Änderungen

3.626 Bytes hinzugefügt ,  21:18, 4. Apr. 2019
Erg nach Quelle Josef Eder (Baumeister und Historiker) ~~~~
Zeile 1: Zeile 1:  +
{{Googlemapsort|5083+Hallein+Gutrathbergweg_5}}
 
Das '''Schloss Gartenau''' befindet sich in der [[Tennengau]]er Bezirkshauptstadt [[Hallein]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Hallein|denkmalgeschützten Objekten in Hallein]].
 
Das '''Schloss Gartenau''' befindet sich in der [[Tennengau]]er Bezirkshauptstadt [[Hallein]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Hallein|denkmalgeschützten Objekten in Hallein]].
   −
==Lage==
+
== Lage ==
Schloss Gartenau liegt am südwestlichen Abhang des Gebirgsausläufers des [[Hoher Göll|Göll]]-Massivs oberhalb der [[Königsseeache]] in der [[KG Taxach|Katastralgemeinde Taxach]].  
+
Schloss Gartenau liegt in der [[KG Taxach|Katastralgemeinde Taxach]] am nördlichen Fuß des [[Gutratsberg]]es an dessen  Westflanke oberhalb der [[Königsseeache]], die den Berg in einem Halbbogen umfließt und die Bezirksgrenze zum Flachgau bildet. Schloss Gartenau hat einen schönen Blick auf den [[Untersberg]], [[Sankt Leonhard (Grödig)|Sankt Leonhard]] und die Straße nach [[Berchtesgadener Straße]] zur Staatsgrenze.  
   −
==Geschichte==
+
== Geschichte ==
Der Name Gartenau geht auf einen Hof "''Kattenowe''" (die Bezeichnung für einen Gutshof im Jahr [[1286]]), auch "''Gatenau''" des [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]] zurück. Bereits [[1339]] wurde Gartenau, damals noch unter dem Namen "Grafengaden" als ''Gut'' erwähnt und um 1400 vom [[Pfleger]] von [[Glanegg]] Rudolf [[Trauner]] in einen Ansitz umgewandelt. Bauherren waren die aus der bayerischen Oberpfalz stammenden Grafen von Sulzbach, die auch als Stifter der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] bekannt sind. Um [[1430]] erwarb die durch den [[Salzhandel]] reich gewordene [[Laufen]]er Schiffsherrenfamilie Scheller das Schloss und nannte sich "Scheller von Gartenau".  
+
Der Name geht zurück auf "''Kattenowe''", die Bezeichnung für einen Gutshof im Jahr [[1286]], sowie auf "''Gatenau''"des [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]].  
   −
Im [[16. Jahrhundert]] wurde von [[Jakob Belasi]], einem Bruder des damaligen [[Salzburger Erzbischöfe|Salzburger Erzbischofs]] [[Johann Jakob Kuen von Belasy]] der südlich gelegene Trakt des Schlosses errichtet. Der nördliche entstand um [[1800]].
+
Im 11. Jahrhundert soll bereits eine Gebäude erbaut worden sein, das [[1122]] zur Burg von [[Ruine Guetrat|Alten-Guetrath]] gehört haben soll. [[1339]] wurde ein Gut "Grafengaden" erwähnt. Um [[1400]] wandelte Rudolf [[Trauner]], [[Pfleger]] von [[Glanegg]], das Gut Grafengaden in einen Ansitz um. Bauherr war der aus der bayerischen Oberpfalz stammenden Graf von Sulzbach, auch als Stifter der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] bekannt.  
   −
Nach der Grundentlastung [[1848]] kaufte Evelyn Freiin von Hammer-Purgstall den Besitz. Ihr Gatte Adolf von Berndt begann mit der Zementgewinnung, die seit [[1864]] von der Familie [[Leube]], heute [[Zementwerk Leube GmbH]], betrieben wird.
+
Anfang des 14. Jahrhunderts fiel Gartenau dem [[Erzstift Salzburg]] zu. Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] begab um [[1430]] den Besitz als Lehen an die durch den [[Salzhandel]] reich gewordene [[Laufen]]er Schiffsherrenfamilie Scheller, die sich seither "Scheller von Gartenau" nannten. Bereits 1343 wurde Konrad von Schellern als [[Salz]]ausferge von Laufen urkundlich genannt. 1403 war Albrecht von Schellern ein Mitbesiegler des Igelbundes und 1430 Pfleger zu Laufen und Gartenau. In dem von Erzbischof Bernhard von Rohr 1473 einberufenen Landtage saßen Heinrich, Georg und Christoph von Schellern. Sebastian Scheller, der Sohn Christophs war der Letzte seiner Familie.
   −
Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen.
+
Nun ging Gartenau in den Besitz der Herren Panicher von Wolkersdorf über. 1546 ließ Hanns Panicher von Wolkersdorf, Gartenau und Kallerberg die Burg erneuern. Das Wappen der Panicher ist noch heute an der Außenmauer des Schlosses zu sehen.  
   −
==Ausstattung==
+
[[1560]] kam die Burg an [[Jakob Belasi|Jakob Khuen-Belasy zu Lichtenberg und Gartenau]], des Erzstifts Salzburg Rat und Landhauptmann, Pfleger zu [[Mittersill]] und [[Mühldorf]], ein Bruder des damaligen [[Salzburger Erzbischöfe|Salzburger Erzbischofs]] [[Johann Jakob Kuen von Belasy]]. Er ließ die Burg im südlich gelegenen Trakt wohnlich herrichten, neue feste Ringmauern aufführen und baute gegen Norden zwei runde Türme. Im Innern der Burg bezeugt eine mit den [[Wappen]] der Khuen-Belasy geschmückte Marmortafel diese Erneuerung.
 +
 
 +
Vom Nachfolger [[Ferdinand von Khuen-Belasy]], salzburgischer Geheimer Rat, Oberstkämmerer und Stallmeister, ging Gartenau an die Herren von [[Ritz]] über. [[1648]] hatte es Friedrich von Ritz zu Gartenau, auf Ramseiden, [[Bürglstein|Pürglstein]], Grub und [[Schloss Elsenheim|Elsenheim]] in Besitz, er starb 1681 . Nun kam das Schloss an die Freiherren von [[Rehlingen]]. [[1692]] ist [[Ferdinand Freiherr von Rehlingen]] Besitzer, dem sein Bruder [[Raimund Franz Freiherr von Rehlingen]] folgte, der altershalber [[Johann Friedrich von Rehlingen]] und Franz Josef Graf von [[Plaz]] als Administratoren einsetzte. 1717, nach dem Tode des Besitzers, beantragten die Administratoren, wegen Baufälligkeit des zum Fideikommiss Rehlingen gehörigen Schlosses, dessen Verkauf. Die Bewilligung wurde noch im gleichen Jahre erteilt mit der Klausel, dass dieser Edelsitz nicht „unter die tode Hand" kommen dürfe.
 +
 
 +
Gartenau wurde von nun an Privaten zu Erbrecht übergeben. Die erste Erbrechtsbesitzerin war die Witwe des Landrichters Kendler von Glanegg. 1775 kaufte das Schloss der k. k. Truchseß [[Götz von Hebenstreit]]. Der nördliche Trakt entstand um [[1800]]. Nun wechselten rasch hintereinander die Besitzer, bis [[1806]] das Schloss in den Besitz des Holzmeisters Hieronymus Geisler und 1808 an dessen Erben kam. [[1840]] erwarb es Christian Hofer, der das Schloss an Ignaz Müller weiterverkaufte. Zu dieser Zeit war das Schloss einer Ruine gleich, in der die Raben aus und einfliegen konnten. Unter anderem war ein sehr schöner Holzplafond verschwunden. Müller ließ das Schloss wieder in Stand setzen und wohnlich einrichten. Müllers Sohn Johann verkaufte nach der Grundentlastung [[1848]] den Besitz an Evelyn Freiin von Hammer-Purgstall. Ihr Gatte Adolf von Berndt er errichtete - nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass das Gestein sich zur Erzeugung von Zement eignen würde - eine kleine Zementfabrik und erzeugte damit auch Bodenplatten, Dachplatten, Stiegenstufen und anderes mehr. Im Jahre [[1864]] erwarb Dr. [[Gustav Leube]] die Fabrik (heute [[Zementwerk Leube GmbH]]), sowie den Guetratberg und das Schloss Gartenau.
 +
 
 +
Schloss Gartenau steht seither in Privateigentum der Familie [[Leube]]. Das Schloss ist nicht zu besichtigen.
 +
 
 +
== Ausstattung ==
 
In dem langgestreckten, rechteckigen Schloss sind im ersten Stockwerk Freskenreste des Vorgängerbaues erhalten. Sowohl im Schloss, als auch in der großen Schlosskapelle sind noch [[Gotik|spätgotische]] Details zu finden.
 
In dem langgestreckten, rechteckigen Schloss sind im ersten Stockwerk Freskenreste des Vorgängerbaues erhalten. Sowohl im Schloss, als auch in der großen Schlosskapelle sind noch [[Gotik|spätgotische]] Details zu finden.
   −
==Weblinks==
+
== Weblinks ==
 
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Gustav_Leube Wikipedia. Ernst Gustav Leube] (Achtung: tw. falsche Informationen)
 
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Gustav_Leube Wikipedia. Ernst Gustav Leube] (Achtung: tw. falsche Informationen)
 
* [http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Gartenau Schloss Gartenau auf "burgen-austria.com"]
 
* [http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Gartenau Schloss Gartenau auf "burgen-austria.com"]
   −
==Quellen==
+
== Quellen ==
 
* [http://www.salzburg.gv.at/themen/ks/kultur/burgen/gartenau.htm www.salzburg.gv.at]
 
* [http://www.salzburg.gv.at/themen/ks/kultur/burgen/gartenau.htm www.salzburg.gv.at]
 
* ''Von Schloss zu Schloss in Österreich'', Gerhard Stenzel, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien
 
* ''Von Schloss zu Schloss in Österreich'', Gerhard Stenzel, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien
 +
* [[Josef Eder (Baumeister und Historiker)|Josef Eder]]: ''Schloss Gartenau'' [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19310523&query=%22Eder%22&seite=7 [[ANNO]]], [[Salzburger Volksblatt]], 23. Mai 1931, Seite 7
 
* [[Ernst Penninger|Penninger, Ernst]]: "''Die Straßennamen der Stadt Hallein''", Sonderdruck aus: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 110, Salzburg 1970
 
* [[Ernst Penninger|Penninger, Ernst]]: "''Die Straßennamen der Stadt Hallein''", Sonderdruck aus: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 110, Salzburg 1970