Luisa Antonieta Habsburg-Lothringen

Aus SALZBURGWIKI
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Luisa Antonieta von Österreich (* 2. September 1870 in Salzburg, † 23. Juli 1947 in Brüssel, Belgien) war die Tochter von Ferdinand IV., der in Salzburg im Toskanatrakt wohnte. 1953: Urnengrab in der Gruft des Fürstlichen Hauses Hohenzollern-Sigmaringen in Sigmaringen-Hedingen.

Leben

Ihre Taufnamen: Ludovica Antonia Maria Teresia Josephina Johanna Leopolda Caroline Ferdinanda Alix Erentrudis Stephania.

Luise war eine unkonventionelle und lebenslustige, aber auch selbstverliebte und egozentrische Persönlichkeit, modesüchtig und leicht überspannt. Sie heiratete am 21. November 1891 in Wien Friedrich August III., König von Sachsen. Aber mit der Zeit konnte sie das spartanisch-einfache und konservative Hofleben in Dresden unter ihrem Schwiegervater König Georg von Sachsen und ihrer Schwiegermutter nicht ertragen.

Luise und ihr Mann hatten fünf Kinder. Anfang des Jahres 1902 trotzdem der Sprachlehrer, der Belgier André Giron, zru Ausbildung einer ihrer Kinder. Er, elegant, geistvoll und liebenswürdig, sie einsam, schloss sich immer mehr Giron an. bis die Oberhofmeisterin Freifrau von Frick als Spitzel angesetzt, es zu einem Skandal kommen ließ. Giron wurde am 2. Dezember 1902 entlassen. Wenige Tage später floh Luise zu ihren Eltern nach Salzburg, wo ihr allerdings ein kühler Empfang bereitet wurde. Mit Hilfe ihres Bruders Leopold floh sie dann am 11. Dezember aus der Residenz. Am Domplatz wartete ein geschlossener Wagen, der beide nach Hallein, wo sie sich im Wartesaal 3. Klasse versteckten. Mit dem Zug fuhren sie nach Zürich, Schweiz, wo sie sich mit Giron traf. Aber diese Liason hielt nicht lange.

Die Ehe mit dem Kronprinzen wurde am 11. März 1903 getrennt. Im Mai 1903 gebar sie noch ein Töchterchen Anna, das vom sächsischen Hof zurückgefordert und anerkannt wurde. Luise schadete durch ihren Aufsehen erregenden Schritt nicht nur dem Ansehen des sächsischen Königshauses, sondern dem Ansehen aller Monarchien; sie zeigte, welche sittliche Haltlosigkeit in diesen allerhöchsten Kreisen möglich war, und wurde damit zu einer Schrittmacherin der Revolution. Der Skandal um die Kronprinzessin war eine so große Sensation, dass Karl Valentin, der unvergessliche Münchner Komiker, ein Erfolgscouplet „Luise und Giron“ zum besten gab.

Von ihrem Schwiegervater, König Georg von Sachsen, erhielt Luise am 13. Juli 1903 den Titel und die Apanage einer Gräfin von Montignoso. Kaiser Franz Joseph I. suspendierte Luise von allen ihren Rechten als Erzherzogin. Nach dem Tode ihres gefürchteten Schwiegervaters im Oktober 1904 kam Luise noch einmal nach Dresden, um sich mit ihrem Mann, der jetzt König war, auszusöhnen. Aber der Zutritt zum königlichen Schloss wurde ihr verwehrt. Nicht einmal ihre Kinder durfte sie sehen.

Luise ging wieder in die Heimat ihrer Eltern, in die Toskana nach Florenz, wo sie Gesangsstunden nahm. Am 25. September 1907 heiratete sie in London ihren Gesanglehrer, den um 12 Jahre jüngeren Serenadenkomponisten und Pianisten Enrico Toselli (1883 - 1926) und hatte mit ihm den Sohn Charles Emanuel (1912 - 1969), der später Gesangslehrer wurde. Doch die Ehe hielt nur bis 1912. Nach ihrer Scheidung nahm sie 1918 den Titel einer Comtesse d'Ysette an.

Die zeitlebens in Illusionen, Emotionen und Liebesaffären verstrickte ehemalige sächsische Kronprinzessin starb verarmt, vergessen und völlig heruntergekommen am 23. Juli 1947 in einem drittklassigen Hotel in Brüssel, Belgien. Zuletzt musste sie ihr Brot als Haushilfe verdienen.

Quellen