Anton Ritter von Le Monnier: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Anton Le Monnier war der Sohn des österreichischen Diplomaten Franz Le Monnier. Nach seinen juristisch-politischen Studien trat Anton Le Monnier am [[17. Mai]] [[1843]] in den Dienst der Wiener Polizei, war in der Revolutionszeit vom 3. Januar 1849 bis zum 28. März 1850 Armeekommissär in Ungarn und kam am [[21. Oktober]] [[1850]] als Polizei-Oberkommissär nach Salzburg, wo er am [[10. September]] [[1853]] zum Polizeidirektor ernannt wurde. Am [[17. Juli]] [[1860]] ging er nach Brünn, tschechisch ''Brno'' ([[Mähren]]), 1869 nach Wien, wo er den Polizeiapparat modernisierte und das bis dahin übliche Spitzelwesen durch ein Kriminalbeamten-Referat ersetzte. Wenige Tage vor seinem Ableben wurde ihm [[1873]] der Titel ''Präsident der Polizeidirektion Wien'' verliehen. | + | Anton Le Monnier war der Sohn des österreichischen Diplomaten Franz Le Monnier (* 20. März 1795 in Wien; † 1824) und seiner Frau Catherine Harveng (* 1. August 1799; † 1839). Nach seinen juristisch-politischen Studien trat Anton Le Monnier am [[17. Mai]] [[1843]] in den Dienst der Wiener Polizei, war in der Revolutionszeit vom 3. Januar 1849 bis zum 28. März 1850 Armeekommissär in Ungarn und kam am [[21. Oktober]] [[1850]] als Polizei-Oberkommissär nach Salzburg, wo er am [[10. September]] [[1853]] zum Polizeidirektor ernannt wurde und im [[Emsburg|Schloss Kreuzburg]] wohnte. Am [[17. Juli]] [[1860]] ging er nach Brünn, tschechisch ''Brno'' ([[Mähren]]), 1869 nach Wien, wo er den Polizeiapparat modernisierte und das bis dahin übliche Spitzelwesen durch ein Kriminalbeamten-Referat ersetzte. Wenige Tage vor seinem Ableben wurde ihm [[1873]] der Titel ''Präsident der Polizeidirektion Wien'' verliehen. |
| − | Anton von Le Monnier war verheiratet mit Franziska, geborene Deutsch (* 21. Dezember 1829; † 3. Mai 1904), die ihm | + | Anton von Le Monnier war verheiratet mit Franziska, geborene Deutsch (* 21. Dezember 1829; † 3. Mai 1904), die ihm vier Kinder schenkte: |
| − | * | + | * [[Caroline Ebers|Carolina]] (* 11. Juli 1852 in Salzburg<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-blasius/TFB3/?pg=49 Taufbuch der Pfarre Salzburg-St.-Blasius, Band III, S. 45.]</ref><!--; † 30. Juni 1878-->), |
| − | + | * [[Franz Ritter von Le Monnier|Franz Joseph]] (* 7. Dezember 1854 in Salzburg<!--; † 13. März 1925 in Wien--><ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-blasius/TFB3/?pg=97 Taufbuch der Pfarre Salzburg-St. Blasius, Band III, S. 93.]</ref>), | |
| − | * [[Franz Ritter von Le Monnier|Franz Joseph]] (* 7. Dezember 1854 in Salzburg<!--; † 13. März 1925 in Wien--> | + | * [[Sophie Barazetti|Sophia]] (* 1. Juli 1858 in [[Morzg (Gemeinde)|Morzg]]<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-nonntal/TFB6/?pg=9 Taufbuch der Pfarre Salzburg-Nonntal, Band VI, S. 7.]</ref><!--; † 6. Mai 1929 in Aarau, [[Schweiz]]-->) und |
| − | * [[Sophie Barazetti|Sophia]] (* 1. Juli 1858 in [[Gemeinde | + | * Juliana Antonia (* 21. Juni 1860 in Morzg).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-nonntal/TFB6/?pg=35 Taufbuch der Pfarre Salzburg-Nonntal, Band VI, S. 33.]</ref><!--, später verheiratet mit Ferdinand Ritter von Widmann)--> |
| − | * Juliana (* 21. Juni 1860 in Morzg | ||
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| − | Für seine Leistungen während des Krieges 1866 erhielt er | + | Für seine Leistungen während des Krieges 1866 erhielt er am [[15. Dezember]] [[1869]] den Orden der Eisernen Krone III. Klasse und wurde in den Ritterstand erhoben. |
Mit seiner Ernennung zum Polizeidirektor von Wien wurde er am [[10. März]] [[1870]] zum Hofrat und Ministerialrat ernannt. | Mit seiner Ernennung zum Polizeidirektor von Wien wurde er am [[10. März]] [[1870]] zum Hofrat und Ministerialrat ernannt. | ||
| − | Le Monnier war Träger des Großherzoglich Hessischen Philipps-Ordens und Ehrenmitglied des [[Salzburg Museum|Salzburger Museums Carolino-Augusteum]], der [[Salzburger Sparkasse]] und der [[Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft]].<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-nonntal/TFB6/?pg=9 Taufbuch der Pfarre Salzburg-Nonntal, Band VI, S. 7.]</ref> | + | Le Monnier war unter anderem |
| + | * Kommandeur des königlich spanischen Ordens Isabella der Katholischen, | ||
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* [[Sophie Barazetti|Barazetti, Cäsar]]: ''Monnier, Anton Ritter von Le'' in: ''Allgemeine Deutsche Biographie'' Band 22. Leipzig (Duncker & Humblot) 1885, S. 172-173. | * [[Sophie Barazetti|Barazetti, Cäsar]]: ''Monnier, Anton Ritter von Le'' in: ''Allgemeine Deutsche Biographie'' Band 22. Leipzig (Duncker & Humblot) 1885, S. 172-173. | ||
* [https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_L/Lemonnier_Anton_1819_1873.xml Oberhummer-Schreiner, Hermann: ''Le Monnier, Anton von (1819-1873), Polizeibeamter'', in: ''Österreichisches Biographisches Lexikon'', Band V, S. 125.] | * [https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_L/Lemonnier_Anton_1819_1873.xml Oberhummer-Schreiner, Hermann: ''Le Monnier, Anton von (1819-1873), Polizeibeamter'', in: ''Österreichisches Biographisches Lexikon'', Band V, S. 125.] | ||
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Aktuelle Version vom 25. Februar 2023, 18:59 Uhr
Hofrat Ministerialrat Anton Ritter von Le Monnier (* 21. Dezember 1819 in Frankfurt am Main, Deutschland; † 17. Juni 1873 in Wien) war k.k. Polizeidirektor von Salzburg.
Leben
Anton Le Monnier war der Sohn des österreichischen Diplomaten Franz Le Monnier (* 20. März 1795 in Wien; † 1824) und seiner Frau Catherine Harveng (* 1. August 1799; † 1839). Nach seinen juristisch-politischen Studien trat Anton Le Monnier am 17. Mai 1843 in den Dienst der Wiener Polizei, war in der Revolutionszeit vom 3. Januar 1849 bis zum 28. März 1850 Armeekommissär in Ungarn und kam am 21. Oktober 1850 als Polizei-Oberkommissär nach Salzburg, wo er am 10. September 1853 zum Polizeidirektor ernannt wurde und im Schloss Kreuzburg wohnte. Am 17. Juli 1860 ging er nach Brünn, tschechisch Brno (Mähren), 1869 nach Wien, wo er den Polizeiapparat modernisierte und das bis dahin übliche Spitzelwesen durch ein Kriminalbeamten-Referat ersetzte. Wenige Tage vor seinem Ableben wurde ihm 1873 der Titel Präsident der Polizeidirektion Wien verliehen.
Anton von Le Monnier war verheiratet mit Franziska, geborene Deutsch (* 21. Dezember 1829; † 3. Mai 1904), die ihm vier Kinder schenkte:
- Carolina (* 11. Juli 1852 in Salzburg[1]),
- Franz Joseph (* 7. Dezember 1854 in Salzburg[2]),
- Sophia (* 1. Juli 1858 in Morzg[3]) und
- Juliana Antonia (* 21. Juni 1860 in Morzg).[4]
O-Ton
- "Zur Liebe für die Polizei vermag ich Niemanden zu bewegen,
- aber daß an die Stelle des bisherigen Hasses und der Mißachtung Achtung trete, dafür will ich sorgen!"
Ehrungen
In Würdigung seiner Verdienste, insbesondere um die Gründung der Salzburger Sparkasse, verlieh die Stadt Salzburg Le Monnier am 23. Juli 1860 ihre Ehrenbürgerschaft.
Am 17. Juli 1860 wurde Le Monnier zum Regierungsrat ernannt.
Für seine Leistungen während des Krieges 1866 erhielt er am 15. Dezember 1869 den Orden der Eisernen Krone III. Klasse und wurde in den Ritterstand erhoben.
Mit seiner Ernennung zum Polizeidirektor von Wien wurde er am 10. März 1870 zum Hofrat und Ministerialrat ernannt.
Le Monnier war unter anderem
- Kommandeur des königlich spanischen Ordens Isabella der Katholischen,
- Träger des Großherzoglich Hessischen Philipps-Ordens,
- Ritter des königlich bayerischen Verdienstordens des Heiligen Michael und
- Ehrenmitglied des Salzburger Museums Carolino-Augusteum, der Salzburger Sparkasse und der Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft.[5]
Quellen
- Sabitzer, Werner: Wiens erster "Polizeipräsident", in: Öffentliche Sicherheit Nr. 1-2/2012, S. 41-45.
- Barazetti, Cäsar: Monnier, Anton Ritter von Le in: Allgemeine Deutsche Biographie Band 22. Leipzig (Duncker & Humblot) 1885, S. 172-173.
- Oberhummer-Schreiner, Hermann: Le Monnier, Anton von (1819-1873), Polizeibeamter, in: Österreichisches Biographisches Lexikon, Band V, S. 125.