Wilhelm Kasinger

Aus SALZBURGWIKI
Version vom 26. März 2026, 18:23 Uhr von Remora (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Wilhelm Kasinger (* 21. März 1877 in der Stadt Salzburg;[1]18. November 1936 ebenda[2]) war Direktor der Jubiläums-Knaben-Volksschule in Salzburg-St. Andrä, Chordirigent und Komponist sakraler Musik.

Leben

Wilhelm Kasinger war Sohn des Salzburger Schumachers Wilhelm Kasinger und der Anna geb. Siegl.[1]

Er schlug die Berufslaufbahn eines Volksschullehrers ein. In den ersten Jahren seines Lehrberufes in den Umgebungsgemeinden von Salzburg tätig. Nach einer Zeit als provisorischer Lehrer an der Volksschule Berndorf wurde er im Oktober 1902 definitiver Lehrer an der Volksschule Oberndorf bestellt.[3]

Im Mai 1907 erhielt er eine Lehrerstelle an der Volksschule Bischofshofen.[4] In dieser seiner Bischofshofen Zeit wirkte er auch als Chormeister der Liedertafel Bischofshofen.[5] Er betätigte sich weiters als Wanderredner zu Gunsten des Deutschen Schulvereins (im Zusammenhang mit den auch im Schulwesen ausgefochten Nationalitätenkonflikten der Monarchie)[6] sowie im ähnlich ausgerichteten Verein Südmark.[7]

Am 16. September 1900 heiratete er 23‑jährig die 30‑jährige Josefa Maria Rubisch, Tochter des Unterlehrers Rupert Rubisch.[8]

Im Dezember 1913 wurde ihm eine Lehrerstelle an der Jubiläums-Knaben-Volksschule in Salzburg-St. Andrä verliehen.[9] Hier wirkte er auch als Chordirektor (Chordirigent) der Andräpfarre (von 1917 bis zu seinem Tod) und des dortigen Chorvereins[10] sowie als Chormeister des Männergesangsvereins "Harmonie"[11].

Während des Ersten Weltkriegs war Kasinger mehrere Monate an der Front; er wurde verwundet, tat aber nach seiner Genesung noch 41 Monate Militärdienst.

Im Juli 1924 erhielt er seine Ernennung zum definitiven Oberlehrer an seiner Schule.[12] Sein Aufstieg zum Leiter der Schule wird aber erst für 1925 anzusetzen sein.[13] Die Leitungsstelle hatte er bis zu seinem Tod inne.

Als mittlerweile verwitweter Oberlehrer und Chordirektor der Pfarre St. Andrä heiratete Kasinger am 25. August 1924 47‑jährig die 30‑jährige Maria Kiecok.[14] Diese gebar ihm einen Sohn Wilhelm (* 1925, † 1992) sowie im Juli 1926 und im August 1928 je eine Tochter.[15]

Eine von ihm komponierte Messe wurde im Frühjahr 1929 uraufgeführt; dem Werk wurde originelle Harmonik und eigenartige Melodik bescheinigt.[16] Kasinger war auch Schöpfer eines Tantum ergo in As für Solo, Chor, Orgel und Orchester;[17] das Werk wurde als originell und weihevoll charakterisiert.[18]

Kasinger, der im Haus Hubert-Sattler-Gasse 3 in unmittelbarer Nähe der Schule wohnte, erlag im Alter von 59 Jahren als verehelichter Volksschuldirektor einem Herzversagen.[2] Er hinterließ seine Witwe mit drei unversorgten Kindern.

Quelle

Einzelnachweise, Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 Taufbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Blasius, Bd. V S. 6
  2. 2,0 2,1 Sterbebuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XVII S. 7
  3. Salzburger Volksblatt, 31. Oktober 1902, S. 4
  4. Salzburger Chronik, 1. Juni 1907, S. 5
  5. Volksfreund, 7. November 1908, S. 8; Salzburger Volksblatt, 29. Oktober 1913, S. 9
  6. Salzburger Volksblatt, 22. November 1910, S. 9; Salzburger Volksblatt, 30. November 1910, S. 9
  7. Salzburger Volksblatt, 26. April 1911, S. 8
  8. Trauungsbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. X S. 320
  9. Salzburger Volksblatt, 20. Dezember 1913, S. 3
  10. Salzburger Volksblatt, 3. Februar 1919, S. 5, und 26. September 1919, S. 3
  11. Salzburger Volksblatt, 13. Oktober 1919, S. 7
  12. Salzburger Wacht, 22. Juli 1924, S. 3
  13. Das Jahr 1925 wird deshalb angenommen, weil Kasinger im Salzburgischen Geschäfts-, Volks- und Amts-Kalender erst für das Jahr 1926 als Direktor der Jubiläums-Knaben-Volksschule ausgewiesen ist (Jg. 1926 S. 93), für das Jahr 1925 ist es noch sein Vorgänger (Jg. 1925 S. 91).
  14. Trauungsbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XXII S. 151
  15. Taufbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XXI S. 45; Salzburger Wacht, 14. Juli 1926, S. 3, und 22. August 1928, S. 3
  16. Salzburger Volksblatt, 4. Mai 1929, S. 7 f.
  17. Salzburger Volksblatt, 23. September 1937, S. 8
  18. Salzburger Chronik, 23. Juli 1929, S. 5
Zeitfolge
Vorgänger

Eduard Herlein

Schulleiter der Jubiläums-Knaben-Volksschule
1924–1936
Nachfolger