Ocnerostoma piniariella
Ocnerostoma piniariella (Ocnerostoma piniariellum Zeller, 1847: 298-301, Taf. 2, Fig. 10-12) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera, Familie Yponomeutidae.
==Diagnose: O. piniariella ist sehr ähnlich der in Salzburg noch nicht nachgewiesenen, aber zu erwartenden Ocnerostoma friesei Svensson, 1966 und von dieser nur durch Genitaluntersuchung zu unterscheiden. Von manchen ebenfalls ähnlichen Coleophoridae-Arten unterscheidet sich die Art durch den leicht konkav geschwungenen Hinterrand der Hinterflügel sowie die Beschuppung im Gesicht.
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
O. piniariella wurde bei Embacher & Kurz (2008), sowie Embacher et al. (2011) nicht in die Liste der Salzburger Schmetterlinge aufgenommen, da die Meldung Mitterbergers vom 28.05.1909 aus der Josefiau (Zone Ia nach Embacher et al. 2025, rund 425 m Höhe) als sehr fraglich angesehen wurde. Allerdings melden Huemer & Wieser (2008) auch ein Exemplar vom Stubachtal, Wiegenwald, 1700 m, 24.06.2007 (Zone IV, Zentralalpen). Über den Lebensraum der Art in Salzburg ist nichts bekannt (Kurz & Kurz 2026). Hannemann (1977) gibt für O. piniariella zwei Generationen im Jahr an (April, Mai und Juli, August), doch erscheint es fraglich, ob die Art auch in höheren Lagen zwei Generationen ausbildet.
Nachbarfaunen
Nach Humer (2013) fehlen in Österreich Nachweise der Art aus Osttirol, jene aus der Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien sind fraglich. Klimesch (1991) gibt die Art in Oberösterreich aus dem Mühlviertel und dem Alpengebiet an, betont aber, dass die Tiere nicht genitalmorphologisch untersucht worden sind. In Bayern hingegen wird O. piniariella (neben O. friesei) rezemt aus allen vier Naturräumen gemeldet (Haslberger & Segerer 2021).
Biologie und Gefährdung
Über die Lebensweise der Art in Salzburg ist nichts bekannt. Nach Hannemann (1977) minieren die Raupen an Nadeln von Kiefern (Pinus sylvestris)), wobei sie, an der Spitze der Nadeln beginnend, diese gegen den Grund zu aushöhlen. Die Verpuppung erfolgt zwischen zusammen gesponnenen Nadeln. Im Stubachtal, auf 1700 m Höhe, könnte auch die Zirbe (Pinus cembra) als Nahrungspflanze genutzt werden, da diese hier sehr häufig vorkommt. Mangels Daten zu Lebensraum und Lebensweise ist es zur Zeit nicht möglich, eine eventuelle Gefährdung der Art abzuschätzen (Einstufung DD nach Embacher et al. 2025).
Weiterführende Informationen
Quellen
- Embacher, G. & M. Kurz 2008. Yponomeutidae, Ypsolophidae, Plutellidae und Acrolepiidae (Lepidoptera) des Landes Salzburg. Beiträge zur Entomofaunistik 9: 3-11.
- Embacher, Gernot; Gros, Patrick; Kurz, M. A.; Kurz, M. E. & Zeller-Lukashort, Christof, 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 5-89.
- Embacher, G., S. Flechtmann, P. Gros & M. A. Kurz 2024 [2025]. Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematische und revidierte Liste mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur. Sonderband. In Zusammenarbeit mit der Naturkundlichen Gesellschaft Salzburg. Haus der Natur, Salzburg: 3-176.
- Hannemann, H.-J. 1977. Kleinschmetterlinge oder Microlepidoptera III. Federmotten (Pterophoridae) Gespinstmotten (Yponomeutidae) Echte Motten (Tineidae). - In: Dahl, F. 1925. Die Tierwelt Deutschlands. 63. Teil. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 275 pp., 17 Taf.
- Haslberger, A. & A.H. Segerer 2021. Fünf Jahre "Checkliste der Schmetterlinge Bayerns". Eine Erfolgsgeschichte der bayerischen Insektenfaunistik auf neuestem Stand (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 111. Online-Supplement S6. Aktualisierte Checkliste (Hauptkatalog). Stand: 15.09.2021: 74 pp.
- Huemer, P. & C. Wieser 2008. Nationalpark Hohe Tauern. Schmetterlinge. Wissenschaftliche Schriften aus dem Nationalpark Hohe Tauern. Tyrolia-Verlag Innsbruck: 224.
- Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
- Klimesch, J. 1991. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 7. Microlepidoptera II. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-301.
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2026.03.15].
- ↑ siehe Phänologie
