Markus Sittikus von Hohenems
Markus Sittikus von Hohenems (* 24. Juni 1574 in Hohenems, Vorarlberg; † 9. Oktober 1619 in der Stadt Salzburg) war von 1612 bis 1619 Salzburger Fürsterzbischof.
Leben
Der 38jährige Markus Sittikus verdankte seine Wahl am 18. März 1612 zum Fürsterzbischof dem massiven Eintreten der päpstlichen Kurie. Er musste das Erbe seines Cousins, Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau antreten, der einen enormen Umbruch in der Stadt Salzburg begonnen hatte.
Um den Beschlüssen des Konzils von Trient zum Durchbruch zu verhelfen, ordnete Markus Sittikus 1613 eine umfassende Visitation seines Erzbistums an. Diese bis 1617 flächendeckend durchgeführte Visitation war die erste dieser Art überhaupt. Sie brachte nicht nur zahllose Missstände ans Tageslicht, in ihrem Gefolge vollzogen sich auch tiefgreifende liturgische Neuerungen. Auch die Anlegung der Matrikenbücher (Personenstandsverzeichnisse) war eine Folge dieses Unternehmens.
Der prunkliebende Fürst starb, erst 45jährig, ganz plötzlich am 9. Oktober 1619.
Seine Werke
Das wohl wichtigste Bauvorhaben seiner Amtszeit war der Neubau des Salzburger Doms in "abgespeckter" Form. Dazu berief er 1613 den aus Verno (bei Como in der Lombardei, Italien oder am Luganer See, Schweiz) stammenden Santino Solari, der zu jener Zeit in Seckau in der Steiermark tätig war, nach Salzburg. Santino Solari war dann auch bis zu seinem Tod im Jahr 1646 als Hofarchitekt in Salzburg beschäftigt.
Der zweite rein italienische Bau, den Markus Sittikus erbauen ließ, ist das Lustschloss und -garten von Hellbrunn. Fürsterzbischof Markus Sittikus kannte diese Art von villa suburbana (Villen außerhalb oder am Stadtrand liegend), wohin sich die noble römische Gesellschaft in den heißen Sommermonaten zurückzog, aus der Zeit, die er am Hofe seines Onkels, des Kardinals Markus Sittikus von Hohenems, verbracht hatte. Diese Villen hatten zumeist große Parkanlagen, die, im manieristischen Stil asymmetrisch zum Schloss angelegt, mit künstlich angelegten Wasserspielen für diese Freizeitgesellschaft unterhaltsam gemacht wurden.
Im Schloss Hellbrunn ließ Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems durch den Servitenpriester und Maler Donato Arsenio Mascagni (* 1579; † 1636) einen Festsaal und eine Turmzimmer (Oktogon) nach dem in der Renaissance entwickelten Konzept der idealen Stadt mit Fresken ausgestalten, die Gesellschaftsszenen und Allegorien in Tiefen-Perspektive in den Arkaden rund um einen Stadtplatz zeigen. Über dem Zugangsportal angebracht ist ein Wappenemblem mit dem persönlichen Wahlspruch von Fürsterzbischof Markus Sittikus: "Numen vel dissita jungit" - Göttliche Macht verbindet sogar das Entgegengesetzte. Zu sehen sind auch seine beiden Wappentiere, der Löwe und der Steinbock.
An Stelle der aufgelassenen alten Domschule errichtete er 1618 im Garten des ehemaligen Petersfrauenklosters ein Gymnasium, dessen Leitung er den Benediktinern des Erzstifts St. Peter übertrug - der Vorläufer der Universität Salzburg.
Bildergalerie von Wappen des Fürsterzbischofs
- Wappen von Markus Sittikus Schloss Hellbrunn Haupteingang.jpg
- Wappen von Markus Sittikus beim Zooeingang Tiergarten Hellbrunn.jpg
Tiergarten Hellbrunn, 1612
- Wappen von Markus Sittikus von Hohenems Hofbräu Kaltenhausen.jpg
Hofbräu Kaltenhausen, 1612
Wappen und Inschrift am Gstättentor
- Wappen von Markus Sittikus von Hohenems Hellbrunn Römisches Theater 20151223.jpg
Wappen von Markus Sittikus von Hohenems Schloss Hellbrunn, Römisches Theater
- Dom Emblem mit den Wappentier Löwe und Steinbock.jpg
Löwe (Panthera Leo) und Steinbock (Capra Ibex)
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) aus Marmor
Wappentier: Löwe für das Erzbistum Salzburg
Wappentier: Steinbock für Markus Sittikus von Hohenems im Salzburger Dom, Nordseite (Apsis)
Residenzplatz; ca. 1615 - Wappen von Markus Sittikus Schloss Hellbrunn Portal Inschrift.jpg
Schloss Hellbrunn, Portal und Inschrift
- Wappen von Markus Sittikus über dem Gstättentor (Südseite).jpeg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) aus Marmor, Inschrift auf ovaler Tafel mit Voluten
Steinbock, stehend nach rechts gewendet
PUBLICO DECORO MARCUS SITTICUS SALISBURGENSIUM PRAESUL EREXIT A(NNO) D(OMINO) MDCXVIII
Der Öffentlichkeit zum Schmucke hat Markus Sittikus Oberster (Fürst) der Salzburger (das Stadttor) errichtet im Jahr des Herrn 1618; Gstättentor, (Südseite); 1618 - Wappen von Markus Sittikus über dem Gstättentor (Nordseite).jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) aus Marmor
Inschrift auf Tafel mit Voluten
Steinbock, stehend nach rechts gewendet
MARCUS SITTICUS EX ALTA EMBSIIS COMITIBUS ARCHIEB(ISCOPUM) ET PRINCEPS INDECORAM ET ANGUSTAM PORTAM IN HANC AMPLEXITUDINEM APERVIT ET ORNAVIT ANNO D(OMINI) MDCXVIII
Markus Sittikus aus dem Geschlecht von Hohen-Em(b)s, Erzbischof und Fürst, hat das schmucklose und enge Tor zu dieser Weite geöffnet und geschmückt im Jahr des Herrn 1618; am Gstättentor, (Nordseite), 1618 - Wappen von Markus Sittikus und der Stadt Salzburg am Klausentor 01.jpg
Wappen in rechteckiger Kartusche (Flachrelief) aus Marmor am Klausentor; 1612
weitere Bilder
Markus Sittikus von Hohenems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Salzburg Info
- www.salzburgcoins.at Landesfürsten
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Markus Sittikus von Hohenems"
| Vorgänger |
Salzburger Erzbischof 1612–1619 |
Nachfolger |
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