Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Gesellschaft für Salzburger Landeskunde''' befasst sich mit der [[Geschichte des Landes|Geschichte des Landes Salzburg]] und der Landeshauptstadt [[Salzburg]]. Sie gibt seit [[1861]] jährlich die [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] heraus.  
Die '''Gesellschaft für Salzburger Landeskunde''' ist ein Verein, der sich die Förderung der Kunde vom [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und [[Geschichte des Landes|Vergangenheit]] zum Ziel gesetzt hat.
==Allgemeines==
 
Vereinszweck ist nach der Satzung (seit 1860 unverändert) die „Förderung der Kunde vom Land Salzburg und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und Vergangenheit“.
 
Seit 1861 erscheinen die [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (also bisher rund 150) als ein jährlicher Band mit unregelmäßig erscheinenden, oft monographischen Ergänzungsbänden.
 
Veranstaltungen des Vereins sind Vorträge, Führungen und Exkursionen aus den Gebieten Geschichte, Kunst- und Musikgeschichte, Volkskunde und Naturwissenschaft.
 
Die Zahl der Mitglieder beträgt gegenwärtig etwa 1600.
==Vereinsorgane==
Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand, der Beirat, die Rechnungsprüfer und das Schiedsgericht.
Der Vorstand (ursprüngliche Bezeichnung: Ausschuß) besteht aus dem Präsidenten (ursprüngliche Bezeichnung: Vorstand) und dessen Stellvertreter, dem  Schriftführer und dessen Stellvertreter, dem Kassier und dessen Stellvertreter sowie mindestens vier weiteren Mitgliedern.
Als Präsident fungiert derzeit Universitätsprofessor Dr. [[Reinhard Rudolf Heinisch|Reinhard. R. Heinisch]], als dessen Stellvertreter Dr. [[Erich Marx]]. Die Redaktion der Mitteilungsbände obliegt Univ.-Prof. Dr. [[Heinz Dopsch]] und Univ.-Prof. Dr. [[Guido Müller]].


== Geschichte der Gesellschaft ==
== Geschichte der Gesellschaft ==
Die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde wurde am [[24. September]] [[1860]] von neun Salzburger Bürgern gegründet. Als Initiator dieser Vereinigung tat sich der Salzburger Arzt und Gemeinderat [[Franz Valentin Zillner]] (* [[1816]], †[[1896]]) hervor. Die ersten Versammlungen, deren Teilnehmer sich aus dem Freundeskreis Zillners rekrutierten, fanden bereits seit [[1856]] im damaligen Gasthaus Raith in der Milchgasse, der heutigen [[Goldgasse]] statt. Die Gründungsmitglieder waren ausnahmslos honorige Bürger der Stadt Salzburg, darunter Professor Dr. Aberle, Prof. Johann Biatzowsky, der Maler [[Georg Pezolt]], der Geschichtsforscher [[Georg Abdon Pichler]], der Arzt [[Anton Sauter|Anton Eleutherius Sauter]], Stadtphysikus Dr. Cornel Schwarz, Hauptmann a. D. [[Anton von Schallhammer]] und Stadtarzt Dr. Storch. In der konstituierenden Sitzung vom [[30. September]] [[1860]] wurde Bürgermeister [[Heinrich Ritter von Mertens]] zum ersten Vorstand gewählt.
===Gründung===
Als Initiator dieser Vereinigung tat sich der Salzburger Arzt und Gemeinderat [[Franz Valentin Zillner]] (* [[1816]], †[[1896]]) hervor. Die ersten Versammlungen, deren Teilnehmer sich aus dem Freundeskreis Zillners rekrutierten, fanden bereits seit [[1856]] im damaligen Gasthaus Raith in der Milchgasse, der heutigen [[Goldgasse]] statt. Die Gründungsmitglieder waren ausnahmslos honorige Bürger der Stadt Salzburg. Das neunköpfige Gründungskomitee bestand aus sechs Ärzten – Professor [[Carl Aberle|Dr. Aberle]], Prof. [[Johann Biatzowsky|Dr. Johann Biatzowsky]], Stadtphysikus Dr. [[Cornel Schwarz]], [[Anton Sauter|Dr. Anton Eleutherius Sauter]] und Stadtarzt Dr. [[Franz Storch]] – dem Advokaten [[August Prinzinger der Ältere|Dr. August Prinzinger]], dem Hauptmann a. D. [[Anton von Schallhammer]] und dem Staatsbeamten [[Adolf Steinhauser]].  
 
Nachdem die vorgesehenen Vereinssatzungen 1858 bei der Behörde eingereicht und eineinhalb Jahre später genehmigt worden waren, hielt die Gesellschaft ihre Gründungsversammlung am [[30. September]] [[1860]] ab; [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] Heinrich Ritter von Mertens wurde zum ersten Vorstand gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren zB der Maler [[Georg Pezolt]] und der Geschichtsforscher [[Georg Abdon Pichler]].


==Aufgaben und Zweck der Gesellschaft==
Als Bereich der Landeskunde wurden im engeren Sinne die „drei Naturreiche“, die Witterungsverhältnisse und die Landesbeschreibung, dann aber auch Landesgeschichte und Volkskunde einschließlich insbesondere der Kunstgeschichte aufgefasst. <ref>Zillner, aaO MGSLK 1860/61, S. 8 f; vgl. auch den [[Wikipedia]]-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Landeskunde''„Landeskunde“''.]</ref>
Laut Satzung setzt sich die Gesellschaft für die Beförderung der Kunde vom [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und Vergangenheit ein. Seit 1861 erscheinen die Mitteilungen der Gesellschaft (bisher 145 Bände). Veranstaltet werden Vorträge, Führungen und Exkursionen aus den Gebieten Geschichte, Kunst- und Musikgeschichte, Volkskunde und Naturwissenschaft.


Die Zahl der Mitglieder beträgt aktuell etwa 1600. Als Präsident fungiert derzeit Universitätsprofessor Dr. [[Reinhard Heinisch|Reinhard. R. Heinisch]] und als dessen Stellvertreter Dr. [[Erich Marx]]. Die Redaktion der Mitteilungsbände obliegt Univ.-Prof. Dr. [[Heinz Dopsch]] und Univ.-Prof. Dr. [[Guido Müller]].
===Vorstände und Präsidenten===
Die Funktion des Vorstandes bzw. Präsidenten hatten inne:
*[[1860]] – [[1861]] Heinrich Ritter von Mertens, [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]]
*[[1861]] – [[1864]] Franz Valentin Zillner, Arzt
*[[1864]] – [[1874]] Anton Sauter, Arzt und Botaniker
*[[1874]] – [[1884]] August Prinzinger der Ältere, Advokat
*[[1884]] – [[1887]] [[Adolf Steinhauser|Adolf Ritter von Steinhauser]], Beamter
*[[1887]] – [[1889]] [[Franz Schweinbach]], Beamter
*[[1889]] – [[1916]] [[Eberhard Fugger]], Realschul- und Museumsdirektor
*[[1921]] – [[ 1938]] [[Franz Martin]], Landesarchivar
*[[1938 ]] – [[ 1945]] [[Richard Schlegel]], Landesplaner
*[[1945 ]] [[ 1950]] Franz Martin (nochmals)


==Weiterführende Literatur==
:
* Kurt Conrad: ''Bericht über die 125-Jahr-Feier der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.'' In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 126. S 519ff.; Eigenverlag der Gesellschaft. Salzburg 1986
*[[1982]] – [[1994]] [[Kurt Conrad]], Direktor des [[Salzburger Freilichtmuseum]]s
* Hans Wagner: ''Die ersten 25 Jahre der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.'' In Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 118. S 189-224. Eigenverlag der Gesellschaft. Salzburg 1978
:
*seit [[1996]] [[Reinhard Rudolf Heinisch]], Historiker


==Quellen==
==Quellen==
* Homepage der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde
* Homepage der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde
{{Quelle Kulturlexikon}}
{{Quelle Kulturlexikon}}
* Karl Heinz Ritschel: ''Franz Valentin Zillner, 1816-1896. Der Vater der Salzburger Landeskunde.'' In: ''In Salzburg geboren. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten.'' Anton Stockklausner (Hg.). [[Salzburger Nachrichten]] Verlags GmbH. Salzburg 1972. ISBN 3-85304-032-2
*Franz Valentin Zillner, ''Ein kurzes Vorwort zur Gründung der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18600003&zoom=2&seite=00000002&ues=0&x=20&y=12 MGSLK 1, 1860/61, S. 1-14]
*derselbe, ''Zur Gründungsgeschichte der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde'', in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18930003&zoom=2&seite=00000059 33, 1893, S. 59-78]
*[[Hans Widmann]], ''Ein halbes Jahrhundert Salzburger Landeskunde 1860-1910'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19100031&zoom=2&seite=00000007 MGSLK 50, 1910, S. VII]
* [[Karl Heinz Ritschel]], ''Franz Valentin Zillner, 1816-1896. Der Vater der Salzburger Landeskunde.'' In: [[Anton Stockklausner]] (Hg.), ''In Salzburg geboren. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten.'' [[Salzburger Nachrichten]] Verlags GmbH. Salzburg 1972. ISBN 3-85304-032-2
==Einzelnachweise==
<references/>
 
==Weiterführende Literatur==
* [[Hans Wagner (Historiker)|Hans Wagner]], ''Die ersten 25 Jahre der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde'', in: MGSLK 118, 1978, S.&nbsp;189-224.
* Kurt Conrad, ''Bericht über die 125-Jahr-Feier der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde'', in: MGSLK 126, 1986, S.&nbsp;519&nbsp;ff.


==Weblink==
==Weblink==
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[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Organisation]]

Version vom 15. Januar 2012, 14:59 Uhr

Die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde ist ein Verein, der sich die Förderung der Kunde vom Land Salzburg und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und Vergangenheit zum Ziel gesetzt hat.

Allgemeines

Vereinszweck ist nach der Satzung (seit 1860 unverändert) die „Förderung der Kunde vom Land Salzburg und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und Vergangenheit“.

Seit 1861 erscheinen die Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (also bisher rund 150) als ein jährlicher Band mit unregelmäßig erscheinenden, oft monographischen Ergänzungsbänden.

Veranstaltungen des Vereins sind Vorträge, Führungen und Exkursionen aus den Gebieten Geschichte, Kunst- und Musikgeschichte, Volkskunde und Naturwissenschaft.

Die Zahl der Mitglieder beträgt gegenwärtig etwa 1600.

Vereinsorgane

Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand, der Beirat, die Rechnungsprüfer und das Schiedsgericht. Der Vorstand (ursprüngliche Bezeichnung: Ausschuß) besteht aus dem Präsidenten (ursprüngliche Bezeichnung: Vorstand) und dessen Stellvertreter, dem Schriftführer und dessen Stellvertreter, dem Kassier und dessen Stellvertreter sowie mindestens vier weiteren Mitgliedern. Als Präsident fungiert derzeit Universitätsprofessor Dr. Reinhard. R. Heinisch, als dessen Stellvertreter Dr. Erich Marx. Die Redaktion der Mitteilungsbände obliegt Univ.-Prof. Dr. Heinz Dopsch und Univ.-Prof. Dr. Guido Müller.

Geschichte der Gesellschaft

Gründung

Als Initiator dieser Vereinigung tat sich der Salzburger Arzt und Gemeinderat Franz Valentin Zillner (* 1816, †1896) hervor. Die ersten Versammlungen, deren Teilnehmer sich aus dem Freundeskreis Zillners rekrutierten, fanden bereits seit 1856 im damaligen Gasthaus Raith in der Milchgasse, der heutigen Goldgasse statt. Die Gründungsmitglieder waren ausnahmslos honorige Bürger der Stadt Salzburg. Das neunköpfige Gründungskomitee bestand aus sechs Ärzten – Professor Dr. Aberle, Prof. Dr. Johann Biatzowsky, Stadtphysikus Dr. Cornel Schwarz, Dr. Anton Eleutherius Sauter und Stadtarzt Dr. Franz Storch – dem Advokaten Dr. August Prinzinger, dem Hauptmann a. D. Anton von Schallhammer und dem Staatsbeamten Adolf Steinhauser.

Nachdem die vorgesehenen Vereinssatzungen 1858 bei der Behörde eingereicht und eineinhalb Jahre später genehmigt worden waren, hielt die Gesellschaft ihre Gründungsversammlung am 30. September 1860 ab; Bürgermeister Heinrich Ritter von Mertens wurde zum ersten Vorstand gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren zB der Maler Georg Pezolt und der Geschichtsforscher Georg Abdon Pichler.

Als Bereich der Landeskunde wurden im engeren Sinne die „drei Naturreiche“, die Witterungsverhältnisse und die Landesbeschreibung, dann aber auch Landesgeschichte und Volkskunde einschließlich insbesondere der Kunstgeschichte aufgefasst. [1]

Vorstände und Präsidenten

Die Funktion des Vorstandes bzw. Präsidenten hatten inne:

Quellen

Einzelnachweise

  1. Zillner, aaO MGSLK 1860/61, S. 8 f; vgl. auch den Wikipedia-Artikel „Landeskunde“.

Weiterführende Literatur

  • Hans Wagner, Die ersten 25 Jahre der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, in: MGSLK 118, 1978, S. 189-224.
  • Kurt Conrad, Bericht über die 125-Jahr-Feier der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, in: MGSLK 126, 1986, S. 519 ff.

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