Französische Republik
Frankreich ist ein westeuropäischer Staat und war Anfang des 19. Jahrhunderts kurz Herrscher über das Land Salzburg.
Name
Der Name Frankreich leitet sich vom Volksstamm der Franken ab, die im 5. Jahrhundert die römische Herrschaft über Gallien beendeten.
Staat
Verfassung und politisches System
Frankreich ist eine Republik - Verfassung von 1958 (mit starker Stellung des Präsidenten, der für 7 Jahre direkt gewählt wird und den Regierungschef ernennt); Änderungen 1962 und Juni 1992 - Parlament aus 2 Kammern: Senat mit 321 Mitgliedern (davon 13 aus den Übersee-Ländern von Frankreich und 12 von den Auslandsfranzosen) und Nationalversammlung mit 577 Mitgliedern für 9 Jahre bzw. 5 Jahre gewählt.
Nationalfeiertag ist der 14. Juli
Präsident: François Hollande (seit 15. Mai 2012)
Premierminister: Manuel Valls
Fläche und Bevölkerung
Frankreich besteht aus dem europäischen Mutterland („France métropolitaine“, kurz „Métropole“) und den Überseegebieten[1] („France d’outre-mer“, kurz „Outre-mer“).
Es hat eine Fläche von 668 633 km² und eine Bevölkerungszahl von rund 65,8 Millionen Einwohnern, wovon 543 965 km² und 62,8 Millionen Einwohner auf das Mutterland entfallen. Die Bevölkerungsdichte der gesamten Französischen Republik beträgt 98 Einwohner pro Quadratkilometer, während das „französische Mutterland“ (Metropolitan-Frankreich ohne Überseegebiete) 118 Einwohner pro Quadratkilometer zählt.
Ethnische Gruppen sind: Franzosen (94 Prozent), Algerier, Portugiesen, Marokkaner, Italiener und weitere kleine Minderheiten;
Sprachen: Französisch (Amtssprache), regionale Dialekte und Sprachen sind u. a. Provenzalisch, Bretonisch, Korsisch, Baskisch, Flämisch;
Religionszugehörigkeit: laut einer Umfrage der Tageszeitung Le Monde (Datum laut Quelle unbekannt) bezeichneten sich 51 % der Franzosen als
katholisch, 31 % erklärten keiner Religion anzugehören und etwa neun Prozent gaben an Muslime zu sein. Drei Prozent bezeichneten sich als Protestanten und ein Prozent als Juden, sechs Prozent machten andere oder keine Angaben[2].
Politische Einteilung
Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2011) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zur Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2011) 26[3]zusammengefasst, während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften, wie zB Bretagne, (Haute- und Basse-)Normandie, Picardie, Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine), Elsass (Alsace), Burgund (Bourgogne), Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund), Aquitanien (Aquitaine, Hauptstadt Bordeaux), Auvergne, zum Teil erscheinen sie als künstliche Gebilde (Centre, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence-Alpes-Côte d’Azur („PACA“, Hauptstadt Marseille), Rhône-Alpes (Hauptstadt Lyon); letztere Region umfasst auch die historische Region Savoyen (Départements Haute-Savoie und Savoie), die erst 1860 zu Frankreich kam (Vgl Italien, Geschichte).
Größere Städte
Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten, die Zahlen in Klammer sind die Einwohnerzahlen der jeweiligen Großräume mit Umlandgemeinden (Zahlen 2010): Paris 2,4 Mio. (10,5 Mio.), Marseille 850 000 (Marseille - Aix-en-Provence 1,6 Mio.), Lyon 484 000, Toulouse 441 000 (880 000), Nizza 343 000 (942 000), Nantes 285 000, Straßburg 272 000;
Paris
Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Das administrativ zur Stadt Paris gehörende Gebiet hat gut 2 Millionen Einwohner, in der städtischen Siedlungszone (Unité urbaine) leben mehr als 10 Millionen Menschen.
Salzburg-Bezüge
Eine seiner zahlreichen Reisen führte den jungen Wolfgang Amadeus Mozart nach Paris, wo seine ihn begleitende Mutter starb. Nachdem im Dezember 1800 die Franzosen Salzburg besetzt hatten, musste der Naturforscher, Gelehrter und Sammler Carl Ehrenbert Freiherr von Moll seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der alten Residenz der Fürsterzbischöfe wurde während der Besetzung der Franzosen nach Paris geschafft.
Geschichte
Überblick
Als Staat ging Frankreich, ebenso wie Deutschland aus dem Frankenreich hervor. Die aus dem weltgeschichtlichen Ereignis der Französischen Revolution (1789) hervorgegangene 1. Französische Republik hatte sich in langwierigen Kriegen gegen die anderen europäischen Großmächte zu behaupten. Der erfolgreiche General Napoleon Bonaparte (* 1769, † 1821) ergriff die Macht und begründete 1804 das erste französische Kaiserreich, das nach weiteren siegreichen Kriegen 1814 und 1815 den verbündeten gegnerischen Mächten erlag, die das bourbonische Königtum restaurierten. Es folgte von 1848 (Februarrevolution) bis 1852 die Zweite Republik, von 1852 bis 1870 das Zweite Kaiserreich (einziger Kaiser: Napoleon III.), von 1870 bis 1940 (Untergang im Zweiten Weltkrieg die Dritte Republik, 1940-1944 der État français (Vichy-Regime ), 1946-1960 die Vierte Republik und von 1960 bis heute die (durch ihre neue Verfassung mit starkem Präsidenten von der vorigen geschiedene) Fünfte Republik.
Historische Salzburgbezüge
In nähere Berührung mit Frankreich kam das geistliche Reichsfürstentum Salzburg durch die expansive Politik Frankreichs.
Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das Fürsterzbistum Salzburg ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638, † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der Domherr Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim im Jahr 1689 wegen „Konspiration mit dem König von Frankreich“ seines Amtes entsetzt wurde. Im nächstfolgenden „Franzosenkrieg“, dem Spanischen Erbfolgekrieg (1700-1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau (1714) zu bewähren hatte.
Noch weit stärker geriet die Berührung in der Napoleonischen Zeit. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik:
- Im Ersten (1792 – 1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799 – 1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember 1800 griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am 10. Dezember verließ der letzte Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen 12. und 14. Dezember 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - der Schlacht am Walserfeld. Dann errungenen Sieg über die österreichische Hauptarmee rückten die Franzosen in die Stadt Salzburg ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht.
- Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches Kurfürstentum war, im Dritten Koalitionskrieg (1805). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz, Mähren) musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das Herzogtum Salzburg. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
- Noch schlimmer kam es im Fünften Koalitionskrieg (1809): Am 29. April wurde die Stadt von Bayrisch-französischen Truppen unter Marschall François-Josephe Lefebvre besetzt. Napoleon ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französische Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und Intendant (Camille Périer) wurde eine General-Landesadministration (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 Gulden – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven Befreiungskämpfer niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters Joachim Haspinger, eines Gefährten des Tiroler Bauernführers Andreas Hofer, hatten auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den Pass Lueg zeichneten sich Joseph Struber, der Wirt vom Stegenwald, Anton Wallner aus Krimml und Johann Panzl aus Mühlbach im Pinzgau mit ihren Schützen besonders aus. Auch der Pass Strub war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste Kaiser Franz I. das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von Italien und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Oberkärnten als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs, Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne Matrei – an Bayern, das endlich am 30. September 1810 die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.
Weitere Salzburgbezüge
Personen
- Invasoren und Besatzer der napoleonischen Zeit:
- François-Josephe Lefebvre (* 1755, † 1820), Marschall
- Georges Kister (* 1755, † 1832), Militärgouverneur
- Jules Anglès (* 1778, † 1828), Intendant
- Camille Josephe Périer (*1781, † 1844), Intendant
- Chevalier Thomas, Intendant
- Sonstige
- Jean Fontaine[4] (* 16.., † 17.., Cafétier)
- Georg Muffat (*1653, † 1704), Hoforganist
- Léopold Sédar Senghor (*1906, † 2001), Präsident des Senegal
- Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin"), Geliebte Napoleons
- Geneviève Geffray (* 1945), Leiterin der Bibliotheca Mozartiana der Stiftung Mozarteum
- Nicolas Marchand (* 1980), Salzburger Autor, Schauspieler und Regisseur mit Frankreichbezug
Sonstige
- Reims, Salzburgs Partnerstadt in Frankreich, Namensgeberin der Reimsstraße in Itzling
- Fernstreckenrennen Paris - Wien 1902
Frankreich-Wahl auch in Salzburg
Zum ersten Mal konnten 2012 französische Staatsbürger auch in Salzburg an der französischen Präsidentschaftswahl teilnehmen. In der Robert-Jungk-Stiftung war am Sonntag, den 6. Mai von 10:00 bis 18:00 Uhr ein Wahllokal eingerichtet. Rund 500 französische Staatsbürger, die in Salzburg, Kärnten und Oberösterreich leben, waren hier als Wähler registriert und konnten in der Robert-Jungk-Stiftung ihre Stimme abgeben.
Vier Franzosen leiteten das Salzburger Wahlbüro. Unter ihnen war die Französischlehrerein Florence Gautier, die erzählte, dass sie bisher entweder in Wien oder mit Prokuration in Frankreich wählen durften. Die Wahlvorgang ist aber etwas anders als in Österreich. Es gibt Wahlkarten und es werden keine Kandidaten angekreuzt. Zehn Kandidaten standen zur Wahl und somit gab es auch zehn Wahlkarten. Man steckte aber nur eine Wahlkarte in den Umschlag und diesen dann in die Wahlurne.
Die Wahlhelfer in Salzburg erwarteten am Sonntag rund 250 Wähler.
Weiterführend
Für Informationen zum Thema Französische Republik, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.
Fußnoten
- ↑ Die französischen Überseegebiete haben staatsrechtlich einen unterschiedlichen Status. Zum Teil sind sie als Übersee-Départements (Französisch-Guayana [Südamerika], Guadeloupe [Karibik], Martinique [Karibik], Réunion [Indischer Ozean], Mayotte [Indischer Ozean, seit 2011]) – den Départements des Mutterlandes völlig gleichgestellt, zum Teil haben sie einen Sonderstatus wie zB Saint-Pierre und Miquelon, Französisch-Polynesien und Neukaledonien. Der Großteil der Bevölkerung der Überseegebiete lebt in den Übersee-Départements (rund 2 Millionen Einwohner).
- ↑ Quelle Wikipedia Deutschland Frankreich, Stand Dezember 2010
- ↑ Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.
- ↑ siehe Tomaselli
Weblinks
- Rendez-Vous en France, die Seite von Atout France, Französische Zentrale für Tourismus
- Atout France präsentierte Reise-Neuigkeiten 2015 aus Frankreich
- Reiseinformationen über Frankreich sowie alle Regionen kurz beschrieben
Quellen
- Peter Krackowizer
- Karl Irresberger
- Salzburgwiki-Beiträge
- salzburg.orf.at