Seeuferbewirtschaftung des Landes Salzburg im Flachgau
Dieser Artikel informiert über die Seeuferbewirtschaftung des Landes Salzburg im Flachgau.

Allgemeines
Die Salzburg AG, die Salzburger Landeskliniken, verschiedene Banken, die Wirtschaftskammer, die ASKÖ, die Salzburger Gebietskrankenkasse, die Salzburger Liedertafel, die Personalvertretungen von Stadt und Land Salzburg sowie viele andere Betriebe und Institutionen haben Seegrundstücke vom Land Salzburg gepachtet. Mit Stand Mai 2015 gab es 720 Seenutzungsverträge am Obertrumer See, Mattsee, Grabensee und Wallersee. 40 davon wurden mit Vereinen und Institutionen abgeschlossen, etwa 640 mit privaten Personen.
Das Land Salzburg erwirtschaftete aus der Verpachtung und Vermietung der Uferflächen am Wallersee EUR 610.000,-- und an den Trumer Seen EUR 218.000,--. Die Österreichischen Bundesforste erzielten in Salzburg etwa EUR 900.000,-- (Daten 2018).[1] Die Einnahmen des Landes aus den Verträgen aller vier Flachgauer Seen betrugen im Jahr 2023 insgesamt exakt 972.974 Euro.[2]
2015: Alter und neuer Pachtzins
Bis 2015 bezahlten alle Pächter rund zwei Euro pro Quadratmeter und Jahr an Pacht an das Land Salzburg. Manche sehr alten Verträge sahen sogar noch geringere Beträge vor. Die meisten Grundstücke wurden über Generationen weitergegeben und die Verträge jahrzehntelang fortgeschrieben. 2013 erzielte das Land daraus 208.000 Euro an Pachteinnahmen.
An den Trumer Seen wurden für Uferflächen bisher nur Pauschalen für Einbauten wie Stege oder Bootshäuser in der Höhe von 240 Euro verrechnet. Die Nutzung der Flächen selbst war kostenlos.
Mit Ende 2015 liefen die meisten Verträge aus, und Finanzreferent LH-Stv. Dr. Christian Stöckl vereinbarte ab 1. Jänner 2016 neue Tarife für die Dauer von zehn Jahren: Für die klassische grüne Liegewiese wurden sechs Euro pro Quadratmeter festgelegt. Für Bauten ohne Aufenthaltsmöglichkeit (Boots- und Gartenhütten) waren künftig acht Euro pro Quadratmeter zu bezahlen. Derselbe Betrag wurde auch für Wassereinbauten fällig. Für Uferbauten mit Aufenthaltsmöglichkeiten wurden zehn Euro pro Quadratmeter vorgeschrieben.
Bojen kosteten künftig 300 Euro pro Jahr (bisher 200 Euro).
2016
Mindest- und Maximaltarife
Die Mindestpacht pro Jahr und Parzelle betrug 300 Euro. Bei Großparzellen wurde nur für die ersten tausend Quadratmeter Pacht verlangt. Rabatte für Gemeinden und Vereine
Für Strandbäder, die von Gemeinden betrieben werden, galt weiterhin ein reduzierter Tarif von 30 Cent pro Quadratmeter (bisher 18 Cent/m²). Für gemeinnützige Vereine, Interessenvertretungen sowie gewerbliche Betriebe wie Segelschulen, Bootsverleiher oder Fischer gab es jeweils einen Rabatt von 50 Prozent auf die Pacht.
Wallersee
Am Wallersee hat das Land verpachtete Flächen auf 7 226 Metern Uferlänge; das entspricht 47 Prozent der Gesamtuferlänge. Insgesamt waren 177 897 m² Landesgrund an 330 Pächter vergeben. Walter Lagoja, ein pensionierter Gymnasialprofessor aus Wals, vertrat knapp 300 der 330 Wallersee‑Uferpächter. Er sagte, er habe bisher für seinen Grund mit 200 Quadratmetern samt bewohnbarem Haus 200 Euro pro Jahr bezahlt. Nun würden 2.000 Euro fällig. „Da holt man sich das Geld von den kleinen Leuten“ (O‑Ton Lagoja).
Obertrumer See
Am Obertrumer See hat das Land verpachtete Flächen auf 6 896 Metern Uferlänge (47 Prozent) an 282 Pächter vergeben. Am Mattsee sind 4 390 Meter des Ufers verpachtet (38 Prozent), konkret 37 250 m² verteilt auf 135 Pächter.
Grabensee
Zum Grabensee liegen keine Zahlen vor.
2025: Plus 60 Prozent
Der Obmann der Interessengemeinschaft Wallersee, Heimo Mooslechner, sagte bei einer Informationsveranstaltung im März 2025, wenn man 2016 als Basis nehme, betrage das Pachtzins‑Plus 60 Prozent. Es habe bereits in den vergangenen Jahren schrittweise Erhöhungen gegeben. Möglicherweise könne sich mehr als ein Viertel der Betroffenen die neuen Tarife nicht mehr leisten, hieß es. Die neuen Normaltarife je Quadratmeter lagen – je nach Beschaffenheit und Bebauung – zwischen 9,60 und 16 Euro, wobei gemeinnützige Organisationen und etwa Sportvereine deutlich weniger zahlen müssen. Die Interessengemeinschaft vertritt als Verein 275 Anrainer.
Ein Teilnehmer des Infoabends nannte ein typisches Beispiel eines Privaten: 150 Quadratmeter mit einer sechs mal vier Meter großen Hütte würden künftig rund 3.600 statt 3.000 Euro pro Jahr kosten. Er rechnete dabei auch Kosten wie Wasser und Tourismusabgabe ein. Das Höchstentgelt für die Pacht beträgt künftig 9.600 Euro, unabhängig von der Fläche; das Mindestentgelt liegt bei 480 Euro.
Die Pachtzinse wurden zuletzt zum Jahreswechsel 2015/16 erhöht. An den vier Seen bestanden 2024 laut Land 680 Pachtvertragsverhältnisse. Davon entfielen – neben 616 privaten – 15 auf Gebietskörperschaften, 37 auf Vereine und andere Einrichtungen sowie zwölf auf gewerbliche Nutzer. Für Letztere, für Vereine ab 20 Mitgliedern sowie für Personalvertretungen gibt es 50‑Prozent‑Abschläge. Der Sondertarif für Wassersportvereine beträgt 3,20 Euro je Quadratmeter.[2]
2026
Das Land Salzburg regelt die "Seeuferbewirtschaftung" im Flachgau 2026 neu.
Im neuen Salzburger Seenbewirtschaftungsgesetz sollen acht adaptierte Tarife die Grundlage für die Pacht bilden. Bei den regulären Tarifen liegt die Bandbreite von 9,60 Euro bis 16 Euro pro Quadratmeter. Bei Sondertarifen liegen die Quadratmeterpreise bei 0,48 Euro bis 3,20 Euro. Für eine Boje oder einen Seezugang sollen in Zukunft jeweils 480 Euro jährlich bezahlt werden.
Die Ausgangsbasis für die 2025 gesetzlich festgesetzten Tarife ist die 2016 festgelegten Grundtarife, welche in der Folge wertgesichert wurden. Die reale Erhöhung für die Tarifperiode ab 2026 beträgt in etwa 20 Prozent. Bei den Pachtgrenzen wurde mit 480 Euro das Mindestentgelt festgesetzt, das jährliche Höchstentgelt liegt bei 9.600 Euro. Es gibt dabei auch Abschläge für neu berechnete oder neu hinzugekommene Flächen. [3]
Quellen
- Pächter am See proben den Aufstand, SN online, 14. September 2016
- "Salzburger Nachrichten", 9. Mai und 12. Dezember 2015
Einzelnachweise
- ↑ www.pressreader.com, "Salzburger Nachrichten", 15.07.2019
- ↑ 2,0 2,1 www.sn.at, 8. März 2025
- ↑ Salzburger Landeskorrespondenz vom 11. Februar 2025