Großes Festspielhaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 5. Dezember 2019, 13:59 Uhr
Das Große Festspielhaus ist ein multifunktionaler Veranstaltungsort in der Stadt Salzburg in der Altstadt im Festspielbezirk.
Beschreibung
Das Große Festspielhaus wurde nach Plänen des Architekten Clemens Holzmeister erbaut. Es gehört mit einem Ausmaß von insgesamt 100 Metern Breite (einschließlich Seitenbühnen) zu den größten der Welt.
Das Festspielhaus bietet für 2 179 Zuschauer Platz. Der Bühnenraum weist eine Höhe von 35 Metern, eine Breite von 100 Metern und eine Tiefe von 25 Metern auf. 155 Prospektzüge der Bühnenmaschinerie, die Einrichtungen der Beleuchtung, der Eiserne Vorhang mit 34 Tonnen Gewicht, fünf Hubpodien von je 18 x 3 Metern, eine dreiteilige Simulatanbühne sind Meisterwerke moderner Bühnentechnik. Die Gesamtbaukosten betrugen etwa 210 Millionen Schilling (15,3 Mio Euro). Die Errichtungskosten hat zu größten Teil der Bund bzw. die Republik Österreich getragen, weshalb die Republik Österreich die Eigentümerin des Großen Festspielhauses ist. [1]
An der Ausgestaltung haben u. a. mitgewirkt: Oskar Kokoschka, Wolfgang Hutter, Karl Plattner, Rudolf Hoflehner, Kurt Fischer, Giselbert Hoke, Wander Bertoni, Jakob Adlhart, Rudolf Reinhart, Slavi Soucek, Alfred Hrdlicka und Toni Schneider-Manzell.
Die Fassade wird durch eine lateinische Inschrift des Benediktiners Thomas Michels geschmückt: „Sacra camenae domus concitis carmine patet quo nos attonitos numen ad auras ferat.“ (Der Muse heiliges Haus steht Kunstbegeisterten offen, als Entflammte empor trage uns göttliche Macht.)
Geschichte
Am 24. August 1953 informierte Landeshauptmann Josef Klaus (ÖVP) das Festspielkuratorium über die von Clemens Holzmeister ausgearbeiteten Pläne für eine großzügige Neugestaltung des Festspielhauses. Die bisherige Heimstatt des Hauses der Natur an der Hofstallgasse sollte zu einer modernen Großbühne für 2 300 Zuschauer ausgebaut werden. Man hoffte, mit 30 Millionen Schilling für das Festspielhaus und zusätzlichen sechs Millionen Schilling für die Umsiedlung des Hauses der Natur das Auslangen zu finden.
Am 24. August 1955 erklärte Festspielpräsident Heinrich Puthon, dass für ein neues Festspielhaus nur Holzmeisters Planung mit dem Standort an der Hofstallgasse in Frage komme. Holzmeister erläuterte sein Projekt und sprach sich für die Unterbringung von Haus der Natur und Salzburger Museum Carolino Augusteum im Komplex des baufälligen Ursulinenklosters aus, wo ein echtes Museumsviertel entstehen könnte. Das Ingenieurbüro Mühlberg legte in Ergänzung des Holzmeister-Projektes für das Festspielhaus eine Studie über den Bau eines 250 Meter langen Tunnels vom neuen Festspielhaus zu einem Parkplatz zwischen Bürgermeisterloch und Brunnhausgasse vor.
Die Arbeiten begannen im Jahre 1956 mit dem Abtragen von rund 55 000 qm² Konglomerat der Mönchsbergwand, um für das gewaltige Bühnenhaus Platz zu schaffen. Das Große Festspielhaus wurde dann am 26. Juli 1960 mit Richard Strauss' "Rosenkavalier" unter der Leitung von Herbert von Karajan eröffnet.
60-Jahr-Feier 2020
Das Große Festspielhaus werde 2020 sechzig Jahre alt, sagte Lukas Crepaz, kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele. Eigentlich sei ein Gebäude in diesem Alter am Ende seines Lebenszyklus, doch die Bauqualität aus den 1950er-Jahren sei außergewöhnlich gut. Und auch die anderen Gebäude im Festspielbezirk bräuchten eine Erneuerung - von Haustechnik bis Dächer, von Klimatisierung bis Digitalisierung. Zudem ist die hausinterne Logistik samt Arbeitnehmerschutz zu überdenken - von Transporten immer größer werdender Bühnenbilder bis zur Anordnung von Werkstätten. Dabei müsse "der gesamte Festspielbezirk" - nicht einzelne Häuser isoliert - betrachtet werden.
Die Bundesimmobiliengesellschaft BIG wurde mit einer Gesamtstudie beauftragt, in die Einzelgutachten über Statik, Haustechnik und Raumkonzept einflossen, sagte Lukas Crepaz. Allein dafür seien 300.000 Euro veranschlagt. Dieses Projekt sei "essenziell für den Fortbestand der Salzburger Festspiele". Die BIG-Studie sollte bis Spätherbst 2019 vorliegen, damit 2020 die Entscheidungen fallen könnten.[2]
Veranstaltungen im Großen Festspielhaus
- Die Salzburger Festspiele
- Die Osterfestspiele
- Die Pfingstfestspiele
- Das Salzburger Adventsingen
- Der Salzburger Jazz-Herbst
- Die Salzburger Mozartwoche
- Die Orchesterkonzerte der Salzburger Kulturvereinigung in den Zyklen Große Symphonie, Musik der Meister und Welt der Musik
Sonstiges
Das Große Festspielhaus hat eine direkte Verbindung im Mönchsberg mit den Mönchsberggaragen.
Kunstwerke
Säulenkapitele im Pausenraum
- Großes Festspielhaus Säulenkapitel Pausenraum 01.jpg
Relief: Säulenkapitel 1
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Relief: Säulenkapitel 2
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Relief: Säulenkapitel 3
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Relief: Säulenkapitel 4
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Relief: Säulenkapitel 5
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Relief: Säulenkapitel 6
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Relief: Säulenkapitel 7
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Relief: Säulenkapitel 8
Mosaik
Die Mosaike in der Säulenhalle im eh. Hofmarstall stammen von Kurt Fischer.
- Großes Festspielhaus Mosaik Pferd 01 Säulenhalle Marstall.jpg
Fischer: Mosaik Pferd 01
- Großes Festspielhaus Mosaik Pferd 02 Säulenhalle Marstall.jpg
Fischer: Mosaik Pferd 02
- Großes Festspielhaus Mosaik Pferd 03 Säulenhalle Marstall.jpg
Fischer: Mosaik Pferd 03
- Großes Festspielhaus Mosaik Pferd 04 Säulenhalle Marstall.jpg
Fischer: Mosaik Pferd 04
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Fischer: Mosaik Pferd 05
Fördererlonge
Das monumentale Gemälde "Salzburg, seine Erbauer und seine Musik" von Karl Plattner in der Fördererlonge im 1.OG.
- Großes Festspielhaus Salon 1OG Kunstwerk Karl Plattner.jpg
Plattner: "Salzburg, seine Erbauer und seine Musik"
- Karl Plattner Salzburg, seine Erbauer und seine Musik Großes Festspielhaus 01.jpg
Detail:Erbauer
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Detail:Salzburg
- Karl Plattner Salzburg, seine Erbauer und seine Musik Großes Festspielhaus 03.jpg
Detail:Musik
Wandteppiche
Mehrere Wandteppiche (Gobelins) von Oskar Kokoschka und Herbert Boeckl schmücken die Gänge im 1. Obergeschoss.
- Oskar Kokoschka Wandteppich Amor und Psyche Großes Festspielhaus 01.jpg
Kokoschka: "Amor und Psyche"
- Oskar Kokoschka Wandteppich männliche Chimäre und Sonne weibliche Chimäre und Mond 01.jpg
Kokoschka : "männliche Chimäre und Sonne, weibliche Chimäre und Mond"
- Herbert Boeckl Wandteppich Spharenklänge Großes Festspielhaus 01.jpg
Boeckl: "Spharenklänge"
Skulpturen: Theater und Musik
Von Wander Bertoni stammen die beiden Allegorien "Musik" und "Theater". Die beiden Skulpturen aus Carrara-Marmor stehen in der Säulenhalle, Großes Foyer.
- Wander Bertoni Skulptur Theater 01.jpg
Bertoni: "Theater"
- Wander Bertoni Skulptur Musik 01.jpg
Bertoni: "Musik"
Skulptur: Orpheus II
1963 fertigte Alfred Hrdlicka die Skulptur "Orpheus II" als Auftragsarbeit für die Salzburger Festspiele aus Untersberger Marmor. Die Skulptur steht im Säulenfoyer des ehemaligen fürsterzbischöflichen Hofmarstall.
- Alfred Hrdlicka 01 Orpheus II.jpg
Hrdlicka: "Orpheus II"
weitere Bilder
Großes Festspielhaus – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Großes Festspielhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Salzburg, Anmut und Macht, Karl Heinz Ritschel, 2005, Otto Müller Verlag, ISBN 3-7013-1098-X
- Internetseiten
- Salzburg die schöne Stadt, Seite 68
- Kaut, Josef: Festspiele in Salzburg, Residenz Verlag Salzburg, 1965