Berchtesgadener Land: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Das '''Berchtesgadener Land''', der politische | + | Das '''Berchtesgadener Land''', der politische [[Landkreis Berchtesgadener Land]], bildet den südöstlichsten Teil [[Bayern]]s innerhalb des Regierungsbezirks Oberbayern. Er gehört zur [[EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein]]. |
==Lage== | ==Lage== | ||
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| − | Er ist im Osten, Süden und Südwesten vom österreichischen Bundesland Salzburg umgeben. Lediglich im Nordwesten und Norden grenzt er an seinen einzigen bayerischen Nachbarlandkreis Traunstein an. | + | Er ist im Osten, Süden und Südwesten vom österreichischen Bundesland Salzburg umgeben. Lediglich im Nordwesten und Norden grenzt er an seinen einzigen bayerischen Nachbarlandkreis [[Landkreis Traunstein|Traunstein]] an. |
==Geographie== | ==Geographie== | ||
| − | Das Berchtesgadener Land umfasst das Gebiet der [[Berchtesgadener Alpen]] zwischen der [[Saalach]] im Westen und der | + | Das Berchtesgadener Land umfasst das Gebiet der [[Berchtesgadener Alpen]] zwischen der [[Saalach]] im Westen und der Salzach im Osten. Es wird vom [[Steinernes Meer|Steinernen Meer]] im Süden, dem [[Untersberg]] und dem [[Göllmassiv]] im Osten begrenzt. Im Süden befindet sich der [[Nationalpark Berchtesgaden]] mit Zentrum [[Königssee]] unter dem 2 713 [[m ü. A.]] hohen [[Watzmann]]. |
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==Städte und Gemeinden== | ==Städte und Gemeinden== | ||
Zum Landkreis Berchtesgadener Land gehören: | Zum Landkreis Berchtesgadener Land gehören: | ||
| − | * Städte: | + | * Städte: Bad Reichenhall, Freilassing und Laufen |
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* Gemeinden: [[Ainring]], [[Anger]], [[Bayerisch-Gmain]], [[Bischofswiesen]], [[Piding]], [[Ramsau|Ramsau bei Berchtesgaden]], [[Saaldorf-Surheim]], [[Schneizlreuth]] und [[Schönau am Königssee]] | * Gemeinden: [[Ainring]], [[Anger]], [[Bayerisch-Gmain]], [[Bischofswiesen]], [[Piding]], [[Ramsau|Ramsau bei Berchtesgaden]], [[Saaldorf-Surheim]], [[Schneizlreuth]] und [[Schönau am Königssee]] | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
| − | Aufzeichnungen der Augustiner ist zu entnehmen, dass sie im [[11. Jahrhundert]] mit Rodungsarbeiten im Gebiet von | + | Aufzeichnungen der Augustiner ist zu entnehmen, dass sie im [[11. Jahrhundert]] mit Rodungsarbeiten im Gebiet von Berchtesgaden begannen. Die Stiftskirche von Berchtesgaden wurde [[1122]] geweiht. |
| − | Bis ins [[12. Jahrhundert]] lässt sich auch die Geschichte rund ums [[Salzbergbau|Salz]] im Berchtesgadener Land zurück verfolgen. Damals wurden bei [[Marktschellenberg]] erste Salzvorkommen entdeckt. Dort ist auch um [[1220]] die erste Saline zur Weiterverarbeitung entstanden, die bis [[1805]] betrieben wurde. Im Markt Berchtesgaden ist im Jahre [[1517]] mit dem Anschlagen des Petersberg-Stollen mit dem [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Salzabbau]] begonnen worden. Die hier erzeugte Sole wurde erst zur Saline nach Schellenberg, ab [[1555]] in die neu errichtete Saline Frauenreuth in Berchtesgaden (Gelände des heutigen Bahnhofes) geleitet. | + | Bis ins [[12. Jahrhundert]] lässt sich auch die Geschichte rund ums [[Salzbergbau|Salz]] im Berchtesgadener Land zurück verfolgen. Damals wurden bei [[Marktschellenberg|Schellenberg]] erste Salzvorkommen entdeckt. Dort ist auch um [[1220]] die erste Saline zur Weiterverarbeitung entstanden, die bis [[1805]] betrieben wurde. Im Markt Berchtesgaden ist im Jahre [[1517]] mit dem Anschlagen des Petersberg-Stollen mit dem [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Salzabbau]] begonnen worden. Die hier erzeugte Sole wurde erst zur Saline nach Schellenberg, ab [[1555]] in die neu errichtete Saline Frauenreuth in Berchtesgaden (Gelände des heutigen Bahnhofes) geleitet. |
Die reichen Salzvorkommen und ihrer Verwertung brachten Reichtum und Wohlstand und die Ernennung von Berchtesgaden zur [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Fürstpropstei]]. Salz war es auch, dass mehrmals zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]] führte (u. a. zur Entmachtung von [[Wolf Dietrich von Raitenau]], [[Salzkrieg 1611]]). | Die reichen Salzvorkommen und ihrer Verwertung brachten Reichtum und Wohlstand und die Ernennung von Berchtesgaden zur [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Fürstpropstei]]. Salz war es auch, dass mehrmals zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]] führte (u. a. zur Entmachtung von [[Wolf Dietrich von Raitenau]], [[Salzkrieg 1611]]). | ||
| − | Berchtesgaden stand von [[1393]] bis [[1404]] kurz unter der Verwaltung von Salzburg. Erst mit der allgemeinen [[Säkularisation]] im Jahre [[1803]] wurde die Fürstpropstei Berchtesgaden. [[1810]] kam das Gebiet zum Königreich Bayern. Die darauf folgenden Jahrzehnte zeigen das Aufkommen des [[Fremdenverkehr]]s. Erst waren es Künstler, dann Alpinisten, bis schließlich der allgemeine Fremdenverkehr einsetzte, der auch heute noch dominiert. | + | Berchtesgaden stand von [[1393]] bis [[1404]] kurz unter der Verwaltung von Salzburg. Erst mit der allgemeinen [[Säkularisation]] im Jahre [[1803]] wurde die Fürstpropstei Berchtesgaden. [[1810]] kam das Gebiet zum Königreich Bayern. Die darauf folgenden Jahrzehnte zeigen das Aufkommen des [[Fremdenverkehr]]s. Erst waren es Künstler, dann [[Alpinismus|Alpinisten]], bis schließlich der allgemeine [[Fremdenverkehr]] einsetzte, der auch heute noch dominiert. |
| − | Ganz zum Unterschied vom Gebiet um Reichenhall, das seit jeher bayerisches Territorium war. Aus [[Kelten|keltischen]] und [[Römer|römischen]] Anfängen erreichte auch dieses Gebiet dank der Solequellen und der Salzverarbeitung Reichtum und Ansehen. Kehrseite war, dass auch hier immer wieder Kriege wegen des Salzes geführt wurden, besonders mit den benachbarten Salzburger Fürstbischöfen. Um die Mitte des [[19. Jahrhundert]]s entdeckte man die Heilkraft der Sole und | + | Ganz zum Unterschied vom Gebiet um Reichenhall, das seit jeher bayerisches Territorium war. Aus [[Kelten|keltischen]] und [[Römer|römischen]] Anfängen erreichte auch dieses Gebiet dank der Solequellen und der Salzverarbeitung Reichtum und Ansehen. Kehrseite war, dass auch hier immer wieder Kriege wegen des Salzes geführt wurden, besonders mit den benachbarten Salzburger Fürstbischöfen. Um die Mitte des [[19. Jahrhundert]]s entdeckte man die Heilkraft der Sole und Reichenhall entwickelte sich zu einem bekannten [[Kurort|Soleheilbad]]. |
| − | Zum nördlichen Teil des Landkreises gehört der so genannten [[Rupertiwinkel]], dessen Name auf Rupertus, den ersten Bischof von Salzburg, [[Rupert von Worms]], zurückgeht. Dieses Gebiet unterstand bis zur Säkularisation im Jahre [[1803]] dem Erzbistum Salzburg. Als Schifferstadt im Zuge des [[Salzachschifffahrt|Salztransportes]] auf der [[Salzach]] konnte die Stadt | + | Zum nördlichen Teil des Landkreises gehört der so genannten [[Rupertiwinkel]], dessen Name auf Rupertus, den ersten Bischof von Salzburg, [[Rupert von Worms]], zurückgeht. Dieses Gebiet unterstand bis zur [[Säkularisation]] im Jahre [[1803]] dem Erzbistum Salzburg. Als Schifferstadt im Zuge des [[Salzachschifffahrt|Salztransportes]] auf der [[Salzach]] konnte die Stadt Laufen zu ansehnlichem Wohlstand gelangen. |
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Bayern übernahm verwaltungsmäßig diese bestehende Dreiteilung des Berchtesgadener Lands. Erst durch die allgemeine Landkreisgebietsreform in Bayern [[1972]] entstand schließlich der heutige Landkreis Berchtesgadener Land, der aus diesen drei Gebietskörperschaften (unter Abtrennung des nördlichen Laufener Gebietes) gebildet wurde. | Bayern übernahm verwaltungsmäßig diese bestehende Dreiteilung des Berchtesgadener Lands. Erst durch die allgemeine Landkreisgebietsreform in Bayern [[1972]] entstand schließlich der heutige Landkreis Berchtesgadener Land, der aus diesen drei Gebietskörperschaften (unter Abtrennung des nördlichen Laufener Gebietes) gebildet wurde. | ||
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Version vom 24. September 2012, 17:31 Uhr
Das Berchtesgadener Land, der politische Landkreis Berchtesgadener Land, bildet den südöstlichsten Teil Bayerns innerhalb des Regierungsbezirks Oberbayern. Er gehört zur EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein.
Lage
Der Landkreis erstreckt sich zum Unterschied vom geografischen Begriff Berchtesgadener Land über den gebirgigen südöstlichen Zipfel der Bundesrepublik Deutschland auch noch etwas nach Norden, der Salzach entlang, ins Flachland.
Er ist im Osten, Süden und Südwesten vom österreichischen Bundesland Salzburg umgeben. Lediglich im Nordwesten und Norden grenzt er an seinen einzigen bayerischen Nachbarlandkreis Traunstein an.
Geographie
Das Berchtesgadener Land umfasst das Gebiet der Berchtesgadener Alpen zwischen der Saalach im Westen und der Salzach im Osten. Es wird vom Steinernen Meer im Süden, dem Untersberg und dem Göllmassiv im Osten begrenzt. Im Süden befindet sich der Nationalpark Berchtesgaden mit Zentrum Königssee unter dem 2 713 m ü. A. hohen Watzmann.
Im Norden des Landkreises wechseln sich leicht hügelige Landschaft mit flacheren Abschnitten ab. Auf dem Gebiet liegen mehrere Seen wie der Abtsdorfer See, der Höglwörther See (siehe Kloster Höglwörth), der Hintersee (Bayern), der Thumsee oder der Königssee. Die Salzach bildet die als Grenze zu Österreich. Die Berglandschaft gehört zu den bayrischen Alpen.
Mit einer Fläche von 840 km² und 101 926 Einwohnern (Stand 2011) gliedert sich in drei geographische Regionen: die voralpine um Laufen und Freilassing, die alpine um Bad Reichenhall und die hochalpine um Berchtesgaden. Die höchste Erhebung ist die Watzmann-Mittelspitze mit 2 713 m ü. A., der tiefste Punkt mit nur 383 m ü. A. ist die Einmündung des Schinderbaches in die Salzach in Laufen.
Städte und Gemeinden
Zum Landkreis Berchtesgadener Land gehören:
- Städte: Bad Reichenhall, Freilassing und Laufen
- Märkte: Berchtesgaden, Marktschellenberg und Teisendorf
- Gemeinden: Ainring, Anger, Bayerisch-Gmain, Bischofswiesen, Piding, Ramsau bei Berchtesgaden, Saaldorf-Surheim, Schneizlreuth und Schönau am Königssee
Geschichte
Aufzeichnungen der Augustiner ist zu entnehmen, dass sie im 11. Jahrhundert mit Rodungsarbeiten im Gebiet von Berchtesgaden begannen. Die Stiftskirche von Berchtesgaden wurde 1122 geweiht.
Bis ins 12. Jahrhundert lässt sich auch die Geschichte rund ums Salz im Berchtesgadener Land zurück verfolgen. Damals wurden bei Schellenberg erste Salzvorkommen entdeckt. Dort ist auch um 1220 die erste Saline zur Weiterverarbeitung entstanden, die bis 1805 betrieben wurde. Im Markt Berchtesgaden ist im Jahre 1517 mit dem Anschlagen des Petersberg-Stollen mit dem Salzabbau begonnen worden. Die hier erzeugte Sole wurde erst zur Saline nach Schellenberg, ab 1555 in die neu errichtete Saline Frauenreuth in Berchtesgaden (Gelände des heutigen Bahnhofes) geleitet.
Die reichen Salzvorkommen und ihrer Verwertung brachten Reichtum und Wohlstand und die Ernennung von Berchtesgaden zur Fürstpropstei. Salz war es auch, dass mehrmals zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Erzbistum Salzburg führte (u. a. zur Entmachtung von Wolf Dietrich von Raitenau, Salzkrieg 1611).
Berchtesgaden stand von 1393 bis 1404 kurz unter der Verwaltung von Salzburg. Erst mit der allgemeinen Säkularisation im Jahre 1803 wurde die Fürstpropstei Berchtesgaden. 1810 kam das Gebiet zum Königreich Bayern. Die darauf folgenden Jahrzehnte zeigen das Aufkommen des Fremdenverkehrs. Erst waren es Künstler, dann Alpinisten, bis schließlich der allgemeine Fremdenverkehr einsetzte, der auch heute noch dominiert.
Ganz zum Unterschied vom Gebiet um Reichenhall, das seit jeher bayerisches Territorium war. Aus keltischen und römischen Anfängen erreichte auch dieses Gebiet dank der Solequellen und der Salzverarbeitung Reichtum und Ansehen. Kehrseite war, dass auch hier immer wieder Kriege wegen des Salzes geführt wurden, besonders mit den benachbarten Salzburger Fürstbischöfen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte man die Heilkraft der Sole und Reichenhall entwickelte sich zu einem bekannten Soleheilbad.
Zum nördlichen Teil des Landkreises gehört der so genannten Rupertiwinkel, dessen Name auf Rupertus, den ersten Bischof von Salzburg, Rupert von Worms, zurückgeht. Dieses Gebiet unterstand bis zur Säkularisation im Jahre 1803 dem Erzbistum Salzburg. Als Schifferstadt im Zuge des Salztransportes auf der Salzach konnte die Stadt Laufen zu ansehnlichem Wohlstand gelangen.
1816 erfolgte dann auch hier die Trennung von Österreich: durch die Saalach-Salzach-Linie getrennt kam der westliche Teil zu Bayern, der östliche Teil zu k. k. Österreich.
Bayern übernahm verwaltungsmäßig diese bestehende Dreiteilung des Berchtesgadener Lands. Erst durch die allgemeine Landkreisgebietsreform in Bayern 1972 entstand schließlich der heutige Landkreis Berchtesgadener Land, der aus diesen drei Gebietskörperschaften (unter Abtrennung des nördlichen Laufener Gebietes) gebildet wurde.
Kugelmühlen
- Hauptartikel: Kugelmühle
Kugelmühlen stellten aus den Steinen der Berge des Untersbergmassivs allerlei her. Die älteste noch erhaltene Kugelmühle befindet sich beim Eingang zur Almbachklamm im Berchtesgadener Land.
Sehenswürdigkeiten und Besichtigungsmöglichkeiten
- Nationalpark Berchtesgaden
- Königssee
- Berchtesgaden
- Salzbergwerk Berchtesgaden
- Hintersee (Bayern) bei Ramsau
- Almbachklamm
- Laufen u. a. die Stiftskirche
- Wallfahrtskirche Maria Gern
- Wallfahrtskirche Maria Ettenberg
- Hintersee bei Ramsau
- Deutsche Alpenstraße
- Roßfeld Panorama Straße
- Obersalzberg
- Thumsee bei Bad Reichenhall
- Kloster Höglwörth, das zum Erzbistum Salzburg gehörte
- Gletscherschliff bei Weißbach an der Deutschen Alpenstraße
Weblinks
Bildgalerie
siehe auch Bildergalerien bei Berchtesgaden, Kloster Höglwörth, Bad Reichenhall und Laufen.
- Land 02.jpg
der Watzmann von Berchtesgaden aus gesehen
- Land 05.jpg
ganz links der Untersberg, das Tal in der Mitte: Lauf der Königsseeache, der kleine weiße "Querbalken" in der Mitte im Hintergrund: die Festung Hohensalzburg
- Berchtesgadener Land 02.jpg
Steintafel an der Grenze Hangendenstein zwischen Salzburg und Bayern entlang der der Bundesstraße nach
Bildmitte: Hochkalter, li. Watzmann, re. Untersberg, Ansicht vom Thalgauberg aus Berchtesgaden
Quellen
Weiterführend
Für Informationen zum Thema Berchtesgadener Land, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.