Keltenmuseum Hallein
Das Keltenmuseum Hallein liegt in der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein und zählt zu den bedeutendsten Sammlungen von Zeugnissen keltischer Kunst in Europa. Es befindet sich im alten Sitz der Salinenpflege.
Geschichte
Ursprünglich befand sich der Sitz der Salinenpflege in der Kuffergasse. Erzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein ließ 1654 ein neues Gebäude am Pflegerplatz errichten, in dem der Sitz der Salinenpflege mit Salzverweseramt, Bau-, Pfannhaus- und Grießamt untergebracht waren. Für die Besuche des Fürsterzbischofs und andere hohe Gäste waren im obersten Stockwerk die Fürstenzimmer eingerichtet worden.
Das Keltenmuseum ging aus dem 1882 gegründeten Stadtmuseum Hallein hervor. Dieses war ursprünglich im Bürgerspital, ab 1930 im Rathaus in sieben Ausstellungsräumen, die von Nora Watteck eingerichtet wurden, die 1932 die Schnabelkanne am Dürrnberg freigelegt hatte. 1952 übersiedelte das Museum in das Griestor der Stadtbefestigung. Bereits 1922 gab es Bestrebungen, die Fürstenzimmer als Museum zu nutzen. Jedoch verwies die Salinenverwaltung damals noch auf den dadurch beeinträchtigten Amtsbetrieb und die Gefährdung der Salinenkasse. Auch das Bundesministerium für Finanzen sah die Sache damals so und das Projekt wurde ad acta gelegt. 1966 erfolgte dann aber der Ankauf des Gebäudes durch die Stadt Hallein, mit der Planung, darin das Keltenmuseum unterzubringen. Doch die Finanzierung gestaltete sich schwierig, das Land Salzburg konnte nur 500.000 Schilling im selben Jahr noch bereit stellen, den Rest musste die Stadtgemeinde Hallein selbst finanzieren.
1970 erfolgte einhergehend mit der Umbenennung in "Keltenmuseum" die Übersiedlung in das ehemalige Amtsgebäude der Saline am Pflegerplatz, wo es am 17. Oktober eröffnet wurde. Die Adaptierung des Gebäudes geschah nach Plänen von Architekt Jakob Adlhart und Hans Wiser. Die Gesamtumbaukosten betrugen 5,6 Millionen Schilling (rund 407.000 Euro). Dechant Rasp gab dem Gebäude bei der Eröffnungsfeier den Beinamen Haus der Begegnung. Am selben Tag wurden auch noch ein Schulneubau des Sonderpädagogischen Zentrums Hallein mit dem Namen "Gotthard-Guggenmoos-Schule Hallein", die Volksschule Rif-Rehhof und der Kaltenhausensteg in Hallein eröffnet.
1980 war das Museum Veranstalter der Salzburger Landesausstellung "Die Kelten in Mitteleuropa" (über 360 000 Besucher), im Jahr 2006 beherbergte es die viel beachtete Ausstellung "NS-Euthanasie im Land Salzburg".
Von 1985 bis 2009 war Kurt Zeller Direktor des Museums. Im Juli 2009 folgte Stefan Moser dem Langzeitdirektor.
Ausstellungsschwerpunkte
Auf rund 3.000 qm Ausstellungsfläche zeigt das Keltenmuseum Ausstellungsstücke zu den Themenbereichen "Kelten", "Historische Salzgewinnung am Dürrnberg", "Entwicklung der Stadt Hallein" und der Entstehungsgeschichte des Weihnachtsliedes "Stille Nacht, Heilige Nacht".
Die Welt der Kelten
Das Museum verwahrt alle seit 1949 gehobenen Grabfunde am Dürrnberg. Das Prunkstück der Ausstellung ist die Grabausstattung eines keltischen Stammesführers der in einer hölzernen Kammer auf einem zweirädrigen Streitwagen liegend bestattet worden war. Die unversehrte Grabstätte stammt aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. und wurde 1959 auf der Hochfläche des Mosersteins gefunden. Seit 26. April 2012 ist das Original der Schnabelkanne vom Dürrnberg, die sich seit ihrer Ausgrabung im Jahr 1932 im Salzburg Museum (ehemals Salzburger Museum Carolino Augusteum) befunden hat, im Keltenmuseum Hallein zu sehen. Dazu wurden auch die erläuternden Texte im Ausstellungsraum aktualisiert und auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht.
Forschungszentrum Dürrnberg
- Hauptartikel: Forschungszentrum Dürrnberg
Die archäologische Betreuung des Dürrnbergs obliegt dem im Jahr 1985 gegründeten Forschungszentrum Dürrnberg. Dieser überregional tätige Verein hat seinen Sitz im Halleiner Keltenmuseum und wird vom Bund, dem Land Salzburg, der Stadt Hallein und den Salinen Austria getragen. Das Forschungszentrum Dürrnberg beschäftigt sich hauptsächlich mit der systematischen Erforschung der Fundstätten sowie den Aufgaben der Bodendenkmalpflege, zu denen kurzfristige Rettungsmaßnahmen genauso zählen wie größere Forschungsprojekte.
Historisches Salzwesen
Neben Einblicken in die historische Salzproduktion und Vertriebsorganisation zeigt das Keltenmuseum im sogenannten "Fürstenzimmer" im zweiten Obergeschoß, 80 Bilder des Malers Benedict Werkstötter die dieser 1757 im Auftrag des Erzbischofs Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach anfertigte und auf denen alle mit der Salzgewinnung in Zusammenhang stehende Arbeiten dargestellt werden.
Sonderschau 2010
Im Sommer 2010 war im Keltenmuseum eine Sonderschau zum Thema Halleiner Motorenwerk anlässlich des 1. HMW Treffens am 25. September zu sehen sein. Bilder von dieser Ausstellung auf der Salzburwiki-Seite HMW.
Aufgrund des 40. Geburtstages des Museums wurde die Ausstellung "Gefundene Kelten, erfundene Kelten" konzipiert.
Direktoren
- Mag. Kurt Zeller, 1985 - 2009
- Stefan Moser, 2010 - 2011
- Mag. Florian Klaus Knopp, ab 2012
Literatur und Quellen
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
- Homepage des Keltenmuseums
- Homepage des Forschungszentrums Dürrnberg
- Salzburger Woche, Ausgabe Tennengauer Nachrichten, 14. Oktober 2010
- ORF-Salzburg
- Bezirksblätter, Ausgabe Tennengau, 10. November 2010
- Ernst Penninger, Georg Stadler Hallein, Ursprung und Geschichte der Salinenstadt, bearbeitet von Pert Peternell, 1970 im SN-Verlag, Salzburger Druckerei
- hallo hallein, Ausgabe September 2011
Weblinks
Bildergalerie
Das Gebäude des Keltenmuseums von der Pernerinsel aus gesehen. (Aufnahme: Juli 2007)
- Halleiner Festspieltafel 02.jpg
Halleiner Festspieltafel: der Historiker Prof. Wolfgang Wintersteller und Regisseur Peter Stein kommen bei ihrem Stadtspaziergang 2010 am beleuchteten Keltenmuseum vorbei
- Keltenmuseum Hallein 2010 05.jpg
moderner Ausstellungsstil einer bewegten Vergangenheit Halleins und des Salzbergbaus