Schloss Arenberg
Das Schloss Arenberg (auch Schloss Bürgelstein) in Salzburg Äußerer Stein an der Arenbergstraße 8/10 in der rechtsufrigen Altstadt stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert.
Geschichte
Im 14. Jahrhundert ist das Schloss urkundlich als im Besitz der Herren von Keutzl bezeugt. Im 16. Jahrhundert wohnten hier die Herren von Pirglstein und später die Herren von Rehling. Es wurde im 17. Jahrhundert von Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein erworben. Dieser übergab es 1695 den Ursulinen, die den Standort jedoch nach wenigen Jahren als ungeeignet verließen und an die Gstättengasse übersiedelten. Das Schloss diente dann als Priesterhaus für das Priesterseminar. 1791 kaufte es der Landschaftsgärtner Josef Rosenegger, der das Gut zu großer Bekanntheit brachte, nicht zuletzt wegen einem aufsehenerregenden Betrugs.
Nach einem Brand 1814 erstand es neben dem Bürglsteingut wieder in spätbiedermeierlichem Stil. Bemerkenswert ist eine Kassettendecke, die aus Schloss Tandalier (Radstadt) stammt, aus dem 16. Jahrhundert und der reizvolle Park. Am 3. Jänner 1842 kam Eberhard Fugger, ein namhafter Geologe, späterer Direktor des Salzburg Museum Carolino Augusteum und ab 1911 Ehrenbürger der Landeshauptstadt, auf dem damaligen Schloss Bürglstein zur Welt.
1862 ging es in den Besitz von Fürstin Sophie von Arenberg, eine geborene Prinzessin von Auersperg über. Sie verband die beiden dreigeschossigen Bauten Roseneggers durch einen Mitteltrakt. Von 1912 bis 1922 diente das Gebäude als Wohnhaus für den Schriftsteller und Philosophen Hermann Bahr und dessen Frau Anna Bahr-Mildenburg, Opernsängerin und Mitbegründerin der Salzburger Festspiele. Das spätbiedermeierliche Schloss mit sechsachsigem, stark durchfenstertem und übergiebeltem Mittelrisalit ging 1931 in das Eigentum von Stadt und Land Salzburg und der Salzburger Sparkasse über.
Im Jahr 2001 kaufte die gemeinnützige Salzburg Stiftung der American Austrian Foundation Schloss Arenberg, um hier ein internationales Konferenzzentrum für Ärzte, Wissenschaftler und Künstler zu schaffen. Im Park des Schlosses sind zahlreiche bedeutende Skulpturen ausgestellt.
Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.
Brände
Ein erstes Mal brannte das damalige Bürglsteingut 1814 ab.
Ein weiteres Mal wurde am 20. April 2009 um 15:16 Uhr Brandalarm ausgelöst. Ein durch Schweißarbeiten ausgelöster Brand zerstörte den Dachstuhl des Schlosses. Dabei kam es zu einer beachtlichen Rauchentwicklung. Zwei Arbeiter erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung, ein Feuerwehrmann kollabierte und fünf erlitten Rauchgasvergiftungen.
Es wurde versucht, so viele Kunstwerke wie möglich vor den Flammen zu retten. Die Löschmannschaften versuchten den Schaden durch Löschwasser und notwendigem Aufreißen des Daches so gering wie möglich zu halten. Trotzdem sprach man von einem Millionenschaden. Vor allem das extrem viel notwendige Löschwasser - bis zu 3 000 Liter pro Minute - zerstörte Stuck und und Dekor. Bis die Mauern der oberen Stockwerke wieder ganz trocken sind, wird es rund einen Monat dauern.
Das nahe gelegenen Unfallkrankenhaus Salzburg musste vorübergehend die Operationssäle schließen. Beißender Rauch drang über die Klimaanlage ins Spitalinnere.
13 Stunden kämpften rund 250 Mann der Feuerwehren gegen den immer wieder in Glutnestern aufflackernden Brand, bis es erst am 21. April um 4:17 Uhr Brand aus heißen konnte.
Die ersten Schätzungen des Schadens auf rund sechs Millionen Euro mussten Tage später auf bis zu zehn Millionen erhöht werden. Nicht nur der Dachstuhl mit den historischen Tramdecken muss abgetragen und restauriert werden. Auch mindestens zwei weitere obere Geschosse müssen abtragen, restauriert und wieder errichtet werden: wertvolle Holzdecken, Wandverkleidungen, Flügeltüren, Kachelöfen u. a. müssen Stück für Stück vorsichtig heraus gelöst werden, bevor sie restauriert werden können.
Als Brandursache wurden Lötarbeiten am Kupferdach des Schlosses ermittelt. Mitarbeiter der Altenmarkter Firma Perwein, waren mit der Säuberung der Dachrinnen beauftragt gewesen. Dabei entdeckten sie einen kleinen Schaden und versuchten diesen zu reparieren. Obwohl die Männer vorschriftsmäßig einen Feuerlöscher und Wasser dabei gehabt hatten, konnten sie die rasche Ausbreitung des Feuers nicht verhindern.
Bei den Aufbauarbeiten nach dem Brand 2009 kam es zu einem tödlichen Arbeitsunfall. Am 19. August stürzten beim Aufbau eines Materialkrans ein Mann in Tod, ein zweiter wurde schwer verletzt.
Bilder
Schloss Arenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- www.salzburg-rundgang.at
- Salzburger Nachrichten, 21. April 2009
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Schloss Arenberg"
- --> dortiger Autor Reinhard Medicus