Burgruine Plain


Die Burgruine Plain, auch Plainburg oder Salzbüchsl[1] genannt, befindet sich in Großgmain auf einer niederen Bergkuppe nordwestlich des Untersbergstocks. Heute zählt sie zu den denkmalgeschützten Objekten in Großgmain.
Geschichte
Das spätere Burggelände war in der späten Bronzezeit (ab etwa 1 200 v. Chr.) mit urnenfeldzeitlichen Wohnstätten besiedelt, das bezeugen Funde im inneren Burghof. Aufgrund der strategisch vorteilhaften Lage dürfte die Burg vor dem 10. Jahrhundert, wahrscheinlich im Auftrag von Karl den Großen, erbaut worden sein. 1108 wird ein Comes de Playen als erster Herr genannt, die erste urkundliche Erwähnung der Burg (Playen castrum) findet man im 12. Jahrhundert. Sie war die mächtigste mittelalterliche Burg im Erzstift,
Die Burg war das Stammschloss eines der ältesten Adelsgeschlechter Salzburgs, der Grafen von Plain, die Nachfolger der Sieghardinger.
Die Grafen von Plain spielten im zehnten Jahrhundert in der Geschichte Salzburgs eine bedeutende Rolle, als Erzbischof Konrad II. von Babenberg (1164–68), Onkel von Kaiser Friedrich Barbarossa von Hohenstauffen, der trotz der Verwandtschaft, dem Papst treu gegen den Kaiser den Kirchenbann schleuderte. Da ging des Kaisers Langmut zu Ende und er verhängte über den Widerspenstigen die Reichsacht, deren Durchführung er dem mächtigen Grafen von Plain übertrug.
Als 1260 die Brüder Otto II. und Konrad II. von Plain und Hardegg im Kampf gegen die Ungarn getötet wurden und keine männlichen Nachkommen folgten, ging die Burg und Grafschaft 1275 in den Besitz des Salzburger Erzbischofs über. Erzbischof Friedrich II. von Walchen (1270–84) errichtete ein Pfleggericht. Die Burg wurde fortan als Verwaltungszentrum genutzt und spielte militärisch nur mehr eine untergeordnete Rolle als Bastion und Fliehburg gegenüber gegen Propstei Berchtesgaden, Reichenhall und Bayern. Die Plainburg, auch bekannt als Hallburg, diente zur Sicherung des Reichenhaller Beckens mit den wertvollen Salzquellen.
Durch Kauf erwarb 1292 Erzbischof Konrad IV. von Fohnsdorf Burg und Herrschaft Plain. Die Burg wurde fortan als Verwaltungszentrum genutzt. Am 11. Mai 1339 war Kaiser Ludwig IV. der Bayer zu Besuch in der Burg.
Die Burg war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts schon ziemlich verfallen. Vom Zwinger war nur mehr das Tor und ein Pulverturm erhalten. Fürsterzbischof Johann Jakob Kuen von Belasy (1560–86) ließ sie erneuern und vereinigte 1594 das Pfleggericht mit dem von Schloss Staufeneck.
1694 ließ Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg die Burganlage wieder bewohnbar machen und ihr schlossähnliches Äußeres wiederherstellen. Dennoch war und blieb die Plainburg jedoch vor allem eine militärische Verteidigungsanlage.
Vom 15. bis ins 18. Jahrhundert hatte man durch Sanierungen immer wieder gegen den Verfall der Burg gekämpft. Ein Bild aus dem Jahre 1725 zeigt die noch ziemlich gut erhaltene Burg, während eine Bleistiftzeichnung, signiert L. H. 1805, die Burg als Ruine darstellt. 1796 verließ der letzte Bewohner die Burganlage.
Durch einen im Datum gefälschten Vertrag erhielt Kronprinz Ludwig von Bayern 1813 die Ruine von seinem Vater, König Max I. Joseph, geschenkt. Prinzregent Luitpold verkaufte dann die gesamte Anlage 1870 an Friedrich v. Löwenstern und seit 1896 befindet sie sich in Privatbesitz.
Beschreibung der Burganlage
Von der ehemals stolzen Plainburg übriggeblieben sind heute noch die äußere Ringmauer, mit Tor und Turm im Nordosten. Das Burgtor wurde rekonstruiert und die ehemalige Zugbrücke als feste Holzbrücke errichtet. Der Torturm, dessen Überbauung zusammen mit der äußeren Ringmauer im 17. Jahrhundert erfolgte, ist aus großen Quadersteinen gefügt. Er hatte einst eine Höhe von 10 Metern.
Die innere Burg ist von einer etwa zehn Meter hohen inneren Ringmauer umschlossen. An ihrer Südseite befindet sich über dem Tor das Wappen des Fürsterzbischofs Max Gandolf von Kuenburg. Im Burghof ist der in den Felsen gehauene Ziehbrunnen (oder Zisterne) zu erkennen, der angeblich über 50 Klafter (105 Meter) tief bis zum Fuß des Burghügels gereicht haben soll. Gegen Nordosten ist noch ein schönes Stück Mauer mit Fragmenten eines gotischen Fensters vorhanden, vermutlich von einer Kapelle. Die Burgkapelle war dem hl. Blasius geweiht.
Die hohe innere Ringmauer mutet wie eine oben offene Schachtel an. Deshalb nannte man im Volksmund die Burg etwas despektierlich auch "Salzbüchsel"'.
Der Zugang ist kostenlos, täglich bis 22:00 Uhr.
Weblink
Bilder
Burgruine Plain – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
Burgruine Plain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Josef Eder: "Die Plainburg" ANNO, Salzburger Volksblatt, 12. Juli 1929, Seite 6
- Burgenführer Burgen und Schlösser (Buch Euregio)
- Informationstafeln vor Ort
Einzelnachweis
- ↑ Quelle www.grossgmain.at