Politischer Sekretär: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 2: Zeile 2:
  
 
==Prinzip==
 
==Prinzip==
Wie bekommt man einen Topjob in Verwaltung oder in Staatsbetrieben? Indem man für einen Regierungspolitiker gearbeitet hat. Kurz vor der [[Landtagswahl]] geht es in den Regierungsbüros besonders heiß her – in Sachen Karriereplanung.
+
:''Sie sitzen an den Schaltstellen der Macht, und niemand merkt es. Fast jeder Politiker war es einmal, viele Manager sind erst geworden, was sie sind, weil sie einmal Sekretäre waren.'' (Samo Kobenter)
 +
Eine gute Voraussetzung für einen einen Topjob in Verwaltung oder in Staatsbetrieben hat man, wenn man für einen Regierungspolitiker gearbeitet hat. Besonders lässt sich das vor einer Wahl, wie der [[Landtagswahl]] 1913, feststellen (da es danach für den Karrieresprung zu spät sein kann).
  
 
==Beispiele (Querschnitt)==
 
==Beispiele (Querschnitt)==
Zeile 55: Zeile 56:
 
|}
 
|}
  
==Quelle==
+
==Politologische Betrachtung==
 +
Die Karrieren politischer Sekretäre bezeichnet der Politologe und ehemalige Salzburger Politiker [[Walter Thaler]] als einen der drei Hauptwege der Rekrutierung von Politikern – neben der „Ochsentour“ an der Parteibasis und den „Quereinsteigern“. Den ''Vormarsch dieser „Schreibtischtäter“, deren Beförderung die Parteichefs oft im Alleingang beschließen'', sieht er als eine der Wurzeln des „derzeitigen politischen Übels“ (Anm.: Geschrieben vor dem Finanzskandal und nicht speziell für Salzburg); sie eignen sich ihr Know-How in Regierungsbüros und Parteisekretariaten an und steigen auf, ohne sich die langen Bewährungsjahre an der Basis antun zu müssen.
 +
 
 +
==Quellen==
 
* [http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/politik/sn/artikel/salzburger-politiksekretaere-und-ihre-steilen-karrieren-51197/ ''Salzburger Politiksekretäre und ihre steilen Karrieren''] – von [[Christian Resch]]; [[Salzburger Nachrichten]] vom 14. März 2013
 
* [http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/politik/sn/artikel/salzburger-politiksekretaere-und-ihre-steilen-karrieren-51197/ ''Salzburger Politiksekretäre und ihre steilen Karrieren''] – von [[Christian Resch]]; [[Salzburger Nachrichten]] vom 14. März 2013
 +
* [http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/749715/Politik_Nur-aalglatte-Strippenzieher-kommen-an-die-Spitze ''Politik: Nur 'aalglatte Strippenzieher' kommen an die Spitze''] (Die Presse, 17.04.2012)
 +
 +
==Literatur==
 +
* Samo Kobenter: ''Die Republik der Sekretäre. Die Seilschaften der Machthaber in Österreich''. Wien : Verlagsgemeinschaft Ibera & Molden, 1997. ISBN 3-900436-55-X
 +
* Walter Thaler: ''Pfade zur Macht. Wie man in Österreich Spitzenpolitiker wird''. New Academic Press, Wien 2012. ISBN 3700317948.
  
 
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
 
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]

Version vom 27. März 2013, 07:55 Uhr

Ein politischer Sekretär ist ein persönliche Mitarbeiter von (Regierungs-)Politikern, auch in Stadt und Land Salzburg.

Prinzip

Sie sitzen an den Schaltstellen der Macht, und niemand merkt es. Fast jeder Politiker war es einmal, viele Manager sind erst geworden, was sie sind, weil sie einmal Sekretäre waren. (Samo Kobenter)

Eine gute Voraussetzung für einen einen Topjob in Verwaltung oder in Staatsbetrieben hat man, wenn man für einen Regierungspolitiker gearbeitet hat. Besonders lässt sich das vor einer Wahl, wie der Landtagswahl 1913, feststellen (da es danach für den Karrieresprung zu spät sein kann).

Beispiele (Querschnitt)

Hier ein kurzer Querschnitt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit (März 2013):

Person Büro (vorher) Posten (nachher)
Stefan Huber Sekretär von LH-Stv. David Brenner (SPÖ) Geschäftsführer der Land Salzburg Beteiligungen GmbH
Martina Hemala politische Referentin im SPÖ-Landtagsklub Referatsleiterin in der Wohnbauabteilung, stv. Abteilungsleiterin und Geschäftsführerin des Wohnbaufonds
Christoph Gappmaier Büroleiter bei Landesrat Sepp Eisl (ÖVP) Leiter des Referats "Einzelpersonalangelegenheiten" des Amtes der Salzburger Landesregierung
Johannes Hörl Sekretär von Ex-LH Franz Schausberger (ÖVP) Geschäftsführer der Großglockner Hochalpenstraßen AG (die teils im Landesbesitz steht)
Leonhard Schitter Sekretär von Ex-LH Franz Schausberger Vorstand der teils landeseigenen Salzburg AG
Herbert Prucher beim SPÖ-Landtagsklub tätig Leiter der Sozialabteilung
Josef Schwaiger Büro von ÖVP-Landesrat Sepp Eisl Chef der Landwirtschaftsabteilung
Sebastian Huber Büromitarbeiter von Alt-LH-Stv. Arno Gasteiger (ÖVP) Leiter der Wirtschaftsabteilung
Karin Draxl Büro von Landesrat Othmar Raus (SPÖ) Leiterin der Gemeindeabteilung
Silvester Schröger Büro von Landesrat Othmar Raus Referatsleiter in der Kulturabteilung
Hubert Weinberger Büro Franz Schausbergers Leiter der Fachabteilung für Präsidialangelegenheiten in der Landesamtsdirektion
Markus Kurcz Büro Franz Schausbergers Landesexperte für Katastrophenschutz
Isabella Walcher Schausbergers Büroleiterin in der Präsidialabteilung
Friedrich Mair für Alt-LH Hans Katschthaler tätig Leiter der Raumplanung
Andreas Kiefer für Alt-LH Hans Katschthaler tätig Landeseuropabüro
Andrea Huber Büromitarbeiterin von Gabi Burgstaller (SPÖ) Leiterin der Lebensmittelaufsicht in der Gesundheitsabteilung
Wolfgang Urban Büros der ÖVP-Politiker Sepp Eisl und Doraja Eberle Leiter des Nationalparks Hohe Tauern
Claudia Prommegger Pressereferentin im SPÖ-Klub Referatsleiterin für Kulturförderung
Max Maurer Mitarbeiter des früheren LH-Stv. Gerhard Buchleitner (SPÖ) Leiter der Landes-Personalabrechnung
Gerfried Brandstetter Sekretär Gerhard Buchleitners Fachabteilungsleiter für Wissenschaftsangelegenheiten
Josef Pultar Büroleiter von Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) Geschäftsführer der Salzburger Abfallbeseitigung GmbH (ab 2005)
Martin Floss Büroleiter von Bürgermeister Heinz Schaden Magistratsdirektor der Stadt Salzburg

Politologische Betrachtung

Die Karrieren politischer Sekretäre bezeichnet der Politologe und ehemalige Salzburger Politiker Walter Thaler als einen der drei Hauptwege der Rekrutierung von Politikern – neben der „Ochsentour“ an der Parteibasis und den „Quereinsteigern“. Den Vormarsch dieser „Schreibtischtäter“, deren Beförderung die Parteichefs oft im Alleingang beschließen, sieht er als eine der Wurzeln des „derzeitigen politischen Übels“ (Anm.: Geschrieben vor dem Finanzskandal und nicht speziell für Salzburg); sie eignen sich ihr Know-How in Regierungsbüros und Parteisekretariaten an und steigen auf, ohne sich die langen Bewährungsjahre an der Basis antun zu müssen.

Quellen

Literatur

  • Samo Kobenter: Die Republik der Sekretäre. Die Seilschaften der Machthaber in Österreich. Wien : Verlagsgemeinschaft Ibera & Molden, 1997. ISBN 3-900436-55-X
  • Walter Thaler: Pfade zur Macht. Wie man in Österreich Spitzenpolitiker wird. New Academic Press, Wien 2012. ISBN 3700317948.