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*Dessen Witwe Franziska Elixhauser geb. Hofmann heiratete im Jahr 1794 [[Seraphin Kobler]].<ref name="Bierwanderung"/> Kobler (* 1770; † 1841), aus Raab im [[Innviertel]] stammend, übernahm das Höllbräu; 1794 wird er „angehender Höllbräuer“ genannt, 1796 „bürgerlicher Bierbrauer in der Höll“. Ein Dokument von 1837 weist seine Kinder Seraphin Kobler und [[Franziska Kobler|Franziska]] als Besitzer der Höllbräuhauses aus.<ref>Artikel [[Franziska Kobler]] mit weiteren Nachweisen.</ref> | *Dessen Witwe Franziska Elixhauser geb. Hofmann heiratete im Jahr 1794 [[Seraphin Kobler]].<ref name="Bierwanderung"/> Kobler (* 1770; † 1841), aus Raab im [[Innviertel]] stammend, übernahm das Höllbräu; 1794 wird er „angehender Höllbräuer“ genannt, 1796 „bürgerlicher Bierbrauer in der Höll“. Ein Dokument von 1837 weist seine Kinder Seraphin Kobler und [[Franziska Kobler|Franziska]] als Besitzer der Höllbräuhauses aus.<ref>Artikel [[Franziska Kobler]] mit weiteren Nachweisen.</ref> | ||
* Im Jahr [[1871]] kauften der Braumeister [[Engelbert Schrems]] (* [[1827]]; † [[1892]]) und dessen Ehefrau Anna Maria (* [[1848]]; † [[1932]]) das Höllbräu. Dieses ging im Jahr [[1902]] auf den Sohn [[Josef Schrems|Josef]] (* [[1875]]; † [[1929]]) über.<ref>Artikel [[Schrems]] und ''Presseunterlagen'' (wie oben).</ref> | * Im Jahr [[1871]] kauften der Braumeister [[Engelbert Schrems]] (* [[1827]]; † [[1892]]) und dessen Ehefrau Anna Maria (* [[1848]]; † [[1932]]) das Höllbräu. Dieses ging im Jahr [[1902]] auf den Sohn [[Josef Schrems|Josef]] (* [[1875]]; † [[1929]]) über.<ref>Artikel [[Schrems]] und ''Presseunterlagen'' (wie oben).</ref> | ||
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| + | Im März [[1908]] findet sich eine Werbung in der [[Salzburger Wacht]] für den ''Höllen-Bock''-Anstich am Samstag, den [[14. März]] durch Josef Schrems.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19080319&query=%22Girstenbrey%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], Salzburger Wacht, Ausgabe vom 19. März 1908, Seite 8</ref> | ||
Die Brauerei fiel nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] dem allgemeinen Konzentrationsprozess des Brauwesens zum Opfer und musste die Bierproduktion im Jahr 1923<ref name="Bierwanderung"/> einstellen. Bestehen blieben aber Gasthaus und Beherbergungsbetrieb. | Die Brauerei fiel nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] dem allgemeinen Konzentrationsprozess des Brauwesens zum Opfer und musste die Bierproduktion im Jahr 1923<ref name="Bierwanderung"/> einstellen. Bestehen blieben aber Gasthaus und Beherbergungsbetrieb. | ||
Version vom 7. Februar 2018, 10:43 Uhr
Das Höllbräu war eines der ältesten Gaststättenbetriebe der Salzburger Altstadt an der Judengasse. Heute ist darin ein fünf-Sterne-Hotel untergebracht, aktuell (Februar 2016) mit dem Namen Hotel Altstadt Radisson Blu.
Geschichte
Die Geschichte des Hauses lässt sich bis 1377 zurückverfolgen. Wahrscheinlich stand sogar die Pfalz an jener Stelle, an der dann ein Bürgerhaus errichtet wurde. Auch soll sich eine Synagoge an dieser Stelle befunden haben. Ab 1437 war es dann das Höllbräu, eine der Salzburger Brauereien.
Im 15. und 16. Jahrhundert ist am Höllbräu die Familie Laubinger bezeugt:[1]
- 1449: erste Nennung, Michael und Martha Laubinger
- 1479: Sohn Emmeran Laubinger
- 1498: Sohn Caspar Laubinger
- 1516: Veronika Laubinger und Virgil Huber (∞ 1523)
Zu den Besitzern gehörten vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert die Familien Elixhauser, Kobler und Schrems:
- Johann Ambros Elixhauser (* 1736/1737; † 1793) war Bierbrauer am Stiegl; er kaufte im Jahre 1788 das Höllbräu und übergab es 1791 seinem Sohn Franz de Paul Elixhauser (* 1764; † 1793/1797).[2]
- Dessen Witwe Franziska Elixhauser geb. Hofmann heiratete im Jahr 1794 Seraphin Kobler.[1] Kobler (* 1770; † 1841), aus Raab im Innviertel stammend, übernahm das Höllbräu; 1794 wird er „angehender Höllbräuer“ genannt, 1796 „bürgerlicher Bierbrauer in der Höll“. Ein Dokument von 1837 weist seine Kinder Seraphin Kobler und Franziska als Besitzer der Höllbräuhauses aus.[3]
- Im Jahr 1871 kauften der Braumeister Engelbert Schrems (* 1827; † 1892) und dessen Ehefrau Anna Maria (* 1848; † 1932) das Höllbräu. Dieses ging im Jahr 1902 auf den Sohn Josef (* 1875; † 1929) über.[4]
Im März 1908 findet sich eine Werbung in der Salzburger Wacht für den Höllen-Bock-Anstich am Samstag, den 14. März durch Josef Schrems.[5]
Die Brauerei fiel nach dem Ersten Weltkrieg dem allgemeinen Konzentrationsprozess des Brauwesens zum Opfer und musste die Bierproduktion im Jahr 1923[1] einstellen. Bestehen blieben aber Gasthaus und Beherbergungsbetrieb.
Nach einem behutsamen Umbau, der in den 1990er-Jahren erfolgte, entstand aus einem bereits heruntergekommenen Gasthof zur Hölle ein modernes Fünf-Sterne-Hotel. Erhalten geblieben sind wertvolle Stiegenaufgänge, Gewölbe und Mauerwerk.
Erzengel Michael
Sehenswert ist die Plastik des Erzengel Michael, zu erkennen an seinen Attributen, einem Flammenschwert und der Seelenwaage, mit denen er die guten und schlechten Taten jedes Menschen am Tag seines Sterbens und auch am Tage des Jüngsten Gerichtes richten wird.
Der Erzengel Michael geleitet die Seele des Verstorbenen entweder in den Himmel oder ins Fegefeuer oder zur Hölle. Der Teufel stiert begierig auf die ahnungslos vorbeiziehenden Menschen in die Judengasse hinab. Der Erzengel Michael unterdrückt die satanischen Begierden mit dem linken Fuß auf des Teufels Haupt und hält dem Betrachter mit der ausgestreckten linken Hand die Seelenwaage hin, während er mit erhobenen rechten Hand das Flammenschwert schwingt. Die Plastik dürfte im 17. Jahrhundert entstanden sein, zu erkennen an den frühbarocken Schnitzformen, der martialischen Aufmachung und der lebendigen Gestaltung der Figur. Die polychrome Fassung wurde sicher erneuert. Gold und Silber stehen für das ewige Leben im Himmel; Rot und Schwarz für die Bestrafung in der Hölle.[6]
Der Erzengel Michael ist wahrscheinlich 1927, als die heutige Fassade im Erdgeschoss nach 1910 erstellten Plänen von Franz Zell ausgeführt wurde, dort angebracht worden.
Literatur
- Ebner, Robert: Das Höllbräu zu Salzburg - Geschichte eines Braugasthofes, Informations-Zentrum der Landeshauptstadt Salzburg, 1992
Quellen
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
- Salzburger Fotografien 1880 - 1918 aus dem Atelier Würthle, Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4
Fußnoten
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Presseunterlagen zur historischen Bierwanderung durch Salzburg am 15. Oktober 2009 (Red. Alexandra Picker, Hebenstreit & Picker PR)
- ↑ Artikel Johann Ambros Elixhauser samt dort ersichtlichem Grabmal; Artikel Franziska Kobler unter Verweis auf den „Uebergabe Vertrag“ vom 10. Oktober 1791 von Johann Ambrosius Elixhauser, „Stiegl Brauer“, an den Sohn Franz Elixhauser, und auf Erich Marx (Hg.), Das »Höllbräu« zu Salzburg. Geschichte eines Braugasthofes, Salzburg 1992, S. 183 und passim; Dopsch, Heinz – Hoffmann, Robert: Geschichte der Stadt Salzburg, Salzburg 1996, S. 189.
- ↑ Artikel Franziska Kobler mit weiteren Nachweisen.
- ↑ Artikel Schrems und Presseunterlagen (wie oben).
- ↑ Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 19. März 1908, Seite 8
- ↑ kunstgeschichtliche Interpretation von Mag. Thomas Schmiedbauer