Wallersee
Der Wallersee ist ein See im nördlichen Flachgau und gehört zum Urlaubsgebiet Salzburger Seengebiet.
Allgemeines
Mit seiner sechs Quadratkilometer großen Wasserfläche ist er der größte See des Flachgaus. Der Wallersee ist 5,7 Kilometer lang, an seiner breitestes Stelle zwei Kilometer breit und an seiner tiefsten Stelle 24 Meter tief. Er ist ein Landschaftsschutzgebiet.
Geschichte
Der See entstand am Ende der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren. 1883 wurde der See künstlich um zwei Meter abgesenkt. Dadurch wurden ausgedehnte Randgebiete trockengelegt. Durch die geringe Seetiefe und die flachen Ufer entstand ein breiter Schilfgürtel. Durch Verlandung entstand Moore im Westen und Norden, die bis zu fünf Meter mächtig sind. 1955 bis 1965 wurde der Wallersee noch einmal um einen Meter abgesenkt, die Fischach begradigt und gesenkt. Erst in den letzten Jahren wurde der natürliche Seespiegel wieder angehoben und Hochwasserschutzmaßnahmen gesetzt.
Gemeinden um den Wallersee
Seekirchen am Wallersee, Henndorf am Wallersee, Neumarkt am Wallersee und Köstendorf;
Zuflüsse
Mühlbach, Altbach (auch: Eisbach), Wallerbach, Altenbach und Schlachterbach;
Abflüsse
Der Wallersee entwässert zur Gänze über die Fischach, die auf dem Gemeindegebiet von Seekirchen am Wallersee aus dem See fließt und durch Eugendorf, Hallwang, Elixhausen und Bergheim in die Salzach mündet.
Freizeiteinrichtungen
Bademöglichkeiten
Der Wallersee bietet eine Reihe von öffentlichen Strandbädern rund um den See, so z. B. in Seekirchen am Wallersee, Henndorf am Wallersee und Neumarkt am Wallersee (Wallersee-Ostbucht), sowie am Nordufer das Naturstrandbad Zell am Wallersee. Daneben existieren vor allem am Südufer zwischen Neumarkt am Wallersee und Seekirchen am Wallersee eine Reihe privater Badeplätze, wie jener der Salzburg AG in Fischtaging. Campingplätze finden sich ebenfalls in Seekirchen am Wallersee, Neumarkt am Wallersee, Henndorf am Wallersee und Zell am Wallersee.
Naturschutzgebiet
Große Teile des Köstendorfer Anteils am See entfallen auf das Naturschutzgebiet Wenger Moor-Zeller Moor. Auch die Schilfgürtel entlang des Sees stehen unter Naturschutz.
Graureiher, Kiebitz, Brachvogel, Enten, Fasane, Haubentaucher, Blässhühner, Eichelhäher, Schwan und Lachmöwe zählen zu den Bewohnern des Schilfgürtels und des Sees, der auch reich an Fischarten ist: Waller (Wels), Brachse, Hecht, Karpfen, Aale, Bachforellen und Schleie tummeln sich im Gewässer.
Wasserqualität
Wenngleich der Wallersee in extrem warmen Sommern gerne sehr warm wird, so wurde dem See in den vergangenen Jahren doch immer wieder eine sehr gute Wasserqualität bescheinigt[1].
Veranstaltungen
Seit 2006 findet am Wallersee der alljährliche Wallersee-Cup statt.
Winteraktivitäten
In "normalen" Wintern friert der Wallersee üblicherweise zur Gänze zu und ermöglicht so ausgedehnte Ausflüge auf dem Eis, oder auch Freizeitsportmöglichkeiten wie Eishockey und Eisstockschießen sowie Eissegeln und Eissurfen.
Eine Alternative bietet der Henndorfer Uferwanderweg.
Die Sage
- Hauptartikel: Wallersee-Sage
Eingebettet in die hügelige Landschaft des Flachgaus liegt der Wallersee, der größte der Salzburger Seen. Die Orte Seekirchen, Henndorf und Neumarkt bildeten seit Jahrhunderten die Basis der Besiedelung dieser damals scheinbar unwirtlichen Region: „Eine Sage erzählt, dass in den Tiefen des Wallersees ein mächtiger Waller haust, der alljährlich nach einem goldenen Ring verlangt. Erhält er diese Opfergabe nicht, peitscht er in seinem Zorn die Wassermassen über die Ufer und überschwemmt das umliegende Land.“
Literaturlandschaft Wallersee
Der Wallersee als Quelle literarischer Inspiration: Ende des 19. Jahrhunderts begann man nach und nach die Vorzüge des Sees und der Landschaft als Quelle der Erholung und des Naturerlebnisses zu schätzen. Nach Anfängen eines bescheidenen Ausflugsverkehrs setzte erst in der Zwischenkriegszeit die wirkliche „Entdeckung" der Wallersee-Ufer ein. Auch die Kunst machte sich auf den Weg zu den inspirierenden Wallersee-Ufern - sie lockten zahlreiche Künstler und Literaten an, ihre Präsenz machte z. B. Henndorf zu einem Kulturtreffpunkt und steigerte damit die Bekanntheit der kleinen Gemeinde. Doch viele wirkten im Verborgenen - erst in den letzten Jahrzehnten wurde man sich dieser Schätze wieder bewusst - hier die Liste der bekanntesten der Literaten, die sich ihre Inspiration an den Ufern des Wallersees holten - und wann sie hier wirkten:
- Sylvester Wagner (1848 – 1865)
- Franz Stelzhamer (1867 – 1874)
- Johannes Freumbichler (1881 – 1937)
- Alice Herdan-Zuckmayer (1934 – 1938)
- Carl Zuckmayer (1934 – 1938)
- Ödön von Horváth (1936 - 1937)
- Thomas Bernhard (1935 – 1937)
- Franz Braumann, lebte am Wallersee
Zur Fortführung dieser künstlerischen Tradition, zum Nachfühlen der dichterischen Atmosphäre vergibt der Kulturverein KunstBox jährlich zwei Aufenthalts-Stipendien an deutschsprachige Autoren und Autorinnen aus dem EU-Raum, die zumindest ein Werk in einem Verlag veröffentlicht haben (Roman, Prosa, Novellen, Gedichte usw.). Unter dem Titel "Auf der Suche nach der Inspiration des Ufers" schreiben jedes Jahr zwei deutschsprachige Autoren und Autorinnen direkt am Ufer des Wallersees (drei bis vier Wochen im Oktober/November).
- Stipendiaten 2005: Claudia Bitter, Wien; Semier Insayif, Wien
- Stipendiaten 2006: Zdenka Becker, St. Pölten; Jochen Weeber, Reutlingen
- Stipendiaten 2007: Johanna Straub, Berlin; Christian Futscher, Wien
- Stipendiaten 2008: Christine Pitzke, München, Friedrich Hahn, Wien
- Stipendiaten 2009: Stephanie Bart, Berlin; Helge Streit, Wien
- Stipendiaten 2010: Andra Joeckle, Berlin; Anna-Elisabeth Mayer, Wien
Die erste Wallersee-Anthologie erschien 2008 in der Edition KunstBox im Otto Müller Verlag. Sie enthält die am Ufer entstandenen Aufzeichnungen, Gedanken, Gedichte und Geschichten von Zdenka Becker, Claudia Bitter, Christian Futscher, Semier Insayif, Johanna Straub und Jochen Weeber, die bei ihrem Wallersee-Aufenthalten entstanden sind. Titel: "Auf der Suche nach der Inspiration des Ufers".
Die zweite Wallersee-Anthologie erschien 2011. Sie beinhaltet die am Ufer entstandenen Texte von Stephanie Bart, Claudia Bitter, Friedrich Hahn, Andra Joeckle, Anna-Elisabeth Meyer und Helge Streit, die bei ihren Wallersee-Aufenthalten 2008 bis 2010 entstanden sind. Die Fotografien in dieser Anthologie zeigen beispielhafte Landart-Kunstwerke, die seit 2007 im Zuge des Kunstprojektes "Kunst|Raum|Natur" in den schönsten Ecken des Salzburger Seelandes entstanden sind.[2]
In Zusammenarbeit mit der Leselampe Salzburg initiierte der Kulturverein Kunstbox Seekirchen außerdem die Dokumentation und Aufbereitung der literarischen Vergangenheit des Salzburger Seenlandes für Bürger und Touristen – einen Literaturführer (verfasst von Silvia Bengesser), der zusammen mit dem oben beschriebenen Förderungsprojekt die Weiterführung der literarischen Tradition und die Sicherstellung der Nachhaltigkeit zum Ziel hat.
Verpachtung von Seegrundstücken
- Hauptartikel Seegrundstücke des Landes Salzburg
Bilder
- Wallersee – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
- Wallersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Weblinks
Quellen
- Volksschule Seekirchen am Wallersee
- Dopsch, Elisabeth und Dopsch, Heinz (Hrsg.): 1300 Jahre Seekirchen. Geschichte und Kultur einer Salzburger Marktgemeinde, Marktgemeinde Seekirchen, 1996
Fußnoten
- ↑ siehe www.ages.at - Badegewässer-Datenbank AGES
- ↑ Erzählte Landschaft, Edition Kunstbox im Otto Müller Verlag, ISBN-13: 978-3701311866, Online-Version