Dr.-Franz-Rehrl-Platz: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | == | + | ==Pläne von der Nazi-Rampe bis zum Haifischbecken == |
| − | Ab Mitte [[2011]] brachen heftige Debatten um ein [[Bauvorhaben Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] aus, das für die einen nicht in die Villen-Landschaft des [[19. Jahrhundert]]s passt, für die anderen die mögliche Errichtung eines [[Kapuzinerbergtunnel]]s verhindern würde. | + | * [[1899]]: Im Generalverkehrsplan kam erstmals ein [[Kapuzinerbergtunnel|Tunnel]] durch den [[Kapuzinerberg]] vor. Endpunkt wäre der damals noch ''Karolinenplatz'' heißende Platz gewesen. |
| + | * Ab [[1938]] wollten die [[Nationalsozialisten]] dort eine Aufmarschrampe für ein "Gau-Zentrum" auf dem Kapuzinerberg aus dem Boden stampfen. Der Krieg kam dazwischen. | ||
| + | * [[1946]] wurde der Platz nach dem ehemaligen Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl benannt. In den Jahren darauf wurde auf dem Gelände eine Tankstelle errichtet. | ||
| + | * [[1953]]: Das [[Unfallkrankenhaus]] wurde eröffnet. Eigentlich hätte es auf dem Areal des heutigen [[Finanzamt]]s stehen sollen. So baute man dann eben auf alten römischen Leichenfeldern. | ||
| + | * [[1970]]: "''In dem Jahr wurde das im Volksmund ,Schwammerl' genannte Sparkassen-Stöckl gebaut''", erinnert sich der ehemalige Sparkassen- Finanzchef Josef Doblinger - und sagt: "''Dieser Bank- Drive-in-Schalter war von Anfang an als möglichst billiges Provisorium geplant, weil wir davon ausgingen, dass der Kapuzinerbergtunnel bald kommt.''" | ||
| + | * [[1994]] ging der französische Stararchitekt Dominique Perrault als Sieger des Wettbewerbs für ein neues Verwaltungsgebäude der Sparkasse hervor. Das Projekt führte zu heftigem Widerstand bei den Anrainern - unter ihnen der auch heute wieder aktive [[Christian Walderdorff]]. | ||
| + | * [[1995]]: Nach Protesten einigten sich Stadt, Sparkasse und Bürgerinitiativen auf eine mehrmonatige "Atempause" die nie mehr endete. Wohl auch ein Grund: Die der Stadt gehörende Sparkasse wurde [[1996]] an die Erste Bank verkauft - und diese sparte Personal ein, also war die Erweiterung obsolet. | ||
| + | * [[2001]]: Der Salzburger Immobilienentwickler [[Franz Fürst]] plante ein "Art- und Lifestyle-Center" auf Basis der Pläne von Perrault. Highlight sollte ein Haifischbecken werden. Das Projekt kam aber über die Sondierungsphase nicht hinaus. | ||
| + | * [[2009]]: Rund um die Gemeinderatswahl tauchte die Kapuzinerbergtunnel-Debatte wieder auf. SPÖ und Bürgerliste wollen jetzt per Verbauung dieser Diskussion ein Ende setzen. | ||
| + | * Ab Mitte [[2011]] brachen heftige Debatten um ein [[Bauvorhaben Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] aus, das für die einen nicht in die Villen-Landschaft des [[19. Jahrhundert]]s passt, für die anderen die mögliche Errichtung eines [[Kapuzinerbergtunnel]]s verhindern würde. | ||
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Version vom 29. Juni 2012, 08:46 Uhr
Der Dr.-Franz-Rehrl-Platz (vormals: Karolinenplatz) befindet sich im Salzburger Stadtteil Äußerer Stein zwischen Salzach und Unfallkrankenhaus Salzburg.
Name
Der Platz ist nach dem Salzburger Politiker Franz Rehrl benannt, der von 1922 bis 1938 ein mehr als verdienstvoller Landeshauptmann für sein Bundesland war. Er gilt als Initiator der Straße auf den Gaisberg und der Großglockner-Hochalpenstraße, ließ die Tauernkraftwerke Kaprun bauen und förderte die Salzburger Festspiele. Von den Nationalsozialisten abgesetzt und ins Gefängnis verfrachtet, starb er wenige Jahre nach dem Ende des Krieges an den Folgen der Haft.
1946 wurde der ehemalige Karolinenplatz nach ihm benannt.
Lage
Der Dr.-Franz-Rehrl-Platz wird von der Imbergstraße, dem Giselakai sowie der Bürglsteinstraße und der Nonntaler Brücke begrenzt. Er liegt eingebettet zwischen der Salzach und dem Areal des Unfallkrankenhauses Salzburg. Der Platz ist verkehrstechnisch als Kreisverkehr ausgelegt, wird allerdings von mehreren Ampelanlagen geregelt.
Pläne von der Nazi-Rampe bis zum Haifischbecken
- 1899: Im Generalverkehrsplan kam erstmals ein Tunnel durch den Kapuzinerberg vor. Endpunkt wäre der damals noch Karolinenplatz heißende Platz gewesen.
- Ab 1938 wollten die Nationalsozialisten dort eine Aufmarschrampe für ein "Gau-Zentrum" auf dem Kapuzinerberg aus dem Boden stampfen. Der Krieg kam dazwischen.
- 1946 wurde der Platz nach dem ehemaligen Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl benannt. In den Jahren darauf wurde auf dem Gelände eine Tankstelle errichtet.
- 1953: Das Unfallkrankenhaus wurde eröffnet. Eigentlich hätte es auf dem Areal des heutigen Finanzamts stehen sollen. So baute man dann eben auf alten römischen Leichenfeldern.
- 1970: "In dem Jahr wurde das im Volksmund ,Schwammerl' genannte Sparkassen-Stöckl gebaut", erinnert sich der ehemalige Sparkassen- Finanzchef Josef Doblinger - und sagt: "Dieser Bank- Drive-in-Schalter war von Anfang an als möglichst billiges Provisorium geplant, weil wir davon ausgingen, dass der Kapuzinerbergtunnel bald kommt."
- 1994 ging der französische Stararchitekt Dominique Perrault als Sieger des Wettbewerbs für ein neues Verwaltungsgebäude der Sparkasse hervor. Das Projekt führte zu heftigem Widerstand bei den Anrainern - unter ihnen der auch heute wieder aktive Christian Walderdorff.
- 1995: Nach Protesten einigten sich Stadt, Sparkasse und Bürgerinitiativen auf eine mehrmonatige "Atempause" die nie mehr endete. Wohl auch ein Grund: Die der Stadt gehörende Sparkasse wurde 1996 an die Erste Bank verkauft - und diese sparte Personal ein, also war die Erweiterung obsolet.
- 2001: Der Salzburger Immobilienentwickler Franz Fürst plante ein "Art- und Lifestyle-Center" auf Basis der Pläne von Perrault. Highlight sollte ein Haifischbecken werden. Das Projekt kam aber über die Sondierungsphase nicht hinaus.
- 2009: Rund um die Gemeinderatswahl tauchte die Kapuzinerbergtunnel-Debatte wieder auf. SPÖ und Bürgerliste wollen jetzt per Verbauung dieser Diskussion ein Ende setzen.
- Ab Mitte 2011 brachen heftige Debatten um ein Bauvorhaben Dr.-Franz-Rehrl-Platz aus, das für die einen nicht in die Villen-Landschaft des 19. Jahrhunderts passt, für die anderen die mögliche Errichtung eines Kapuzinerbergtunnels verhindern würde.
Bildergalerie
Quellen
- Martin, Franz: Salzburger Straßennamen. Verzeichnis der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Brücken, Tore und Parks mit Erklärung ihrer Namen. 5., wesentlich überarbeitete Auflage von Leitner-Martin, Willa und Martin, Andreas. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 25. Ergänzungsband, Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 2006
- "Salzburger Nachrichten", diverse Ausgaben 2011 und 2012, sowie geschichtlicher Rückblick 16. Juni 2012