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Version vom 2. November 2010, 17:52 Uhr
Der Mirabellgarten Park ist einer der berühmtesten Anziehungspunkte der Stadt Salzburg.
Allgemeines
Der Park umgibt west- und südseitig das Schloss Mirabell in der Salzburger Neustadt.
Er ist von Norden (Rosenhügel, Kurgarten), Osten Schloss Mirabell, Mirabellplatz und Süden Makartplatz zugänglich und gewährt seinerseits Zugang zum Zwergelgarten.
Die barocke Gartenanlage wird nordseitig vom Schloss Mirabell eingeengt und grenzt südseitig an einen Baumbestand von geometrischem Grundriss. Sie gliedert sich somit in einen lang gestreckten südlichen Teil (Großes Gartenparterre) und einen kleineren westlichen Teil (Kleines Gartenparterre), deren Mittelpunkt jeweils ein Brunnen bildet.
Geschichte
Schon 1631 ließ Erzbischof Paris Graf Lodron einen Eingang zum Garten hin zum heutigen Makartplatz errichten.
Nachdem im Jahr 1689 Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein zum Fürsterzbischof gewählt worden war, ließ er den Garten grundlegend umgestalten. Die Anlage wurde dem damals vorherrschenden französischen Geschmack angepasst. Die Gartenanlage wurde von Johann Bernhard Fischer von Erlach angelegt, der auch die Marmorbalustrade mit ihren Vasen entwarf. Der Garten wurde mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt; beteiligte Künstler waren Johann Fröhlich, Ottavio Mosto, Bartholomäus von Opstal, Andreas und Gregor Götzinger sowie Hanns Schwäbl.
Um 1730 wurde die Anlage von Anton Danreiter verändert.
Erst 1854 wurde der Mirabellgarten von Kaiser Franz Joseph I. öffentlich zugänglich gemacht.
2008 wurde der zentrale Springbrunnen für 15.000 Euro saniert.
Das Große Gartenparterre
Um das zentrale Springbrunnenbecken gruppieren sich vier Figurengruppen (wegen des Raub-Motives „Raptusgruppen“[1] genannt), die vier Elemente versinnbildlichend:
- Element Erde: Hades entführt Persephone
- Element Feuer: Äneas rettet seinen Vater Anchises aus dem brennenden Troja
- Element Luft: Herkules erwürgt den Riesen Antäus (in der Luft, da Antäus Kraft aus der Berührung mit seiner Mutter Erde zieht)
- Element Wasser: Raub der schönen Helena
Die Balustradenstatuen wurden 1689 geschaffen. Sie stellen acht männliche und acht weibliche griechisch-römische Gottheiten dar, nämlich
- männliche:
- Kronos und Bacchus,
- Jupiter und Mars,
- Herkules und Vulkanus sowie
- Merkur und Apollo;
- weibliche:
- Diana und Flora,
- Athene und Ceres,
- Pomona und Venus, sowie
- Vesta und Juno.
Beteiligte Bildhauer waren
- Bartholomäus von Opstal (Herkules, Merkur),
- Johann Frölich (Apoll) sowie
- vermutlich auch Gregor Götzinger (Athene) und Ottavio Mosto (Flora).
Die beiden Paare borghesischer Fechter am südlichen, Makartplatz-seitigen Eingang sind historische Kopien[2].
Bildergalerien: Statuen im Großen Gartenparterre
Raptusgruppen, die vier Elemente vorstellend
Balustradengottheiten
Innere Balustrade (weibliche Gottheiten)
Äußere Balustrade (männliche Gottheiten)
Das Kleine Gartenparterre
Der Pegasus
Das geflügelte Pferd Pegasus im gleichnamigen Brunnen war ursprünglich Teil der Kapitelschwemme, übersiedelte später auf den Mirabellplatz zur Mirabellschwemme und kam 1913 an den heutigen Standort.
Der Tiroler Metall-Kunstgießer Kaspar Gras hatte das Werk 1661 im Auftrag von Erzbischof Guidobald Grafen von Thun für die Pferdeschwemme am Kapitelplatz hergestellt. 1700 ließ Erzbischof Johann Ernst sie zur damalige Pferdeschwemme auf den Mirabellplatz versetzen. 1732 fügte Felix Anton Danreiter anlässlich der Neugestaltung dieser Mirabellschwemme die beiden Einhörner und die beiden Löwen, hinzufügen, die vermutlich aus Schloss Klessheim stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens im Mirabellgarten zu sehen sind.
Nach dem großen Brand in der Neustadt 1818 wurde die Pferdeschwemme abgerissen. 1842 bis 1859 stand das Flügelross auf dem damaligen „Hannibalplatz“, dem heutigen Makartplatz, dann lange Zeit im Depot.
Seit 1913 steht die Pegasus-Statue auf einer aus Konglomeratsteinen aufgebauten Felsenbrücke in der Mitte eines alten runden Brunnenbeckens.
Weitere Brunnen
Neben der Großen Fontäne und dem Pegasusbrunnen stehen im Mirabellgarten noch zwei weitere, weniger bekannte Brunnen:
- der Susannabrunnen, der Hans Waldburger zugeschrieben wird und nach 1700 geschaffen wurde, und
- der Papagenabrunnen mit einer Pagagenafigur von Josef Magnus (1984).
Die Orangerie
- Hauptartikel: Orangerie Mirabellgarten
Die Orangerie mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um 1725.
Das Heckentheater
- Hauptartikel: Heckentheater Mirabellgarten
Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenen Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde zwischen 1704 und 1718 auf der Lodronsche Wehrmauer errichtet wird auch heute noch gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet.
Das Vogelhaus, auch Ausstellungspavillon
Das Vogelhaus muss 2009 saniert werden.
Die Wasserbastei
- Hauptartikel: Wasserbastei
Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen Basteigürtels. Die Basis dieser erhaltenen Wehranlage ist nach 1860 stark eingeschüttet worden. Hier sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe Zwergelgarten) aufgestellt.
Angrenzende Gebäude
- Schloss Mirabell
- Mozarteum
- Kast Villa
- Salzburger Marionettentheater (= ehemaliges Hotel Mirabell)
- Salzburger Landestheater
- Salzburg Congress
- Salzburger Kurmittelhaus
- Paracelsusbad
- Hotel Sheraton Salzburg
Bildergalerie
Ausblick vom Rosenhügel über das kleine Gartenparterre zur Festung Hohensalzburg
Weblinks
Fußnoten
- ↑ Raptusgruppe: Von lateinisch raptus, "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” (Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
- ↑ Das innere Fechterpaar wurde von Andreas Götzinger, das äußere von Bernhard Michael Mandl gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um 1611 gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen Villa Borghese aufgestellt war (seit 1807: im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im 18. Jahrhundert eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike (vgl. den Wikipedia-Artikel „Borghesischer Fechter“.
Quellen
- Beitrag über die Neustadt von Salzburg
- Wikipedia-Artikel „Mirabellgarten“
- Artikel über die im Text erwähnten Künstler: Johann Bernhard Fischer von Erlach, Ottavio Mosto, Bartholomäus von Opstal, Andreas und Gregor Götzinger, Hanns Schwäbl, Johann Frölich