Nußdorferhaus

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Das Nußdorferhaus, auch Nußdorfer Hof oder Schwabenhaus, ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Getreidegasse der Salzburger Altstadt.

Geschichte

Die Häuser an der rechten Seite der Getreidegasse stammen aus dem 13. Jahrhundert. So auch das heute noch bestehende Haus Nr. 25.

1372 war das Ministerialengeschlecht der Nußdorfer im Besitz des Hauses. Aus diesem Geschlecht sind mehrere Besitzer nachgewiesen. So ist urkundlich ein Ditmar Nußdorfer 1391 nachgewiesen. Ab diesen Zeitpunkt wird das Gebäude 'Nußdorfer Hof' genannt. 1500 ist David Nußdorfer, Erblandmarschall des Benediktinerstifts St. Peter, Besitzer, der mehrere bauliche Veränderungen durchführen lässt.

Hanns Strobl, ein Ratsmitglied 15241525, wohnte 1549 darin, 1608 Helias Pallinger, Verwalter der Nußdorfer, mit seiner Frau und 1623 seine Erben. Dann kam Hanns Christoph von Nußdorf zu Prining und Ridling auf Englburg und Hofstaring in den Besitz des Hauses. 1630 verkaufte er es an den Kaufmann Laurenz Schwab. Damit endet die Besitzerreihe der Nußdorfer.

1713 wird das Haus von der Benediktineruniversität genutzt, die dort ein Institut für Studenten einrichtet und auch einige Professoren unterbringt. Rektor Cölestin Mayr kauft 1731 das Haus. 1737 entsteht unter Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian nach großen Umbauten das Collegium St. Josephi et Caroli. Doch schon drei Jahre später wird es wieder geschlossen.

Arme Studenten wurden in der hier eingerichteten domus pauperum ("Haus der Armen") gegen Ende des 18. Jahrhunderts einmal täglich verköstigt. 1801 befand sich im Haus eine Sattlerwerkstatt.

Am 24. Oktober 1810 wurde die Benediktineruniversität von Bayern aufgehoben. Bis dahin gehörte das Gebäude dem Universitätsfonds, danach dem neu errichteten Lyzeum. Bei einer Versteigerung im Jahr 1835 erhielt der k. k. Stadt- und Landrat Franz Schraml den Zuschlag, 1852 war der Geldwechsler Ignaz Steininger der Besitzer. 1884 wurde Johann Kindlinger Eigentümer, 1898 ging das Haus an die Witwe Elise Kindlinger über und 1913 an die Töchter Johanna Hagn und Maria Bittner. Bis 1914 blieb das Gebäude im Besitz der Familie Kindlinger, die darin ein Textilgeschäft führte.

Im dritten Drittel des 19. Jahrhunderts zog eine Weinstube in das Gebäude ein; bis 1923 war hier auch eine Frühstücksstube angesiedelt. 1916 teilten sich Maria Bittner und Julius Haagn das Eigentum am Haus. 1938 befand es sich zur Hälfte in jüdischem Besitz; je ein Viertel gehörte Rudolf und Karl Askona. Die Gestapo beschlagnahmte das Haus und das Vermögen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es restituiert.

Delikatessengeschäft

Im Jahre 1857 gründete im linksseitigen Gewölbe (gegen die Getreidegasse) Franz Florinek eine Krämerei und Delikatessenhandlung, und 1866 eröffneten im rechtsseitigen Gewölbe Johann Kindlinger und Carl Molitor ein Schnittwarengeschäft. 1873 war unter Franz Keller die Weinstube mit einer Delikatessen- und Südfrüchtehandlung verbunden. Nach dessen Tod im Jahr 1899 übernahm die Witwe Karoline Keller das Geschäft, das sie 1904 ihrem Schwiegersohn Karl Lackner übergab. Sechs Jahre später ging das Unternehmen in den Besitz von Anton Handler über; kurz darauf trat Conrad Ludwig als Teilhaber ein. 1919 trat Handler aus der Firma aus, 1923 starb Ludwig. Dessen Witwe Luise Ludwig war bis 1927 Besitzerin. Danach führte Karl Friedrich Pachmayer das angesehene Kaufmannsgeschäft, das im Jahr 1932 sein 75-jähriges Bestehen feierte.

Quellen