Radstädter Tauernstraße
Die Radstädter Tauernstraße, B 99, verbindet den Pongau mit dem Lungau über den Radstädter Tauernpass in den Radstädter Tauern.
Geschichte
Nachweislich waren schon die Kelten über diese Straße gezogen. Das war etwa vom 4. bis 1. Jahrhundert vor Christus. Ihnen folgen die Römer, die die Passhöhe in Alpe nannten. Unterhalb vom Tauernhaus Schaidberg hatten die Römer einen Steinbruch, wo sie die Meilensteine und Gedenktafeln aus dem Stein brachen.
Zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert n. Chr. verfiel dann der Übergang und man nutzte die Verbindung von Forstau im Ennstal über den Oberhüttensee ins Weißpriachtal. Erst unter Erzbischof Adalbert II. wurde auf dem Tauernpass ein Hospiz errichtet, dem späteren Tauernhaus Wisenegg.
Erzbischof Johann Jakob Khuen von Belasi richtete ab 1560 einen wöchentlichen Botendienst über die Tauernstraße in den Lungau ein. Erzbischof Sigismund Christian Graf Schrattenbach ließ die Poststation Untertauern errichten und erhöhte die Postfahrten nun auf zweimal wöchentlich. 1870 wurde diese Frequenz auf viermal wöchentlich angehoben und ab 1985 verkehrte die Postkutsche täglich.
Das erste Automobil, das die Radstädter Tauernstraße benutzte, war 1899 ein k.k. Armeefahrzeug. Am 30. August 1925 fand das erste Internationale Tauernrennen statt. Doch erst 1950 begann man, die Straße mit Lawinenschutzbauten auch für den Winter sicherer zu machen.
Straßenverlauf heute
Von Radstadt führt die Straße die Nördliche Taurach flussaufwärts entlang über Untertauern, vorbei am Gnadenfall. Danach beginnt eine Steigung von 15 %, vorbei am Johannesfall und dem Tauernhaus Wisenegg auf die Passhöhe nach Obertauern. Von hier fällt die Straße wieder ab in den Lungau, vorbei am Tauernhaus Schaidberg mit einem Gefälle von 12 % nach Tweng. Ab Tweng, im Taurachtal der Südlichen Taurach verläuft die Straße ohne größeres Gefälle nach Mauterndorf.
Quelle
- Obertauern einst und jetzt, Herausgeber und Verleger: Liftgemeinschaft Obertauern, 1994, Salzburger Druckerei