Festung Hohensalzburg
Die Festung Hohensalzburg gilt als das Wahrzeichen der Stadt Salzburg.
Die 900 Jahre alte Festung ist Europas größte und besterhaltenste Burganlage. Sie wurde während des Investiturstreites zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor im Jahr 1077 von Erzbischof Gebhard I. von Helffenstein erbaut mit dem Zweck, Geistlichkeit und Bevölkerung zu schützen. Die Burg ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der malerische Blick über Stadt und Land Salzburg machen die Festung Hohensalzburg zu einem Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische.
Die Festung erreicht man zu Fuß über den Mönchsberg, im Stadtteil Nonntal in ca. eine halbe Stunde. In der Altstadt können Besucher vom Kapitelplatz aus über die Festungsgasse, die Festungsbahn benützen, die im 10 Minutentakt verkehrt.
Geschichte
Da Erzbischof Gebhard 1085 ins Exil gezwungen wurde, konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertiggestellt werden. Schon damals bestand Hohensalzburg aus einem romanischen, gemauerten Palas, dem Wohnturm, einer Kirche und einem Nebengebäude. Wesentlich ausgebaut wurde die Burg unter Erzbischof Burkhard von Weisspriach (1461 - 1466), der zur Verstärkung der Ringmauer vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm und den Schmiedturm - errichtete. Sein Nachfolger, Erzbischof Bernhard von Rohr (1466 - 1482), baute aus Furcht vor den aufständischen Salzburger Bürgern an der Südseite der Burg eine Bastei, erhöhte die Ringmauer und sicherte den östlichen Aufgang zum Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. Johann Beckenschlager von Gran, Erzbischof von 1482 - 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste Zeughaus und den Schüttkasten. Leonhard von Keutschach (1495 - 1519) baute die Festung weiter zum prunkvollen Herrscherssitz aus. So fügte der geistliche Regent dem hohen Stock weitere Etagen hinzu, legt eine Zisterne an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krauturm, den Salzburger Stier, legte den Reisszug als Transportanlage für die Festung an und ließ Kuchlturm und Bäckerei bauen.
Da das Geld für den Ausbau der Festung zum Teil aus dem Bergbau der Hohen Tauern stammte, regte sich von Seiten der organisierten Bergknappen Widerstand gegen die Salzburger Erzbischöfe. Infolgedessen belagerten Bauern und Bergknappen im Jahre 1525 den Salzburger Landesfürsten Keutschach 14 Wochen lang in seiner Burg. Jedoch ohne Erfolg - die Festung Hohensalzburg blieb uneinnehmbar.
Der nächste Landesfürst, Wolf Dietrich von Raitenau (1587 - 1612), forcierte während seiner Regentschaft die Bautätigkeit in der Stadt Salzburg stärker als die auf der Burg. Er wurde später von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems (1612 - 1653) auf der Festung bis zu seinem Tod gefangengehalten.
Erzbischof Paris Graf von Lodron (1619 - 1653) ließ Salzburg im Barock mittels großer Wehrbauten schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in sein Verteidigungskonzept mit ein. Unter ihm wurde die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen Festung so umgebaut, dass innerhalb der Mauern und Wände keine Schusstoten Reihen mehr entstehen konnten. Aus Furcht vor der Türkenbelagerung errichtete Erzbischof Max Gandolph von Kuenburg (1668 - 1687) im 17. Jahrhundert die Feuerbastei an der Nordseite.
Am 16. Juli 1669 tötete ein Bergsturz im Gstättenviertel 220 Menschen. Seitdem befreien Bergputzer die Salzburger Stadtberge regelmäßig von bröckelndem Gestein.
Als das Land Salzburg 1816 in die Habsburgermonarchie eingegliedert wurde, nutzte man die die Festung nur mehr als Kaserne und als Kerker. 1861 hob Kaiser Franz Joseph Hohensalzburg als Festung auf. Dieser Umstand läutete den Beginn des Fremdenverkehrs ein, weshlab um 1900 auch mit dem Bau der Standseilbahn begonnen wurde.
Quellen
- Website Festung Hohensalzburg
- Website Salzburger Burgen und Schlösser