Wilhelm-Furtwängler-Park: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 12. Juli 2013, 10:58 Uhr

Datei:Furtwaenglerpark.jpg
Der Furtwänglerpark, im Hintergrund die Universitätskirche, rechts der Fischmarktbrunnen
Furtwänglerpark, Aufführungsort beim Landes-Chorfest 2010

Der Furtwänglerpark befindet sich im Festspielbezirk, an der Stelle des ehemaligen Botanischen Gartens der Universität Salzburg, in der Salzburger Altstadt.

Geschichte

Bis ins 16. Jahrhundert befand sich hier ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der Frauengarten der Petersfrauen oder Frohngarten. Er diente im wesentlichen landwirtschaftlichen Zwecken und reichte von den Häusern der Getreidegasse und der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse bis zum Klausentor. Unter Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron wurde – schon 1617 war das Gymnasium errichtet worden – 1622 im Bereich dieses Gartens die Benediktineruniversität unter maßgeblicher Leitung des Stiftes St. Peter errichtet.

Von 1632 bis 1820 wurde das Grünareal als Kollegiumsgarten der Universität genutzt. In den Baumgarten hinein wurde 1694 bis 1707 nach Plänen Fischer von Erlachs die Kollegienkirche errichtet, der verkleinerte Baumgarten blieb aber auch danach lange bestehen. Nach Auflassung des Kollegiumsgartens im Jahr 1780 pflegte bis 1820 der Salzburger Kaufmann und Pflanzensammler Franz Anton Ranfftl einen privaten botanischen Garten und trieb dabei Handel mit seiner Pflanzensamenbörse.

Botanischer Garten
Hauptartikel: Botanischer Garten

Zwischen 1820 und 1941 war der Garten wieder botanischer Garten. 1835 wurde er offiziell zum k. k. botanischen Garten der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt. Die Kustoden betrieben die Anlage bis zum Jahr 1941. In den Nachkriegsjahren wurde endlich der heutige öffentliche Park errichtet, der im Jahre 1954 in posthumer Ehrung der Verdienste des großen Dirigenten Wilhelm Furtwängler (* 1886, † 1954 ) in Wilhelm-Furtwängler-Park umbenannt wurde.

Römische Funde

Grabungen, die im Winter 2007/2008 anlässlich der Neugestaltung des Parks durchgeführt wurden, brachten weitere Erkenntnisse über das Leben der Römer in Salzburg. Die Funde ergaben, dass schon die Römer eine „Wegwerfgesellschaft“ waren. Man fand alte Fibeln, Keramikscherben, Handwerksgerät, Metallgegenstände aus Bronze, Gürtelbeschläge und Teile von Verzierungen von Riemenzungen sowie einige Münzen.

Dass auf dem Areal des Furtwänglerparks zur Römerzeit ein Handwerksviertel lag, war bereits bekannt. Neu war hingegen die Erkenntnis, dass die Leute auch unmittelbar an ihrem Arbeitsplatz lebten. So wurden Reste von Grundmauern von Wohnhäusern mit Fußboden- und Wandheizungen freigelegt, dicht daneben Werkstätten und Feuerstellen. Den gefundenen Resten nach dürften Metall, Leder und Ton verarbeitet worden sein.

Skulptur im Furtwänglerpark

Skulpturen

Das 1866 angefertigte drei Tonnen schwere Schiller-Denkmal, das ursprünglich im Baron-Schwarz-Park stand, wurde 1941 von den Nationalsozialisten hierher übersiedelt.

Seit 2002 wanderte der Betonkubus - ein begehbares Kunstwerk mit dem Namen A.E.I.O.U. von Anselm Kiefer - im Furtwänglerpark von der Mitte des Parks hinter die Kollegienkirche an den Rand des Max-Reinhardt-Platzes.

Quellen