Wallersee-Sage

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Es scheint mindestens zwei Wallersee-Sagen zu geben.

Die Sage vom Waller

Eine Sage erzählt, dass in den Tiefen des Wallersees ein mächtiger Waller haust, der alljährlich nach einem goldenen Ring verlangt. Erhält er diese Opfergabe nicht, peitscht er in seinem Zorn die Wassermassen über die Ufer und überschwemmt das umliegende Land.

Die Nixe von Seekirchen

Am Ufer des Wallersees soll einst ein junger Mann gesessen haben, der in stiller Nachdenklichkeit auf die Wasserfläche blickte. Während der Wind über das Schilf strich, sang er ein leises Lied von Sehnsucht und unerfüllter Liebe.

Nach der Überlieferung öffnete sich plötzlich die Wasseroberfläche, und eine Gestalt von außergewöhnlicher Schönheit erschien vor ihm: eine Nixe, deren Haar im Licht schimmerte und deren Stimme den Jüngling tief berührte. Sie lud ihn ein, ihr in ihr Reich unter dem See zu folgen, wo – so versprach sie – ein Glück auf ihn warte, wie es die Welt der Menschen nicht bieten könne.

Der Jüngling fühlte sich unwiderstehlich zu ihr hingezogen und folgte der Wasserfrau in die Tiefe. Seit diesem Tag soll er nicht mehr gesehen worden sein.

Die Sage erzählt weiter, dass an stillen Abenden aus dem See ein Gesang zu hören sei – Lieder voller Liebe und Sehnsucht, die an das Schicksal des Jünglings erinnern und davon künden, dass er im Reich der Nixe geblieben sei.

Quelle

  • Ursprünglich im SALZBURGWIKI-Artikel Wallersee]
  • Karl Adrian, Alte Sagen aus dem Salzburger Land, Wien, Zell am See, St. Gallen, 1948, S. 141–142, Bilder und Bildschmuck von Franz Renner