Pro Juventute Postbeförderung im Heißluftballon
Die Postbeförderung im Heißluftballon zugunsten der "Österreichischen Kindervereinigung Pro Juventute" erfreuten sich in den 1950er- und 1960er-Jahren großer Beliebtheit. Nachstehend über einige dieser "Postbefördungsfahren" am Himmel über Salzburg.
1952
Gerd Bacher berichtete in der Ausgabe der "Salzburger Nachrichten" vom 7. August 1952 ganzseitig über die "Postbeförderungsfahrt" vom 1. August.
Die beiden Ballons "Helvetia" und Zürich" des Schweizer Aeroclubs stiegen auf den Prossingergründen in der Stadt Salzburg auf. Kapitän der "Zürich" war Fritz Dolder, seine Helfer waren der Landeshauptmann, der Landesverkehrsdirektor und der Landesschulrat. Landeshauptmann wurde zum "Sachverwalter allen Sandes und Ballastes", Hofrat Hofmann-Montanus zum "Bordbuchschreiber ohne dichterische Freiheit" und Dr. Klaus versicherte Kapitän Dolder "ohne Protokollbedenken seines unbedingten Gehorsams". An Bord der "Helvetia" hatte Konsul Max Brunner das Sagen und Gerd Bacher war Gast.
Um 10 Uhr stiegen beide Ballone auf. Gegen 11 Uhr landete Kapitän Dolder seine "Zürich" im Camp Roeder in Siezenheim. Die "Helvetia" wurde in Richtung Untersbergstock getrieben, wo sie in einem Kaltluftsog in Sekundenschnelle von 1 800 m ü. A. auf 800 m ü. A. gedrückt wurde. Doch dann stieg der Ballon wieder in die Höhe. Schließlich musste er aber im Zuge einer weiteren Kaltluftwelle nach vier Stunden in Hallein-Taxach etwas unsanft landen.
1956
Am 29. April 1956, wenige Tage nach der Einweihung des Pro Juventute-Hauses in Rottenmann in der Obersteiermark, das nach dem Salzburger Schulmann Franz Michael Vierthaler benannt wurde, fand der 15. Ballon-Postflug zugunsten von "Pro Juventute" mit dem Ballon "OMO" (ein damals bekanntes Waschmittel) von Wien aus statt.
1961
Am 11. Mai 1961 fand der 25. Ballon-Postflug statt. Start war im Salzburger Stadtteil Salzburg Süd im Ortsteil Josefiau beim Haus der Jugend Salzburg statt.
1963
Am 27. Oktober 1963 fand der 30. - Jubiläums-Ballon-Postflug statt.
1964
Der 31. Ballon-Postflug fand am 7. Mai 1964 mit Start auf dem Gelände des Porschehofes in der Elisabeth-Vorstadt in der Stadt Salzburg statt. Kapitän des "OE-DZB" war Felix Schmiedbauer. Mit an Bord der ORF Landesstudio Salzburg-Redakteur Hans Heinrich Welser. Seinem "Fahrbericht für Ballonfahrer" ist zu entnehmen:
- Start um 10:20 Uhr, Landung um 14:15 Uhr in der Gemeinde Parz bei Steirermühl in Oberösterreich;
- Maximale Flughöhe über Adria: 1720 Meter
- Flugroute: Salzburg - Maria Plain - Lengfelden - Hallwang - Wallersee - Irrsee - St. Georgen im Attergau - Schörfling am Attersee - Gmunden - Steirermühl;
1967
Am 17. Juni 1967 starteten fünf Ballone auf dem Krauthügel in damals noch Nonntal (heute Riedenburg. Landeshauptmann Dr. Hans Lechner verabschiedete die Teilnehmer. An Bord des "OE-DZB" war Wolfgang Gruber der Kapitän, Hans Heinrich Welser flog als Berichterstatter für den ORF mit. Seinem "Freiballon-Fahrtbericht" ist zu entnehmen:
- Startzeit 11:14 Uhr, Zwischenlandung 12:04 Uhr bis 12:15 Uhr am Flughafen Salzburg, Landezeit 14:145 Uhr in Großgmain.
- Bei der Zwischenlandung verließ Welser den Ballon. Bei der Endlandung wurde der Ballon bei dem Versuch ihn zur Entleerung durch einen Waldweg auf eine Wiese zu tragen - die Landung erfolgte auf einer Waldlichtung - beschädigt.
Quellen
- 1952: "Salzburger Nachrichten", 7. August 1952, Seite 3
- 1956: "Salzburger Nachrichten", 28. April 1956, Seite 6
- 1961: "Salzburger Nachrichten", 10. Mai 1961, Seite 6
- 1963: "Salzburger Nachrichten", 19. Oktober 1963, Seite 6
- 1964 und 1967: Archiv Welser