Margit Gräfin Szápáry: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 16: Zeile 16:
Die mit dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] einsetzende Lebensmittelknappheit traf auch den Lungau hart. Margit Szápáry startete Privatinitiativen und organisierte Lebensmittel, die in den Lungauer Gemeinden an die Bevölkerung verteilt wurden. Ab [[1916]] leitete sie im Auftrag der [[Salzburger Landesregierung]] die so genannte ''Gemüsebauaktion''. Das Ziel dieser Aktion war es, den Gemüse- und Getreideanbau zu heben und so die Versorgungsnot zu lindern.  
Die mit dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] einsetzende Lebensmittelknappheit traf auch den Lungau hart. Margit Szápáry startete Privatinitiativen und organisierte Lebensmittel, die in den Lungauer Gemeinden an die Bevölkerung verteilt wurden. Ab [[1916]] leitete sie im Auftrag der [[Salzburger Landesregierung]] die so genannte ''Gemüsebauaktion''. Das Ziel dieser Aktion war es, den Gemüse- und Getreideanbau zu heben und so die Versorgungsnot zu lindern.  


Sie organisierte Spendenaktionen, um Kleidung für die schlecht ausgerüsteten Soldaten erwerben zu können, kümmerte sich um Kriegsinvalide. So wandte sie zwischen [[1919]] und [[1921]] aus eigenem Vermögen etwa € 28.000 für die Umsetzung einer von ihr inizierten Idee der Kriegerheimstätten im Lungau auf. Diese Heimstätten sollten Kriegsinvaliden, die ja meist Regel keine Existenzbasis hatten, meist ohne Arbeitsmöglichkeit hatten und oft von Familie oder Verwandten versorgt werden mussten, zu einer unabhängigen und selbständigen  Lebensgrundlage zu helfen.
Sie organisierte Spendenaktionen, um Kleidung für die schlecht ausgerüsteten Soldaten erwerben zu können, kümmerte sich um Kriegsinvalide. So wandte sie zwischen [[1919]] und [[1921]] aus eigenem Vermögen etwa € 28.000 für die Umsetzung einer von ihr inizierten Idee der Kriegerheimstätten im Lungau auf. Diese Heimstätten sollten Kriegsinvaliden, die ja meist Regel keine Existenzbasis hatten, meist ohne Arbeitsmöglichkeit waren und oft von Familie oder Verwandten versorgt werden mussten, zu einer unabhängigen und selbständigen  Lebensgrundlage zu helfen.


Eine besondere Rolle kam Margit Szápáry im Rahmen der [[Katholische Frauenorganisation Salzburg|Katholischen Frauenorganisation Salzburg]] (KFO) zu, in welcher sie auf Diözesan-, Dekanats- und Pfarrebene tätig war. Die heutige Nachfolgeorganisation der KFO ist die [[Katholische Frauenbewegung]].
Eine besondere Rolle kam Margit Szápáry im Rahmen der [[Katholische Frauenorganisation Salzburg|Katholischen Frauenorganisation Salzburg]] (KFO) zu, in welcher sie auf Diözesan-, Dekanats- und Pfarrebene tätig war. Die heutige Nachfolgeorganisation der KFO ist die [[Katholische Frauenbewegung]].

Version vom 23. Dezember 2007, 14:14 Uhr

Margit Gräfin Szápáry (* 21. Februar 1871, † 17. Mai 1943) war Besitzerin der Burg Finstergrün und hat nach 1900 viel für Salzburg, im Speziellen für den Lungau geleistet.

Leben

Margit Gräfin Szápáry wurde am 21. Februar 1871 in Dresden, Deutschland als Margarete Luise Laura Fanny Wanda Regina Comtesse, Henckel von Donnersmarck, geboren. Sie führte den Titel Comtesse (aus dem Französischen), der als Adelstitel für unverheiratete Mädchen verwendet wurde. Ihre Eltern fürhten die Titel „Graf“ und „Gräfin“.

Im Mai 1900 verlobte sich Margit im Alter von 29 Jahren mit dem 42-jährigen k.u.k. Kämmerer Kämmerer war zu jener Zeit ein Ehrentitel, der früher mit Finanz- oder Verwaltungsaufgaben verbunden war. Rittmeister war die gängige Bezeichnung für einen Hauptmann der Kavallerie. .

Am 18. Juli 1900 heiratete sie mit 29 Jahren 42-jährigen k.u.k. Kämmerer und Rittmeister Sándor (Alexander) Graf Szápáry de Szapár aus der ungarischen Szápáry-Familie (aus der waren bekannte Politiker wie z. B. der ungarische Ministerpräsident Gyula Graf Szápáry, Gouverneure und Diplomaten hervorgegangen).

Einer der Trauzeugen war Hans Graf Wilczek, Besitzer von Schloss Moosham bei Unternberg im Lungau und ein Freund von Sándor. Das Ehepaar kaufte die Brandruine Finstergrün bei Ramingstein und ließen nach eigenen Plänen eine elegante Burg zwischen 1900 und 1904 neu erbauen.

Sándor und Margit bekamen 1901 Sohn Béla und 1902 Tochter Jolánta. Doch Graf Sándor starb unerwartet während einer Reise im Jahr 1904. Auch beide Eltern von Margit Szápáry starben kurze Zeit später im Jahr 1908.

Ihr Einsatz für den Lungau

Die mit dem Ersten Weltkrieg einsetzende Lebensmittelknappheit traf auch den Lungau hart. Margit Szápáry startete Privatinitiativen und organisierte Lebensmittel, die in den Lungauer Gemeinden an die Bevölkerung verteilt wurden. Ab 1916 leitete sie im Auftrag der Salzburger Landesregierung die so genannte Gemüsebauaktion. Das Ziel dieser Aktion war es, den Gemüse- und Getreideanbau zu heben und so die Versorgungsnot zu lindern.

Sie organisierte Spendenaktionen, um Kleidung für die schlecht ausgerüsteten Soldaten erwerben zu können, kümmerte sich um Kriegsinvalide. So wandte sie zwischen 1919 und 1921 aus eigenem Vermögen etwa € 28.000 für die Umsetzung einer von ihr inizierten Idee der Kriegerheimstätten im Lungau auf. Diese Heimstätten sollten Kriegsinvaliden, die ja meist Regel keine Existenzbasis hatten, meist ohne Arbeitsmöglichkeit waren und oft von Familie oder Verwandten versorgt werden mussten, zu einer unabhängigen und selbständigen Lebensgrundlage zu helfen.

Eine besondere Rolle kam Margit Szápáry im Rahmen der Katholischen Frauenorganisation Salzburg (KFO) zu, in welcher sie auf Diözesan-, Dekanats- und Pfarrebene tätig war. Die heutige Nachfolgeorganisation der KFO ist die Katholische Frauenbewegung.

Vorahnung Zweiter Welkrieg

Politisch warnte sie eindringlich vor den Folgen der sich bildenen Blöcken in Europa (England, Russland, Deutschland) und sah bereits in großen Zügen die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus voraus.

Ihr Lebensabend

Seit den 1930er Jahren verbrachte sie die Winter in der Regel bei einer Freundin auf Schloss Haunsperg in Oberalm, da ihr die strengen Lungauer Winter sehr zusetzten und sie von einer Herzschwäche stark gekennzeichnet war.

In der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich geriet sie,auf persönliches Betreiben von Hermann Göring, der Margit Szápáry aus seinen Jugendtagen im Lungau kannte, wegen Kreditschulden in Bedrängnis. Im Winter 1940/41 schmuggelte sie im Rahmen eines Budapest-Besuchs Bücher in die britische Botschaft, die im NS-Reich verboten waren. Auf der Heimreise wurde sie von der Gestapo durchsucht und ihr Gepäck wurde zum Teil beschlagnahmt. Doch dabei blieb es und sie musste keine weiteren Verfolgungen des Regimes befürchten.

Im November 1941 musste die Gräfin einen großen Teil der künstlerisch wertvollen Einrichtung von Burg Finstergrün im damals arisierten Münchner Auktionshaus Weinmüller versteigern, um finanzielle Mittel für ihr Leben und den Erhalt der Burg aufbringen zu können. Schließlich verpachtete sie im Juli 1942 die Burg Finstergrün an das NS-Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Die Burg wurde für Ausbildungs- und Schulungszwecke u.a. für Lehrerinnen verwendet.

Anfang Mai 1943 wurde Margit Szápáry nach langen Kur und nach mehreren Herzattacken und einem Schlaganfall von Schloss Haunsperg nach Ramingstein gebracht. Kurz darauf, am 17. Mai 1943, verstarb sie. Das Begräbnis von Margit Szápáry fand in Ramingstein unter sehr großer Beteiligung der Lungauer Bevölkerung statt. Die letzte Ruhestätte von Gräfin Szápáry befindet sich nicht auf dem Ramingsteiner Friedhof, sondern an der nördlichen Außenmauer der Pfarrkirche Ramingstein im Familiengrab Szápáry, das die einzige Grabstätte in diesem Bereich ist.

Weblinks

Quellen