] neu angefertigt. Einen wesentlichen Beitrag leistete Kunstschmied Stefan Plöbst aus [[Dorfgastein]]: Rund 1&nbsp;000 Eisennägel hat er meisterlich von Hand geschmiedet, außerdem hat er die erhaltenen originalen Torbänder restauriert und die fehlenden ergänzt.
Jeder der beiden Torflügel wiegt knapp 200 Kilogramm und ist so groß wie ein kleines Zimmer: 5,20 Meter lang und 2,80 Meter breit.
"Das Original war in schrecklichem Zustand und nicht mehr zu retten", betont [[Landeskonservator]]in Eva Hody. 220 Jahre lang war das Tor geschlossen. 1806 wurde in dem Gebäudetrakt hinter dem Tor eine Militärbäckerei eingerichtet. Während des [[Zweiten Weltkrieg]]s wurden Anbauten hinter der Prospektwand als Garagen genutzt, [[1984]] zog das Café Niemetz ein. Aktuell entsteht hinter der Pferdeschwemme das [[Festspielzentrum am Herbert von Karajan-Platz]].
Das Tor soll künftig jeden Morgen geöffnet werden. Dadurch erhält die Bevölkerung auch von der Pferdeschwemme aus Zugang zum Innenhof.
Ursprünglich gab es in der Prospektwand der Pferdeschwemme zwei Tore, denn die Schauwand reichte ursprünglich bis an die fürsterzbischöflichen Pferdestallungen, also bis an das heutige [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]]. Dahinter befand sich der [[Schüttkasten beim Sigmundstor|Schüttkasten]], in dem unter anderem Getreide gelagert wurde. Die Prospektwand sollte diesen Zweckbau verdecken. Das zweite Tor sei [[1913]] entfernt worden, um dem Verkehr Platz zu machen.


== Kunstgeschichte ==
== Kunstgeschichte ==
* [[Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter]], ca. 1740, Die Hofmarstallschwemme in ursprünglicher Form  
* [[Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter]], ca. 1740, Die Hofmarstallschwemme in ursprünglicher Form  
* [[Johann Michael Sattler]], "Die Pferdeschwemme bei den Hofstallungen in Salzburg (Kosmorama)", 1828, Öl auf Leinwand, Salzburg Museum, Inv.-Nr. 53-25  
* [[Johann Michael Sattler]], "Die Pferdeschwemme bei den Hofstallungen in Salzburg (Kosmorama)", 1828, Öl auf Leinwand, Salzburg Museum, Inv.-Nr. 53-25  
== Bildergalerie ==
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Datei:Pferdeschwemme-Herbert-von-Karajan-Platz.jpg|Die bekannte Pferdeschwemme 
Datei:Pferdeschwemme Marstallschwemme 01.jpg |Rossebändiger als Kampf von Mäßigung (Tugend) und Unmaß (Wildheit, Untugend)
Datei:Pferdeschwemme nachts.jpg|Nachts während der [[Salzburger Festspiele|Festspielzeit]]
Datei:Pferdeschwemme Marstallschwemme 02.jpg|Inschrift mit Jahreszahl von Michael Bernhard Mandl
Datei:Pferdeschwemme Marstallschwemme 03.jpg|Ross, Rossebändiger und Rossdecke mit dem erzbischöflichen Wappen
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== Bilder ==
== Bilder ==
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* Buch [[Salzburg in alten Fotografien]]
* Buch [[Salzburg in alten Fotografien]]
* [[Lieselotte Eltz-Hoffmann]]: ''Salzburger Brunnen'', [[Stadtverein Salzburg|Schriftenreihe des Stadtvereins Salzburg]], [[1979]], Seite 77-81.
* [[Lieselotte Eltz-Hoffmann]]: ''Salzburger Brunnen'', [[Stadtverein Salzburg|Schriftenreihe des Stadtvereins Salzburg]], [[1979]], Seite 77-81.
* [https://www.sn.at/salzburg/chronik/nach-220-jahren-oeffnet-sich-im-salzburger-festspielbezirk-wieder-ein-besonderes-tor-art-677957?mrfcid=202610136acdaee78bfa9f311c8333ff sn.at], 13. Oktober 2026: Nach 220 Jahren öffnet sich im Salzburger Festspielbezirk wieder ein besonderes Tor. Ein Beitrag von [[Barbara Haimerl]].


 
[[Kategorie:Altstadt (linkes Salzachufer)]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Festspielbezirk]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Hydrogeografie]]
[[Kategorie:Brunnen]]
[[Kategorie:Brunnen]]
[[Kategorie:Wasser]]

Aktuelle Version vom 13. Oktober 2026, 16:51 Uhr

Nachts während der Festspielzeit.
Karte
Die Hofmarstallschwemme bei Tag.
Hofmarstallschwemme und Hofmarstall vor 1928.
Die bekannte Hofmarstallschwemme.

Die Hofmarstallschwemme, für viele Salzburger die Pferdeschwemme, ist eine der beiden erhaltenen Salzburger Pferdeschwemmen und ein Brunnen in der Salzburger Altstadt. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Lage

Sie befindet sich am Herbert-von-Karajan-Platz nördlich des nordöstlichen Portals des Sigmundstors in der Salzburger Altstadt.

Name

Diese Pferdeschwemme heißt 'Hofmarstallschwemme', weil sie zum Hofmarstall gehört, der sich südöstlich davon befand.

Geschichte

1695 bis 1696 ließ Fürsterzbischof Johann Ernst Graf Thun hier im Zuge der Erweiterung des Hofmarstalles eine Schwemme (Bad) für die Pferde nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichten. Weil am Mönchsberg schon der Schüttkasten für den Marstall stand, wurde die Pferdeschwemme mit einer eigenen Rückwand versehen, um diesen zu verbergen. Die Schauwand mit kunstvollen Pferdefresken stammt in der Erstanlage ebenso aus der Zeit Fischer von Erlachs.

Beschreibung

Der Rossebändiger

Der Rossebändiger, ein sich aufbäumendes Pferd bändigend, befindet sich in der Mitte der Schwemme. Die Skulpturengruppe wurde 1695 geschaffen und ist ein frühes Hauptwerk von Michael Bernhard Mandl. Das Motiv des Pferdebändigers ist ein in der Barockzeit häufig dargestelltes Motiv, das den Wettstreit der Leidenschaft mit der überkommenen (aristokratischen) Ordnung symbolisiert.

Der Salzburger Rossebändiger weist thematisch einige besondere Bezüge und Symbole auf. Am Satteltuch, dass den Rossebändiger und das Pferd verbindet, befindet sich das erzbischöflich Wappen. Damit erscheint das Pferd als ein dem Fürsten gehöriges. Der Bezähmer ist auch nicht als ein beliebiger Pferdeknecht zu verstehen. Die Szene erinnert uns an Alexander den Großen und die Bezwingung seines Leibrosses Bukephalos. Damit wird auf den erzbischöflichen Auftraggeber angespielt, der sinnbildlich mit lenkender Hand das Unbändige zügelt und ihm den schuldigen Gehorsam abverlangt. Die aus Marmor gefertigte besonders hochwertige Skulptur mit ihrem hohen Maß an Dynamik war ursprünglich auf den Hofmarstall hin ausgerichtet. Damit wurde der Eindruck erweckt, als ob der Rossebändiger im Begriff sei, dass widerstrebende Tier zu bändigen und dem Hofmarstall zuzuführen. Der Bezugspunkt der Skulpturengruppe war das gegenüberstehende prächtig gestaltete nördliche Portal am Hofmarstall, das unter anderem auch die allegorischen Figuren von Europa und Asien enthält. Der Fürsterzbischof erinnerte damit an seinen fürstlichen Status als Primas Germania.

1732 unter Fürsterzbischof Firmian wurde die Hofmarstallschwemme umgebaut. Das Becken bekam eine marmorne Ballustrade mit Figurenschmuck. Das Standbild wurde um 90 Grad gedreht und mit einem neuen prunkvollen Sockel versehen, auf dem der Fürsterzbischof auch sein Wappen anbringen ließ.

Schauwand

Die plastische Gliederung der Schauwand und ihre heutige Secco-Malerei wurde im Jahr 1732 vom namhaften Salzburger Barockmaler Franz Anton Ebner unter Fürsterzbischof Firmian phantasievoll mit elf verschiedenen Pferden neu gestaltet.

Rechtes Seitentor

Das historische Tor noch von einer Bretterattrappe verborgen (2022, vor Restaurierung im Oktober 2026).

Seit dem Jahr 1806 war das historische Portal in der rechten Ecke der Pferdeschwemme hinter einer Bretterattrappe verborgen. Tischlermeister Martin Scheichl, sein Sohn Lorenz und Geselle Oliver Ratzenbeck haben am 12. Oktober 2026 die Bretterattrappe entfernt und ein neues, originalgetreues Tor eingesetzt. Seit Mai 2026 hat Bernhard Herzog das zweiflügelige Tor nach dem Vorbild des Originals aus dem Jahr 1695 in seiner Werkstatt in Maxglan im Auftrag der Salzburger Festspiele neu angefertigt. Einen wesentlichen Beitrag leistete Kunstschmied Stefan Plöbst aus Dorfgastein: Rund 1 000 Eisennägel hat er meisterlich von Hand geschmiedet, außerdem hat er die erhaltenen originalen Torbänder restauriert und die fehlenden ergänzt.

Jeder der beiden Torflügel wiegt knapp 200 Kilogramm und ist so groß wie ein kleines Zimmer: 5,20 Meter lang und 2,80 Meter breit.

"Das Original war in schrecklichem Zustand und nicht mehr zu retten", betont Landeskonservatorin Eva Hody. 220 Jahre lang war das Tor geschlossen. 1806 wurde in dem Gebäudetrakt hinter dem Tor eine Militärbäckerei eingerichtet. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Anbauten hinter der Prospektwand als Garagen genutzt, 1984 zog das Café Niemetz ein. Aktuell entsteht hinter der Pferdeschwemme das Festspielzentrum am Herbert von Karajan-Platz.

Das Tor soll künftig jeden Morgen geöffnet werden. Dadurch erhält die Bevölkerung auch von der Pferdeschwemme aus Zugang zum Innenhof.

Ursprünglich gab es in der Prospektwand der Pferdeschwemme zwei Tore, denn die Schauwand reichte ursprünglich bis an die fürsterzbischöflichen Pferdestallungen, also bis an das heutige Große Festspielhaus. Dahinter befand sich der Schüttkasten, in dem unter anderem Getreide gelagert wurde. Die Prospektwand sollte diesen Zweckbau verdecken. Das zweite Tor sei 1913 entfernt worden, um dem Verkehr Platz zu machen.

Kunstgeschichte

Bilder

 Pferdeschwemme (Hofmarstallschwemme) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen