Alexander Brandacher

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Direktor Alexander Brandacher (* 20. März 1841 in Freiburg in Schlesien, Preußen;[1] † Juli 1930 in der Stadt Salzburg[2]) war langjähriger Schulleiter der Pongauer Volksschule Werfen.

Aus seinem Leben

Alexander Brandacher, Sohn eines Handelsmanns aus Hippach (Zillertal, Nordtirol),[1] war Lehrer an der zweiklassigen Volksschule Anif, als ihm im Oktober 1874 die Oberlehrerstelle der dreiklassigen Volksschule Werfen verliehen wurde,[3] die er dann bis 1905 leitete[4]. Er heiratete am 2. Oktober 1893 in Maria Plain als 52‑jähriger lediger Oberlehrer in Werfen die 19‑jährige Theresia Schueller, Tochter eines praktischen Arztes von Ysper (Bezirk Melk, NÖ).[1]

Nachdem er im Alter von 87 Jahren gestorben war, wurde ihm der folgende Nachruf gewidmet:[2]

Schuldirektor Alexander Brandacher.
Nun ist auch der Nestor unter Salzburgs Lehrerschaft, Schuldirektor Alexander Brandacher, heimgegangen. Eine lange Pilgerfahrt ward ihm gegönnt. Aber trotzdem er bereits 86 Jahre vollendet hatte, zeigte er sich bis in die letzte Zeit so frisch und gesund, daß seine Umgebung mit Recht hoffte, Vater Alexander werde auch den 90. Geburtstag noch erleben.
Geboren 1841 zu Salzbrunn in Pr.-Schlesien, kehrte er nach dem Tode des Vaters im Alter von etwa 6 Jahren mit seiner Mutter in das Zillertal, von wo die Familie ausgewandert war, wieder zurück, kam dann als Studentlein ans Borromäum, trat aber nach 4 Klassen in die Lehrerbildungsanstalt ein, wo er 1861 maturierte.
Nun begann ein Berufs-Wanderleben. Zuerst lenkte er seinen Wanderstab nach Goldegg, mußte aber sein Ränzlein schnüren, um als Schulprovisor zu Fuß nach [[Itter zu pilgern. Von da kam er in gleicher Eigenschaft nach Waidring, vertauschte diesen Posten abermals mit Goldegg, ward dann nach Landl versetzt, von da nach Unken, wo er 4 Jahre wirkte (1863—1867), und beschloß zunächst seine Wanderfahrt in Anif. Hier wirkte er 1867–1869 als Schulprovisor und von 1869–1875 als Lehrer. Am 10. Mai 1875 erhielt er die Oberlehrerstelle in Markt Werfen und volle 30 Jahre schlug er hier seinen Wohnsitz auf. Hier lernte er auch seine Frau Theresia, geb. Schueller, kennen, führte sie 1893 in Maria Plain als seine Gattin heim und hatte an ihr bis zum letzten Atemzuge eine treubesorgte Begleiterin auf dem Lebenswege.
Alexander Brandacher war ein Lehrer im edelsten Sinne des Wortes. Wie tief sich sein Wirken den Kindern einprägte, zeigt am besten wohl der Umstand, daß er selbst in den letzten Lebens­jahren noch von Schülern und Schülerinnen besucht wurde, die er in Anif und Werfen gehabt hatte. Die Marktgemeinde ehrte sein Wirken durch Ernennung zum Ehrenbürger, die Behörde durch Verleihung des Titels "Direktor" und durch ein anerkennendes Schreiben zum 80. Geburtstag.
Vater Alexander war auch ein liebenswürdiger Charakter, vor allem aber fiel er durch seine bewundernswerte Geistesfrische auf. Aus seinem Leben wußte er noch alle Ereignisse mit Jahr und Tag, täglich las er ohne Brillen mit größtem Interesse seine Zeitung, besonders "Chronik" und "Reichspost", und widmete allen Begebenheiten seine Aufmerksamkeit.
Vor ungefähr 14 Tagen ging er in die "Sommerfrische", die nur darin bestand, daß er in die Villa des Herrn Dr. Schueller in Parsch übersiedelte. Herr Dr. Schueller, ein naher Verwandter, hatte sie ihm und den Seinen während seiner Abwesenheit zur Verfügung gestellt und Vater Alexander war voll Lob über die gute Lust und die herrliche Aussicht. Da saß er auf den Bänken und schaute voll Entzücken in das Aignertal und in die Berge, hin auch in jene Gegend, von der ein Dichter sagt: "Am Ruheplatz der Toten, da pflegt es still zu sein" – ohne zu ahnen, daß der Todesengel bereits auch für ihn ein Plätzchen suchte. Ohne eigentliche Krankheit, treuest gepflegt von den Seinen, schied er, mit den hl. Sterbsakramenten gestärkt, still und ruhig aus ihrer Mitte. Am Leichenbegängnis des friedvoll Entschlafenen nahmen viele ehemalige Schüler und Schülerinnen teil, viele Verwandte und Bekannte, sowie Vertreter der Lehrerschaft und der Gemeinden seiner Wirksamkeit. Den Kondukt führte ein langjähriger Freund des Verstorbenen, Prof. Feichtlbauer.

Quellen

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 Trauungsbuch der Pfarre Werfen, Bd. V S. 14
  2. ↑ 2,0 2,1 Salzburger Chronik, 30. Juli 1930, S. 5: Schuldirektor Alexander Brandacher
  3. ↑ Salzburger Zeitung, 19. Oktober 1874, S. 1: Amtlicher Theil.
  4. ↑ Artikel "Volksschule Werfen"
Zeitfolge
Vorgänger

Lorenz Zehentner

Schulleiter der Volksschule Werfen
1874–1905
Nachfolger

Josef Prosser

Zeitfolge
Vorgänger

Joseph Georg Schraffl / Rosina Schraffl

Schulleiter der Volksschule Anif
1868–1869
Nachfolger

Gabriel Härtnagl