Änderungen

494 Bytes hinzugefügt ,  12:38, 27. Dez. 2016
erg ~~~~
Zeile 7: Zeile 7:  
Am Ende des rund 50 Meter langen Saales legte Holzmeister den [[Konglomerat]]felsen des [[Mönchsberg]]s frei und entwarf für den ebenerdigen Kamin in dieser Felswand ein schmiedeeisernes Gitter, in dem Bestimmung und Geschichte dieses historischen Raumes mit [[Landeswappen]], Bischofshut, Lyra, Hufeisen, Violinschlüssel und theatralischen Masken symbolisiert sind. Über der [[barock]]en steinernen Balustrade befindet sich eine reich verzierte Tafel, deren Inschrift auf den Baubeginn hinweist. Die Wände sind mit Holz vertäfelt, die Konsolen der Balkone tragen geschnitzte Köpfe.  
 
Am Ende des rund 50 Meter langen Saales legte Holzmeister den [[Konglomerat]]felsen des [[Mönchsberg]]s frei und entwarf für den ebenerdigen Kamin in dieser Felswand ein schmiedeeisernes Gitter, in dem Bestimmung und Geschichte dieses historischen Raumes mit [[Landeswappen]], Bischofshut, Lyra, Hufeisen, Violinschlüssel und theatralischen Masken symbolisiert sind. Über der [[barock]]en steinernen Balustrade befindet sich eine reich verzierte Tafel, deren Inschrift auf den Baubeginn hinweist. Die Wände sind mit Holz vertäfelt, die Konsolen der Balkone tragen geschnitzte Köpfe.  
   −
[[1969]]/[[1970]] verband Clemens Holzmeister die Estrade mit zwei hölzernen Stiegen-Aufgängen.  
+
[[1969]]/[[1970]] verband Clemens Holzmeister die Estrade mit zwei hölzernen Stiegen-Aufgängen mit dem damaligen [[Kleines Festspielhaus|kleinen Festspielhaus]].  
    
== Deckenfresko ==
 
== Deckenfresko ==
Das Deckenfresko ist von [[Johann Michael Rottmayr]] und seinem Schüler [[Christoph Lederwasch]]. Es zeigt Angriffe auf Türkenpuppen. Das sogenannte "Türkenkopfstechen" stand in der Barockzeit auf dem Programm der Kavallerieausbildung zur Einübung der Attacke. Das fast 600 Quadratmeter umfassende Deckengemälde gehört zu den größten Fresken Österreichs.  
+
Das Deckenfresko stammt aus dem Jahr [[1690]] und wurde von Salzburger Hofmaler [[Johann Michael Rottmayr]] und seinem Schüler [[Christoph Lederwasch]] gestaltet. Es zeigt militärische Übungen mit Türkenpuppen. Das sogenannte "Türkenkopfstechen" stand in der Barockzeit auf dem Programm der Kavallerieausbildung zur Einübung der Attacke zu Pferde. Das fast 600 Quadratmeter umfassende Deckengemälde gehört zu den größten Fresken Österreichs. Der Auftraggeber, Fürst-Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]] (1687-1709), sieht dem Treiben zu: Er sitzt, von Höflingen umgeben, auf einem "Balkon" an der Felsenseite des Freskos.  
   −
== NS-Vergangenheit: Karl-Böhm-Saal in Salzburg erhält Erläuterungstafel ==
+
== Name ==
Der Karl-Böhm-Saal soll mit einer Erläuterungstafel ausgestattet werden, die auf die Rolle des Dirigenten in der [[Nationalsozialismus|NS-Zeit]] hinweist.
+
Der Saal wurde in den [[1970]] oder [[1980]]er Jahren nach dem Dirigenten Prof. Dr. [[Karl Böhm]] (* 1894, † 1981) benannt, der seit [[1938]] bei den [[Salzburger Festspiele]]n insgesamt 338 Mal am Pult musikalische Aufführungen dirigiert hatte.
 +
 
 +
=== Erläuterungstafel zur NS-Vergangenheit ===
 +
Der Karl-Böhm-Saal soll mit einer Erläuterungstafel ausgestattet werden, die auf die Rolle des Dirigenten in der [[Nationalsozialismus|NS-Zeit]] hinweist.
    
Ende Dezember 2015 berichteten Medien, dass ein so formulierte Antrag vom [[Kuratorium der Salzburger Festspiele|Festspielkuratorium]] einstimmig angenommen worden. [[Karl Böhm|Böhm]] war im Gegensatz zu [[Herbert von Karajan]] kein [[NSDAP]]-Mitglied, er gilt aber als Profiteur des Dritten Reichs.
 
Ende Dezember 2015 berichteten Medien, dass ein so formulierte Antrag vom [[Kuratorium der Salzburger Festspiele|Festspielkuratorium]] einstimmig angenommen worden. [[Karl Böhm|Böhm]] war im Gegensatz zu [[Herbert von Karajan]] kein [[NSDAP]]-Mitglied, er gilt aber als Profiteur des Dritten Reichs.
Zeile 21: Zeile 24:  
In der Stellungnahme zur Entscheidung hieß es weiters: "''Böhm war ein Profiteur des Dritten Reichs und arrangierte sich für die Karriere mit dem System. Sein Aufstieg wurde durch die Vertreibung jüdischer und politisch missliebiger Kollegen begünstigt''." Aber er habe zumindest "''keine antisemitischen Äußerungen getätigt''".
 
In der Stellungnahme zur Entscheidung hieß es weiters: "''Böhm war ein Profiteur des Dritten Reichs und arrangierte sich für die Karriere mit dem System. Sein Aufstieg wurde durch die Vertreibung jüdischer und politisch missliebiger Kollegen begünstigt''." Aber er habe zumindest "''keine antisemitischen Äußerungen getätigt''".
   −
Im April [[1945]] wurde Böhm (* 1894, † 1981), damals Direktors der Wiener Staatsoper, von den Alliierten wegen zu großer Nähe zum Nazi-Regime von seinem Posten entfernt und bis [[1947]] mit einem Auftrittsverbot belegt. Nach Böhm ist im [[Salzburger Stadtteil]] [[Parsch]] auch ein Gehweg, der [[Dr.-Karl-Böhm-Weg]] am [[Aubach (Salzburg)|Aubach]], benannt. Der Dirigent stand bei den [[Salzburger Festspiele]]n insgesamt 338 Mal am Pult.
+
Im April [[1945]] wurde Böhm (* 1894, † 1981), damals Direktors der Wiener Staatsoper, von den Alliierten wegen zu großer Nähe zum Nazi-Regime von seinem Posten entfernt und bis [[1947]] mit einem Auftrittsverbot belegt.  
 +
 
 +
Nach Böhm ist im [[Salzburger Stadtteil]] [[Parsch]] auch ein Gehweg, der [[Dr.-Karl-Böhm-Weg]] am [[Aubach (Salzburg)|Aubach]], benannt.  
    
== Bilder ==
 
== Bilder ==