Schloss Stein an der Traun

Das Schloss Stein an der Traun liegt im bayerischen Landkreis Traunstein. Stein befindet sich an der historischen Grenze zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Erzstift Salzburg.
Beschreibung

Schloss Stein in Stein an der Traun, heute ein Stadtteil von Traunreut im Bayern, gilt als die bedeutendste Höhlenburg Deutschlands. Die Anlage besteht aus drei Teilen: dem Hochschloss, der Höhlenburg und dem Unterschloss.
Das Hochschloss steht auf einer fast 50 Meter hohen Felswand aus Nagelfluh, die steil ins Trauntal abfällt. In der Felswand befindet sich die Höhlenburg, die einen Zugang ins Tal bildet. Das Unterschloss liegt am Fuß des Felsens im Tal der Traun. Die Höhlenburg zählt zu den größten und besterhaltenen ihrer Art in Deutschland.
Geschichte
Die Ursprünge des Hochschlosses sind nicht vollständig geklärt; möglicherweise reichen sie bis in römische oder keltische Zeit zurück (Funde belegen dies). Im 12. Jahrhundert war Stein ein Rittersitz. Bernhard von Stein und seine Gemahlin Elisabeth sind um 1135 urkundlich erwähnt. Nach 1193 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Törring.
Stein lag seit dem zweiten Vertrag von Erharting (1275) an der Grenze zwischen Bayern und Salzburg. Dabei wurde die Grenze so gezogen, dass die obere Burg auf Salzburger Territorium lag, während die untere Burg und die Höhlenburg auf herzoglich-bayerischem Gebiet blieben.

Die Burg war Sitz der Hofmark Stein, ein Niedergerichtsbezirk, der urkundlich erstmals 1558 erscheint. Da die Landesgrenze auch das Hofmarksgebiet durchlief, lagen neben dem Hochschloss weitere 14 Anwesen in Buchberg, Höhenberg, Reit, Roitham und Zieglstadl auf salzburgischem Territorium. Es kam immer wieder zu Grenzstreitigkeiten, wie zahlreiche erhaltene Beschwerdeschreiben, Protokolle und "Widerreden" belegen. Bayern zweifelte die mitten durch das Hofmarksgebiet laufende Landesgrenze nicht an. Doch die Pfleger des bayerischen Landgerichts Trostberg behaupteten seit dem 16. Jahrhundert die Hochgerichtsbarkeit nach dem Gewohnheitsrecht.
Johann Albrecht Graf von Törring verkaufte 1663 die Hofmark Stein an den Grafen Carl Fugger von Kirchberg. Danach kam die Hofmark durch Heirat in den Besitz der Freiherren von Lösch, die die Anlage umbauten. Ab 1829 wechselte das Schloss mehrmals den Besitzer. 1845 erwarben die Herzöge von Leuchtenberg den Besitz, den sie teilweise im neugotischen Stil umbauten.
Hochschloss, Felsenburg und Unterschloss gehören heute der 1489 gegründeten Schlossbrauerei Stein. Eigentümer ist seit 1934 die Familie Wiskott. Das Unterschloss beherbergt seit 1948 ein Internat.
Mit Schloss Stein verbunden ist die bekannte Legende vom Raubritter Hainz von Stein, der Anfang des 13. Jahrhunderts auf der Burg gelebt haben soll.
Naturschutz
In den Räumen der Höhlenburg befindet sich ein Winterquartier der Mopsfledermaus sowie vier weiterer Fledermausarten. Es wurde 2016 unter Schutz gestellt.
Bildergalerie
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Planskizze von 1732 mit dem Grenzverlauf (rote Linie) zwischen dem Hochschloss und den übrigen Gebäuden.
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Holzschnitt Stein an der Traun um 1560.
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Hochschloss (Obere Burg) – Stein an der Traun, Aufnahme 2013.
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Raum in der Höhlenburg.
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Verbindungsgang vom Hochschloss zur Höhlenburg.
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Unteres Schloss und darüber die Höhlenburg.
Weitere Bilder
Schloss Stein an der Traun – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Literatur
- Schubert, Hans-Jürgen; Zeune, Joachim: Stein an der Traun in Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Verein Freunde der Burg Stein e. V., Stein an der Traun 2006
Weblinks
- Lage auf www.openstreetmap.org
Quellen
- Andreas Hirsch, Bad Reichenhall (Text)
- Burgen und Schlösser, 2. erweiterte Auflage 2012, Seite 123