Johann Stüdl: Unterschied zwischen den Versionen

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==Leben==
 
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Der Vater, ein Prager Kaufmann, riet ihm vom Chemie-Studium in Dresden ab. Schon bald musste er sein Studium nach dem frühen Tod seines Vaters abbrechen. Er kehrte nach Prag zurück, um die Wein- und Kolonialwarenhandlung des Vaters zu übernehmen. Er begann sich für die touristische Erschließung der [[Glocknergruppe|Glockner-]] und [[Venedigergruppe]] in den [[Ostalpen]] zu interessieren, an der er letztlich maßgebend beteiligt war.  
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Der Vater, ein Prager Delikatessenhändler und k.u.k. Hoflieferant, riet ihm vom begonnnen Chemie-Studium in Dresden ab. Schon bald musste er sein Studium nach dem frühen Tod seines Vaters abbrechen. Er kehrte nach Prag zurück, um die Wein- und Kolonialwarenhandlung des Vaters zu übernehmen. Er begann sich für die touristische Erschließung der [[Glocknergruppe|Glockner]]- und [[Venedigergruppe]] in den [[Ostalpen]] zu interessieren, an der er letztlich maßgebend beteiligt war.  
  
[[1867]] war er zusammen mit seinem Bruder Franz erstmals in Kals ([[Osttirol]]) am [[Großglockner (Berg)|Großglockner]], um ihn zu besteigen. Dabei erfuhr er, dass die Kalser eine neue Route auf den Großglockner über den Südwestgrat erschließen wollten. Denn bis dato war [[Heiligenblut]] in [[Kärnten]] Ausgangspunkt der meisten Besteigungen des Großglockners. Für dieses Vorhaben suchte Kals Geldgeber und konnten Stüdl dafür gewinnen. Dieser beteiligte sich an der Errichtung einer Steiganlage mit Eisenstiften und Seilen entlang der Route. Darüber hinaus finanzierte er [[1868]] auch den Bau der nach ihm benannten [[Stüdlhütte]] am Fuß des Südwestgrates.  
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[[1867]] war er zusammen mit seinem Bruder Franz erstmals in Kals ([[Osttirol]]) am [[Großglockner (Berg)|Großglockner]], um diesen zu besteigen. Dabei erfuhr er, dass die Kalser eine neue Route auf den Großglockner über den Südwestgrat erschließen wollten. Denn bis dato war [[Heiligenblut]] in [[Kärnten]] Ausgangspunkt der meisten Besteigungen des Großglockners. Für dieses Vorhaben suchte Kals Geldgeber und konnten Stüdl dafür gewinnen. Dieser beteiligte sich an der Errichtung einer Steiganlage mit Eisenstiften und Seilen entlang der Route, die über den heutigen [[Stüdlgrat]] verläuft. Darüber hinaus finanzierte er [[1868]] auch den Bau der nach ihm benannten [[Stüdlhütte]] am Fuß des Südwestgrates.  
  
Er war auch Initiator mehrere Schutzhütten in diesem Gebiet wie der [[Neue Prager Hütte|Prager Hütte]] in der Gegend des [[Großvenediger]]s und der [[Glorerhütte]] am Großglockner, außerdem der Payerhütte am Ortler. [[1869]] gründete er in Kals den ersten Bergführerverein in den Ostalpen. Und er war Gründungsmitglied des Deutschen [[Alpenverein]]s.
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Er war Initiator mehrere Schutzhütten in diesem Gebiet wie der [[Neue Prager Hütte|Prager Hütte]] in der Gegend des [[Großvenediger]]s und der Glorer Hütte am Großglockner, außerdem der [[Julius von Payer|Payer]]<nowiki>hütte</nowiki> am Ortler. [[1869]] gründete er in Kals den ersten Bergführerverein in den Ostalpen. Und er war Gründungsmitglied des Deutschen [[Alpenverein]]s.
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Seine letzte Bergfahrt führte ihn am [[26. Mai]] [[1924]] im Alter von 85 Jahren zur [[Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte]] im [[Tennengebirge]].
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Erst im Alter von 80 Jahren wurde Stüdl ein ''Salzburger''. Sein Sohn [[Max Stüdl|Max]] war Besitzer des Gasthofes zur "Goldenen Birne" ([[Judengasse]] 1) in der Salzburger [[Altstadt]], wo auch Johann Stüdl wohnte. Stüdl verstarb in seiner Wohnung in Salzburg im 86. Lebensjahr. Er liegt im Familiengrab auf dem [[Salzburger Kommunalfriedhof]] begraben.
  
Stüdl verstarb in seiner Wohnung in Salzburg in der [[Judengasse]] 1 im 86. Lebensjahr.
 
[[Datei:Gedenktafel_Johann_Stüdl.JPG|right|thumb|Gedenktafel in der Judengasse]]
 
 
=== Erstbesteigungen ===
 
=== Erstbesteigungen ===
 
Aus den zahlreichen Erstbesteigungen seien erwähnt: Schneewinkelkopf, [[Hohe Riffl]], [[Hinterer Bratschenkopf]], [[Klockerin]], [[Großer Bärenkopf]]. Seiner jahrelangen Suche nach einem Abstieg vom Gipfel des Großglockners direkt zur [[Pasterze]] blieb der Erfolg verwehrt. Dies gelang erst dem Münchner [[Karl Hofmann (Alpinist)|Karl Hofmann]] im Jahr [[1870]], einem Freund Stüdls, der auch bei vielen seiner oben genannten Erstbesteigungen dabei war.
 
Aus den zahlreichen Erstbesteigungen seien erwähnt: Schneewinkelkopf, [[Hohe Riffl]], [[Hinterer Bratschenkopf]], [[Klockerin]], [[Großer Bärenkopf]]. Seiner jahrelangen Suche nach einem Abstieg vom Gipfel des Großglockners direkt zur [[Pasterze]] blieb der Erfolg verwehrt. Dies gelang erst dem Münchner [[Karl Hofmann (Alpinist)|Karl Hofmann]] im Jahr [[1870]], einem Freund Stüdls, der auch bei vielen seiner oben genannten Erstbesteigungen dabei war.
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* [[Clemens M. Hutter|Clemens M. ''Hutter'']], Verewigt in Salzburg, Salzburg, 2010
 
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Version vom 13. Mai 2021, 10:20 Uhr

Johann Stüdl
Gedenktafel in der Judengasse

Johann Stüdl (* 27. Juni 1839 in Prag; † 29. Jänner 1925 in der Stadt Salzburg) war ein Prager Kaufmann und Förderer des Alpinismus in Österreich.

Leben

Der Vater, ein Prager Delikatessenhändler und k.u.k. Hoflieferant, riet ihm vom begonnnen Chemie-Studium in Dresden ab. Schon bald musste er sein Studium nach dem frühen Tod seines Vaters abbrechen. Er kehrte nach Prag zurück, um die Wein- und Kolonialwarenhandlung des Vaters zu übernehmen. Er begann sich für die touristische Erschließung der Glockner- und Venedigergruppe in den Ostalpen zu interessieren, an der er letztlich maßgebend beteiligt war.

1867 war er zusammen mit seinem Bruder Franz erstmals in Kals (Osttirol) am Großglockner, um diesen zu besteigen. Dabei erfuhr er, dass die Kalser eine neue Route auf den Großglockner über den Südwestgrat erschließen wollten. Denn bis dato war Heiligenblut in Kärnten Ausgangspunkt der meisten Besteigungen des Großglockners. Für dieses Vorhaben suchte Kals Geldgeber und konnten Stüdl dafür gewinnen. Dieser beteiligte sich an der Errichtung einer Steiganlage mit Eisenstiften und Seilen entlang der Route, die über den heutigen Stüdlgrat verläuft. Darüber hinaus finanzierte er 1868 auch den Bau der nach ihm benannten Stüdlhütte am Fuß des Südwestgrates.

Er war Initiator mehrere Schutzhütten in diesem Gebiet wie der Prager Hütte in der Gegend des Großvenedigers und der Glorer Hütte am Großglockner, außerdem der Payerhütte am Ortler. 1869 gründete er in Kals den ersten Bergführerverein in den Ostalpen. Und er war Gründungsmitglied des Deutschen Alpenvereins.

Seine letzte Bergfahrt führte ihn am 26. Mai 1924 im Alter von 85 Jahren zur Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte im Tennengebirge.

Erst im Alter von 80 Jahren wurde Stüdl ein Salzburger. Sein Sohn Max war Besitzer des Gasthofes zur "Goldenen Birne" (Judengasse 1) in der Salzburger Altstadt, wo auch Johann Stüdl wohnte. Stüdl verstarb in seiner Wohnung in Salzburg im 86. Lebensjahr. Er liegt im Familiengrab auf dem Salzburger Kommunalfriedhof begraben.

Erstbesteigungen

Aus den zahlreichen Erstbesteigungen seien erwähnt: Schneewinkelkopf, Hohe Riffl, Hinterer Bratschenkopf, Klockerin, Großer Bärenkopf. Seiner jahrelangen Suche nach einem Abstieg vom Gipfel des Großglockners direkt zur Pasterze blieb der Erfolg verwehrt. Dies gelang erst dem Münchner Karl Hofmann im Jahr 1870, einem Freund Stüdls, der auch bei vielen seiner oben genannten Erstbesteigungen dabei war.

Quellen