Riccardo Muti

Riccardo Muti (* 28. Juli 1941 in Neapel) ist ein italienischer Dirigent.
Leben (Auszug)
Komponieren und dirigieren lernte Muti am Mailänder Verdi Konservatorium. Der Dirigentenpreis des Guido-Cantelli-Wettbewerbs des Jahres 1967 bescherte ihm erstmals öffentliche Aufmerksamkeit. Fortan war der gebürtige Neapolitaner ein gefragter Mann am Dirigentenpult. 1972 debütierte Muti in den USA mit dem Philadelphia Orchestra, dessen Musikdirektor er 1980 wurde. Von 1986 bis 2005 war Riccardo Muti Musikdirektor der Mailänder Scala. Von September 2010 bis Juni 2023 hatte der Italiener die Position des Musikdirektors des Chicago Symphony Orchestra inne. Im Laufe seiner außergewöhnlichen Karriere hat der italienische Stardirigent viele der wichtigsten Orchester der Welt dirigiert: von den Berliner Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bis zu den New Yorker Philharmonikern und dem Orchestre National de France. Besonders eng ist er mit den Wiener Philharmonikern verbunden, mit denen er seit 1971 regelmäßig bei den Salzburger Festspielen auftritt. Muti lebt in Ravenna und leitet dort die Italian Opera Academy.
Salzburgbezug
1971 lud ihn Herbert von Karajan ein, bei den Salzburger Festspielen zu dirigieren – es wurde der erste von vielen Opern- und Konzertauftritten in der Mozartstadt. Seit mehr als 50 Jahren ist Riccardo Muti fester Bestandteil der Salzburger Festspiele und von der Bühne nicht mehr wegzudenken. Der 85-Jährige ist unbestritten einer der prägendsten Dirigenten seiner Zeit. In 54 Spielzeiten dirigierte Riccardo Muti bei den Festspielen im Sommer (mit Ausnahme 1978) 270 Opern- und Konzertaufführungen. Von 2007 bis 2011 wurde Riccardo Muti die künstlerische Leitung der Pfingstfestspiele überantwortet. 2012 folgte ihm Cecilia Bartoli nach. Er legte den Schwerpunkt erfolgreich auf neapolitanische Komponisten des 18. Jahrhunderts.
Bei einem legendären "Fischessen" hatten Muti, Intendant Jürgen Flimm und Konzertdirektor Markus Hinterhäuser einst vereinbart, unbekannte Werke der für das europäische Musikleben des 18. Jahrhunderts bedeutsamen "Neapolitanischen Schule" auszugraben, zu erforschen, zu edieren und aufzuführen. Dies zog den Besuch jener klösterlichen Archive nach sich, die diese Schätze bergen. Bei den unter Mutis Leitung stehenden Pfingstfestspielen gelangten daraufhin Opern von Domenico Cimarosa, Giovanni Paisiello, Niccolò Jommelli und Saverio Mercadante, Oratorien von Alessandro Scarlatti, Johann Adolph Hasse und Paisiello sowie Konzertantes von Leonardo Leo und Francesco Fago zu Gehör.[1]
Trivia
Riccardo Muti hat ein Haus in der Flachgauer Anif.
Auszeichnungen

Muti wurde bisher u. a. mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.
1998 erhielt er die Silberne Mozart-Medaille.
In der Fördererlounge im Großen Festspielhaus überreichte ihm Landeshauptfrau Karoline Edtstadler am Samstag, dem 15. August 2026, den Ring des Landes Salzburg und würdigte Mutis Schaffen.
Weiterführend
Für Informationen zum Thema Riccardo Muti, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.
Quellen
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Riccardo Muti"
- Artikel Pfingstfestspiele
- archive.salzburgerfestspiele.at
- Salzburger Landeskorrespondenz vom 15. August 2026
Einzelnachweis
- ↑ "Salzburger Nachrichten" vom 11. Juni 2011, Artikel "Von europäischer Strahlkraft".