Parkhaus Freiwandeck
Das Parkhaus Freiwandeck ist einer der Parkmöglichkeiten an der Großglockner Hochalpenstraße.
Lage
Dieses Parkhaus befindet sich am Nationalparkplatz auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf einer Höhe von 2 369 m ü. A. am Ende der Gletscherstraße gegenüberdes höchsten Berges von Österreich, dem Großglockner, in Kärnten.
Größe
Es bietet 610 Parkplätze auf gedeckten Geschoßen sowie offenen am Dach (fünftes Geschoß), die alle kostenlos sind.
Geschichte
Mit der Eröffnung der Gletscherstraße am 2. Oktober 1932 endete diese Stichstraße auf einem Umkehrplatz der sich unterhalb des ehemaligen Kaiser Franz Josef Hauses noch heute befindet. Erst 1933 wurde dann der Parkplatz Hoher Sattel errichtet. Hauptanziehungspunkt war seinerzeit die Pasterze, die fast bis auf die Höhe dieses Parkplatzes reichte. Aber auf dem damaligen kleinen Parkplatz waren viel zu wenige Parkplätze, um an Spitzentagen alle Fahrzeuge aufnehmen zu können. Bis Sommer 1936 wurden dann weitere Parkflächen geschaffen, der Parkplatz Freiwandeck auf dem heutigen Nationalparkplatz entstand. Aber auch diese Parkplätze reichten nicht aus und so entschied man sich Mitte der 1950er-Jahre zur Errichtung des Parkhauses Freiwandeck am Freiwandeck.
Im Sommer 1955 bewilligte das Finanzministerium 125 Millionen Schilling für den weiteren Ausbau der Großglockner Hochalpenstraße. Es sollte das Parkhaus Freiwandeck auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und ein Aussichtsturm mit Funkstation auf der Edelweißspitze errichtet sowie die Edelweißstraße von sechs auf 7,5 Meter verbreitert werden.[1] An der Ostseite des 250 Meter langen Gebäudes befindet sich ein Turm, in dem sich ein Spirale für Auf- und Abfahrt zu den Parkdecks befindet. Die Gebäudehöhe beträgt 25 Meter, die größte Tiefe von der Vorderfront zur bergseitigen Begrenzung 30 Meter.
Baubeginn war dann aber erst im Sommer 1959, da der Bauboom der "goldenen 1950er-Jahre" einen Arbeitermangel hervorgerufen hatte. Die erste Bauetappe mit drei Etagen war bis 1961 fast abgeschlossen. Daneben wurde die Aussichtsterrasse, die heute "Nationalparkplatz" bezeichnet wird, vergrößert und fertiggestellt. 1961 konnte das Erdgeschoß mit 80 Stellplätzen freigegeben werden. Ein Lawinenabgang auf das oberste Deck im Dezember 1962 bescherte den Räumtrupps im Frühjahr 1962 vier Wochen Arbeit, um das Gebäude von Schnee, Eis und Geröll zu befreien. Sicherungsarbeiten machten die Benutzung des Erdgeschoßes erst mit 19. Juli 1963 möglich.
Am 8. August 1963 konnten dann die drei errichteten Geschoße in Betrieb genommen. Der Entwurf des Parkhauses stammte von Architekt Wilhelm Zinnauer und dieser wurde 1961 von Stararchitekt Clemens Holzmeister gelobt.[2]
Im Spätherbst 1964 und im April 1965 beschädigten abermals Lawinen das Gebäude schwer. Die Stahlträger wurden derart verbogen, dass die GROHAG als Betreibergesellschaft den Vollausbau auf fünf Etage auf Jahre hinaus unmöglich sah. Erst 26 Jahre später, 1985, war eine unausweichliche Generalsanierung des Parkhauses der Anlass, endlich auf fünf Geschoße wie von Anfang an geplant, aufzustocken und die Parkplatzkapazität von 700 Stellplätzen zu ermöglichen.
Zwischen 1963 und 1985 waren die Parkplätze im Bereich der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe im Schnitt an 18 Tagen völlig ausgelastet und Besucher mussten unten beim Glocknerhaus auf dem Pufferparkplatz warten, bis sie auffahren konnten.
2011 kam es zu einer Verringerung von einer Parkfläche von 1 200 m² auf 610 Stellplätze zugunsten der Ausstellungsfläche für die Dauerausstellung 125 Jahre Automobilismus - "Die Erfolgsgeschichte des Automobils".
2018: Verglasung Parkhaus und Besucherzentrum
2,5 Millionen Euro wurden 2018 für die Erneuerung (Vollverglasung samt Außengestaltung und Besucherleitsystem, Eigenstromversorgung mit 800m² PV-Anlagen, Sprinkleranlage mit 150 m³ Löschwasserbehälter, wichtige Verbesserungen im Brandschutz u.d.gl.) des vor einem halben Jahrhundert errichteten und seither höchstgelegenen Parkhauses in Europa samt Besucherzentrum investiert.
Die Gesamtfläche der Verglasung beträgt etwa 3 000 m², dazu sorgen 800 m² Photovoltaik-Module für eine komplette Eigenstromversorgung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (erwartete Stromproduktion: 120 000 KWh/Jahr). Allein für die Unterkonstruktion der Glasfassade wurden 90 Tonnen Stahl verbaut. Dazu wurde eine Sprinkleranlage mit Löschwasserbehälter, Inhalt 150 m³, nach dem neuesten Stand der Technik als wichtige Verbesserung im Brandschutz errichtet, die einerseits der Sicherheit der Besucher dient und andererseits auch der Feuerwehr Heiligenblut am Großglockner als „eiserne Wasserreserve“ zur Verfügung steht.
Die Arbeiten und Aufträge führten 15 heimische Unternehmen (Bauaufsicht von GROHAG-Prok. Thomas Noel mit Arch. Egbert Laggner aus Sachsenburg, Kärnten) aus den Regionen der Hohen Tauern durch. Von der Durchführungsentscheidung bis zur Umsetzung vergingen aufgrund der Behördenverfahren (Naturschutzrechtliche Bewilligung, Naturschutzbeirat, Bewilligung nach § 5 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz, Ortsbildpflegekommission, Baurechtliche Bewilligung inkl. Brandschutzkonzept und Gutachten des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes sowie begleitenden Maßnahmen, wie Brutkästen für die Alpendohle, Mehlschwalbe und Hausrotschwanz) drei Jahre und es konnte dadurch eine breite Unterstützung und Akzeptanz aller Beteiligten erzielt werden.
Bilder
Parkhaus Freiwandeck – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Bilderweblinks
- peterkrackowizer.zenfolio.com, Bilder vom Bau des Parkhauses aus den den Jahren 1961 und 1962
- peterkrackowizer.zenfolio.com, Bilder von der Eröffnung des Parkhauses 1963
Quellen
- Buch Großglockner Hochalpenstraße: Zur Geschichte eines österreichischen Monuments
- Wallack, Franz: Die Großglockner Hochalpenstraße - die Geschichte ihres Baues, zweite Ausgabe, anlässlich der 25-Jahr-Feier der Großglockner Hochalpenstraße, 1960, Springer Verlag, Wien
Einzelnachweise
- ↑ Quelle Austro-Motor, Fachzeitschrift für Weltmotorwesen, Wien, Ausgabe 1955/5
- ↑ Quelle Die Großglockner Hochalpenstraße Erbe und Auftrag, Seite 165