Die Schartenmauer als Teil des Schartenwalls: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | + | Der ''' Schartenwall''' ist ein Teil der äußeren [[Befestigung der Stadt Salzburg]], gelegen in der [[Stadt Salzburg]] auf der [[Mönchsbergscharte]] zwischen dem [[Mönchsberg]] und dem [[Festungsberg]]. | |
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
| − | + | [[Adolf Frank]], Mitglied der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, fasste 1911 und 1930 das Wesentliche zusammen: | |
| + | <blockquote>''Seit [[Mittelalter|alters her]] wurde diese Schwachstelle durch zwei Türme geschützt: in der Mitte der Scharte durch den ''[[Abtsturm]]'' (Mönchsberg 9) und etwa 25 Meter höher, am Hang des Mönchsberg liegend, durch den ''[[Freyschlössl|Roten Turm]]'' (Mönchsberg 15). Erbauer und Erbauungszeit der beiden Türme sind unbekannt. [[1372]] konnte des Stift St. Peter in einem Besitzstreit mit dem [[Erzbischof]] von Salzburg nachweisen, dass seit Menschengedenken die Türme dem Stift St. Peter gehörten. Der Rote Turm war mit einem Zwinger umgeben und stand wahrscheinlich mit durch einen Pfahlzaun oder eine Pallisade mit dem Abtsturm in Verbindung. So blieb es bis in die Regierungszeit von Erzbischof [[Bernhard von Rohr]] (1466-1482).''</blockquote> | ||
| − | + | <blockquote>''[[1479]]/[[1480]] errichtete auch die Bürgerschaft eine neue [[Befestigung der Stadt Salzburg#Die zweite Stadtbefestigung (1465 bis 1480)|Stadtmauer]] und befestigte auch die Scharte. Nach dem Chronisten von St. Peter erbaute die Bürgerschaft unter dem [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Oswald Elsenheimer]] die [[Katze (Bastei)|''Katze'']], zur Bestreichung des westlichen Aufstieges auf die [[Festung Hohensalzburg]], <br/> und zogen von dieser eine Mauer, die Scharte weiter vorne absperrend, bis an die Mönchsbergerhebung, die sie mit einem Tor schlossen.''</blockquote> | |
| − | Die | + | <blockquote>''Die Bürgerschaft erbaute zum Schutz der Scharte einen festen, viereckigen, mehrstöckigen, mit Zinnen gekrönten und verteidigungsfähigen Turm, dem gegen Süden noch eine Mauer vorlag, sodass die Einsenkung wenigstens teilweise querüber abgeschlossen war. Seit dieser Zeit begegnen uns in den Urkunden der "Stadtthurn auf dem Minichberg" und das "Tor auf dem Minichberg".''</blockquote> |
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| + | <blockquote>''Anfang des 17. Jahrhunderts entsprach dies nicht mehr der Befestigungstechnik.''</blockquote> | ||
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| + | : "'''Hoc vallo vallem clausit Paris e(x) com(itibus) Lodroni Arch(iepiscopus) [[1635]]'''" | ||
| + | : "''Mit diesem Wall schloss das Tal Paris aus dem Geschlecht der Lodron, Erzbischof, 1635''"</blockquote> | ||
| + | <blockquote>''Er gab auch der Katze ihr heutiges Aussehen und baute das [[Inneres Schartentor|Schartentor]]''</blockquote> | ||
| + | <blockquote>''Mit der Errichtung des Lodronschen Walles war der Verkehr durch die Scharte ganz abgeschlossen, und so blieb es durch 230 Jahre.''</blockquote> | ||
== Beschreibung == | == Beschreibung == | ||
| − | Die | + | === Schartenmauer (15. Jhdt.) === |
| + | Die Schartenmauer war eine Steinmauer<ref>es darf angenommen werden, dass diese in Bauweise und Höhe der damaligen Stadtmauer ähnlich gewesen war; also an der Basis etwa 1 Meter breit und etwa 4 Meter hoch.</ref>. Diese wurde der Zeit gemäß größtenteils zur [[Altstadt]]seite hin mit Erde verfüllt und bildete westlich des einstigen [[Äußeres Schartentor|Äußeren Schartentores]] zur Altstadt hin einen leichten Wall. | ||
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| + | Durch die Entwicklung der Feuerwaffen bildeten die (doppelte) Schartenmauer und die dortigen Wehrtürme im Spätmittelalter zunehmend eine Schwachstelle, über die ein Feind von Süden her vergleichsweise leicht in die Altstadt hätte eindringen oder gegen die Festung hätte vorrücken können. | ||
| − | + | === Schartenwall (17. Jhdt.) === | |
| + | Der Schartenwall, errichtet 1635, hat eine Länge von etwa 150 Metern. Der Wall wurde von Grund auf neu aus mächtigeren Quadern gefügt. An der Basis ist er über zehn Meter mächtig und er hat in seiner Mitte — etwa beim [[Bürgermeisterloch]] — eine Höhe von etwa acht Metern. An der Nordseite des Schartenwalls war die in der Neuzeit übliche Erdböschung mit einer Höhe von etwa 1,4 Meter schräg angehäuft. | ||
| − | An der | + | An der Ostseite des Schartenwalls befindet sich eine Bastei, die sowohl der Sicherung der Festung als auch der Verteidigung des Schartenwalls diente. Dort steht heute das Haus Mönchsberg 31. |
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| − | == Zu den Begriffen Mauer und Wall == | + | Mit dem Schartenwall, den zwei [[Schartentor]]en, sowie der stärkeren und artilleriesicher ausgebauten "Katze" als Vorwerk wurde die Scharte zur Gänze gesperrt. |
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| + | Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]] ist die Erdböschung an der Nordseite durch den Bau des Bürgermeisterlochs und die Straßenverbreiterung weitestgehend verschwunden und heute nur mehr teilweise erhalten. | ||
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Die vorrömischen und [[Römer|römischen]] Wehranlagen bestanden vielfach aus einem tiefen Graben, der teilweise von Palisaden gestützt wurde mit einem hinter dem Graben liegenden steil geböschten Wall. Auch der bekannte Limes war ein solcher Wall. Bekannt sich auch viele jung[[steinzeit]]liche, [[bronzezeit]]liche, germanische, [[Kelten|keltische]] und römische Ringwälle. Sie dienten der Verteidigung einer provisorischen Feldbefestigung oder einer kleinen Wallburg, vielleicht auch eines religiösen Versammlungsortes. Solche Anlagen wurden bis ins Mittelalter um Dörfer oder Märkte oder um kleine Wehranlagen herum gebaut. | Die vorrömischen und [[Römer|römischen]] Wehranlagen bestanden vielfach aus einem tiefen Graben, der teilweise von Palisaden gestützt wurde mit einem hinter dem Graben liegenden steil geböschten Wall. Auch der bekannte Limes war ein solcher Wall. Bekannt sich auch viele jung[[steinzeit]]liche, [[bronzezeit]]liche, germanische, [[Kelten|keltische]] und römische Ringwälle. Sie dienten der Verteidigung einer provisorischen Feldbefestigung oder einer kleinen Wallburg, vielleicht auch eines religiösen Versammlungsortes. Solche Anlagen wurden bis ins Mittelalter um Dörfer oder Märkte oder um kleine Wehranlagen herum gebaut. | ||
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Solche historischen Bezeichnungen der Wehranlagen als Wälle sind in der Stadt Salzburg mehrfach bekannt. Die Wälle wurden einfach zu einem Metapher der Wehrhaftigkeit. Auch etwa Heinrich von Kleist verwendet den Begriff in seinem Lustspiel "''Der zerbrochene Krug''" sehr allgemein, wenn Rupert am Schluss bereit ist in Utrecht "''ein Jahr lang auf den Wällen Schildwacht''" zu stehen (auch wenn es damals keine ritterlichen Schilder mehr gab). Ein weiteres Beispiel ist auch der angebliche "Schutzwall gegen den Faschismus, den die [[DDR]] entlang der seinerzeitigen Zonengrenze baute, der aber keineswegs mehr einen Wall enthielt. In diesem Sinn sind oft auch verschiedene Zeitungsbeiträge der Jahre nach 1920 zu verstehen. | Solche historischen Bezeichnungen der Wehranlagen als Wälle sind in der Stadt Salzburg mehrfach bekannt. Die Wälle wurden einfach zu einem Metapher der Wehrhaftigkeit. Auch etwa Heinrich von Kleist verwendet den Begriff in seinem Lustspiel "''Der zerbrochene Krug''" sehr allgemein, wenn Rupert am Schluss bereit ist in Utrecht "''ein Jahr lang auf den Wällen Schildwacht''" zu stehen (auch wenn es damals keine ritterlichen Schilder mehr gab). Ein weiteres Beispiel ist auch der angebliche "Schutzwall gegen den Faschismus, den die [[DDR]] entlang der seinerzeitigen Zonengrenze baute, der aber keineswegs mehr einen Wall enthielt. In diesem Sinn sind oft auch verschiedene Zeitungsbeiträge der Jahre nach 1920 zu verstehen. | ||
| − | Heute werden Metapher allgemein deutlich seltener verwendet als vor gut 80 Jahren. Auch in Salzburgwiki als Enzyklopädie ist der Name Schartenwall nicht zu empfehlen. Ein Wall bleibt im Kern des Wortes eine Anlage mit (zumindest weit überwiegend) beidseitig geböschten d. h. deutlich geneigten Seitenteilen. | + | Heute werden Metapher allgemein deutlich seltener verwendet als vor gut 80 Jahren. Auch in Salzburgwiki als Enzyklopädie ist der Name Schartenwall nicht zu empfehlen. Ein Wall bleibt im Kern des Wortes eine Anlage mit (zumindest weit überwiegend) beidseitig geböschten d. h. deutlich geneigten Seitenteilen.--> |
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| + | * [[Adolf Frank]]: ''Der [[Mönchsberg]] und seine Baulichkeiten'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000001 MGSLK 70, 1930, S. 1-44] | ||
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* ''Burg Hohensalzburg, Ansicht von Westen'', kolorierter Kupferstich von [[Anton Danreiter]], 1750 [https://austria-forum.org/attach/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Festung_Hohensalzburg/32708.jpg austria-forum.org/Burg Hohensalzburg, Ansicht von Westen] | * ''Burg Hohensalzburg, Ansicht von Westen'', kolorierter Kupferstich von [[Anton Danreiter]], 1750 [https://austria-forum.org/attach/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Festung_Hohensalzburg/32708.jpg austria-forum.org/Burg Hohensalzburg, Ansicht von Westen] | ||
| + | * [[Lorenz Hübner]]: ''Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg'', Band 1, 1792, Seite 26 | ||
| + | * [[Lorenz Hübner]]: ''Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg'', 1794, Seite 16 | ||
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18631110&query=%22wall%22&seite=1 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 10. November 1863, Seite 1, Scharten''wall'' | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18631110&query=%22wall%22&seite=1 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 10. November 1863, Seite 1, Scharten''wall'' | ||
| − | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19130427&query=%22Schartenwall%22&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 27. April 1913, Seite 4, 5, Scharten''wall'' | + | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19130427&query=%22Schartenwall%22&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 27. April 1913, Seite 4, 5, Scharten''wall'', Vortrag Frank, ''Altes und Neues vom Mönchsberg'', Gesellschaft für Salzburger Landeskunde |
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19371106&query=%22wall%22+%22scharte%22+%22Lodron%22&seite=16 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 6. November 1937, Seite 16 ''Wall'' in der Scharte | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19371106&query=%22wall%22+%22scharte%22+%22Lodron%22&seite=16 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 6. November 1937, Seite 16 ''Wall'' in der Scharte | ||
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19391214&seite=5&zoom=33&query=%22Schartenmauer%22&ref=anno-search ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 14. Dezember 1939, Scharten''mauer'' | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19391214&seite=5&zoom=33&query=%22Schartenmauer%22&ref=anno-search ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 14. Dezember 1939, Scharten''mauer'' | ||
| − | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19261113&query=%22Schartenmauer%22&ref=anno-search&seite=4 | + | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19261113&query=%22Schartenmauer%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 13. November 1926, Seite 4, Scharten''mauer'' |
| + | * [[Franz Martin]]: ''Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt'', Ausgabe 1964, Seite 182, ''Wall'' | ||
| + | * [[Reinhard Rudolf Heinisch]], ''Salzburg im Dreißigjährigen Krieg'', Seite 55, ''Wall'' | ||
| + | * [[Franz Martin]]: ''Kunst in Salzburg'', Ausgabe 1987, Seite 178, ''Wall'' | ||
== Einzelnachweis == | == Einzelnachweis == | ||
Version vom 6. März 2020, 23:35 Uhr
| Lage der Schartenwall auf Googlemaps |
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Der Schartenwall ist ein Teil der äußeren Befestigung der Stadt Salzburg, gelegen in der Stadt Salzburg auf der Mönchsbergscharte zwischen dem Mönchsberg und dem Festungsberg.
Geschichte
Adolf Frank, Mitglied der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, fasste 1911 und 1930 das Wesentliche zusammen:
Seit alters her wurde diese Schwachstelle durch zwei Türme geschützt: in der Mitte der Scharte durch den Abtsturm (Mönchsberg 9) und etwa 25 Meter höher, am Hang des Mönchsberg liegend, durch den Roten Turm (Mönchsberg 15). Erbauer und Erbauungszeit der beiden Türme sind unbekannt. 1372 konnte des Stift St. Peter in einem Besitzstreit mit dem Erzbischof von Salzburg nachweisen, dass seit Menschengedenken die Türme dem Stift St. Peter gehörten. Der Rote Turm war mit einem Zwinger umgeben und stand wahrscheinlich mit durch einen Pfahlzaun oder eine Pallisade mit dem Abtsturm in Verbindung. So blieb es bis in die Regierungszeit von Erzbischof Bernhard von Rohr (1466-1482).
1479/1480 errichtete auch die Bürgerschaft eine neue Stadtmauer und befestigte auch die Scharte. Nach dem Chronisten von St. Peter erbaute die Bürgerschaft unter dem Bürgermeister Oswald Elsenheimer die Katze, zur Bestreichung des westlichen Aufstieges auf die Festung Hohensalzburg,
und zogen von dieser eine Mauer, die Scharte weiter vorne absperrend, bis an die Mönchsbergerhebung, die sie mit einem Tor schlossen.
Die Bürgerschaft erbaute zum Schutz der Scharte einen festen, viereckigen, mehrstöckigen, mit Zinnen gekrönten und verteidigungsfähigen Turm, dem gegen Süden noch eine Mauer vorlag, sodass die Einsenkung wenigstens teilweise querüber abgeschlossen war. Seit dieser Zeit begegnen uns in den Urkunden der "Stadtthurn auf dem Minichberg" und das "Tor auf dem Minichberg".
Anfang des 17. Jahrhunderts entsprach dies nicht mehr der Befestigungstechnik.
1635 schloss Fürsterzbischof Paris Graf Lodron die Scharte durch einen Quer-Wall, an er die lapidare Inschrift angebrachte:
- "Hoc vallo vallem clausit Paris e(x) com(itibus) Lodroni Arch(iepiscopus) 1635"
- "Mit diesem Wall schloss das Tal Paris aus dem Geschlecht der Lodron, Erzbischof, 1635"
Er gab auch der Katze ihr heutiges Aussehen und baute das Schartentor
Mit der Errichtung des Lodronschen Walles war der Verkehr durch die Scharte ganz abgeschlossen, und so blieb es durch 230 Jahre.
Beschreibung
Schartenmauer (15. Jhdt.)
Die Schartenmauer war eine Steinmauer[1]. Diese wurde der Zeit gemäß größtenteils zur Altstadtseite hin mit Erde verfüllt und bildete westlich des einstigen Äußeren Schartentores zur Altstadt hin einen leichten Wall.
Durch die Entwicklung der Feuerwaffen bildeten die (doppelte) Schartenmauer und die dortigen Wehrtürme im Spätmittelalter zunehmend eine Schwachstelle, über die ein Feind von Süden her vergleichsweise leicht in die Altstadt hätte eindringen oder gegen die Festung hätte vorrücken können.
Schartenwall (17. Jhdt.)
Der Schartenwall, errichtet 1635, hat eine Länge von etwa 150 Metern. Der Wall wurde von Grund auf neu aus mächtigeren Quadern gefügt. An der Basis ist er über zehn Meter mächtig und er hat in seiner Mitte — etwa beim Bürgermeisterloch — eine Höhe von etwa acht Metern. An der Nordseite des Schartenwalls war die in der Neuzeit übliche Erdböschung mit einer Höhe von etwa 1,4 Meter schräg angehäuft.
An der Ostseite des Schartenwalls befindet sich eine Bastei, die sowohl der Sicherung der Festung als auch der Verteidigung des Schartenwalls diente. Dort steht heute das Haus Mönchsberg 31.
Mit dem Schartenwall, den zwei Schartentoren, sowie der stärkeren und artilleriesicher ausgebauten "Katze" als Vorwerk wurde die Scharte zur Gänze gesperrt.
Gegen Ende des 19. Jahrhundert ist die Erdböschung an der Nordseite durch den Bau des Bürgermeisterlochs und die Straßenverbreiterung weitestgehend verschwunden und heute nur mehr teilweise erhalten.
Über den Schartenwall führt heute der Oskar-Kokoschka-Weg.
Bildergalerie Oskar-Kokoschka-Weg
Literatur
- Adolf Frank: Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten, in: MGSLK 70, 1930, S. 1-44
Bilder
Die Schartenmauer als Teil des Schartenwalls – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- Burg Hohensalzburg, Ansicht von Westen, kolorierter Kupferstich von Anton Danreiter, 1750 austria-forum.org/Burg Hohensalzburg, Ansicht von Westen
- Lorenz Hübner: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg, Band 1, 1792, Seite 26
- Lorenz Hübner: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg, 1794, Seite 16
- ANNO, Salzburger Chronik, 10. November 1863, Seite 1, Schartenwall
- ANNO, Salzburger Chronik, 27. April 1913, Seite 4, 5, Schartenwall, Vortrag Frank, Altes und Neues vom Mönchsberg, Gesellschaft für Salzburger Landeskunde
- ANNO, Salzburger Volksblatt, 6. November 1937, Seite 16 Wall in der Scharte
- ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 14. Dezember 1939, Schartenmauer
- ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 13. November 1926, Seite 4, Schartenmauer
- Franz Martin: Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt, Ausgabe 1964, Seite 182, Wall
- Reinhard Rudolf Heinisch, Salzburg im Dreißigjährigen Krieg, Seite 55, Wall
- Franz Martin: Kunst in Salzburg, Ausgabe 1987, Seite 178, Wall
Einzelnachweis
- ↑ es darf angenommen werden, dass diese in Bauweise und Höhe der damaligen Stadtmauer ähnlich gewesen war; also an der Basis etwa 1 Meter breit und etwa 4 Meter hoch.