Schloss Stein an der Traun: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Schloss Stein an der Traun''' liegt im [[Bayern|bayerischen]] [[Landkreis Traunstein]]. Stein befindet sich an der historischen Grenze zwischen dem [[Herzogtum Bayern]] und dem [[Erzstift Salzburg]].


[[Datei:Schloss Stein um 1700.jpg|thumb|Schloss Stein an der Traun um 1700]]
Das '''Schloss Stein an der Traun''' befindet sich im [[Bayern|bayrischen]]  [[Landkreis Traunstein]].
==Beschreibung==
==Beschreibung==
Schloss Stein in Stein an der Traun  in der Stadt Traunreut in Bayern gilt als die bedeutendste Höhlenburg [[Deutschland]]s. Das Hochschloss liegt im [[Rupertiwinkel]], die anderen Gebäude im [[Chiemgau]].
[[Datei:Raum in der Höhlenburg.jpg|thumb|Raum in der Höhlenburg.]]


[[Datei:Grenze durch die Hofmark Stein.png|thumb|Grenze durch die Hofmark Stein]]
Schloss Stein in Stein an der Traun, heute ein Stadtteil von Traunreut im [[Freistaat Bayern|Bayern]], gilt als die bedeutendste Höhlenburg [[Deutschland]]s. Die Anlage besteht aus drei Teilen: dem Hochschloss, der Höhlenburg und dem Unterschloss.


Die Anlage besteht aus drei Teilen. Das Hochschloss steht auf einer fast 50 Meter hohen Felswand aus [[Nagelfluh]]. Darunter befindet sich in der Felswand die Höhlenburg, die eine Verbindung ins Trauntal bildet. Das Unterschloss liegt am Fuße der Felswand im Tal der Traun.
Das Hochschloss steht auf einer fast 50 Meter hohen Felswand aus [[Nagelfluh]], die steil ins Trauntal abfällt. In der Felswand befindet sich die Höhlenburg, die einen Zugang ins Tal bildet. Das Unterschloss liegt am Fuß des Felsens im Tal der Traun. Die Höhlenburg zählt zu den größten und besterhaltenen ihrer Art in [[Deutschland]].


==Geschichte==
==Geschichte==
Die Ursprünge des Hochschlosses sind nicht vollständig geklärt, möglicherweise reichen sie bis in [[Römer|römische]] oder [[Kelten|keltische]] Zeit zurück (Funde). Im [[12. Jahrhundert]] war Stein ein Rittersitz. Bernhard von Stein und seine Gemahlin Elisabeth sind um [[1135]] urkundlich erwähnt. Nach 1193 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Törring.  
Die Ursprünge des Hochschlosses sind nicht vollständig geklärt; möglicherweise reichen sie bis in [[Römer|römische]] oder [[Kelten|keltische]] Zeit zurück (Funde belegen dies). Im [[12. Jahrhundert]] war Stein ein Rittersitz. Bernhard von Stein und seine Gemahlin Elisabeth sind um [[1135]] urkundlich erwähnt. Nach [[1193]] gelangte die Burg in den Besitz der Familie [[Törring]].
 
Stein lag seit dem zweiten [[Vertrag von Erharting]] ([[1275]]) an der Grenze zwischen Bayern und Salzburg. Dabei wurde die Grenze so gezogen, dass die obere Burg auf Salzburger Territorium lag, während die untere Burg und die Höhlenburg auf herzoglich-bayerischem Gebiet blieben.
 
[[Datei:Grenze durch die Hofmark Stein.png|thumb|Grenze durch die Hofmark Stein]]


Stein lag seit dem zweiten [[Vertrag von Erharting]] ([[1275]]) an der Grenze zwischen Bayern und  Salzburg. Dabei wurde die Grenze so gezogen, dass die obere Burg auf Salzburger Territorium lag, während die untere Burg und die Höhlenburg auf herzoglich bayerischem Gebiet blieben.  
Die Burg war Sitz der Hofmark Stein, ein Niedergerichtsbezirk, der urkundlich erstmals [[1558]] erscheint. Da die Landesgrenze auch das Hofmarksgebiet durchlief, lagen neben dem Hochschloss weitere 14 Anwesen in Buchberg, Höhenberg, Reit, Roitham und Zieglstadl auf salzburgischem Territorium. Es kam immer wieder zu Grenzstreitigkeiten, wie zahlreiche erhaltene Beschwerdeschreiben, Protokolle und "Widerreden" belegen. Bayern zweifelte die mitten durch das Hofmarksgebiet laufende Landesgrenze nicht an. Doch die [[Pfleger]] des bayerischen Landgerichts [[Trostberg]] behaupteten seit dem [[16. Jahrhundert]] die Hochgerichtsbarkeit nach dem Gewohnheitsrecht.


Die Burg war Sitz der Hofmark Stein, ein Niedergerichtsbezirk, der urkundlich erstmals [[1558]] erscheint. Da die Landesgrenze auch das Hofmarksgebiet durchlief, lagen neben dem Hochschloss weitere 14 Anwesen in Buchberg, Höhenberg, Reit, Roitham und Zieglstadl auf salzburgischem Territorium. Es kam immer wieder zu Grenzstreitigkeiten, wie zahlreiche erhaltene Beschwerdeschreiben, Protokolle und "Widerreden" belegen. Bayern zweifelte die mitten durch das Hofmarksgebiet laufende Landesgrenze nicht an. Doch die [[Pfleger]] des bayerischen Landgerichts [[Trostberg]] behaupteten seit dem 1[[6. Jahrhundert]] die Hochgerichtsbarkeit nach dem Gewohnheitsrecht.
Johann Albrecht Graf von Törring verkaufte [[1663]] die Hofmark Stein an den Grafen Carl Fugger von Kirchberg. Danach kam die Hofmark durch Heirat in den Besitz der Freiherren von Lösch, die die Anlage umbauten. Ab [[1829]] wechselte das Schloss mehrmals den Besitzer. [[1845]] erwarben die Herzöge von Leuchtenberg den Besitz, den sie teilweise im neugotischen Stil umbauten.
Johann Albrecht Graf von Törring verkaufte [[1663]] die Hofmark Stein an den Grafen Carl Fugger von Kirchberg. Danach kam die Hofmark durch Heirat in den Besitz der Freiherren von Lösch, welche die Anlage umbauten. Ab 1829 wechselte das Schloss mehrmals den Besitzer. 1845 erwarben die Herzöge von Leuchtenberg den Besitz, den sie teilweise im neugotischen Stil umbauten.


Hochschloss, Felsenburg und Unterschloss gehören heute der [[1489]] gegründeten Schlossbrauerei Stein. Eigentümer ist seit [[1934]] die Familie Wiskott. Das Unterschloss beherbergt seit 1948 ein Internat.  
Hochschloss, Felsenburg und Unterschloss gehören heute der [[1489]] gegründeten Schlossbrauerei Stein. Eigentümer ist seit [[1934]] die Familie Wiskott. Das Unterschloss beherbergt seit [[1948]] ein Internat.


Mit Schloss Stein verbunden ist die bekannte Legende vom Raubritter Hainz von Stein, der Anfang des [[13. Jahrhundert]]s auf der Burg gelebt haben soll.
Mit Schloss Stein verbunden ist die bekannte Legende vom Raubritter Hainz von Stein, der Anfang des [[13. Jahrhundert]]s auf der Burg gelebt haben soll.


==Bildergalerie==
== Naturschutz ==
In den Räumen der Höhlenburg befindet sich ein Winterquartier der Mopsfledermaus sowie vier weiterer [[Fledermäuse|Fledermaus]]arten. Es wurde [[2016]] unter Schutz gestellt.
 
== Bildergalerie ==
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Datei:Holzschnitt Stein an der Traun 1560.png|Holzschnitt Stein an der Traun um 1560.
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File:Hochschloss Stein an der Traun.jpg|Hochschloss (Obere Burg) - Stein an der Traun, Aufnahme 2013.
File:Hochschloss Stein an der Traun.jpg|Hochschloss (Obere Burg) Stein an der Traun, Aufnahme 2013.
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Datei:Raum in der Höhlenburg.jpg|Raum in der Höhlenburg.
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Datei:Verbindungsgang Hochschloss Höhlenburg.jpg|Verbindungsgang Hochschloss zur Höhlenburg.
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=== weitere Bilder ===
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==Literatur==
== Literatur ==
* Schubert, Hans-Jürgen; Zeune, Joachim: ''Stein an der Traun in Geschichte und Gegenwart.'' Hg.: Verein Freunde der Burg Stein e. V.; Stein an der Traun 2006  
* Schubert, Hans-Jürgen; Zeune, Joachim: ''Stein an der Traun in Geschichte und Gegenwart.'' Hrsg.: Verein Freunde der Burg Stein e. V., Stein an der Traun 2006


==Weblink==  
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==Quelle==
== Quellen ==
* [[Andreas Hirsch]], Bad Reichenhall (Text)
* [[Andreas Hirsch]], Bad Reichenhall (Text)
* [[Burgen und Schlösser (Buch Euregio)|Burgen und Schlösser]], 2. erweiterte Auflage 2012, Seite 123
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Aktuelle Version vom 21. Februar 2026, 11:53 Uhr

Schloss Stein an der Traun um 1700

Das Schloss Stein an der Traun liegt im bayerischen Landkreis Traunstein. Stein befindet sich an der historischen Grenze zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Erzstift Salzburg.

Beschreibung

Raum in der Höhlenburg.

Schloss Stein in Stein an der Traun, heute ein Stadtteil von Traunreut im Bayern, gilt als die bedeutendste Höhlenburg Deutschlands. Die Anlage besteht aus drei Teilen: dem Hochschloss, der Höhlenburg und dem Unterschloss.

Das Hochschloss steht auf einer fast 50 Meter hohen Felswand aus Nagelfluh, die steil ins Trauntal abfällt. In der Felswand befindet sich die Höhlenburg, die einen Zugang ins Tal bildet. Das Unterschloss liegt am Fuß des Felsens im Tal der Traun. Die Höhlenburg zählt zu den größten und besterhaltenen ihrer Art in Deutschland.

Geschichte

Die Ursprünge des Hochschlosses sind nicht vollständig geklärt; möglicherweise reichen sie bis in römische oder keltische Zeit zurück (Funde belegen dies). Im 12. Jahrhundert war Stein ein Rittersitz. Bernhard von Stein und seine Gemahlin Elisabeth sind um 1135 urkundlich erwähnt. Nach 1193 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Törring.

Stein lag seit dem zweiten Vertrag von Erharting (1275) an der Grenze zwischen Bayern und Salzburg. Dabei wurde die Grenze so gezogen, dass die obere Burg auf Salzburger Territorium lag, während die untere Burg und die Höhlenburg auf herzoglich-bayerischem Gebiet blieben.

Grenze durch die Hofmark Stein

Die Burg war Sitz der Hofmark Stein, ein Niedergerichtsbezirk, der urkundlich erstmals 1558 erscheint. Da die Landesgrenze auch das Hofmarksgebiet durchlief, lagen neben dem Hochschloss weitere 14 Anwesen in Buchberg, Höhenberg, Reit, Roitham und Zieglstadl auf salzburgischem Territorium. Es kam immer wieder zu Grenzstreitigkeiten, wie zahlreiche erhaltene Beschwerdeschreiben, Protokolle und "Widerreden" belegen. Bayern zweifelte die mitten durch das Hofmarksgebiet laufende Landesgrenze nicht an. Doch die Pfleger des bayerischen Landgerichts Trostberg behaupteten seit dem 16. Jahrhundert die Hochgerichtsbarkeit nach dem Gewohnheitsrecht.

Johann Albrecht Graf von Törring verkaufte 1663 die Hofmark Stein an den Grafen Carl Fugger von Kirchberg. Danach kam die Hofmark durch Heirat in den Besitz der Freiherren von Lösch, die die Anlage umbauten. Ab 1829 wechselte das Schloss mehrmals den Besitzer. 1845 erwarben die Herzöge von Leuchtenberg den Besitz, den sie teilweise im neugotischen Stil umbauten.

Hochschloss, Felsenburg und Unterschloss gehören heute der 1489 gegründeten Schlossbrauerei Stein. Eigentümer ist seit 1934 die Familie Wiskott. Das Unterschloss beherbergt seit 1948 ein Internat.

Mit Schloss Stein verbunden ist die bekannte Legende vom Raubritter Hainz von Stein, der Anfang des 13. Jahrhunderts auf der Burg gelebt haben soll.

Naturschutz

In den Räumen der Höhlenburg befindet sich ein Winterquartier der Mopsfledermaus sowie vier weiterer Fledermausarten. Es wurde 2016 unter Schutz gestellt.

Bildergalerie

Weitere Bilder

 Schloss Stein an der Traun – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Literatur

  • Schubert, Hans-Jürgen; Zeune, Joachim: Stein an der Traun in Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Verein Freunde der Burg Stein e. V., Stein an der Traun 2006

Weblinks

Quellen