Paul-Ausserleitner-Schanze: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:P1070617 Paul Außerleitner Schanze.jpg|thumb| Paul Außerleitner Schanze, Frühjahr 2016]]
 
[[Datei:P1070617 Paul Außerleitner Schanze.jpg|thumb| Paul Außerleitner Schanze, Frühjahr 2016]]

Version vom 18. Dezember 2023, 11:54 Uhr

Österreichischer Jubel an der Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen nach dem Sieg von Gregor Schlierenzauer bei dem Springen der Vierschanzentournee 2006/2007
Die Schanze vom Anlaufturm aus gesehen
Paul-Außerleitner-Schanze im Sommer 2008
Blick auf die Schanze am 16. Dezember 2023 nach dem Abgang von Nassschnee.
Bischofshofen-Schanzenblick im Sommer
Paul Außerleitner Schanze, Frühjahr 2016

Die Paul-Ausserleitner-Schanze ist eine Skisprunganlage im Sepp-Bradl-Stadion in Laideregg in Bischofshofen, auf der seit 1953 der Abschlussbewerb der Vierschanzentournee stattfindet.

Geschichte

Die im Jahr 1947 errichtete Anlage erhielt dank ihres Panoramas am Fuße des Hochkönigstocks den Namen Hochkönigschanze. Am 26. Dezember 1947 wurde die Schanze mit einem Skispringen eingeweiht, das rund 4 000 Zuschauer verfolgten. Sieger wurde Weltmeister Sepp Bradl mit Weiten von 83,5 und 82 Metern.[1] Am 27. Februar 1949 kam Sepp Weiler aus Bayern erstmals mit 102 Metern über die 100-Meter-Marke vor 15 000 Zuschauern. Bradl kam bei 98 m zu Sturz.[2] Am 26. Februar 1950 sprang dann Bradl im Finale beim Weitensprungdurchgang 100 m. Bereits im Training gelang dem Oberstdorfer Toni Brutscher ein Sprung von 107 m.[3] Am 27. Dezember 1950 wurde Bradl mit 107,5 m überlegener Tagessieger.[4] Am 6. Jänner 1952 erreichte Bradl 101 m und siegte damit.[5]

Beim Training zum Springen 1952 stürzte der Bischofshofener Paul Ausserleitner so schwer, dass er vier Tage später am 9. Jänner 1952 an den Folgen seiner Verletzungen starb. Ihm zu Ehren wurde der Bakken umbenannt.

Ab 1953 wurde das Dreikönigsspringen in Bischofshofen zum alljährlichen Abschlussbewerb der Vierschanzentournee. 1970 wurde das Springen vom ORF erstmals live übertragen. 1972 erhielt die Schanze einen neuen Sprungrichterturm, der aus einem schmalen Stahlbetonkern bestand.

1982 wurden zwei Charakteristika der Schanze deutlich verändert: der lange, flache Naturanlauf wich einem Anlaufturm und der extrem lange Schanzentisch wurde um fünf Meter verkürzt. 1991 folgten nach der Zusage der Ski-WM 1999 erneut Umbauten am Sprunghügel: der Auslauf, bis dahin immer schräg nach rechts hängend und ein eigenes Kriterium, wurde begradigt und neue Naturtribünen für die Zuschauer errichtet. Das "Sepp-Bradl-Stadion" war entstanden. 1994 eröffnete man dann das WM-Gebäude.

Bei der Nordischen Ski-WM 1999 fand in Bischofshofen das Springen von der Großschanze (21. Februar) und der Mannschaftsbewerb (20. Februar) statt. Beide Bewerbe waren fest in deutscher Hand, Gold und Silber im Einzel gingen an Martin Schmitt und Sven Hannawald, Gold im Team an Deutschland.

2000 wird ein neuer Kampfrichterturm gebaut, 2002 gewinnt Sven Hannawald als erster und bisher einziger Springer mit dem Abschlussbewerb am Laideregg alle vier Springen der Vierschanzentournee in einem Jahr. 2003 beginnt ein neuerlicher Umbau der Schanze, der im Sommer 2004 abgeschlossen wird und die größte Mattenschanze der Welt entstehen lässt. Mit der nun installierten Flutlichtanlage kann das Dreikönigsspringen als Abendveranstaltung durchgeführt werden.

Neben der HS140 Schanze existieren am Laideregg noch eine HS78 und eine HS20 Schanze, die beide ebenfalls als Mattenanlage ganzjährig benutzbar sind.

Ereignisse

Unbekannte hatten in der Silvesternacht 2012/13 am Ende des Schanzenvorbaus Feuerwerkskörper gezündet. Trotz der 30 Zentimeter starken Kunstschneeauflage verbrannten das darunterliegende Schneerückhaltenetz und Gleitelemente. Der Schaden soll rund 10.000 Euro betragen haben.

Ein Abgang einer größeren Schneemenge ereignete sich in der Nacht von Freitag, 15. Dezember, auf Samstag, 16. Dezember 2023 im steilen Aufsprungbereich der Sprungschanze. Der schwere Nassschnee dürfte dazu beigetragen haben, dass im Untergrund die Kunststoffnetze rissen. Diese Netze machen hier die Pistenpräparierung erst möglich.

Kühlsystem

Obwohl es sich bei dem Sport des Skispringens bekannterweise um einen Wintersport handelt, also um einen Sport, der in der kalten Jahreszeit ausgetragen wird, gibt es auf der Schanze zusätzlich ein Kühlsystem. Das kühlt den Schnee im Anlauf auf die Schanze auf minus elf Grad herunter, damit die Springer eine permanente Eisspur haben. Nach eigenen Angaben des Veranstalters, des Skiclubs Bischofshofen wurden dafür rund 40.000 Euro investiert.

Schanzenrekord

HS140. 143 m - Daiki Ito (JAP), 6. Jänner 2005 [6]
HS78
76,5 m - Markus Machreich (AUT), 2006
HS20
21 m - Peter Wiesenbauer (AUT), 20. Juni 1999

Auf keinem anderen der vier Skisprungbakken der Vierschanzentournee haben Österreichs Springer so viele Erfolge feiern können, wie in Bischofshofen: 17 österreichischen Siegen stehen zehn norwegische und acht finnische gegenüber, der Norweger Wirkola, der Tscheche Raska und der Deutsche Jens Weißflog konnten sich insgesamt je dreimal in die Siegerlisten eintragen.

Technische Daten

Gesamthöhe: 132,5 m
Turmhöhe: 52 m
Anlauflänge: 125 m
Absprunggeschwindigkeit: 93 km/h
Kalkulationspunkt (K-Punkt): 125 m
HS (Hill-size): 140 m
Gesamtlänge bis Beginn Auslauf: 362 m
Fassungsvermögen Stadion: 30 000 Zuschauer

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, "Salzburger Volkszeitung", Ausgabe vom 27. Dezember 1947, Seite 3
  2. ANNO, "Wiener Kurier", Ausgabe vom 28. Februar 1949, Seite 5
  3. ANNO, "Salzburger Nachrichten", 27. Februar 1950, Seite 5
  4. ANNO, "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 27. Dezember 1950, Seite 8
  5. ANNO, "Wiener Kurier", Ausgabe vom 7. Jänner 1952, Seite 9
  6. In der Qualifikation für den ersten Wettbewerb in Bischofshofen (anstelle des abgesagten Springens in Innsbruck) am 5. Jänner 2008 erreichte der Tiroler Gregor Schlierenzauer die Höchstweite von 145 Meter auf der HS-140-Schanze. Da nach mit Thomas Morgenstern noch ein Springer über den Bakken gehen musste, die Jury vor dessen Sprung jedoch den Anlauf verkürzte, zählt die Weite Schlierenzauers nicht als neuer Schanzenrekord, da für die Anerkennung als solchen alle Springer eines Durchgangs bzw. eines Qualifikationsspringens die selbe Anlaufhöhe haben müssen.