Alois Johann Welzenbacher: Unterschied zwischen den Versionen
K (Textersetzung - „Salzburgwiki“ durch „SALZBURGWIKI“) |
K (Linkfix, + Kat.) |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| + | '''Lois Welzenbacher''', eigentlich ''Alois Johann Welzenbacher'' (* [[20. Jänner]] [[1889]] in München, [[Königreich Bayern]]; † [[13. August]] [[1955]] in Absam, [[Tirol]]), war ein österreichischer, in [[Deutschland]] geborener Architekt, der überwiegend in Bayern, [[Österreich]] und [[Südtirol]], auch in Salzburg erfolgreich, tätig war. | ||
| + | |||
[[Datei:Architektenhaus Zell am See.jpg|thumb|Architektenhaus Zell am See]] | [[Datei:Architektenhaus Zell am See.jpg|thumb|Architektenhaus Zell am See]] | ||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
== Leben == | == Leben == | ||
| − | Lois Welzenbacher, eigentlich Alois Johann Welzenbacher, wurde | + | Lois Welzenbacher, eigentlich Alois Johann Welzenbacher, wurde in München als Sohn des Steinmetz Alois Welzenbacher geboren. Von [[1903]] bis [[1908]] besuchte er die Staatsgewerbeschule in [[Wien]] und absolvierte nebenbei eine Maurerlehre bei Karl Johann Schmidt. Von [[1910]] bis [[1911]] studierte er an der Kunstgewerbeschule München und von [[1912]] bis [[1914]] an der Technischen Hochschule München bei Theodor Fischer und Friedrich Thiersch Architektur. Ohne Studienabschluss ließ er sich nach Ende des [[Ersten Weltkrieg]]es in Innsbruck nieder, wo er aber [[1926]] die erste und die zweite Staatsprüfung zuerkannt bekam. Von [[1929]] bis [[1930]] war Welzenbacher Stadtbaudirektor in Plauen, Freistaat Sachsen, Deutschland. Danach ließ er sich als freier Architekt in München nieder. |
| + | |||
| + | [[Datei:Architektenhaus2 Zell am See.jpg|thumb|Architektenhaus2 Zell am See]] | ||
== Werk == | == Werk == | ||
| Zeile 11: | Zeile 12: | ||
Während der Zeit des [[Nationalsozialismus]] suchte er wie auch andere Architekten Zuflucht im Industrie- und Rüstungsbau, wo noch modernes Bauen möglich war. Zwischen [[1939]] und [[1945]] arbeitete er als Hausarchitekt für die Siebel Flugzeugwerke in Halle an der Saale, Deutschland, ab [[1947]] war er Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo im Jahr [[1965]] in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Welzenbachergasse nach ihm benannt wurde. | Während der Zeit des [[Nationalsozialismus]] suchte er wie auch andere Architekten Zuflucht im Industrie- und Rüstungsbau, wo noch modernes Bauen möglich war. Zwischen [[1939]] und [[1945]] arbeitete er als Hausarchitekt für die Siebel Flugzeugwerke in Halle an der Saale, Deutschland, ab [[1947]] war er Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo im Jahr [[1965]] in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Welzenbachergasse nach ihm benannt wurde. | ||
| + | |||
| + | [[Datei:Haus Heyrovsky Thumersbach.jpg|thumb|Haus Heyrovsky Thumersbach]] | ||
== Internationale Bedeutung == | == Internationale Bedeutung == | ||
| Zeile 20: | Zeile 23: | ||
=====Bauten in Salzburg===== | =====Bauten in Salzburg===== | ||
| − | Neben den zahlreichen Bauten in Bayern, Südtirol, Tirol und Vorarlberg plante und erbaute Lois Welzenbacher [[1930]] das sog. >Buchroithner-Haus< im Schmittengraben in [[Zell am See]], das in der Zwischenzeit – von [[Otto Wittschier]] renoviert – das [[Musikum]] beheimatet. | + | Neben den zahlreichen Bauten in Bayern, Südtirol, Tirol und Vorarlberg plante und erbaute Lois Welzenbacher [[1930]] das sog. >Buchroithner-Haus< im Schmittengraben in [[Zell am See]], das in der Zwischenzeit – von [[Otto Wittschier]] renoviert – das [[Musikum Zell am See]] beheimatet. |
| + | |||
| + | [[1932]] erbaute er ein weiteres Privathaus – das Haus Heyrovsky - in [[Thumersbach]], ebenfalls in der Stadt Zell am See. | ||
| − | |||
Beide Häuser liegen an eher steilen Hängen und weisen die ihm eigene Betonung der Kurve auf. | Beide Häuser liegen an eher steilen Hängen und weisen die ihm eigene Betonung der Kurve auf. | ||
| Zeile 29: | Zeile 33: | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
| − | * | + | * {{wikipedia-de}} |
* archiv-baukunst.uibk.ac.at/archive_showperson.php? | * archiv-baukunst.uibk.ac.at/archive_showperson.php? | ||
* SALZBURGWIKI: [[Otto Wittschier]] und [[Aiglhof]] | * SALZBURGWIKI: [[Otto Wittschier]] und [[Aiglhof]] | ||
{{SORTIERUNG:Welzenbacher, Lois}} | {{SORTIERUNG:Welzenbacher, Lois}} | ||
| + | [[Kategorie:Person]] | ||
| + | [[Kategorie:Person (Geschichte)]] | ||
[[Kategorie:Architektur]] | [[Kategorie:Architektur]] | ||
[[Kategorie:Architekt]] | [[Kategorie:Architekt]] | ||
| − | [[Kategorie: | + | [[Kategorie:Pinzgau]] |
[[Kategorie:Zell am See]] | [[Kategorie:Zell am See]] | ||
[[Kategorie:Bayern]] | [[Kategorie:Bayern]] | ||
[[Kategorie:Geboren 1889]] | [[Kategorie:Geboren 1889]] | ||
| + | [[Kategorie:Gestorben 1955]] | ||
Version vom 18. Dezember 2024, 20:52 Uhr
Lois Welzenbacher, eigentlich Alois Johann Welzenbacher (* 20. Jänner 1889 in München, Königreich Bayern; † 13. August 1955 in Absam, Tirol), war ein österreichischer, in Deutschland geborener Architekt, der überwiegend in Bayern, Österreich und Südtirol, auch in Salzburg erfolgreich, tätig war.
Leben
Lois Welzenbacher, eigentlich Alois Johann Welzenbacher, wurde in München als Sohn des Steinmetz Alois Welzenbacher geboren. Von 1903 bis 1908 besuchte er die Staatsgewerbeschule in Wien und absolvierte nebenbei eine Maurerlehre bei Karl Johann Schmidt. Von 1910 bis 1911 studierte er an der Kunstgewerbeschule München und von 1912 bis 1914 an der Technischen Hochschule München bei Theodor Fischer und Friedrich Thiersch Architektur. Ohne Studienabschluss ließ er sich nach Ende des Ersten Weltkrieges in Innsbruck nieder, wo er aber 1926 die erste und die zweite Staatsprüfung zuerkannt bekam. Von 1929 bis 1930 war Welzenbacher Stadtbaudirektor in Plauen, Freistaat Sachsen, Deutschland. Danach ließ er sich als freier Architekt in München nieder.
Werk
Lois Welzenbacher war als Architekt überwiegend in Bayern, in Südtirol und in Österreich tätig. Er vertrat er in der Zwischenkriegszeit eine alpine Variante der klassischen Moderne. Welzenbacher trat auch früh für den Hochhausbau ein und entwickelte schon 1924 das nicht ausgeführte Projekt für ein monumentales Hochhaus am Innsbrucker Bahnhofsplatz. Im Wohnhausbau setzte er seine moderne Formensprache konsequent um, wobei die Einpassung seiner Bauten in die jeweilige Umgebung von großer Bedeutung war.
Während der Zeit des Nationalsozialismus suchte er wie auch andere Architekten Zuflucht im Industrie- und Rüstungsbau, wo noch modernes Bauen möglich war. Zwischen 1939 und 1945 arbeitete er als Hausarchitekt für die Siebel Flugzeugwerke in Halle an der Saale, Deutschland, ab 1947 war er Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo im Jahr 1965 in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Welzenbachergasse nach ihm benannt wurde.
Internationale Bedeutung
Lois Welzenbacher wurde 1932 als einziger österreichischer Architekt in der Ausstellung "International Style" im Museum of Modern Art in New York berücksichtigt.
Salzburgbezug
Planungen in Salzburg
Lois Welzenbacher reichte ein Projekt für die 1927 geplante Verbauung der in der damals noch eigenständigen Gemeinde Maxglan befindlichen Aiglhoffelder (Aiglhof) ein. Sein Projekt, das die Errichtung von 8.000 Wohnungen vorsah, wurde als Siegerprojekt preisgekrönt. Aus Geldmangel konnte die Verbauung aber nicht ausgeführt werden.
Bauten in Salzburg
Neben den zahlreichen Bauten in Bayern, Südtirol, Tirol und Vorarlberg plante und erbaute Lois Welzenbacher 1930 das sog. >Buchroithner-Haus< im Schmittengraben in Zell am See, das in der Zwischenzeit – von Otto Wittschier renoviert – das Musikum Zell am See beheimatet.
1932 erbaute er ein weiteres Privathaus – das Haus Heyrovsky - in Thumersbach, ebenfalls in der Stadt Zell am See.
Beide Häuser liegen an eher steilen Hängen und weisen die ihm eigene Betonung der Kurve auf.
Salzburger Architekturpreis
Welzenbacher erhielt im Jahr 1905 den Preis des Niederösterreichischen Gewerbevereins. Der Preis der Stadt Wien wurde ihm im Jahr 1955 verliehen und 1976 wurde Welzenbacher posthum mit dem Architekturpreis des Landes Salzburg ausgezeichnet.
Quellen
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Alois Johann Welzenbacher"
- archiv-baukunst.uibk.ac.at/archive_showperson.php?
- SALZBURGWIKI: Otto Wittschier und Aiglhof