Die Schartenmauer als Teil des Schartenwalls: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 6. März 2020, 23:48 Uhr
| Lage der Schartenwall auf Googlemaps |
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Der Schartenwall ist ein Teil der äußeren Befestigung der Stadt Salzburg, gelegen in der Stadt Salzburg auf der Mönchsbergscharte zwischen dem Mönchsberg und dem Festungsberg.
Geschichte
Adolf Frank, Mitglied der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, fasste 1911 und 1930 das Wesentliche zusammen:
Seit alters her wurde diese Schwachstelle durch zwei Türme geschützt: in der Mitte der Scharte durch den Abtsturm (Mönchsberg 9) und etwa 25 Meter höher, am Hang des Mönchsberg liegend, durch den Roten Turm (Mönchsberg 15). Erbauer und Erbauungszeit der beiden Türme sind unbekannt. 1372 konnte des Stift St. Peter in einem Besitzstreit mit dem Erzbischof von Salzburg nachweisen, dass seit Menschengedenken die Türme dem Stift St. Peter gehörten. Der Rote Turm war mit einem Zwinger umgeben und stand wahrscheinlich mit durch einen Pfahlzaun oder eine Pallisade mit dem Abtsturm in Verbindung. So blieb es bis in die Regierungszeit von Erzbischof Bernhard von Rohr (1466-1482).
1479/1480 errichtete auch die Bürgerschaft eine neue Stadtmauer und befestigte auch die Scharte. Nach dem Chronisten von St. Peter erbaute die Bürgerschaft unter dem Bürgermeister Oswald Elsenheimer die Katze, zur Bestreichung des westlichen Aufstieges auf die Festung Hohensalzburg,
und zogen von dieser eine Mauer, die Scharte weiter vorne absperrend, bis an die Mönchsbergerhebung, die sie mit einem Tor schlossen.
Die Bürgerschaft erbaute zum Schutz der Scharte einen festen, viereckigen, mehrstöckigen, mit Zinnen gekrönten und verteidigungsfähigen Turm, dem gegen Süden noch eine Mauer vorlag, sodass die Einsenkung wenigstens teilweise querüber abgeschlossen war. Seit dieser Zeit begegnen uns in den Urkunden der "Stadtthurn auf dem Minichberg" und das "Tor auf dem Minichberg".
Anfang des 17. Jahrhunderts entsprach dies nicht mehr der Befestigungstechnik.
1635 schloss Fürsterzbischof Paris Graf Lodron die Scharte durch einen Quer-Wall, an er die lapidare Inschrift angebrachte:
- "Hoc vallo vallem clausit Paris e(x) com(itibus) Lodroni Arch(iepiscopus) 1635"
- "Mit diesem Wall schloss das Tal Paris aus dem Geschlecht der Lodron, Erzbischof, 1635"
Er gab auch der Katze ihr heutiges Aussehen und baute das Schartentor
Mit der Errichtung des Lodronschen Walles war der Verkehr durch die Scharte ganz abgeschlossen, und so blieb es durch 230 Jahre.
Beschreibung
Schartenmauer (15. Jhdt.)
Die Schartenmauer war eine Steinmauer[1]. Diese wurde der Zeit gemäß größtenteils zur Altstadtseite hin mit Erde verfüllt und bildete westlich des einstigen Äußeren Schartentores zur Altstadt hin einen leichten Wall.
Durch die Entwicklung der Feuerwaffen bildeten die (doppelte) Schartenmauer und die dortigen Wehrtürme im Spätmittelalter zunehmend eine Schwachstelle, über die ein Feind von Süden her vergleichsweise leicht in die Altstadt hätte eindringen oder gegen die Festung hätte vorrücken können.
Schartenwall (17. Jhdt.)
Der Schartenwall, errichtet 1635, hat eine Länge von etwa 150 Metern. Der Wall wurde von Grund auf neu aus mächtigeren Quadern gefügt. An der Basis ist er über zehn Meter mächtig und er hat in seiner Mitte — etwa beim Bürgermeisterloch — eine Höhe von etwa acht Metern. An der Nordseite des Schartenwalls war die in der Neuzeit übliche Erdböschung mit einer Höhe von etwa 1,4 Meter schräg angehäuft.
An der Ostseite des Schartenwalls befindet sich eine Bastei, die sowohl der Sicherung der Festung als auch der Verteidigung des Schartenwalls diente. Dort steht heute das Haus Mönchsberg 31.
Mit dem Schartenwall, den zwei Schartentoren, sowie der stärkeren und artilleriesicher ausgebauten "Katze" als Vorwerk wurde die Scharte zur Gänze gesperrt.
19. Jahrhundert
1863 ist die Erdböschung an der Nordseite durch den Bau des Bürgermeisterlochs und die spätere Straßenverbreiterung weitestgehend verschwunden und heute nur mehr teilweise erhalten.
21. Jahrhundert
Über den Schartenwall führt heute der Oskar-Kokoschka-Weg.
Bildergalerie Oskar-Kokoschka-Weg
Literatur
- Adolf Frank: Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten, in: MGSLK 70, 1930, S. 1-44
Bilder
Die Schartenmauer als Teil des Schartenwalls – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- Burg Hohensalzburg, Ansicht von Westen, kolorierter Kupferstich von Anton Danreiter, 1750 austria-forum.org/Burg Hohensalzburg, Ansicht von Westen
- Lorenz Hübner: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg, Band 1, 1792, Seite 26, Wall
- Lorenz Hübner: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg, 1794, Seite 16, Wall
- ANNO, Salzburger Chronik, 10. November 1863, Seite 1, Schartenwall
- ANNO, Salzburger Chronik, 27. April 1913, Seite 4, 5, Schartenwall, Vortrag Frank, Altes und Neues vom Mönchsberg, Gesellschaft für Salzburger Landeskunde
- ANNO, Salzburger Volksblatt, 6. November 1937, Seite 16 Wall in der Scharte
- ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 14. Dezember 1939, Schartenmauer
- ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 13. November 1926, Seite 4, Schartenmauer
- Franz Martin: Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt, Ausgabe 1964, Seite 182, Wall
- Reinhard Rudolf Heinisch, Salzburg im Dreißigjährigen Krieg, Seite 55, Wall
- Franz Martin: Kunst in Salzburg, Ausgabe 1987, Seite 178, Wall
Einzelnachweis
- ↑ es darf angenommen werden, dass diese in Bauweise und Höhe der damaligen Stadtmauer ähnlich gewesen war; also an der Basis etwa 1 Meter breit und etwa 4 Meter hoch.