Salzwelten Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Salzwelten Hallein logo.jpg|thumb|Salzwelten Hallein]]{{Googlemapsort|Bad_Duerrnberg}}
{{Dieser Artikel|behandelt das '''Schaubergwerk''' auf dem [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]]. Ein Artikel über die Geschichte des früheren Salzabbauses findet sich unter [[Salzbergwerk Dürrnberg]].}}<br />
[[Bild:Salzwelten_Hallein_01.jpg|thumb|der oberirdische Eingangsbereich im Abendlicht, oben am Berg die [[Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt]]]]
[[Datei:Eingang zu den Halleiner Salzwelten 2021.jpg|thumb|Der neue Eingang zu den Salzwelten Salzburg (2021).]]
[[Bild:Salzwelten_Hallein_02.jpg|thumb|Platz nehmen und los geht's]]
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[[Bild:Salzwelten_Hallein_03.jpg|thumb|Erfahrene Bergmänner, wie Rudolf Meisl, Standortleiter, erklären die Vorgänge im Berg und die Geschichte des [[Salzbergbau]]s]]
[[Datei:Salzwelten Salzburg 2021 02.jpg|thumb|Das neue Besucherzentrum (2021).]]
[[Bild:Salzwelten_Hallein_04.jpg|thumb|Altar bereits im Berginneren, dem [[Rupert von Worms|Hl. Rupert]] gewidmet]]
[[Datei:Salzträger Jakob Adlhart Plastik Holz.JPG|thumb|"Der [[Salzträger]]", Holz-Skulptur, 1957, von [[Jakob Adlhart (Bildhauer)]], stand bis zum Umbau 2021 im Besucherzentrum.]]
[[Bild:Salzwelten_Hallein_05.jpg|thumb|unterirdische Grenzüberschreitung]]
[[Datei:Salzwelten Salzburg 2021 01.jpg|thumb|Hier der unterirdische Salzsee, der mit einem Boot im Rahmen einer Salzbergwerksbesichtigung überquert wird. (2021)]]
[[Bild:Salzwelten_Hallein_06.jpg|thumb|alte Soleführungen]]
[[Datei:Salzwelten Salzburg Logo.png|thumb|Salzwelten Salzburg]]
[[Bild:Salzwelten_Hallein_07.jpg|thumb|im Berg]]
Die '''Salzwelten Salzburg''' im [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] im [[Hallein]]er Stadtteil [[Bad Dürrnberg]] befinden sich in einem der ältesten [[Salzbergbau|Salzbergwerke]] der Welt.
[[Bild:Salzwelten_Hallein_08.jpg|thumb|Rutschen führen weiter und tiefer ins Berginnere]]
Das '''Salzbergwerk Hallein bei Salzburg''' am [[Dürrnberg (Berg)|Dürrnberg]] im [[Hallein]]er Stadtteil [[Bad Dürrnberg]] ist eines der ältesten Salzbergwerke der Welt.


==Geschichte==
== Geschichte des Salzbergwerks am Dürrnberg==
===Vor Christi Geburt===
: ''Hauptartikel [[Salzbergwerk Dürrnberg]]''
Die geologischen Voraussetzungen, nahe der Erdoberfläche befindliche Salzlager, führten zu Salzquellen, die schon 2.500 bis 2.000 v. Chr. von Jägern und Sammlern genutzt wurden. Etwa 600 v. Chr. wurde dann mit dem Untertagbau auf dem Dürrnberg von den [[Kelten]] begonnen. Der dadurch erworbene Reichtum kann heute noch anschaulich im nahe des Bergwerks befindlichen [[Keltendorf]] bestaunt werden. Um Christi Geburt, als das Land ins [[Römer|römische Reich]] als Provinz [[Norikum]] eingegliedert wurde, wurde erstmals der [[Salzbergbau|Salzabbau]] eingestellt. Man vermutet, dass die Meersalzgewinnung der Römer günstiger und ergiebiger war als der beschwerliche Untertagabbau.
Die [[Kelten]] begannen im 7. Jahrhundert vor Chr. mit dem Salzbergbau und trieben die ersten Stollen bis etwa 300 Meter in den [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]]. Im 12. Jahrhundert wurde der Salzbergbau wieder aufgenommen und zählte die [[Saline Hallein]] ab dem 13. Jahrhundert zu bedeutendsten Produzenten von [[Salzgewinnung|Salz]] im [[Alpen]]raum. Die wirtschaftliche Blütezeit erreichte das Salzbergwerk Hallein im 16. Jahrhundert.


===Zur Zeit der Fürsterzbischöfe===
== Geschichte des Schaubergwerks ==
Wieder interessant schien der Abbau erst um [[1198]] unter Erzbischof [[Adalbert III. von Böhmen]], der dem Abt von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]], [[Wichpoto]], die Salzlager am Dürrnberg  um [[1185]] abgekauft hatte. denn im Jahr 1198 wurde erstmals eine Salzpfanne in "muelpach"<ref>''Mühlbach'' war der Name des Marktes, bevor [[Hallein]] [[1230]] seinen Namen erhielt und zur Stadt erhoben wurde</ref>, einem Ort im Bereich der aufgegebenen keltischen Talsiedlung urkundlich erwähnt. Diese Bezeichnung wird im Laufe des [[13. Jahrhundert]]s durch die Namen ''Salina'' und schließlich ''Hallein'' (= kleines Hall) abgelöst.
Bereits vor Eröffnung als Schaubergwerk konnte das Bergwerk besichtigt werden. So besuchten 110&nbsp;906 Gäste aus dem In- und Ausland vom [[1. Mai]] bis [[30. September]] [[1958]] das Salzbergwerk. Von [[1. Oktober]] bis [[30. April]] war in jenen Jahren das Salzbergwerk für Besucher gesperrt.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=MJctJxXPG%2FtVH69DCDswG0MjfnuGdaNQ8nhcGWdB9StN0DMHBTEJ2rQyy%2Br442uAZ7WGGT1YxIW%2FVP84vk0mBT8xFfx6iIgOhL3f4bk38yvTFxh6U84eacz1Qc7otMyw&id1=19581002_03&q=%2522Dr.%2520Degener%2522#sn-archiv-3 sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 2. Oktober 1958, Seite 3</ref>


Ende des [[12. Jahrhundert]]s wurde in [[Gamp]] (heute Hallein), das ''Campus'' einer [[Römer|römerzeitlichen]] Straßenstation, die ersten Salzpfannen in Betrieb genommen. Eine Soleleitung über den ''Riesenweg'' im Raingraben brachte das flüssige Salz zu Tal.  
Am [[27. Juli]] [[1989]] wurde die Soleleitung unter Tag im Ruperti-Stollen abgedreht, am [[31. Juli]] 1989 die Salzkompressoren in der Saline auf der [[Pernerinsel]]. Der Standort war für die Österreichische Salinen AG nicht mehr rentabel, die Technik veraltet, das Salzmonopol vor dem Fall. Das Bergwerk wurde für Besucher umgebaut.


Die [[Saline Hallein|Salzburger Saline]] wurde zur führenden Saline im [[13. Jahrhundert]] im süddeutschen Raum. Im [[Mittelalter]] bildeten die Bergwerke am Dürrnberg und zeitweise auch die von [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Berchtesgaden]] eine der wichtigsten Einnahmequellen der Salzburger Erzbischöfe.  
Heute kann man mit einem Grubenhunt bequem in den Stollen des Schaubergwerks einfahren, das im [[Obersteinberg-Stollen]] eingerichtet wurde, ein einzigartiges Erlebnis genießen: eine Floßfahrt über einen unterirdischen See (wo auch manchmal Konzerte mit einer einzigartigen Akustik stattfinden) und zwei Bergmannsrutschen für Mutige warten Untertags auf die Besucher.


====Wer sottete Salz====
Seit etwa [[2010]] wird in der Adventzeit ein interessantes und abwechslungsreiches Programm unter dem Titel [[Advent in den Salzwelten Salzburg]] angeboten.
Die Verteilung der Halleiner Pfannen sah Ende des [[13. Jahrhundert]]s wie folgt aus: Das Erzstift sott auf den Pfannen ''Werch'', ''Zistel'', ''Haus'', ''Tiling'', ''Wieting'' und einem Viertel ''Niederhofs''; die [[Erzabtei St. Peter]] auf der Pfanne ''Tacking'', das [[Domkapitel]] und das Kloster Salmansweiler auf der Pfanne ''Oberhof'', die Klöster [[Benediktiner-Frauenstift Nonnberg|Nonnberg]] und [[Raitenhaslach]] auf der Pfanne ''Niederhof'' und die [[Herren von Goldegg]] auf der Pfanne ''Altgoldegg''.


====Wie wurde Sole erzeugt====
Der [[Salzwelten Salzburg zehnmillionster Besucher|zehnmillionste Besucher in den Salzwelten Salzburg]] konnte am [[4. Juni]] [[2012]] begrüßt werden.
Hatte man zu vorchristlicher Zeit das Gestein in Brocken aus dem Berg geholt, brachte das so genannte Laugverfahren, das nun angewandt wurde, deutliche Erleichterung und höhere Ausbeute. Dabei wurden zunächst kleine Hohlräume im Berg geschaffen, die man mit Wasser voll laufen ließ. Nach etwa drei Wochen der Auslaugung des Gesteins wurde die Sole mit bestenfalls 26 Prozent Salzgehalt abgepumpt bzw. abgelassen und in Salzpfannen verdampft. Zurück blieb Grobsalz.  


So wurden in Hallein 1542 rund 22.000 Tonnen Salz produziert (im Vergleich: [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]: 12.000 Tonnen, [[Hallstatt]]: 11.000 Tonnen, Aussee 10.000 Tonnen und [[Marktschellenberg|Schellenberg]]: 5.000 Tonnen). Vor dem [[Salzkrieg 1611]] steigerte Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] die Produktion auf 36.000 Tonnen<ref>dieser Produktionswert wurde erst wieder in den [[1960er]] Jahren erreicht!</ref>. Nach der Auseinandersetzung sank aber die jährliche Produktion auf einen Durchschnittswert von 22.000 Tonnen.
Am [[11. August]] [[2016]] wurde vorsorglich 486 Besucher am Nachmittag aus dem Schaubergwerk evakuiert, nachdem überhöhte Kohlenmonoxid-Werte festgestellt wurden. Als Vorsichtsmaßnahme haben man deshalb die Räumung der Salzwelten geschlossen. Die Besucher wurden vom Personal und den Mitgliedern der Grubenwehr zum Verlassen des Bergwerks angewiesen. Innerhalb von 20 Minuten sei die Räumung durchgeführt worden.<ref>Quellen "[[Salzburger Nachrichten]]" und [[SALZBURG24]] online, abgefragt am 11. August 2016 um 16 Uhr</ref><ref>[http://www.salzburg24.at/evakuierung-in-salzbergwerk-hallein/4839785 www.salzburg24.at]</ref>


====Die Stollen====
=== 2020/2021: Umbau und Neueröffnung ===
[[1315]] begann man den sanft geneigten ''Hoswasch''- (auch ''Raitenhaslach'' genannten) Stollen anzufahren, [[1320]] den ''Linderberg-Stollen'' und den ''Goldeggerberg-Stollen''; später folgten noch der ''Melltheuer-Tagschurf'' und andere Stollen wie der ''Johann-Jakobberg-Stollen''.
Mit mehr als 200&nbsp;000 Besuchern pro Jahr zählen die Salzwelten zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Land SAlzburg. Bereits seit dem [[16. Jahrhundert]] finden dort Führungen statt, was das Schaubergwerk zum ältesten in Österreich, wenn nicht gar in Europa, macht.  


====Männer im Salz====
Durch den Bergdruck schrumpfen Stollen und Kammern jedes Jahr um zwei Zentimeter. Bei der Floßfahrt über den unterirdischen Salzsee war die Decke bereits so niedrig, dass Aufstehen zu Verletzungen hätte führen können.
[[Franz Dückher]], der Salzburger Chronist, berichtet in seiner [[Saltzburgische Chronica]] von zwei Männern im Salz. [[1573]] wurde der der erste [[Männer im Salz|Mann im Salz]] gefunden, eine Leiche eines in vorgeschichtlicher Zeit verunglückten und in Salz konservierten Bergmannes. Aber der Salzburger Historiker [[Herbert Klein]] korrigierte dann das Funddatum auf das Jahr [[1577]]<ref>Quelle * [[Gertraud Steiner]] ''Salz als Attraktion - Der Dürrnberg und seine Geschichte'', 1998, [[Otto Müller Verlag]], ISBN 3-7013-0969-8</ref>. Dückher berichtet noch von einem zweiten Fund [[1616]] in der Regierungszeit von Erzbischof [[Paris Graf Lodron]].


====Reichtum und Kriege====
Daher entschied sich die Salinen Austria AG, die Mutterfirma der Salzwelten, für einen großen Umbau - inklusive neuem Besucherzentrum, Salzmanufaktur und zeitgemäßer Präsentation des historischen Salzabbaus. In acht Monaten wurden 4&nbsp;000 m³ (fest) bzw. 6&nbsp;000 m³ (locker) Gestein aus dem Berg gefräst. Neue Stollen und Kammern wurden für den Abtransport und das Zusammensetzen der Fräsmaschine geschaffen.
: ''siehe auch: [[Salzkrieg]]''
Die [[Salzburger Erzbischöfe]], die mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte aus dem Salzhandel auf der [[Salzach]] erwirtschafteten, waren natürlich an einer Monopolstellung interessant. Im Osten, im [[Salzkammergut]], besaßen die Habsburger die Salzminen, im [[Berchtesgadener Land]] hatten die bayerischen Könige Einfluss. Durch geschickte Preispolitik gelang es so den Erzbischöfen im [[16. Jahrhundert]] eine Vormachtstellung im gesamten [[Ostalpen]]raum zu bekommen. Vor allem [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] litt unter dieser Wirtschaftspolitik. Es kam auch zu [[Salzkrieg]]en, deren prominentestes Opfer Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau wurde. Nachdem die Habsburger ihre Salzminen besser vermarkteten und über Linz Zugang zu Böhmen bekam, ging Salzburg der wichtige Absatzmarkt Böhmen (der über Salzach, Inn und Passau versorgt wurde) verloren.  


Diese wirtschaftlichen Einbußen führten zu einer weiteren Verarmung der ohnehin nicht reichen Bergknappen. Vorläufiger Höhepunkt des Niedergangs des Dürrnberger Salzbergwerks waren die [[Protestantenvertreibung|Protestantenausweisungen]] in den Jahren [[1731]]/[[1732|32]], bei denen auch 780 Dürrnberger Bergknappen mit ihren Familien das Land verließen.
Den Architekturwettbewerb gewannen Ernst J. Fuchs und Marie Therese Harnoncourt-Fuchs von "the next ENTERprise Architects". Für die Neuinszenierung arbeiteten sie mit Sabine Dreher ("Liquid Frontiers") und Matthias Hosp ("Artfabrik") zusammen. Die Vorgabe lautete, die Zirkulation der Besucher zu optimieren und damit zur besseren Orientierung beizutragen. Da z. B. vor dem Umbau Besucher den Eingang nicht gleich gefunden hatten, ist nun bereits nach dem Einparken optisch klar, wo sich dieser befindet: Orange Punkte auf dem Boden führen zu einem überdachten Info-Terminal, danach geht es weiter ins Besucherzentrum. Den Eintritt bildet ein trichterförmiger Schacht, der an einen Stolleneingang - genannt Mundloch - erinnert. "Uns war wichtig, dass das alles auf einer Ebene passiert, wie in einem Flugzeugterminal. Die natürliche Orientierung soll funktionieren, auch wenn viele Besucher da sind", beschreibt Ernst J. Fuchs.


==Besucher im Dürrnberg==
Der erste optische Anziehungspunkt ist die offene Dachbalkenkonstruktion im Besucherzentrum. Das früher als Lager genutzte Gebäude bietet neben Ticket-Schalter und Broschüren bereits einen kurzen, illustrierten Abriss über die Geschichte des Salzbergbaus im Dürrnberg. In Vitrinen werden Exponate in Szene gesetzt - der Beginn einer Zeitreise, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Areal zieht.
Im [[18. Jahrhundert]] setzte langsam auch die Nachfrage nach Besuchen im Berg ein. Dies war jedoch damals nur mit einem Erlaubnisschein, ausgestellt vom [[Pfleger]], möglich. Schließlich war der Berg und Salz so etwas wie die ''Schatzkammer der Erzbischöfe''.


Die Besucher musste auf dem steilen Knappenweg den Dürrnberg erklimmen. Dieser war an morastigen Stellen mit Hohlbohlen ausgelegt. Die Gäste wurden auf Schlitten bergwärts gezogen und talwärts fuhren sie darauf.  
Wobei der rote Faden in diesem Fall orange ist: "Das haben wir der Farbe des Salzsteins nachempfunden, der Farbton taucht immer wieder auf", sagt Marie Therese Harnoncourt-Fuchs. Je weiter es in die Vergangenheit zurückgeht, desto rötlicher wird der Orangeton - bis hin zum Kerzenlicht bei den Kelten.


[[Karl Graf von Zinzendorf]] besuchte am [[2. April]] [[1764]] das Bergwerk. Angereist war er von Salzburg am [[Fürstenweg]] in Begleitung einer illustren Gesellschaft: Graf [[Auersperg]], Fürst [[Lobkowitz]], Graf [[Thun]] und andere des Salzburger Adels begleiteten ihn. [[Belsazar Hacquet]], früher Alpinist aus der Bretagne, Frankreich ("Erstbesteiger" der [[Pasterze]]) war [[1784]] im Salzburger Land und stattete dem Bergwerk ebenfalls einen Besuch ab. Der Geograf [[Christoph Meiners]] schrieb in einem Reisebuch [[1791]] über das Salzbergwerk. Auch [[Franz Josef Graf von Sternberg]] veröffentlichte [[1793]] ''kritische Beobachtungen zum Gruben-Tourismus auf dem Dürrnberg''. Weitere Persönlichkeiten, die das Bergwerk besuchten: [[Johann Georg Keyßler]] ([[1792]]), [[Joseph August Schultes]] (''Reise durch Salzburg und Berchtesgaden, II. Band'', Wien, [[1804]]), [[Franz Sartori]] ([[1811]]), [[Ludwig Hermann Friedländer]] ([[1815]]), [[August Graf von Platen]] (um 1800).
Für die Besucher präsentieren sich die Salzwelten oberirdisch nach dem Umbau wie aus einem Guss. Erreicht wurde das von den Architekten mit "punktuellen Eingriffen" - wie ein überdachten Vorbau mit Sitzgelegenheiten, wo man sich früher im Regen um Tickets anstellen musste. Überall wurden Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang geschaffen.


[[Domherr]] [[Friedrich Graf Spaur]] brachte [[1798]] ein ''Dürrnberger Besucherbuch'' heraus. [[Franz Michael Vierthaler]], Landschaftsmaler Franz Rechberger aus Berlin (1799), Daniel Busch und Carl Conjota (1799, beide aus München), sowie [[Lorenz Hübner]] finden sich als Besucher des Bergwerks im Besucherbuch.
Unter der Erde beginnt die Zeitreise: von der Gegenwart über den [[Barock]] ins [[Mittelalter]] bis zur [[Eisenzeit]]. Jeder Epoche ist eine Kammer mit Exponaten und kurzen Filmen gewidmet. Bei der Überfahrt über den Salzsee reisen die Besucher nicht nur durch den Barock, sondern auch durch die Gesellschaftsschichten: von der gefährlichen Arbeit der [[Bergknappen]] im Stollen zum Lustwandeln der Adeligen in der prunkvollen [[Stadt Salzburg]]. Die letzte Epoche, der Abbau von Steinsalz durch die [[Kelten]] vor 7&nbsp;000 Jahren, wird oberirdisch im [[Keltendorf Salina|Keltendorf]] fortgesetzt. Es wird nun bewusst als Freilichtmuseum mit digitalen Inhalten in Szene gesetzt. Mit dem ''Smartphone'' können Kinder und Jugendliche zwei Figuren zum Leben erwecken und Aufgaben lösen.  


Als Pionierin in Sachen ''Reisebeschreibungen'' besuchte [[Elisa von der Recke]] anlässlich einer Italien-Reise [[1804]] Salzburg und Hallein samt Bergwerk. Sie wohnte in Salzburg im [[Hotel zum Goldnen Schiff]]. [[Helmina von Chezy]] schrieb ''in Hallein ist gut rasten''.
Der Umbau der Salzwelten auf dem Halleiner Dürrnberg dauerte acht Monate und kostete zehn Millionen Euro. In den letzten Jahren wurden über 40 Millionen Euro am Dürrnberg investiert. Zum gesamten Angebot gehören das völlig neugestaltete Schaubergwerk, das originalgetreue Keltendorf, das im Zuge der Modernisierung zum "Kelten.Erlebnis.Berg" gewachsen ist und die bisher einzige Schausaline Österreichs, die Salz-Manufaktur.  


Der Salzburger Naturforscher [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] war als leitender Direktor im Bergwerk tätig.
Im Beisein von [[Landeshauptmann-Stellvertreter]] Dr. [[Christian Stöckl]], [[Bürgermeister der Stadt Hallein|Bürgermeister]] [[Alexander Stangassinger]], Generalvikar Mag. [[Roland Rasser]], Vorstandsvorsitzenden der Salinen Austria AG Dr. Hannes Androsch sowie zahlreichen Ehrengästen wurden die Salzwelten Salzburg am [[8. Oktober]] [[2021]] mit einem Festakt offiziell eröffnet.


==Das 19. Jahrhundert==
== Salz-Manufaktur ==
Nach dem Anschluss [[1816]] an die k. k. Monarchie Österreich mussten sich das Dürrnberger Bergwerk und die [[Saline Hallein]] in das bestehende österreichische Salinenwesen ein- und unterordnen und verloren gänzlich an Bedeutung.
: Hauptartikel [[Salz-Manufaktur auf dem Dürrnberg]]
Im Zuge der Neugestaltung 2021 wurde auch eine Salz-Manufaktur errichtet, die einzige Schausaline Österreichs.


==Ereignisse im 20. Jahrhundert==
== Technische Daten ==
====Kunstschätze-Depot====
Vom 64,72 Kilometer langen [[Salzbergwerksstollen im Dürrnberg|Stollensystem]] im Dürrnberg sind 11,88 Kilometer begehbar. Diese verteilen sich über 21 ''Horizonte'' (unterirdische Stockwerke des Salzbergwerkes), davon sind neun begehbar und heute wird auf keinem Horizont mehr Sole erzeugt. Der Salzgehalt beträgt durchschnittlich zwischen 30 bis 35 Prozent. 2010 waren 14 Mitarbeiter für Führungen und Wartungsarbeiten beschäftigt.
Am [[19. Juni]] [[1945]] stellte die US-Militärregierung die im Halleiner Salzbergwerk zu Kriegsende deponierten Kunstschätze, darunter Gemälde von Rembrandt, Rubens, Tizian, Velasquez und Bruegel, sicher; ebenfalls dort aufgefunden wird eine Radiummenge im Wert von 15 Millionen Dollar; im Oktober erhält das Wiener Radium-Institut das kriegsbedingt ausgelagerte Radium zurück;


==== Das Ende der Salzgewinnung====
== Bilder ==
Am [[27. Juli]] [[1989]] wird die Soleleitung unter Tag im Rupertsberg abgedreht, am [[31. Juli]] [[1989]] die Salzkompressoren in der [[Saline Hallein|Saline]] auf der [[Pernerinsel]]. Die 160 Mitarbeiter, die zum Zeitpunkt der Stilllegung noch bei den Salinenbetrieben angestellt waren, trugen an diesem Tag alle schwarze Krawatten oder Armschleifen. Zuletzt wurden im Salzbergbau etwa 270.000 m³ Sole gewonnen und daraus in der Saline 71.000 Tonnen Industriesalz erzeugt. Der Standort war für die Österreichische Salinen AG nicht mehr rentabel, die Technik veraltet, das Salzmonopol vor dem Fall. 
{{Bildkat}}
== Weblink ==
* [https://www.salzwelten.at/de/hallein/ Salzwelten Dürrnberg]


Die rund 200 Grundbesitzer über den Gruben auf österreichischer und bayerischer Seite haben heute noch ein Recht auf Arbeit im Berg. Das erstritten sie sich nach der Privatisierung der Salinen AG [[1997]]. Verbrieft sind diese "Schichtrechte" in der [[Salinenkonvention]] aus [[1829]], dem ältesten Staatsvertrag zwischen Österreich und [[Bayern]]. [[2002]] stellte der Oberste Gerichtshof den aufrechten Bestand dieser Rechte fest. Im Alltag lassen sie sich freilich nicht ummünzen. Auch Salzdeputate, 56 Kilo pro Jahr, stehen den Schichtberechtigten zu. Die Salinen Austria liefern das Salz aus Ebensee. Zusätzlich gibt es noch das "Kopfsalz" – 6,5 Kilo pro Kopf – für die Familien aller ehemaligen Salinenbediensteten.<ref> [[Salzburger Nachrichten]], 24. Juli 2009</ref>
== Quellen ==
* SALZBURGWIKI-Artikel
* [https://www.sn.at/salzburg/kultur/neue-wege-in-die-halleiner-salzwelten-was-die-farbe-orange-im-berg-verloren-hat-107613328 www.sn.at], "Neue Wege in die Halleiner Salzwelten: Was die Farbe Orange im Berg verloren hat", 5. August 2021, ein Beitrag von [[Karin Portenkirchner]]
* [https://www.tourismuspresse.at/presseaussendung/TPT_20211008_TPT0003/salzwelten-salzburg-am-duerrnberg-feierlich-eroeffnet-bild www.tourismuspresse.at], abgefragt am 9. Oktober 2021


====Schaubergwerk Dürrnberg====
== Einzelnachweise ==
Heute kann man mit einem Grubenhunt bequem in den Stollen des Schaubergwerks einfahren, ein einzigartiges Erlebnis genießen: eine Floßfahrt über einen unterirdischen See (wo auch manchmal Konzerte mit einer einzigartigen Akustik stattfinden) und zwei Bergmannsrutschen für Mutige warten Untertags auf die Besucher.
 
====Sanierung Eingang Jakobberg-Stollen====
Der ''Jakobberg-Stollen'' wurde im [[16. Jahrhundert]] unter [[Erzbischof]] [[Johann Jakob Khuen von Belasi]] angeschlagen und diente als Förderstollen des Steinsalzes. Man weiß, dass dieser Bereich des Dürrnbergs zu den salzreichsten Horizonten des Salzberges zählte.
 
Der dem Verfall preisgegebene Eingang wurde 2008 über eine private Initiative und mit Unterstützung durch Landesmittel und der [[Salinen Austria AG]] restauriert. Mit original-[[Marmor]]blöcken und neu aufgetragenem Schriftzug stellt der Eingang zum ''Jakobberg-Stollen'' wieder ein interessantes Zeitzeugnis der Salzgewinnung dar.<ref>Quelle: [[Salzburger Nachrichten]], 30. Oktober 2008</ref>
 
=====Stolleneinsturz=====
Knapp zwei Stunden musste vier Mitarbeiter der [[Salzwelten Hallein bei  Salzburg]] am [[Dürrnberg]] am [[8. November]] [[2010]] auf ihre Rettung warten.  Bei routinemäßigen Wartungsarbeiten an Stollenabstützungen stürzten  etwa 80 Meter bergeinwärts rund zehn Kubikmeter Material ein und  schnitten den Bergmännern den Weg ins Freie ab. Sie waren gerade dabei, morsch gewordene Holzabstützungen auszutauschen, als ein Kollege ''etwas rieseln'' sah und schon war der Stollen eingestürzt.
 
Das 16 Kilometer lange Stollensystem muss jährlich nach einem Hauptbetriebsplan, der Sanierungsmaßnahmen vorschreibt, gewartet werden. Dabei werden nicht nur die hölzernen Abstützungen der Stollen kontrolliert, sondern auch der Wasserfluss im Berginneren kritisch beobachtet. Acht Wasserorte im Berg werden vom so genannten ''Wässerer'' wöchentlich kontrolliert. Denn wenn Regenwasser auf salzführende Schicht trifft, laugt es den Untergrund aus, der Boden sackt ab, es entstehen Mulden und es könnten Stollen davon bedroht sein<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]], 9. November 2010</ref>
 
==Avent in den Salzwelten==
Seit einigen Jahren bieten die {{PAGENAME}} in der Adventzeit ein interessantes und abwechslungsreiches Programm unter dem Titel [[Advent in den Salzwelten Hallein bei Salzburg]] an.
 
==Technische Daten==
Vom 64,72 Kilometer langen Stollensystem im Dürrnberg sind 11,88 Kilometer begehbar. Diese verteilen sich über 21 ''Horizonte'' (unterirdische Stockwerke des Salzbergwerkes), davon sind neun begehbar und heute wird auf keinem Horizont mehr Sole erzeugt. Der Salzgehalt beträgt durchschnittlich zwischen 30 bis 35 Prozent. 2010 waren 14 Mitarbeiter für Führungen und Wartungsarbeiten beschäftigt.
 
==Weblink==
* [http://www.salzwelten.at/cont/salzwelten/salzwelten_salzburg.aspx Salzwelten Dürrnberg]
 
==Siehe auch==
* [[Salzbergwerk Berchtesgaden]]
* [[Salzbergbau]]
 
==Bildergalerie==
<gallery>
Bild:Salzwelten_Hallein_09.jpg|alljährliche feierliche Verabschiedung des ersten Salztransportes des Jahres von [[Hallein]] [[Salzach]] abwärts
Bild:Salzwelten_Hallein_10.jpg|wie die [[Kelten]] das Salz gewannen
Bild:Salzwelten_Hallein_11.jpg|Flossfahrt über den unterirdischen Salzsee
</gallery>
 
==Quellen und Fußnoten==
<references/>
<references/>
* [http://www.hallein.gv.at/de_hallein-geschichte.html Die Geschichte von Hallein]
* [[Gertraud Steiner]] ''Salz als Attraktion - Der Dürrnberg in seiner Geschichte'', 1998, [[Otto Müller Verlag]], ISBN 3-7013-0969-8


[[Kategorie:Tourismus|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Tourismus]]
[[Kategorie:Geografie|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Tennengau|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Hallein|Salzbergwerk Dürrnberg]]
[[Kategorie:Tennengau]]
[[Kategorie:Salz|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Hallein]]
[[Kategorie:Bergwerk|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Bad Dürrnberg]]
[[Kategorie:Bergbau|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Museum]]
[[Kategorie:Salzbergwerk|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Schaubergwerk]]
[[Kategorie:Schaubergwerk|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Sehenswürdigkeit|Dürrnberg, Salzbergwerk]]
[[Kategorie:Ausflugsziel]]
[[Kategorie:Ausflugsziel|Dürrnberg, Salzbergwerk]]

Aktuelle Version vom 21. November 2025, 13:54 Uhr

Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt das Schaubergwerk auf dem Dürrnberg. Ein Artikel über die Geschichte des früheren Salzabbauses findet sich unter Salzbergwerk Dürrnberg.


Der neue Eingang zu den Salzwelten Salzburg (2021).
Karte
Das neue Besucherzentrum (2021).
"Der Salzträger", Holz-Skulptur, 1957, von Jakob Adlhart (Bildhauer), stand bis zum Umbau 2021 im Besucherzentrum.
Hier der unterirdische Salzsee, der mit einem Boot im Rahmen einer Salzbergwerksbesichtigung überquert wird. (2021)
Salzwelten Salzburg

Die Salzwelten Salzburg im Dürrnberg im Halleiner Stadtteil Bad Dürrnberg befinden sich in einem der ältesten Salzbergwerke der Welt.

Geschichte des Salzbergwerks am Dürrnberg

Hauptartikel Salzbergwerk Dürrnberg

Die Kelten begannen im 7. Jahrhundert vor Chr. mit dem Salzbergbau und trieben die ersten Stollen bis etwa 300 Meter in den Dürrnberg. Im 12. Jahrhundert wurde der Salzbergbau wieder aufgenommen und zählte die Saline Hallein ab dem 13. Jahrhundert zu bedeutendsten Produzenten von Salz im Alpenraum. Die wirtschaftliche Blütezeit erreichte das Salzbergwerk Hallein im 16. Jahrhundert.

Geschichte des Schaubergwerks

Bereits vor Eröffnung als Schaubergwerk konnte das Bergwerk besichtigt werden. So besuchten 110 906 Gäste aus dem In- und Ausland vom 1. Mai bis 30. September 1958 das Salzbergwerk. Von 1. Oktober bis 30. April war in jenen Jahren das Salzbergwerk für Besucher gesperrt.[1]

Am 27. Juli 1989 wurde die Soleleitung unter Tag im Ruperti-Stollen abgedreht, am 31. Juli 1989 die Salzkompressoren in der Saline auf der Pernerinsel. Der Standort war für die Österreichische Salinen AG nicht mehr rentabel, die Technik veraltet, das Salzmonopol vor dem Fall. Das Bergwerk wurde für Besucher umgebaut.

Heute kann man mit einem Grubenhunt bequem in den Stollen des Schaubergwerks einfahren, das im Obersteinberg-Stollen eingerichtet wurde, ein einzigartiges Erlebnis genießen: eine Floßfahrt über einen unterirdischen See (wo auch manchmal Konzerte mit einer einzigartigen Akustik stattfinden) und zwei Bergmannsrutschen für Mutige warten Untertags auf die Besucher.

Seit etwa 2010 wird in der Adventzeit ein interessantes und abwechslungsreiches Programm unter dem Titel Advent in den Salzwelten Salzburg angeboten.

Der zehnmillionste Besucher in den Salzwelten Salzburg konnte am 4. Juni 2012 begrüßt werden.

Am 11. August 2016 wurde vorsorglich 486 Besucher am Nachmittag aus dem Schaubergwerk evakuiert, nachdem überhöhte Kohlenmonoxid-Werte festgestellt wurden. Als Vorsichtsmaßnahme haben man deshalb die Räumung der Salzwelten geschlossen. Die Besucher wurden vom Personal und den Mitgliedern der Grubenwehr zum Verlassen des Bergwerks angewiesen. Innerhalb von 20 Minuten sei die Räumung durchgeführt worden.[2][3]

2020/2021: Umbau und Neueröffnung

Mit mehr als 200 000 Besuchern pro Jahr zählen die Salzwelten zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Land SAlzburg. Bereits seit dem 16. Jahrhundert finden dort Führungen statt, was das Schaubergwerk zum ältesten in Österreich, wenn nicht gar in Europa, macht.

Durch den Bergdruck schrumpfen Stollen und Kammern jedes Jahr um zwei Zentimeter. Bei der Floßfahrt über den unterirdischen Salzsee war die Decke bereits so niedrig, dass Aufstehen zu Verletzungen hätte führen können.

Daher entschied sich die Salinen Austria AG, die Mutterfirma der Salzwelten, für einen großen Umbau - inklusive neuem Besucherzentrum, Salzmanufaktur und zeitgemäßer Präsentation des historischen Salzabbaus. In acht Monaten wurden 4 000 m³ (fest) bzw. 6 000 m³ (locker) Gestein aus dem Berg gefräst. Neue Stollen und Kammern wurden für den Abtransport und das Zusammensetzen der Fräsmaschine geschaffen.

Den Architekturwettbewerb gewannen Ernst J. Fuchs und Marie Therese Harnoncourt-Fuchs von "the next ENTERprise Architects". Für die Neuinszenierung arbeiteten sie mit Sabine Dreher ("Liquid Frontiers") und Matthias Hosp ("Artfabrik") zusammen. Die Vorgabe lautete, die Zirkulation der Besucher zu optimieren und damit zur besseren Orientierung beizutragen. Da z. B. vor dem Umbau Besucher den Eingang nicht gleich gefunden hatten, ist nun bereits nach dem Einparken optisch klar, wo sich dieser befindet: Orange Punkte auf dem Boden führen zu einem überdachten Info-Terminal, danach geht es weiter ins Besucherzentrum. Den Eintritt bildet ein trichterförmiger Schacht, der an einen Stolleneingang - genannt Mundloch - erinnert. "Uns war wichtig, dass das alles auf einer Ebene passiert, wie in einem Flugzeugterminal. Die natürliche Orientierung soll funktionieren, auch wenn viele Besucher da sind", beschreibt Ernst J. Fuchs.

Der erste optische Anziehungspunkt ist die offene Dachbalkenkonstruktion im Besucherzentrum. Das früher als Lager genutzte Gebäude bietet neben Ticket-Schalter und Broschüren bereits einen kurzen, illustrierten Abriss über die Geschichte des Salzbergbaus im Dürrnberg. In Vitrinen werden Exponate in Szene gesetzt - der Beginn einer Zeitreise, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Areal zieht.

Wobei der rote Faden in diesem Fall orange ist: "Das haben wir der Farbe des Salzsteins nachempfunden, der Farbton taucht immer wieder auf", sagt Marie Therese Harnoncourt-Fuchs. Je weiter es in die Vergangenheit zurückgeht, desto rötlicher wird der Orangeton - bis hin zum Kerzenlicht bei den Kelten.

Für die Besucher präsentieren sich die Salzwelten oberirdisch nach dem Umbau wie aus einem Guss. Erreicht wurde das von den Architekten mit "punktuellen Eingriffen" - wie ein überdachten Vorbau mit Sitzgelegenheiten, wo man sich früher im Regen um Tickets anstellen musste. Überall wurden Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang geschaffen.

Unter der Erde beginnt die Zeitreise: von der Gegenwart über den Barock ins Mittelalter bis zur Eisenzeit. Jeder Epoche ist eine Kammer mit Exponaten und kurzen Filmen gewidmet. Bei der Überfahrt über den Salzsee reisen die Besucher nicht nur durch den Barock, sondern auch durch die Gesellschaftsschichten: von der gefährlichen Arbeit der Bergknappen im Stollen zum Lustwandeln der Adeligen in der prunkvollen Stadt Salzburg. Die letzte Epoche, der Abbau von Steinsalz durch die Kelten vor 7 000 Jahren, wird oberirdisch im Keltendorf fortgesetzt. Es wird nun bewusst als Freilichtmuseum mit digitalen Inhalten in Szene gesetzt. Mit dem Smartphone können Kinder und Jugendliche zwei Figuren zum Leben erwecken und Aufgaben lösen.

Der Umbau der Salzwelten auf dem Halleiner Dürrnberg dauerte acht Monate und kostete zehn Millionen Euro. In den letzten Jahren wurden über 40 Millionen Euro am Dürrnberg investiert. Zum gesamten Angebot gehören das völlig neugestaltete Schaubergwerk, das originalgetreue Keltendorf, das im Zuge der Modernisierung zum "Kelten.Erlebnis.Berg" gewachsen ist und die bisher einzige Schausaline Österreichs, die Salz-Manufaktur.

Im Beisein von Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl, Bürgermeister Alexander Stangassinger, Generalvikar Mag. Roland Rasser, Vorstandsvorsitzenden der Salinen Austria AG Dr. Hannes Androsch sowie zahlreichen Ehrengästen wurden die Salzwelten Salzburg am 8. Oktober 2021 mit einem Festakt offiziell eröffnet.

Salz-Manufaktur

Hauptartikel Salz-Manufaktur auf dem Dürrnberg

Im Zuge der Neugestaltung 2021 wurde auch eine Salz-Manufaktur errichtet, die einzige Schausaline Österreichs.

Technische Daten

Vom 64,72 Kilometer langen Stollensystem im Dürrnberg sind 11,88 Kilometer begehbar. Diese verteilen sich über 21 Horizonte (unterirdische Stockwerke des Salzbergwerkes), davon sind neun begehbar und heute wird auf keinem Horizont mehr Sole erzeugt. Der Salzgehalt beträgt durchschnittlich zwischen 30 bis 35 Prozent. 2010 waren 14 Mitarbeiter für Führungen und Wartungsarbeiten beschäftigt.

Bilder

 Salzwelten Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 2. Oktober 1958, Seite 3
  2. Quellen "Salzburger Nachrichten" und SALZBURG24 online, abgefragt am 11. August 2016 um 16 Uhr
  3. www.salzburg24.at