Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt das Schaubergwerk auf dem Dürrnberg. Ein Artikel über die Geschichte des früheren Salzabbauses findet sich unter Salzbergwerk Dürrnberg.


Die Salzwelten Salzburg im Dürrnberg im Halleiner Stadtteil Bad Dürrnberg befinden sich in einem der ältesten Salzbergwerke der Welt.

Der neue Eingang zu den Salzwelten Salzburg (2021).

Geschichte des Salzbergwerks am Dürrnberg

Hauptartikel Salzbergwerk Dürrnberg

Die Kelten begannen im 7. Jahrhundert v. Chr. mit dem Salzbergbau und trieben die ersten Stollen bis etwa 300 m in den Dürrnberg. Im 12. Jahrhundert n. Chr. wurde der Salzbergbau wieder aufgenommen, und die Saline Hallein zählte ab dem 13. Jahrhundert zu den bedeutendsten Produzenten von Salz im Alpenraum. Die wirtschaftliche Blütezeit erreichte das Salzbergwerk Hallein im 16. Jahrhundert.

 
Das neue Besucherzentrum (2021).

Geschichte des Schaubergwerks

Bereits vor der offiziellen Eröffnung als Schaubergwerk konnte das Bergwerk besichtigt werden. So besuchten 110 906 Gäste aus dem In- und Ausland vom 1. Mai bis 30. September 1958 das Salzbergwerk. Von 1. Oktober bis 30. April war das Bergwerk damals für Besucher gesperrt.[1]

Am 27. Juli 1989 wurde die Soleleitung im Ruperti-Stollen abgedreht, am 31. Juli 1989 die Salzkompressoren in der Saline auf der Pernerinsel. Der Standort war für die Österreichische Salinen AG nicht mehr rentabel, die Technik veraltet, das Salzmonopol vor dem Fall. Das Bergwerk wurde für Besucher umgebaut.

 
"Der Salzträger", Holzskulptur, 1957, von Jakob Adlhart (Bildhauer), stand bis zum Umbau 2021 im Besucherzentrum.

Heute fährt man mit einem Grubenhunt in den Stollen des Schaubergwerks ein, das im Obersteinberg-Stollen eingerichtet wurde. Ein einzigartiges Erlebnis bietet die Floßfahrt über einen unterirdischen See (wo gelegentlich Konzerte stattfinden) sowie zwei Bergmannsrutschen.

Seit etwa 2010 wird in der Adventzeit ein Programm unter dem Titel Advent in den Salzwelten Salzburg angeboten.

Der zehnmillionste Besucher konnte am 4. Juni 2012 begrüßt werden.

 
Unterirdischer Salzsee, der im Rahmen der Besichtigung mit einem Boot überquert wird (2021).

Am 11. August 2016 wurden vorsorglich 486 Besucher evakuiert, nachdem überhöhte Kohlenmonoxidwerte festgestellt worden waren. Die Besucher wurden von Personal und Grubenwehr angewiesen, das Bergwerk zu verlassen. Die Räumung dauerte rund 20 Minuten.[2][3]

2020/2021: Umbau und Neueröffnung

Mit mehr als 200 000 Besuchern pro Jahr zählen die Salzwelten zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Land Salzburg. Bereits seit dem 16. Jahrhundert finden dort Führungen statt – das Schaubergwerk gilt als das älteste in Österreich, möglicherweise sogar in Europa.

Durch Bergdruck schrumpfen Stollen und Kammern jährlich um etwa zwei Zentimeter. Bei der Floßfahrt über den Salzsee war die Decke zuletzt so niedrig, dass Verletzungsgefahr bestand.

Die Salinen Austria AG entschied sich daher für einen umfassenden Umbau – inklusive neuem Besucherzentrum, Salzmanufaktur und moderner Präsentation des historischen Salzabbaus. In acht Monaten wurden 4 000 m³ festes bzw. 6 000 m³ lockeres Gestein aus dem Berg gefräst. Neue Stollen und Kammern wurden für den Abtransport und das Zusammensetzen der Fräsmaschine geschaffen.

Den Architekturwettbewerb gewannen Ernst J. Fuchs und Marie Therese Harnoncourt-Fuchs (the next ENTERprise Architects). Für die Neuinszenierung arbeiteten sie mit Sabine Dreher (Liquid Frontiers) und Matthias Hosp (Artfabrik) zusammen.

Der erste optische Anziehungspunkt ist die offene Dachbalkenkonstruktion im Besucherzentrum. Das Gebäude bietet neben Ticketschalter und Broschüren einen illustrierten Abriss über die Geschichte des Salzbergbaus. Exponate werden in Vitrinen präsentiert – der Beginn einer Zeitreise, die sich durch das gesamte Areal zieht.

Unter Tage führt die Zeitreise von der Gegenwart über den Barock und das Mittelalter bis zur Eisenzeit. Jede Epoche besitzt eine eigene Kammer mit Exponaten und Filmen. Die Überfahrt über den Salzsee verbindet die harte Arbeit der Bergknappen mit der Welt des Adels in der Stadt Salzburg. Die letzte Epoche – der prähistorische Salzabbau der Kelten – wird oberirdisch im Keltendorf Salina fortgesetzt.

Der Umbau dauerte acht Monate und kostete zehn Millionen Euro. Insgesamt wurden in den letzten Jahren über 40 Millionen Euro am Dürrnberg investiert. Zum Angebot gehören das neugestaltete Schaubergwerk, das Keltendorf („Kelten.Erlebnis.Berg“) und die Salz-Manufaktur.

Die feierliche Neueröffnung fand am 8. Oktober 2021 im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt.

 
Salzwelten Salzburg

Salz-Manufaktur

Hauptartikel Salz-Manufaktur auf dem Dürrnberg

Im Zuge der Neugestaltung 2021 wurde die einzige Schausaline Österreichs errichtet.

Technische Daten

Vom 64,72 km langen Stollensystem sind 11,88 km begehbar. Diese verteilen sich auf 21 Horizonte, von denen neun begehbar sind. Auf keinem Horizont wird heute noch Sole erzeugt. Der Salzgehalt beträgt durchschnittlich 30–35 %. 2010 waren 14 Mitarbeiter für Führungen und Wartung tätig.

Bilder

  Salzwelten Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Archiv der Salzburger Nachrichten, 2. Oktober 1958, S. 3
  2. ↑ Quellen: Salzburger Nachrichten und SALZBURG24 online, abgefragt am 11. August 2016
  3. ↑ www.salzburg24.at