Leopold Müller-Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Leopold Müller-Salzburg''' (* [[9. Jänner]] [[1908]] in [[Salzburg]]; † [[1. August]] [[1988]] ebendort) war Anthroposoph und Begründer der Wissenschaft der Geomechanik sowie der "Österreichischen Tunnelbauweise"  
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Hon. Prof. Baurat h. c. Dipl. Ing. Dr. techn. Dr. mont h. c. '''Leopold Müller-Salzburg''' (* [[9. Jänner]] [[1908]] in der [[Stadt Salzburg]]; [[1. August]] [[1988]] ebenda) war Anthroposoph und Begründer der Wissenschaft der Geomechanik sowie der "Österreichischen Tunnelbauweise".
  
 
==Leben==
 
==Leben==
Leopold kam als Sohn eines Professors am [[Akademisches Gymnasium|Akademischen Gymnasium]], [[Eugen Müller|Dr. Eugen Müller]], und dessen Frau Maria zur Welt. Seine beiden Geschwister verstarben früh. Vom Vater, selbst Dirigent und Komponist, lernte er die Liebe zur Musik. Er besuchte das Bundesgymnasium gemeinsam mit [[Herbert von Karajan]] und studierte am [[Mozarteum]] Klavier und Geige.
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[[File:Bodø railwaystation 04.jpg|thumb|Bahnhof Bodø, Norwegen, Endstation der Nordlandbahn]]
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Leopold kam als Sohn eines Professors am [[Akademisches Gymnasium|Akademischen Gymnasium]], [[Eugen Müller|Dr. Eugen Müller]], und dessen Frau Maria zur Welt. Seine beiden Geschwister verstarben früh. Vom Vater, selbst Dirigent und Komponist, lernte er die Liebe zur Musik. Er besuchte das [[Akademisches Gymnasium|Bundesgymnasium]] gemeinsam mit [[Herbert von Karajan]] und studierte am [[Mozarteum]] Klavier und Geige.
  
Nach der Matura studierte Müller in Wien Bauingenieurwesen und an der Akademie für Musik Schlagzeug. [[1933]] schloss er sein Ingenieursstudium mit Auszeichnung ab.
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Nach der Matura [[1926]] studierte Müller in Wien Bauingenieurwesen und an der Akademie für Musik Schlagzeug. [[1933]] schloss er sein Ingenieursstudium mit Auszeichnung ab.
  
Sein erster Beruf führte ihn in den Straßenbau, er war als Bauleiter für diverse Abschnitte der [[Großglockner-Hochalpenstraße]] eingesetzt, im Krieg dann vermehrt in Deutschland, wie zum Beispiel beim Bau der Deutschen Alpenstraße auf den [[Kehlstein]] bei [[Berchtesgaden]].
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Sein erster Beruf führte ihn in den Straßenbau, er war als Bauleiter für diverse Abschnitte der [[Großglockner Hochalpenstraße]] eingesetzt, im Krieg dann vermehrt in Deutschland, wie zum Beispiel beim Bau der [[Deutsche Alpenstraße|Deutschen Alpenstraße]] auf den [[Kehlstein]] bei [[Berchtesgaden]].
  
Während des Krieges verschlugen ihn seine Arbeitseinsätze aber auch bis auf die englischen Kanalinseln oder nach Norwegen, wo er am Bau der Nordlandbahn beteiligt war. In Norwegen kam er auch in englische Kriegsgefangenschaft.
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Während des Krieges verschlugen ihn seine Arbeitseinsätze aber auch bis auf die englischen Kanalinseln oder nach [[Norwegen]], wo er am Bau der Nordlandbahn beteiligt war. In Norwegen kam er auch in englische Kriegsgefangenschaft.
  
Zurück aus dieser wurde er [[1946]] Oberbauleiter beim [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksbau]] in [[Kaprun]]. [[1948]] gründete Müller das erste Ingenieurbüro für Geologie und Bauwesen, die [[Internationale Paracelsusgesellschaft]] und die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Geomechanik.  
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Zurück aus dieser wurde er [[1946]] Oberbauleiter beim [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksbau]] in [[Kaprun]]. [[1948]] gründete Müller das erste Ingenieurbüro für Geologie und Bauwesen und die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Geomechanik. Er war außerdem [[1951]] Mitbegründer der [[Internationale Paracelsus-Gesellschaft|Internationalen Paracelsus-Gesellschaft]].
  
 
In den [[1960er]] Jahren war er maßgeblich an der Entwicklung der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise beteiligt und startete erste Vorlesungsreihen zum Thema Felsmechanik unter anderem an der TH München oder der TH Karlsruhe, deren Leitung er bis [[1976]] inne hatte. [[1972]] gründete Müller gemeinsam mit Adam Hereth das Ingenieurbüro Müller + Hereth, das heute noch von [[Freilassing]] aus weltweit operiert.  
 
In den [[1960er]] Jahren war er maßgeblich an der Entwicklung der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise beteiligt und startete erste Vorlesungsreihen zum Thema Felsmechanik unter anderem an der TH München oder der TH Karlsruhe, deren Leitung er bis [[1976]] inne hatte. [[1972]] gründete Müller gemeinsam mit Adam Hereth das Ingenieurbüro Müller + Hereth, das heute noch von [[Freilassing]] aus weltweit operiert.  
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*Baurat h. c. Dr. mont. h. c. an der Montanistischen Hochschule in Leoben (1953)
 
*Baurat h. c. Dr. mont. h. c. an der Montanistischen Hochschule in Leoben (1953)
 
*Ehrenmitglied des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines (1971)
 
*Ehrenmitglied des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines (1971)
*[[Goldener Ring]] der Stadt Salzburg (1971)
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*[[Ring der Stadt Salzburg|Goldener Ring]] der Stadt Salzburg (1971)
*[[Verdienstzeichen|Goldenes Verdienstzeichen]] des Landes Salzburg (1972)
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*[[Verdienstzeichen des Landes Salzburg|Goldenes Verdienstzeichen]] des Landes Salzburg (1972)
 
*Carl-Friedrich-Gauß-Medaille der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (1983)
 
*Carl-Friedrich-Gauß-Medaille der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (1983)
 
*Hans-Cloos-Medaille der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurgeologie (1984)
 
*Hans-Cloos-Medaille der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurgeologie (1984)
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*[[Ring des Landes Salzburg]] (1988)
 
*[[Ring des Landes Salzburg]] (1988)
  
Seit [[1984]] wird von der [[Österreichische Gesellschaft für Geomechanik|Österreichischen Gesellschaft für Geomechanik]] der ''Leopold-Müller-Preis'' für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben.
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Seit [[1984]] wird von der Österreichischen Gesellschaft für Geomechanik der ''Leopold-Müller-Preis'' für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben.
  
 
==Projekte und Konsulenzen==
 
==Projekte und Konsulenzen==
 
Nur einige Projekte mit Salzburgbezug seien hier erwähnt:
 
Nur einige Projekte mit Salzburgbezug seien hier erwähnt:
*Großglockner-Hochalpenstraße
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*[[Großglockner Hochalpenstraße]]
 
*Sanierung der [[Festung Hohensalzburg]]
 
*Sanierung der [[Festung Hohensalzburg]]
*[[Drossensperre]] Kaprun
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*[[Drossensperre]] der [[Tauernkraftwerke Kaprun]]
 
*U-Bahn München
 
*U-Bahn München
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
*Nachruf Prof. Tichy [http://www.uibk.ac.at/downloads/oegg/Band_82_293_306.pdf]
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*Nachruf Prof. Tichy [http://www.uibk.ac.at/downloads/oegg/Band_82_293_306.pdf] oder hier auf SALZBURGWIKI unter [[Datei:Mueller Salzburg Leopold.pdf]]
 
*Homepage Ingenieurbüro Müller + Hereth [http://www.mueller-hereth.com/]
 
*Homepage Ingenieurbüro Müller + Hereth [http://www.mueller-hereth.com/]
  
[[Kategorie:Person|Müller, Leopold]]
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{{SORTIERUNG:Müller, Leopold}}
[[Kategorie:Wissenschafter|Müller, Leopold]]
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[[Kategorie:Person]]
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[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
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[[Kategorie:Person (Wissenschaft)]]
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[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]]
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[[Kategorie:Töchter und Söhne der Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Geboren 1908]]
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[[Kategorie:Gestorben 1988]]

Aktuelle Version vom 28. August 2024, 10:16 Uhr

Hon. Prof. Baurat h. c. Dipl. Ing. Dr. techn. Dr. mont h. c. Leopold Müller-Salzburg (* 9. Jänner 1908 in der Stadt Salzburg; † 1. August 1988 ebenda) war Anthroposoph und Begründer der Wissenschaft der Geomechanik sowie der "Österreichischen Tunnelbauweise".

Leben

Bahnhof Bodø, Norwegen, Endstation der Nordlandbahn

Leopold kam als Sohn eines Professors am Akademischen Gymnasium, Dr. Eugen Müller, und dessen Frau Maria zur Welt. Seine beiden Geschwister verstarben früh. Vom Vater, selbst Dirigent und Komponist, lernte er die Liebe zur Musik. Er besuchte das Bundesgymnasium gemeinsam mit Herbert von Karajan und studierte am Mozarteum Klavier und Geige.

Nach der Matura 1926 studierte Müller in Wien Bauingenieurwesen und an der Akademie für Musik Schlagzeug. 1933 schloss er sein Ingenieursstudium mit Auszeichnung ab.

Sein erster Beruf führte ihn in den Straßenbau, er war als Bauleiter für diverse Abschnitte der Großglockner Hochalpenstraße eingesetzt, im Krieg dann vermehrt in Deutschland, wie zum Beispiel beim Bau der Deutschen Alpenstraße auf den Kehlstein bei Berchtesgaden.

Während des Krieges verschlugen ihn seine Arbeitseinsätze aber auch bis auf die englischen Kanalinseln oder nach Norwegen, wo er am Bau der Nordlandbahn beteiligt war. In Norwegen kam er auch in englische Kriegsgefangenschaft.

Zurück aus dieser wurde er 1946 Oberbauleiter beim Kraftwerksbau in Kaprun. 1948 gründete Müller das erste Ingenieurbüro für Geologie und Bauwesen und die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Geomechanik. Er war außerdem 1951 Mitbegründer der Internationalen Paracelsus-Gesellschaft.

In den 1960er Jahren war er maßgeblich an der Entwicklung der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise beteiligt und startete erste Vorlesungsreihen zum Thema Felsmechanik unter anderem an der TH München oder der TH Karlsruhe, deren Leitung er bis 1976 inne hatte. 1972 gründete Müller gemeinsam mit Adam Hereth das Ingenieurbüro Müller + Hereth, das heute noch von Freilassing aus weltweit operiert.

Nach seiner Rückkehr aus Karlsruhe wurde Müller an der Universität Salzburg Honorarprofessor für Geotechnik und Felsbau.

Realist vs Idealist

Dem gründlichen Ingenieur stand der träumerische Idealist Müller gegenüber, der sich in seiner Heimatstadt dafür einsetzte, dass 400 Bürgerhäuser in der Getreide- und Judengasse erhalten blieben, der den Kurgarten vor dem Verbau rettete und der an der Gründung dreier Schulen nicht unwesentlich beteiligt war: dem Werkschulheim Felbertal, der Waldorfschule in Prien am Chiemsee und der Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg. Der Einklang von Mensch und Natur, die moralische Verantwortung des Menschen für alles was auf dieser Welt passiert, rückten in den Mittelpunkt seines Interesses.

Ehrungen

  • Baurat h. c. Dr. mont. h. c. an der Montanistischen Hochschule in Leoben (1953)
  • Ehrenmitglied des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines (1971)
  • Goldener Ring der Stadt Salzburg (1971)
  • Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg (1972)
  • Carl-Friedrich-Gauß-Medaille der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (1983)
  • Hans-Cloos-Medaille der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurgeologie (1984)
  • Ehrenbürger der Stadt Salzburg (9. Oktober 1985)
  • Ring des Landes Salzburg (1988)

Seit 1984 wird von der Österreichischen Gesellschaft für Geomechanik der Leopold-Müller-Preis für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben.

Projekte und Konsulenzen

Nur einige Projekte mit Salzburgbezug seien hier erwähnt:

Quellen