Theo Mayer-Maly: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „““ durch „"“ |
K ergänzt |
||
| Zeile 15: | Zeile 15: | ||
== Karriere == | == Karriere == | ||
Im Sommersemester [[1956]] wurde Mayer-Maly an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien für römisches Recht habilitiert. Seine Habilitationsschrift war eine Arbeit über die ''locatio conductio'', jenem Vertragstyp des römischen Rechts, der aus dem heutigen Recht Miete, Arbeitsvertrag und Werkvertrag umspannt. Die Anregung zur Themenwahl war von dem wohl bedeutendsten österreichischen Romanisten, Max Kaser, ausgegangen, mit dem Mayer-Maly bis zu dessen Tod sehr verbunden war. Schon in dem auf die Habilitation folgenden Semester konnte er eine Lehrstuhlvertretung in Graz übernehmen, wo er im Sommer [[1957]], noch vor seinem 26. Geburtstag, zum außerordentlichen Professor für römisches und Sozialversicherungsrecht ernannt wurde. Die etwas seltene Fächerkombination resultierte aus seinen rechtshistorischen Interessen einerseits, seinen Erfahrungen aus der Interessenvertretung der Arbeitnehmer andererseits. In Graz wurde Mayer-Maly von Walter Wilburg für den Gedanken eines beweglichen Systemdenkens gewonnen, dort knüpfte er mit Franz Bydlinski und Gunter Wesener persönliche und wissenschaftliche Freundschaften an, die über die Jahrzehnte zu bestehen vermochten. | Im Sommersemester [[1956]] wurde Mayer-Maly an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien für römisches Recht habilitiert. Seine Habilitationsschrift war eine Arbeit über die ''locatio conductio'', jenem Vertragstyp des römischen Rechts, der aus dem heutigen Recht Miete, Arbeitsvertrag und Werkvertrag umspannt. Die Anregung zur Themenwahl war von dem wohl bedeutendsten österreichischen Romanisten, Max Kaser, ausgegangen, mit dem Mayer-Maly bis zu dessen Tod sehr verbunden war. Schon in dem auf die Habilitation folgenden Semester konnte er eine Lehrstuhlvertretung in Graz übernehmen, wo er im Sommer [[1957]], noch vor seinem 26. Geburtstag, zum außerordentlichen Professor für römisches und Sozialversicherungsrecht ernannt wurde. Die etwas seltene Fächerkombination resultierte aus seinen rechtshistorischen Interessen einerseits, seinen Erfahrungen aus der Interessenvertretung der Arbeitnehmer andererseits. In Graz wurde Mayer-Maly von Walter Wilburg für den Gedanken eines beweglichen Systemdenkens gewonnen, dort knüpfte er mit Franz Bydlinski und Gunter Wesener persönliche und wissenschaftliche Freundschaften an, die über die Jahrzehnte zu bestehen vermochten. | ||
| Zeile 27: | Zeile 26: | ||
Theo Mayer-Maly wurde als Justizminister gehandelt, lehnte jedoch eine politische Laufbahn zu Gunsten der wissenschaftlichen Karriere stets ab. [[1999]] kandidierte er aber immerhin für die "Christlich-Soziale Union" auf Platz fünf für den [[Salzburger Gemeinderat]]. Die [[ÖVP]] erschien ihm nach 40 Jahren "nicht mehr wählbar", ihre Haltung in den Fragen Fristenlösung und Abtreibungspille Mifegyne war ihm zu permissiv geworden. | Theo Mayer-Maly wurde als Justizminister gehandelt, lehnte jedoch eine politische Laufbahn zu Gunsten der wissenschaftlichen Karriere stets ab. [[1999]] kandidierte er aber immerhin für die "Christlich-Soziale Union" auf Platz fünf für den [[Salzburger Gemeinderat]]. Die [[ÖVP]] erschien ihm nach 40 Jahren "nicht mehr wählbar", ihre Haltung in den Fragen Fristenlösung und Abtreibungspille Mifegyne war ihm zu permissiv geworden. | ||
==== Anekdote ==== | |||
In seiner „Einführung in die Rechtswissenschaft“ erzählte Mayer-Maly gerne eine Anekdote: Novella, Tochter des Rechtsgelehrten Giovanni d’Andrea (um 1270–1348) in Bologna, vertrat ihren Vater in dessen Abwesenheit bei Vorlesungen an den dortigen Universität, die älteste des Abendlandes. Doch "wegen ihrer auffallenden Schönheit musste sie versteckt hinter einem Vorhang vortragen, damit die Studenten nicht durch ihre Schönheit abgelenkt würden." (Quelle [[Akademische Bildung von Frauen historisch betrachtet]]). | |||
== Ehrungen und Mitgliedschaften == | == Ehrungen und Mitgliedschaften == | ||
| Zeile 70: | Zeile 72: | ||
[[Kategorie:Bildung]] | [[Kategorie:Bildung]] | ||
[[Kategorie:Universitätsprofessor]] | [[Kategorie:Universitätsprofessor]] | ||
[[Kategorie:Sonstiges]] | |||
[[Kategorie:Anekdote]] | |||
[[Kategorie:Zuagroaste]] | [[Kategorie:Zuagroaste]] | ||
[[Kategorie:Wien]] | [[Kategorie:Wien]] | ||
[[Kategorie:Geboren 1931]] | [[Kategorie:Geboren 1931]] | ||
[[Kategorie:Gestorben 2007]] | [[Kategorie:Gestorben 2007]] | ||