Karl Holter
Hofrat Ing. Karl (auch: Carl) Holter (* 7. Oktober 1877 in der Stadt Salzburg; † 19. Februar 1957 ebenda)[1] war Landesbaudirektor im Amt der Salzburger Landesregierung.
Aus seinem Leben
Karl Holter war Sohn des Franz Holter, bürgerlichen Gold- und Silberschmieds, und der Franziska geb. Würtz.[1] Er absolvierte ein Ingenieursstudium und trat in den landschaftlichen Baudienst ein ("landschaftlich" meint hier mit Landschaft das Land Salzburg als – teilweise – autonome Einheit der Monarchie). Er verbesserte sich mit 1. August 1902 vom provisorischen zum wirklichen Ingenieur-Adjunkten und stieg im November des Folgejahres zum landschaftlichen Ingenieur auf.,[2]
Diese Jahre prägten auch sein persönliches Leben. Er heiratete 26‑jährig am 8. Februar 1904 in der Borromäuskirche Martha Dornig, 21‑jährige Tochter des Spitalsdirektors Josef Dornig.[3] Die junge Ehefrau brachte am 30. Jänner 1905 eine Tochter Margaretha Martha zur Welt, die schon nach wenigen Tagen starb.[4] Einige Tage später starb auch sie selbst, 22 Jahre alt, am Kindbettbettfieber, am Jahrestag ihrer Vermählung.[5] Die "Salzburger Chronik" brachte einen Nachruf, in dem die Tragik des Geschehens beleuchtet und über die Verschiedene geschrieben wird:[6]
- "Dieses Ereignis, an sich schon so erschütternd, wie es die Phantasie nicht düsterer ersinnen könnte, wird nur noch trauriger, wenn man die liebliche Persönlichkeit der Entschlafenen selbst ins Auge faßt. Voll Frohsinn und Heiterkeit, gepaart mit gewinnender Liebenswürdigkeit und großer Herzensgute, war sie in hohem Maße geeignet, andere zu beglücken. Wie heller Sonnenschein war ihr Leben und nun, nachdem ihr in der Ehe erst recht die Fülle des Glückes lächelte, mußte sie, so jung und blühend, schon von hinnen gehen. Wer Frau Martha Holter gekannt, wird den namenlosen Schmerz ihres Gatten, den tiefen Kummer ihrer Eltern verstehen und zu würdigen wissen."
Groß war auch die allgemeine Anteilnahme, die sich zum Beispiel in der Teilnahme von Landeshauptmann Albert Schumacher und Vizebürgermeister Max Ott am Leichenbegängnis zeigte.[7]
Der Witwer heiratete am 11. Februar 1907 im Sacellum der Alten Universität 29‑jährig die 20‑jährige Ida Maria Behacker (* 1886, † 1962), Tochter des Landesschulinspektors Anton Behacker.[1] Aus der Ehe ging bald die Tochter Thea Maria Hermine (* 1908, † 1984; Dr. med., Kinderärztin, verheiratet mit Dr. Oskar Steinhardt[8]) hervor.[9] Die weitere Tochter Erika starb im Alter von acht Monaten an Meningitis (*/† 1911).[10]
Holters Beamtenlaufbahn verlief indes stetig aufwärts:
- Im März 1907 wurde er zum Oberingenieur ernannt.[11]
- 1912 wurde ihm der Titel "Baurat" verliehen.[12]
- Im Oktober 1913 wurde der bisherige bloße Titular-Baurat zum wirklichen Baurat ernannt.[13]
- Im Februar 1919 wurde ihm der Titel eines Oberbaurates verliehen.[14]
Im März 1912 waren ihm überdies die Befugnisse eines behördlich autorisierten Bauingenieurs und Geometers erteilt worden.[15]
Nach dem im Jahr 1920 erfolgten Ruhestandsübertritt seines Vorgängers Wilhelm Guttenberg erlebte Holter seinen größten Karrieresprung: Er wurde Amtsvorstand des Landesbauamtes.[16] Im Dezember 1922 verlieh ihm die Landesregierung den Titel eines Hofrats, im Mai 1927 (er war Vorstand der nunmehrigen Abteilung V (Landesbauamt) des Amtes der Landesregierung) den Titel "Landesbaudirektor".[17]
Holter gehörte als Mitglied des Verwaltungsrates der Großglockner Hochalpenstraßen AG zu den in den Bau der Großglockner Hochalpenstraße eingebundenen Persönlichkeiten.[18]
Ehrungen
Im Oktober 1916 verlieh die Gemeinde Ebenau Baurat Holter (und zwei weiteren Persönlichkeiten) in dankbarer Anerkennung für die im Gemeindegebiet vorgenommenen Straßenbauten ihre Ehrenbürgerschaft.[19] Im Jänner 1931 verlieh ihm der Bundespräsident das Große silberne Ehrenzeichen.[20] Holter war auch Ehrenbürger der, erst 1935 nach Salzburg eingemeindeten, Gemeinde Gnigl.[16]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Trauungsbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XI S. 324
- ↑ Salzburger Volksblatt, 1. August 1902, S. 3; Salzburger Chronik, 7. November 1903, Beilage
- ↑ Trauungsbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XI S. 81
- ↑ Taufbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XVII S. 197
- ↑ Sterbebuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XII S. 183
- ↑ Salzburger Chronik, 13. Februar 1905, Beilage: Frau Marta Holter †
- ↑ Salzburger Chronik, 11. Februar 1905, S. 5: Leichenbegängnis
- ↑ Trauungsbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Blasius, Bd. VI S. 122; Salzburger Volksblatt, 3. Mai 1934, S. 7: Promotion; 15. März 1937, S. 6: Trauungen
- ↑ Taufbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XVIII S. 84
- ↑ Sterbebuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XIV S. 150
- ↑ Salzburger Chronik, 22. März 1907, S. 6
- ↑ Salzburger Chronik, 4. März 1912, S. 4
- ↑ Salzburger Volksblatt, 19. Oktober 1913, S. 8
- ↑ Salzburger Wacht, 28. Februar 1919, S. 2
- ↑ Salzburger Volksblatt, 19. April 1912, S. 6
- ↑ 16,0 16,1 Salzburger Amts-Kalender 1921, S. 61 (Scan 71)
- ↑ Salzburger Volksblatt, 22. Dezember 1922, S. 4; Salzburger Chronik, 27. Mai 1937, S. 5
- ↑ Verlinkte Artikel
- ↑ Salzburger Volksblatt, 21. Oktober 1916, S. 5
- ↑ Salzburger Chronik, 9. Jänner 1931, S. 4
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