Halleiner Papierfabrik: Unterschied zwischen den Versionen
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Zwei Jahre nach der Einstellung der Papierproduktion am Standort Hallein wurde die Suche nach einem neuen Investor für die M-real Hallein GmbH erfolgreich beendet. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgte am Mittwoch, [[29. Juni]] [[2011]]. Mit [[1. September]] 2011 änderte M-real Hallein seinen Namen in "Schweighofer Fiber GmbH".Bis 2013 will der neue Eigentümer rund 60 Millionen Euro in den Ausbau der bestehenden Anlagen und die Erweiterung der Geschäftsfelder investieren. „Im Bereich Zellstoff wollen wir eine breitere Produktpalette schaffen und zusätzlich hochreinen Spezialzellstoff für die Herstellung von Textilfasern und für die Lebensmittelindustrie produzieren“, erklärte Gerald Schweighofer im Sommer 2011 bei der Pressekonferenz anlässlich der Übernahme<ref>siehe [http://www.schweighofer-fiber.at/de/presse/artikel/2011/PA_UebernahmedurchSchweighoferGruppe_20110630.pdf]</ref>. | Zwei Jahre nach der Einstellung der Papierproduktion am Standort Hallein wurde die Suche nach einem neuen Investor für die M-real Hallein GmbH erfolgreich beendet. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgte am Mittwoch, [[29. Juni]] [[2011]]. Mit [[1. September]] 2011 änderte M-real Hallein seinen Namen in "Schweighofer Fiber GmbH".Bis 2013 will der neue Eigentümer rund 60 Millionen Euro in den Ausbau der bestehenden Anlagen und die Erweiterung der Geschäftsfelder investieren. „Im Bereich Zellstoff wollen wir eine breitere Produktpalette schaffen und zusätzlich hochreinen Spezialzellstoff für die Herstellung von Textilfasern und für die Lebensmittelindustrie produzieren“, erklärte Gerald Schweighofer im Sommer 2011 bei der Pressekonferenz anlässlich der Übernahme<ref>siehe [http://www.schweighofer-fiber.at/de/presse/artikel/2011/PA_UebernahmedurchSchweighoferGruppe_20110630.pdf]</ref>. | ||
Version vom 12. Juli 2012, 09:23 Uhr
Die Papiererzeugung in der Halleiner Papierfabrik begann 1891.
Geschichte
Die zur Papiergewinnung notwendige Zellulose gewann das Unternehmen aus Holz, das auf der Salzach bis in den Griesrechen bei der Halleiner Altstadt getrifftet wurde.
Borregaard
Die Firma wurde vom englischen Unternehmen "The Kellner-Partington Paper Pulp Co. Ltd." gegründet. Von 1918 bis 1979 war die norwegische Holding "Borregaard" Gesellschafter. Noch heute ist der Name des Eigentümers für manche Halleiner ein Synonym für die Papierfabrik.
Am 5. September 1977 brach ein nächtliches Feuer im Werk aus. Drei Hallen der Papierfabrik, 5 000 Tonnen Papier und modernste Maschinen wurden vernichtet. Der damalige Generaldirektor Herbert Vogel sprach "von der größten Katastrophe, die das Unternehmen jemals getroffen hat".
Die PWA-Jahre
Nach einer mehrheitlichen Übernahme durch die die deutschen Papierwerke Waldhof Aschaffenburg (PWA) kam es 1981 zur Umbenennung in Hallein Papier AG. 1982 rüttelt der Fall der Papierpreise an der Existenz des Unternehmens. Die Konzernspitze reagiert und verordnet der "Tochter" in Hallein ein Sanierungskonzept. In die 1980er Jahre fällt auch das erbitterte Ringen um die Umweltauflagen: Die PWA-Belegschaft bläst zum "Marsch auf Salzburg" – 2 000 Menschen demonstrieren im Schloss Mirabell für die Fabrik. Protestaktionen von Greenpeace in Hallein sorgen wiederum für zusätzliche Emotionen. Die positiven Folgen: 1991 rollt der letzte Chlorwaggon ins Werk. Die PWA ist die erste Papierfabrik, die ihre Produktpalette chlorfrei anbietet. In Summe investiert die PWA zwei Milliarden Schilling in den Umweltschutz. 1993 schlittert die Hallein Papier AG in die Insolvenz. Passiva: rund 210 Mill. Euro. Die Firma schafft einen 40-prozentigen Ausgleich. Der Personalstand sinkt von 1 100 auf 900.
Die Schweden kommen
1995 folgte die Übernahme durch den schwedischen SCA-Konzern , was 1996 zu einer neuerlichen Umbenennung in SCA FINE PAPER Hallein GmbH führte. 1999 kam es nach Bildung der Modo Paper AB aus den Feinpapier- und Großhandelsdivisionen der schwedischen Konzerne SCA und MoDo zur weiteren Umbenennung auf Modo Paper Hallein GmbH.
Unter Modo Paper Hallein GmbH wurde die Halleiner Papierfabrik zu einem der größten Industriebetriebe des Landes Salzburg. Sie stellte Papierzellstoff und hochveredelte Druck- und Schreibpapiere für Bücher, Zeitschriften und Prospekte her. Modo Paper ging aus einer 1890 gegründeten englischen Firma hervor, der Gesellschafter von 1918 bis 1979 die norwegische Holding "Borregaard" war.
1998 wurden 245 000 t Papier und 130 000 t Zellstoff erzeugt, der Umsatz betrug drei Milliarden Schilling, die Zahl der Beschäftigten 800.
Mit Metsä-Serla kommt M-real
2000 kaufte der finnische Konzern Metsä-Serla die Papierzeugung auf und 2001 kam es zur Umbenennung in M-real Hallein AG
Die M-real Hallein AG erzeugt Fichtensulfitzellstoff für die Herstellung von gestrichenen Druck- und Schreibpapieren für Bücher, Zeitschriften und Prospekte. 2003 wurden 262 000 t Papier und 143 000 t Zellstoff erzeugt (davon 108 000 t Eigenverbrauch), der Umsatz betrug 237,9 Mio €, die Zahl der Beschäftigten 764. Das Unternehmen hat eine Umwelterklärung gemäß EMAS erstellt.
2008 betrug die Papierproduktion 275 738 Tonnen gestrichenes Papier[1] und 149 648 Tonnen Zellstoff[2].
Am 29. September 2008 wurde bekannt, dass eine (Teil-)Schließung des Unternehmens geplant ist. Dies wurde am 14. Jänner 2009 dann auch offiziell bestätigt: Die Schließung der Papierproduktion wird 485 Mitarbeitern bis Ende 2009 den Job kosten. Die Produktion von gestrichenen Papieren wird schon mit 30. April 2009 beendet. Erhalten bleiben dagegen vorerst die Zellulose[3]-Produktion und das Elektrizitätswerk in der Fabrik - mit insgesamt rund 200 Arbeitsplätzen.
In österreichischer Hand
- Hauptartikel: Schweighofer Fiber
Zwei Jahre nach der Einstellung der Papierproduktion am Standort Hallein wurde die Suche nach einem neuen Investor für die M-real Hallein GmbH erfolgreich beendet. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgte am Mittwoch, 29. Juni 2011. Mit 1. September 2011 änderte M-real Hallein seinen Namen in "Schweighofer Fiber GmbH".Bis 2013 will der neue Eigentümer rund 60 Millionen Euro in den Ausbau der bestehenden Anlagen und die Erweiterung der Geschäftsfelder investieren. „Im Bereich Zellstoff wollen wir eine breitere Produktpalette schaffen und zusätzlich hochreinen Spezialzellstoff für die Herstellung von Textilfasern und für die Lebensmittelindustrie produzieren“, erklärte Gerald Schweighofer im Sommer 2011 bei der Pressekonferenz anlässlich der Übernahme[4].
Geschichte im Überblick
- 1890 Englische Gründung „The Kellner-Partington Paper Pulp Co. Ltd.“
- 1918–79 war die norwegische Holding „Borregaard“ Gesellschafter, danach mehrheitliche Übernahme durch die PWA Grafische Papiere GmbH
- 1977 Brand am Werksgelände
- 1981 Umbenennung in Hallein Papier AG.
- 1995 Übernahme durch den schwedischen SCA-Konzern
- 1996 Umbenennung in SCA FINE PAPER Hallein GmbH
- 1999 Umbenennung auf Modo Paper Hallein GmbH (nach Bildung der Modo Paper AB aus den Feinpapier- und Großhandelsdivisionen der schwedischen Konzerne SCA und MoDo).
- 2000 Kauf durch den finnischen Konzern Metsä-Serla
- 2001 Umbenennung in M-real Hallein AG
- 30. April 2009 Einstellung der Produktion von gestrichenen Papieren
- 29. Juni 2011 Kauf durch die Schweighofer Gruppe
- 1. September 2011 Umbenennung in Schweighofer Fiber GmbH
Rohstoffe und Energieeinsatz
Im Jahr 2003 wurden 714 000 Festmeter Holz (vorwiegend Fichte) verarbeitet. Zum Großteil wird Industrierestholz (Hackschnitzel) eingesetzt, das aus einem Umkreis von ca. 200 km angeliefert.
Die eingesetzte elektrische Energie stammt zum Großteil aus eigener Produktion. Energieträger sind vor allem Dicklauge und Erdgas. Weiters wird Biogas aus der anaeroben Abwasserbehandlung und Heizöl schwer eingesetzt.
Sonstiges
Die Halleiner Papierfabrik betreibt eine eigene Betriebsfeuerwehr.
Quellen
- Österreich Lexikon
- PDF Umweltbundesamt
- Salzburger Nachrichten
Fußnoten
- ↑ auch Kunst- und Bilderdruckpapier, weitere Informationen dazu siehe Wikipedia
- ↑ siehe Wikipedia : Zellstoff
- ↑ siehe Wikipedia : Zellulose
- ↑ siehe [1]