Das Bollwerk St. Vital, auch Bollwerk St. Vitalis, später auch St. Vital Schanze und im späten 18. und im 19. Jahrhundert Bastion St. Vital und Bastion I genannt, war eines von vier Bollwerken und einem halben Bollwerk der Salzburger Stadtbefestigung am rechten Salzachufer.

Lage

Einstmals direkt am Ufer der Salzach gelegen, bildete es gemeinsam mit dem Bollwerk St. Virgil, dem Bollwerk St. Heinrich, dem Bollwerk St. Rupert und dem halben Bollwerk St. Sebastian am Kapuzinerberg die starke Lodronsche Stadtbefestigung in der rechtsufrigen Altstadt. Das Bollwerk befand sich nordwestlich von Schloss Mirabell dort, wo sich heute der Kurgarten befindet. Der Erdkern der Bastion ist bis heute als Rosenhügel noch gut zu erkennen. Auf der verbindenden Wehranlage (genannt Kurtine bzw. Courtine) zum östlich gelegenen Bollwerk St. Virgil befand sich das Mirabelltor. Die Kurtine nach Süden hin (d. h. östlich des Zwergelgartens) wurde zwar später im Sockel eingeschüttet, ist aber im Wesentlichen erhalten gebleiben. Das Bollwerk war an der Flankenbasis (Kehle) 59 m breit, an der breitesten Eckpunkt zwischen Flanke und Face aber 122 m. In nordwestlicher Richtung war es bis zur Spitze des Wehrbauwerkes knapp 100 m lang.

Auch dieses Bollwerk bestand hinter dem tiefen gut 30 m breiten mit der Salzach verbundenen Wehrgraben aus einer hohen und mächtigen Wehrmauer (Bastionsmauer), hinter dem sich geschützt der fünf Meter breite Rondengang befand. Vom Rondengang führte zur oberen Krone der Bastion ein schwerer und und hoher Erdwall, auf dem hinter einer Erddeckung im Verteidigungsfall die Geschütze standen.

Vor dem eigentlichen St. Vital Bollwerk (Bastion) befand sich als Vorwerk das St. Vital Ravelin. Bis zum späten 17. Jahrhundert befand sich noch weiter davor - d.h. als weiteres vorgelagertes Vorwerk - das Hornwerk St. Vital. Die versteckte unterirdische Kasematte (Casamatta) dieses Bollwerkes war wegen ihrer Nässe im 19. Jahrhundert nicht benutzbar und stand daher leer.

Funktion

Das Bollwerk wurde zwischen 1621 und 1623 errichtet und um 1865 geschliffen. Sie diente gemeinsam mit den anderen Bollwerken nicht nur der Sicherung der Rechten Altstadt, sondern gemeinsam mit kleinen Wasserbastei (Bastei am Wasser), auf der derzeit provisorisch die Zwerge des Zwergelgartens stehen, gemeinsam mit dem Klausenkavalier (heute Humboldtterrasse) und der Müllner Schanze (historisch Bollwerk St. Augustin) auch der militärischen Sicherung der damals noch breiten Salzach. Ein wesentlicher Grund für die Schleifung des Bollwerkes dafür lag darin begründet, weil die schweren Steine als günstiges Material zur Uferbefestigung der Salzach (Salzachregulierung) dienen konnten.

Der Große Bastionsgarten

Bis nach 1700 war dieses Bollwerk rein militärisch genutzt. Wohl um 1730 wurde die obere Wehrplattform aber zu einem Gartenteil des Schlosses Mirabell ausgestaltet und hieß danach "Haus und Garten auf der Schanz" oder auch "Großer Bastionsgarten" (im Gegensatz zum "Kleinen Bastionsgarten" auf der Wasserbastei). Die dorgige Gartenanlage besaß eine im Zeitablauf unterschiedliche Gestalt und unterschiedliche Wegeinteilung, Er besaß zudem ein mittiges geräumiges Gartenhaus (um 1800: 25 m lang und mittig neun Meter (randlich 5,5 m) Breite.

Quellen

Weblinks historische Karten

Historisches Kartenmaterial über die Stadt Salzburg: