Antheringer Au

Aus SALZBURGWIKI
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Blick über die Antheringer Au nach leicht Südosten, im Hintergrund links das Gemeindezentrum von Anthering, rechts die Salzach an den Freistaat Bayern angrenzend.

Die Antheringer Au befindet sich im nördlichen Flachgau am orographisch rechten Salzachufer in der Flachgauer Gemeinde Anthering und ist auch teilweise ehemaliges Überschwemmungsgebiet der Salzach.

Beschreibung

Zusammen mit der Weitwörther und Irlacher Au ist sie 1 120 ha groß und ein besonderes Landschafts- und Vogelschutzgebiet. Seltene und vom Aussterben bedrohte Arten wie Grauspecht, Hohltaube und andere sind hier noch anzutreffen. Im naturbelassenen Naturpark Salzachauen kann man sowohl Eisvögel als auch Wildschweine und Biber beobachten.

Bedrohter Lebensraum

Die Maßnahmen, die über die vergangenen Jahrhunderte hinweg zur Regulierung der Salzach getroffen wurden, beraubten die Au ihrer natürlichen Möglichkeiten, sich auszubreiten. Die Salzach reagierte auf diese Veränderungen mit gefährlichen Hochwasserereignissen einerseits und mit Austrocknung der angrenzenden Auen andererseits. Besonders bedenklich entwickelte sich die laufende Eintiefung des Flusses. Um diesen Veränderungen entgegenzuwirken, investierten die Republik Österreich und dem Freistaat Bayern mit Unterstützung der Europäischen Union mehr als zehn Millionen Euro 2010 bis 2012 in die Sanierung der Unteren Salzach zwischen Anthering und Oberndorf bei Salzburg beziehungsweise Laufen an der Salzach in Bayern. Tausende Tonnen Gestein – entweder in riesigen Brocken zur Lenkung der Salzach oder mosaikartig in 40 Zentimeter kleinen Steinen zur Sohlstabilisierung – wurden transportiert, Wände aus Eisenstangen mitten in die Salzach gepflanzt und sogar künstliche Zu- und Abflüsse geschaffen.

Geschichte

In historischen Zeitungen kommt der Name "Antheringer Au" seit mit des 19. Jahrhunderts immer wieder vor. So werden Holzverkäufe in der Au gewähnt oder Wilddiebe, die gestellt wurden. Aber auch Unglücke geschahen in der Antheringer Au, wie nachstehendes Beispiel zeigt:[1]

In der Antheringer Au fiel am 27. d. M. Abends der beim Wasserbaue mit anderen Arbeitern beschäftigte Bartlmä Ferbelin aus Cles in Südtirol, bei 30 Jahre alt, sammt seinem Schubkarren unglücklicherweise in die Salzach und verschwand spurlos im Wasser, da es den zu Hilfe Eilenden nicht gelingen konnte, ihn zu retten. Auch seine Leiche konnte bisher nicht aufgefunden werden.

Auch kuriose Meldungen finden sich:[2]

Gotteslästerung. Im Monat August war in der Antheringer-Au der in Itzling bedienstete 20 Jahre alte Knecht Leopold Angermaier mit Schotterfahren be­schäftigt. Als ihm die Pferde nicht nach seinem Wunsche im Trab gingen, erging Angermaier sich in Gottes­lästerungen. Bei der heute stattgefundenen Hauptverhand­lung wurde Angermaier zu4Monaten schweren Kerkers verurteilt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Au als "landesfürstlicher Besitz" bezeichnet.[3] Im "Salzburger Volksblatt" vom 23. September 1886 wird sie als "Jagdrevier des Freiherrn Mayr v. Melnhof" erwähnt.[4]

1869 wurde der letzte Biber Österreichs in der Antheringer Au abgeschossen. Im 20. Jahrhundert siedelten sie sich wieder an.

Im Juni 1902 führte eine forstwissenschaftliche Studienreise der Hörer der k.k. Hochschule der Bodencultur in Wien in die Antheringer Au.[5] Am 7. Juni kam die Exkursion dann in die Au und in der Ausgabe der "Österreichischen Forst-Zeitung" vom 29. August gibt es eine detaillierte Beschreibung dieses Exkursionstags.[6]

2022: Ankauf der Au durch das Land Salzburg

Anfang Oktober 2022 wurde bekannt, dass das Land Salzburg die Antheringer Au erwirbt. Nach rund vier Jahrzehnten Gesprächen über einen möglichen Ankauf kam es zu einer Einigung. Am Montag, dem 3. Oktober 2022, informierten Landeshauptmann Wilfried Haslauer junior, Naturschutzlandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP), Umweltreferent Heinrich Schellhorn (Grüne) und Landesrätin Andrea Klambauer (Neos) über den Abschluss des Kaufvertrags.

Für die rund 520 Hektar große Fläche bezahlte das Land insgesamt 37,3 Millionen Euro an den Eigentümer Maximilian Mayr-Melnhof. Davon stammten 23 Millionen Euro aus einem EU‑Fonds. Weitere Mittel kamen aus Wertpapieren, die das Land im Zuge des Finanzskandals übernommen hatte. Für den Hochwasserschutz stellte der Bund elf Millionen Euro bereit. Für die geplante ökologische Aufwertung der Au wurden rund zehn Millionen Euro veranschlagt.

Bildmitte die Antheringer Au. Blick gegen aus einem Heißluftballon nach Süden.

Im August 2024 veröffentlichte der Landesrechnungshof einen Prüfbericht in Rohfassung, aus dem hervorging, dass das Land auch die Immobilienertragssteuer des Verkäufers in Höhe von 5,6 Millionen Euro übernommen hatte. Laut Bericht vereinbarten Landeshauptmann Haslauer, Landesrätin Gutschi und Maximilian Mayr‑Melnhof am 21. September 2022, dass dem Verkäufer netto 30 Millionen Euro verbleiben sollten. Der vereinbarte Kaufpreis habe demnach 35,6 Millionen Euro betragen. Aus der Quelle geht nicht hervor, wie sich die Differenz zum „gesamten“ Kaufpreis von 37,3 Millionen Euro erklärt.[7]

Am 13. November 2024 legte Landesrechnungshofdirektor Ludwig Hillinger den fertigen Prüfbericht vor. Darin wird festgehalten, dass der Kauf weder sparsam noch wirtschaftlich noch zweckmäßig gewesen sei. Der Kaufpreis habe über allen Schätzwerten gelegen, das im Vertrag enthaltene Ausbeutungsverbot schränke das wirtschaftliche Handeln des Landes dauerhaft ein, und Alternativen zum Ankauf seien nicht ausreichend geprüft worden.[8]

Verwaltung: Jagd und Parkplatz

Geringere Kosten verursachen die Übernahme der jagdlichen Aufgaben des früheren Eigentümers sowie die Errichtung eines Parkplatzes für Besucher und Lokalbahnpendler im Antheringer Ortsteil Acharting. Für die Jagd stehen laut Landesverwaltung im Jahr 2026 Ausgaben von 17.000 Euro Einnahmen von 10.000 Euro gegenüber. Für den Bau eines Parkplatzes mit rund 20 Stellplätzen erwarb das Land 800 Quadratmeter Grünland zu einem Preis von 30 Euro pro Quadratmeter (insgesamt 24.000 Euro).

Siehe auch

Weblink

Quellen

  • Internet-Recherchen
  • Homepage des Landes Salzburg
  • sn.at, 3. Oktober 2022
  • sn.at, 11. September 2026

Einzelnachweis

  1. ↑ ANNO, "Salzburger Zeitung", Ausgabe vom 31. Jänner 1877, Seite 2
  2. ↑ ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 1. Oktober 1907, Seite 4
  3. ↑ ANNO, "Salzburger Zeitung", Ausgabe vom 16. Oktober 1857, Seite 5
  4. ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 23. September 1886, Seite 6
  5. ↑ ANNO, "Österreichische Forst-Zeitung", Ausgabe vom 15. August 1902, Seite 1
  6. ↑ ANNO, "Österreichische Forst-Zeitung", Ausgabe vom 29. August 1902, Seite 1
  7. ↑ www.sn.at, 17. August 2024
  8. ↑ www.sn.at, 13. November 2024
Gemeindegliederung von Anthering

Katastralgemeinden: Anthering und Acharting · Zählsprengel: Anthering
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